Hundefutter Test – Schnell-Check

Als Teil meines Facebook – Adventskalenders 2019 habe ich mir 11 Hundefuttersorten, 11 Katzenfuttersorten, 1 BARF-Supplement für Katzen und 1 Hunde-/Katzenfutter angeschaut.

Hier sind noch einmal alle untersuchten Hundefuttersorten im Hundefutter Test für euch zum nachlesen.

Ich möchte noch anmerken, dass ich hier meine persönliche Meinung zu den unterschiedlichen Futtersorten/-marken Kund tue. Was ihr füttert ist im Endeffekt euch überlassen.

Genauere Infos zu den Analytischen Werten findet ihr hier.


Happy Dog Supreme Sensible Ireland

(und Happy Cat)

Firma: Interquell GmbH (Spezialisiert auf die Verarbeitung von Getreide)

Ich wollte dieses Futter erst „auseinandernehmen“, wie gestern bereits. Die, die mich kennen, wissen aber, was ich von Trockenfutter für Hunde und Katzen halte. Mit einem Feuchtigskeitsgehalt von unter 14 %, einer Zusammensetzung, die oftmals gruselig ist, einer schweren Verdaulichkeit, gesundheitlichen Risiken, uvm. ist es meine Meinung, dass Trockenfutter weder für Katzen noch für Hunde zur alleinigen Ernährung geeignet ist.

Die Liste der Inhaltsstoffe in diesem Futter ist unendlich lang (32 Inhaltsstoffe, wenn ich mich nicht verzählt habe). Diese Sorte „Ireland“ soll Lachs und Kaninchen enthalten. Das tut es in Form von Lachsmehl und Kaninchenprotein. Mit Fleisch hat das jedoch nicht mehr viel zu tun. An 1. Stelle der Inhaltsstoffe steht jedoch Gerste.

Nachdem ich mir nun die Firma Interquell GmbH angesehen habe, welche Happy Dog (und Happy Cat) herstellen, habe ich mich umentschieden das Futter weiter anzuschauen.

Ich habe mir noch andere Sorten der Marken Happy Dog und Happy Cat angesehen und fand das fast in jeder einzelnen Sorte mindestens einer der Inhaltsstoffe Mais, Volkornweizenmehl, Hafermehl, Reismehl, uvm vorkommen. In der Tiernahrung ist es jedoch so, dass wenn der Hersteller Mais, Reis, etc in der Zusammensetzung listet, dies nicht bedeuten muss, dass es sich um ein Maiskorn, Reiskorn, etc handelt, wie es der Mensch essen würde.

Wenn es um Getreide geht besagt die Futtermittelverordnung Anlage 3 (zu § 6 Absatz 2): „Alle Arten von Getreide, ganz gleich in welcher Aufmachung, sowie die Erzeugnisse aus der Verarbeitung des Mehlkörpers.“ https://www.gesetze-im-internet.de/futtmv_1981/anlage_3.html

Mehr möchte ich zu diesem Futter auch nicht sagen.

Die getreidefreie Sorte „Canada“ nutzt als „Bindemittel“ Kartoffelflocken – und zwar 47 % Kartoffelflocken. Das kann man mit Instant Kartoffelbrei vergleichen.  Auch in dem Futter ist Lachsmehl, Kaninchenprotein und Lammprotein enthalten. Man kann sich das ganze nun so vorstellen, dass trockene Kartoffelflocken, trockenes Lachsmehl, trockene Proteine unterschiedlichen Ursprungs, Hydrolysate, Fett, Trockenvollei und viele andere pulverisierte Zutaten und Zusatzstoffe in einen großen Topf mit Wasser kommen. Das ganze wird vermischt und dann von Maschinen in lange Würste geformt, in kleine Brocken geschnitten und geformt und nochmal getrocknet. Deshalb sieht jeder Brocken auch identisch aus. Die Stärke der Kartoffeln hält dann alles zusammen.


Pepper’s Choice  – Pferd und Pferd pur

Firma: LACO OFFICE PRODUCTS Finke GmbH – Eine Firma, die Büroartikel herstellt. Wenn ich das Logo sehe, kenne ich dieses sogar. 😉

Zusammensetzung Pferd: 70 % Fleisch vom Pferd (29 % Fleisch, 15 % Magen, 11 % Herzen, 10 % Lunge, 5 % Leber), Süsskartoffeln 6 %, Leinöl 0,4 %, Kräutermix 0,3 % (Brennnesselblätter, Schafgarbenkraut, Bockshornsamen, Kieselerde, Hagebuttenschalen, Chiasamen), Mineralstoffe.

Die Erläuterung der tierischen Inhaltsstoffe ist sehr genau und man sieht, was man bekommt. Ich persönlich finde, dass Lunge nicht in die Fütterung muss, da sie schwer verdaulich ist und wenig Nährwerte hat. Aber darüber kann man sich streiten. Der Anteil an Magen ist relativ hoch, was für Hunde mit Nierenproblemen nicht so gut wäre, da Magen sehr viel Phosphor enthält.

Der pflanzliche Anteil besteht aus Süßkartoffeln und Kräutern. Das kann man machen, aber ich persönlich finde, dass Kohlehydrate nicht in die Fütterung eines Hundes müssen. Mir fehlt in diesem Futter Gemüse ohne Stärkeanteile. Deshalb würde ich persönlich es nicht kaufen. Allerdings ist dieses Futter dennoch hochwertiger.

Sofern man diese Sorte füttert, könnte man jedoch bei einer Ausschlussdiät nicht mit Pferd arbeiten.

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Analytische Bestandteile: Rohprotein:   11,0 %, Rohfett: 4,5 %, Feuchtigkeit: 78,4 %, Rohasche: 2,0 %, Rohfaser: 0,5 %

Der Anteil an Stickstofffreien Extraktstoffen im Futter liegt bei 3,6 %, bzw. 16,7 % in der Trockensubstanz. Für eine Hund mit Diabetes wäre dieses Futter nicht geeignet. Auch bei Hunden mit Nierenerkrankungen wäre ich vorsichtig, da das Fettanteil gering ist und der Proteinanteil hoch.

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Dieses Futter enthält anscheinend keine synthetischen Zusatzstoffe. Meiner Einschätzung nach ist in diesem Futter zwar der Vitamin D Anteil nicht ausreichend. Außerdem ist enthält keines der angegebenen Bestandteil viel Calcium. Man könnte nun vermuten, dass all diese unter der Zutat „Mineralstoffe“ enthalten sind. Aber sicher sein kann man sich nur, wenn der Hersteller eine Nährwertanalyse herausgibt.

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Pepper’s Choice  – Pferd pur

Zusammensetzung: Ausschließlich Pferd (Pferdemuskelfleisch, Pferdeherzen, Pferdelunge, Pferdemagen, Pferdeleber), Mineralstoffe.

Die Zusammensetzung der tierischen Anteile ist ähnlich wie die Sorte. Allerdings weiß man hier nicht, wie hoch der Anteil der einzelnen tierischen Bestandteile ist. Hier ist auch wichtig zu wissen, dass die Sorte „Pferd pur“ ein Ergänzungsfuttermittel ist, da der pflanzliche Anteil fehlt. Einige Hundebesitzer nutzen diese Art des Futters bei Hunden mit einer Futtermittelallergie/-unverträglichkeit. Ich würde davon jedoch abraten, da es Hunde gibt, die nicht auf den tierischen oder pflanzlichen Anteil reagieren, sondern auf die Dosenbeschichtung oder die Zusatzstoffe/Konservierungsstoffe.

Ansonsten – sofern man das Futter mit Gemüse und Obst, Lachsöl und eventuell Calcium ergänzt, ist es in Ordnung. Ich würde hier jedoch vor der Fütterung erfragen, ob Calcium enthalten ist und welche anderen Mineralstoffe beigefügt wurden.

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Fazit:

Pepper’s Choice ist eines der hochwertigen und auch hochpreisigen Hundefuttersorten. Mir gefällt, dass der Hersteller ausschließlich Nassfutter und Kauartikel (und Hundezubehör) anbietet. Er gibt an, dass das Fleisch aus der Region um Sottrum (bei Bremen) kommt. Über die Zusammensetzung kann man sich streiten, aber ich würde dieses Futter an sich als eine – für mich – akzeptable Futtersorte bezeichnen. Sofern bekannt ist, dass der Hund jedoch noch nie Pferd gefressen hat, würde ich empfehlen es noch weg zu lassen, um eine größere Fleischauswahl bei eventuellen Allergien oder Unverträglichkeiten zu haben. Ich persönlich nutze u.a. das Rind Menü für Murphy als „Notdose“.


Paul’s Beute – Wild

Firma: Pauls Beute GmbH aus Hamburg

Zusammensetzung: 61% Wild (Muskelfleisch, Herz, Lunge und Leber), 23% Wildfleischbrühe, 7% Amaranth, 5% Kürbis, 1% Preiselbeeren, Lebertran, Eierschalenmehl, 0,2% Rosmarin, Seealgen

Ich gestehe… ich mag diese Zusammensetzung ganz gut. Auch wenn Lunge kein muss ist und auch hier eine Kohlehydratquelle enthalten ist, so ist es immerhin ein „Pseudogetreide“, welches weniger Allergien hervorruft und deutlich gesunder ist, als Weizen oder Mais. Auch der Gemüse und Obst anteil ist angenehm, eine Vitamin D Quelle ist angegeben, man weiß, woher Calcium (Eierschale) und Jod (Algen) kommen. Natürlich könnte man noch bemängeln, dass es keine offene Deklaration ist und nicht alle Zutaten mit Prozentangaben genannt werden, aber z.T. fällt es schon unter das Betriebsgeheimnis und der Hersteller müsste sich haarfein an die Zusammensetzung halten und in jeder Dose die identische Menge an tierischen und pflanzlichen Bestandteilen haben.

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Analyse Werte: Rohprotein 10,6%, Rohfett 6,5%, Rohasche 1,2%, Rohfaser 0,4%, Feuchtigkeit 74% (Opt. Ca/P-Verhältnis von 1,3 : 1)

Der Fettanteil ist für ein Hundefutter fast im oberen Bereich, was bedeuten kann, dass der Hund eventuell weicheren Kot hat. Auch für Hunde mit Leber- und Pankreasproblemen könnte diese Sorte etwas schwieriger sein. Aber für einen gesunden Hund ist auch das kein Problem.

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Dieses Futter enthält keine künstlichen Zusatzstoffe. Braucht es auch fast nicht mehr. Der Lebertran enthält Vitamin D und wichtige Fettsäuren. Seealgen enthalten Jod. Muskelfleisch enthält wichtige Vitamine, Mineralien und Spurenelemente und die Eierschale das Calcium. Nun weiß man zwar nicht, wieviel der jeweiligen Zutat enthalten ist und ob damit eine Über- oder Unterversorgung gegeben ist, aber der Fakt, dass die Nährstoffe überhaupt enthalten sind ist ein klares Plus!

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Fazit: Ich schätze dieses Futter als sehr gut ein. Der Hersteller kommt aus der Nähe, die Inhaltsstoffe sollen alle aus Deutschland kommen und auch inhaltlich finde ich das Futter gut. Auch die anderen Nassfuttersorten sind empfehlenswert. Das wäre definitiv eine „Not-Dose“ für Murphy


Mac’s Dog Mono Sensitive Kaninchen

Firma: Pro Pet Koller GmbH & Co. KG (mit den Marken Mac’s und Tundra)

Zusammensetzung: Fleisch (min. 70% Kaninchenfleisch) und tierische Nebenerzeugnisse (Kaninchenlunge, Kaninchenleber, Kaninchenherzen), Kartoffel (3%), Erbsen (2%), Rosmarinextrakt, Mineralstoffe.

Dieses Futter hat einen sehr hohen tierischen Anteil mit einer relativ offenen Deklarierung. Nun steht beim Fleisch „min. 70 % Kaninchenfleisch). Das könnten man nun so interpretieren, dass vom Futter 70 % Kaninchenfleisch sind oder vom tierischen Anteil oder aber nur vom Fleisch. Eventuell sind also 30 % vom Fleisch nicht vom Kaninchen. Es ist weiterhin unklar, wieviel Nebenerzeugnisse enthalten sind. Persönlich bin ich auch kein Fan der Kartoffeln und Erbsen, da es wieder nur Stärke ist. Anderes Gemüse würde mir hier besser gefallen. Aber darüber kann man streiten.

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Analytische Werte: Rohprotein 10,20%, Rohfett 6,20%, Rohasche 2,00%, Rohfaser 0,40%, Feuchtigkeit 78,00%

Der Anteil an Feuchtigkeit ist nicht all zu hoch, was bedeutet, hier wurde nicht mit zu viel Wasser gestreckt. Für ein Tier mit Nierenerkrankungen wäre dieses Futter eventuell in Betracht zu ziehen, da der Fettanteil etwas höher ist und somit der Proteinanteil niedriger. Der NfE in der Trockensubstanz liegt hier bei 14,5 %. Doch schon allein aufgrund der Kohlehydrate wäre dieses Futter nicht für einen Diabetiker geeignet.

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Zusatzstoffe: Vitamin D3 200 I.E., Zink als Zinksulfat, Monohydrat 15 mg/kg, Mangan als Mangan-II-sulfat, Monohydrat                3 mg/kg

Kupfer als Kupfer-II-sulfat, Pentahydrat 1 mg/kg, Jod als Calciumjodat, wasserfrei 0,75 mg/kg

Ich schaue mir nun einfach mal Jod an. Ein 20 kg Hund soll laut Fütterungsempfehlung zwischen 750 g – 850 g Futter am Tag bekommen. Der Jodbedarf des Hundes liegt bei 0,3 mg. Wenn in 1 kg Futter 0,75 mg Jod enthalten sind, so bekommt unser 20 kg Hund nun aber 0,56 – 0,63 mg Jod und bekommt somit deutlich zu viel Jod. Auf Dauer könnte das einen Einfluss auf die Schilddrüse haben.

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Fazit:

Auf Dauer würde ich diese Sorte allein nicht empfehlen. Es ist an sich kein schlechtes Futter, ist deutlich offener mit seinen Inhaltsstoffen als andere Hersteller und gibt ebenfalls an, dass sie ohne Tierversuche arbeiten. Dennoch sollte diese Futtersorte allein nicht dauerhaft angeboten werden, sondern abwechselnd mit anderen Futtersorten/-marken.


Rinti Kennerfleisch mit Ente

Firma: Finnern GmbH & Co. KG (auch Schmusy, Miamor und Kattovit Katzenfutter)

Rinti ist den meisten Hundebesitzern bekannt. Ich persönlich nutze gern die Bitties als Trainingssnacks für Murphy. Aber heute schaue ich mir „Rinti Kennerfleisch mit Ente“ an.

Zusammensetzung: Ente (15% Entenherzen), Lunge, Leber, Muskelfleisch, Schwarten, Euter, Pansen, Mineralstoffe, Flachsöl (0,2%), Rübenfaser (0,2%).

In diesem Futter ist ein sehr hoher tierischer Anteil. Ihr wisst, dass ich immer betone, dass Fleisch – also Muskelfleisch – der Hauptbestandteil sein sollte. Hier sehen wir nun, dass der Hauptbestandteil Ente ist. Ist nun 15 % des Futters Entenherz und weiter ist nichts von der Ente drin? Oder sind 15 % vom Entenanteil Entenherz und der Rest ist etwas anderes? Die Frage wird sich nicht klären. Fakt ist aber: dieses Futter enthält unter 16 % Ente. Denn sonst dürfte auf der Dose stehen „Reich an Ente“ und nicht „mit Ente“.

Die Bestandteile Lunge, Leber, Muskelfleisch, Schwarte, Euter und Pansen kommen somit von anderen Tieren (wahrscheinlich hauptsächlich Schwein, Rind). Der Leberanteil im Futter ist höher als der Muskelfleischanteil. Das könnte dauerhaft zu einer Überversorgung an Vitamin A führen.

Auch fehlt mir in diesem Futter ein Gemüseanteil…

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Analytische Werte: Rohprotein 11,0%, Fettgehalt 8,0%, Rohfaser 0,6%, Rohasche 2,5%, Feuchtegehalt 77,0%

Für ein Hundefutter enthält dieses Futter doch sehr viel Fett und Proteine. Der hohe Fettgehalt kann unter Umständen zu Verdauungsproblemen führen, sofern der Hund empfindlich ist oder eine Vorgeschichte mit Magen-Darm-Erkrankungen hat. Würde sich dieses Futter als Ergänzungsfuttermittel verkaufen, auf dem vermerkt ist, dass noch Gemüse/Obst/Kohlehydrate hinzugefügt werden sollen, würde das schon wieder anders aussehen.

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Zusatzstoffe: Vitamin D3: 200 I.E., Vitamin E (als all-rac alpha-Tocopherylacetat): 40mg, Zink (als Zinkoxid): 30mg

Diese Mengen sind schon fast der Standard. Warum ist eigentlich fast jedem Futter Vitamin D beigefügt? Vitamin D ist hauptsächlich im Fisch enthalten. Enthält ein Futter keinen Fisch, wird meist Vitamin D hinzugefügt.

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Fazit: Ich finde dieses Futter für Hunde nicht ideal, da es fast eine Reinfleischdose ist (bis auf die Mineralstoffe, Öle und Rübenfasern. Die Deklaration ist zwar offener, als es bei vielen anderen Hundefuttersorten der Fall ist. Als Alleinfuttermittel finde ich es trotzdem nicht geeignet.


Belcando Pute mit Reis & Zucchini

Firma: BEWITAL petfood GmbH & Co. KG

Zusammensetzung: Putenfleisch, -leber, -herz, -muskelmagen (63 %); Fleischbrühe von Pute (26,5 %); Reis, gekocht (4 %); Zucchini (4 %); Chiasaat (1 %); Mineralstoffe (1 %); Distelöl (0,5 %)

Die Deklaration dieses Futters ist relativ offen. Wir können erkennen, dass der Hauptteil des tierischen Anteiles Putenfleisch ist. Wir wissen zwar nicht wie viel, aber dennoch sollte es der Hauptteil sein. Der Leberanteil könnte etwas hoch sein, da Leber an 2. Stelle steht, aber theoretisch könnten 80 % vom tierischen Anteil Fleisch sein und der Rest ist aufgeteilt auf Leber, Herz und Magen. Dann wäre es wieder völlig in Ordnung. Fleischbrühe, im Gegensatz zu Wasser, muss deklariert werden. Dieses Futter enthält zwar Reis, was nicht unbedingt ideal ist… aber es sind nur 4 % gekochter Reis und das ist völlig in Ordnung.

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Analytische Bestandteile: Protein 11,0 %; Fettgehalt 5,5 %; Rohasche 2,0 %; Rohfaser 0,4 %; Feuchtigkeit 78,0 %

Weder Fettgehalt noch Feuchtigkeit sind zu hoch. Sofern der Hund Nierenprobleme hat, könnte der Proteinanteil bzw. tierische Anteil etwas zu hoch sein, aber für einen gesunden Hund ist es völlig in Ordnung.

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Zusatzstoffe je kg: Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Vitamin D3 200 I.E.; Vitamin E (als Alpha-Tocopherolacetat) 50 mg; Mangan (als Mangan(II)sulfat) 2 mg; Zink (als Zinksulfat, Monohydrat) 20 mg; Iod (als Calciumiodat, wasserfrei) 0,2 mg

Es ist natürlich schön, wenn ein Fertigfutter keine Zusatzstoffe benötigt, aber mir ist es lieber, wenn fehlende Nährstoffe synthetisch hinzufügt werden, als dass sie fehlen. Das einzige, was ich diesem Futter hinzufügen würde, wäre Lachsöl als Quelle von EPA und DHA.

Fazit: Dieses Futter ist durchaus gut und für mich auch eine Option für meinen Hund. Wir haben eine halboffene Deklaration mit genauerer Auflistung der Inhaltsstoffe, der Kohlehydrateanteil hält sich in Grenzen und wir wissen auch woher die Feuchtigkeit kommt. Deshalb finde ich dieses Futter völlig in Ordnung in Abwechslung mit anderen Sorten (und Marken).


Wildborn Silver Creek mit Ziege

Firma: Natural Living GmbH aus Hamburg

Vorab: Ein Futter, welches “Made in Germany“ ist und auf der Vorderseite groß draufschreibt „Natural Premium Dogfood“ (das wird eigentlich getrennt geschrieben), „Cold Pressed“, „Prime Beef“ finde ich leicht traurig. Jemand, der der englischen Sprache nicht mächtig ist, versteht es vielleicht nicht… Nun denn…

Zusammensetzung: Frische Ziege (23,5 %), Süßkartoffeln (20 % getrocknet und gemahlen), Süßkartoffelflocken (15,5 %), Entenfleisch (getrocknet & gemahlen), Kartoffeln (getrocknet und gemahlen), tierisches Fett, Leinsamen, Proteinhydrolysat, Dicalciumphosphat, Preiselbeeren (getrocknet), Bierhefe (getrocknet), Blaubeeren (getrocknet), Yucca-Extrakt, Brennnessel (getrocknet), Brombeerblätter (getrocknet), Schafgarbe (getrocknet), Fenchel (getrocknet), Kümmel (getrocknet), Kamillenblüten (getrocknet), Mistelkraut (getrocknet), Enzianwurzel (getrocknet), Tausendgüldenkraut (0,01 % getrocknet)

Wenn ich ein Futter sehe, auf dem steht „MIT ZIEGE“. In der Inhaltsliste steht 23,5 % frische Ziege. Gehen wir davon aus, dass Ziege maximal 60 % Feuchtigkeit enthält (wahrscheinlich mehr) und wird die Feuchtigkeit bis auf etwa 10 % entfernt, sind wir nur noch bei 11,75 % Ziegenanteil. Deshalb steht auf dem Futter auch „mit“ Ziege. Das Wörtchen „mit“ zeigt uns, dass mindestens 4 % tierischer Anteil vom Tier sein muss, was auf der Packung steht. Es sind aber auch nur maximal 15,9 %, denn sonst dürfte auf der Packung „reich an Ziege“ stehen. Wenn die frische Ziege nun auch aus Innereien besteht, ist sogar noch weniger Ziege enthalten, da Innereien mehr Feuchtigkeit enthalten.

Sehen wir dann, dass an 2. Stelle getrocknete Süßkartoffeln und Süßkartoffelflocken stehen, besteht das Futter also zu 35,5 % aus Süßkartoffel und nur 11,75 % aus Ziege. Kartoffeln sind auch noch enthalten. Nun ist auch noch getrocknetes Entenfleisch und tierisches Fett enthalten. 

Und nun stellt euch mal einen Instant-Kartoffelbreipulver vor, was passiert, wenn da ein bissl Feuchtigkeit dran kommt…

Für mich fällt das Futter also allein aufgrund der Zusammensetzung schon raus.

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Analytische Werte:

Protein: 24,0 %, Fettgehalt: 12,0 %, Rohfaser: 2,5 %, Rohasche: 8,5 %, Calcium: 1,5 %, Phosphor: 1,1 %, Natrium: 0,3 %

Es ist normal, dass im Trockenfutter die analytischen Werte höher sind, als im Nassfutter, da ja hier die Feuchtigkeit deutlich niedriger ist. Es gibt da Erfahrungswerte „von bis“ und die Protein- und Fettwerte hier sind beide an der unteren Grenze des durchschnittlichen Gehaltes. Wir haben also relativ wenig Protein und relativ wenig Fett.

Schauen wir mal auf den NfE, wenn wir davon ausgehen, dass der Feuchtigkeitsgehalt bei 10 % liegt: Noch inklusive der Feuchtigkeit liegt der bei 43 %. In der Trockensubstanz ist der NfE bei 48 %. Wir haben hier also einen riesigen Stärkegehalt. Für Hunde mit Diabetes, Krebs und Erkrankungen des Bewegungsapparates würde ich dieses Futter absolut nicht empfehlen.

Und Calcium:Phosphor? Das Verhältnis von 1,5 : 1,1 finde ich dauerhaft nicht ideal und sollte besser bei 1:1 sein. Ein Hund mit 20 kg soll 255 g des Futter am Tag fressen. Der Calcium- und Phosphor-Gehalt ist somit bei 3,8 g und 2,8 g.

Nach Meyer/Zentek, deren Bedarfswerte von Ernährungsberatern oft genutzt werden, ist der Bedarf jedoch bei 1,6 g Calcium und 1,2 g Phosphor. Da sind wir nun deutlich drüber. Bis der Körper auf eine falsche Ernährung reagiert, kann es Monate dauern. Manchmal sind Veränderungen auch erst in der nächsten Generation sichtbar. Aber dennoch ist dies ein weiteres Indiz, warum ich dieses Futter dauerhaft nicht empfehlen würde.

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ERNÄHRUNGSPHYSIOLOGISCHE ZUSATZSTOFFE JE KG: Vitamin A: 12 000 I.E., Vitamin D3: 1 200 I.E., Vitamin E: 100 mg, Kupfer (als Kupfer-(II)-Sulfat, Pentahydrat): 10 mg, Zink (als Zinkoxid): 70 mg, Zink (als Aminosäure Zinkchelat, Hydrat): 5,3mg, Jod (als Calciumjodat, wasserfrei): 2 mg, Selen (als Natriumselenit): 0,2 mg, Taurin: 300mg

Interessant ist, dass hier Taurin zugefügt wurde. Das macht zwar auf die Futtermenge keinen großen Unterschied, aber ich bin ein Fan davon diese Aminosäure auch Hunden zum Futter zu geben – vor allem, wenn diese zu Herzproblemen oder Epilepsie neigen. Es gibt bereits Studien, die zeigen, dass Taurin darauf einen positive Einfluss haben kann.

Ich möchte mir aber noch das Jod ansehen. Unser 20-kg-Hund würde bei 255 g Futter täglich 0,5 mg Jod zu sich nehmen. Der Bedarf liegt bei etwa 0,3 mg Jod. Das wäre an sich problematisch, wenn der Hund einen Schilddrüsenproblematik hat. Unklar ist aber, woher diese Krankheit rührt. Eine Theorie ist die Überversorgung von Jod durch die Fütterung. Dementsprechend ist es auch hier fraglich.

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Fazit:

Würde ich meinem Hund dieses Futter geben? Niemals.

1. Es ist Trockenfutter.

2. Es ist Ziegenfleisch. Ziege würde ich einem gesunden Hund deshalb nicht füttern, falls man einmal eine Alternative braucht, um eine Futtermittelunverträglichkeit/-allergie zu diagnostizieren. Während einer Ausschlussdiät muss das Tier Fleisch bekommen, welches es noch nie vorher hatte. Früher war das oft Pferd, aber das wird immer öfter ins Fertigfutter gemischt. Deshalb rate ich dazu Ziege nicht zu füttern, um im Fall der Fälle eine Alternative zu haben.

3. Die Zusammensetzung ist leicht irreführend und zeigt auch, dass der Hauptbestandteil des Futters Kohlehydrate sind.

4. Nährstoffüberversorgung: Studien zeigen zwar, dass ein Hund zum Teil die 5 – 10-Fache Menge an Nährstoffen Problemlos ab kann, aber überleben heißt nicht gesund leben.


Dogz Finefood N° 10 – Lamm

Firma: Pets Nature GmbH

Zusammensetzung: Lamm* 65 % (bestehend aus Muskelfleisch, Herz, Leber, Lunge und Pansen), Trinkwasser 25,7 %, Zucchini 4 %, Preiselbeeren 3 %, Spinat 1 %, Mineralstoffe 1 %, Traubenkernöl  0,2 %, Salbei 0,1 %

*Anteile Lamm: Muskelfleisch & Herz zusammen circa 50 % (davon 2/3 Fleisch und 1/3 Herz), Innereien zusammen circa 50 % (je 1/3 Leber, Lunge und Pansen)

Haaach, es ist so schön mal ein Futter zu sehen, welches KEINE Kohlehydrate enthält. Schon allein deshalb sage ich, das Futter könnt ihr eurem Hund gern füttern. Wenn wir das Wasser weglassen haben wir nun einen tierischen Anteil von 87,5 % und einen pflanzlichen Anteil von 10,8 %. Das ist für einen gesunden Hund absolut okay.

Lunge und Pansen gehören nun nicht unbedingt zu gut verdaulichen Bestandteilen und wenn der Pansen gewachsen wurde (weißer Pansen), dann sind da auch keine Nährstoffe mehr enthalten und es handelt sich nur um Füllmaterial.

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Analytische Bestandteile:

Protein 10,2 %, Fettgehalt 6,3 %, Rohasche 2,2 %, Rohfaser 0,4 %, Feuchtigkeit 76 %, Calcium 0,2-0,3 %, Phosphor 0,15-0,25 %

Der Fettanteil im Futter ist relativ hoch, was bei sensiblen Hunden zu Verdauungsproblemen führen kann. Ein gesunder Hund sollte hier aber keine Probleme haben. Der Feuchtigkeitsgehalt ist ebenfalls nicht zu hoch.

Der NfE liegt bei 4,9, bzw bei 20,4 % in der Trockensubstanz. Das heißt nun wieder, dass das Futter NICHT für Hunde mit Diabetes geeignet ist.

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe je kg:

Vitamin A 3000,00 I.E., Vitamin D3 200,00 I.E., Vitamin E 30,00 mg, Vitamin B1 13,00 mg, Vitamin B2 6,00 mg, Vitamin B6 3,00 mg, Vitamin B12 75,00 mcg, Vitamin C 40,00 mg, Cholinchlorid 700,00 mg, Pantothensäure 12,00 mg, Nicotinsäureamid 18,00 mg, Folsäure 0,60 mg, Biotin 300,00 mcg, Zink gesamt 15,00 mg, Zink als Zinksulfat Monohydrat 15,00 mg, Mangan gesamt 3,00 mg, Mangan als Mangan-II-Sulfat Monohydrat 3,00 mg, Jod als Calciumjodat (wasserfrei) 0,75 mg, Selen als Natriumselenit 0,03 mg

Ich gestehe, die Liste der Zusatzstoffe überrascht mit nun etwas. B-Vitamine sind zu Hauf in tierischen Bestandteilen enthalten, Leber ist voller Vitamin A. Warum ist es dann notwendig so viele synthetischen Vitamine dem Futter beizumischen?

Da die B-Vitamine wasserlöslich sind, sind sie nicht so einfach überdosierbar und waschen mit dem Urin aus dem Körper. Aber dennoch bin ich verwundert darüber und die Zusatzstoffe erinnern eher an ein Trockenfutter

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Fazit: Ihr seht, am Anfang des Beitrages bin ich fast euphorisch über das Futter, am Ende skeptisch. Würde ich das Futter nun meinem Hund füttern? Als Not-Dose würde ich es mal füttern. Aber für die dauerhafte Fütterung bin ich doch zu skeptisch über die vielen Zusatzstoffe. Dieses sollte im Futter sein, wenn sie ansonsten in der Fütterung fehlen würden. Aber ich frage mich, ob es hier nun doch etwas zu viel des Guten ist.


MjAMjAM – vorzügliches Kalb an gedämpfter Zucchini

Firma: MjAMjAM Petfood GmbH

Vorzügliches Kalb and gedämpfter Zucchini – das ist marketing-technisch sehr schön beschrieben, ist dem Hund allerdings egal.

Schauen wir uns die Zutaten auf dem Bild an, sehen wir, dass der größte Anteil im Futter Fleisch ist. Die Deklaration ist relativ offen, allerding fehlt mir hier eine Vitamin A Quelle. Niere enthält zwar ein bisschen Vitamin A aber alle anderen Zutaten enthalten so gut wie kein Vitamin A. Wenn die Zucchini bereits gedämpft in das Futter kommen, werden sie dann noch einmal erhitzt, damit das Futter haltbar gemacht wird. Somit gehen auch da viele Nährwerte verloren.

Und für ein Hundefutter finde ich den Tierischen Anteil ziemlich hoch.

Der NfE-Wert ist völlig in Ordnung und das Futter ist auch für Diabetiker geeignet. Der Fettgehalt ist mit 6 % etwas hoch, ich wäre also bei vorsichtig, wenn euer Hund Leberprobleme und Magen-Darm-Probleme hat.

Ich habe mir noch die Zusammensetzung einiger anderen MjaMjaM-Sorten angeschaut und sowohl die Aufteilung der tierischen Komponenten, als auch der pflanzliche Anteil sind oft etwas passender. Auch wenn oft wieder ein geringer Anteil Kohlenhydrate eingesetzt wird und das Futter somit für Diabetiker raus ist, ist es dennoch eine der besseren Marken, die für Hunde relativ gut geeignet sind. Wenn ihr also die Sorte mit Kalb nicht täglich füttert, sondern abwechselnd mit anderen Sorten, ist alles in Ordnung.


Josera Nature Energetic

Firma: foodforplanet GmbH & Co. KG – Teil der Josera-Erbacher Gruppe, wobei sich Josera auch Hunde-, Katzen- und Pferdefutter fokussiert und Erbacher auf die Verarbeitung von Getreide

Dieses Futter bewirbt ganz groß, dass es kein Getreide enthält und keine Kartoffeln. Dafür enthält es aber getrocknete Süßkartoffel und diese wird als Gemüse bezeichnet. Auch die Kartoffel ist ein Gemüse. Und… auch die Süßkartoffel ist ein sogenanntes Grundnahrungsmittel, denn: Sie enthält Kohlehydrate und somit viel Energie.

Vergleichen wir kurz die Kartoffel und die Süßkartoffel:

  • Energie Kartoffel: 69 kcal / 100 g
  • Energie Süßkartoffel: 111 kcal / 100 g
  • Kohlehydrate Kartoffel: 14,2 g / 100 g
  • Kohlehydrate Süßkartoffel: 24,1 g / 100 g
  • Zucker Kartoffel: 0,6 g / 100 g
  • Zucker Süßkartoffel: 4,8 g / 100 g

Hier noch ein Blick auf die Zusammensetzung:

Getrocknetes Geflügelprotein; Erbsenmehl; getrocknete Süßkartoffel; Geflügelfett; Rübenfaser; Johannisbrotmehl; hydrolysiertes Geflügelprotein; Mineralstoffe; Hefe; Apfelfaser; Chicorée-Wurzel (gemahlen, natürliche Quelle von Inulin); getrocknetes Fleisch der Neuseeländischen Grünlippmuschel (Perna canaliculus).

Auch wenn das Futter dafür wirbt, dass es Geflügelfleisch enthält… da ist leider nichts ins von im Futter gelandet, denn hier sind nur die extrahierten Proteine vom Geflügel drin.

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Analytische Bestandteile: Protein 25,0 %, Fettgehalt 17,0 %, Rohfaser 3,0 %, Rohasche 7,4 %

Das Protein ist im unteren Bereich und Fett im oberen Bereich für ein Trockenfutter. Hier scheint doch sehr viel Geflügelfett im Einsatz zu sein. Das gibt zwar Kalorien, heißt aber auch, dass das Futter relativ schnell ranzig wird, wenn nicht genug Konservierungsstoffe im Einsatz sind. Der Rohasche-Anteil ist auch im etwas höheren Bereich, was darauf hindeutet, dass hier viele Mineralstoffe enthalten sind, die nicht verbrennen.

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Ihr könnt auf dem Bild wieder eine sehr lange Liste an Zusatzstoffen sehen. Eigentlich wurden fast alle Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente noch einmal synthetisch hinzugefügt.

Ihr könnt auch einen technischen Zusatzstoff sehen. Stark tocopherolhaltige Extrakte. Das ist an sich nichts schlechtes und heißt, dass hier Vitamin E als Antioxidationsmittel enthalten ist. Davon muss im Trockenfutter viel enthalten sein – vor allem, wenn es sehr fettreich ist. Nur so kann ein großer Sack auch so lange haltbar sein.

Fazit: In diesem Futter ist kein Fleisch. Es erweckt den Anschein, dass hier keine Kohlehydrate enthalten sind und die Liste der Zusatzstoffe ist wieder ellenlang. Plus: Mich stört, dass der Hersteller auch ein Geschäftsfeld in der Getreideverarbeitung hat. Es ist einfach kein gutes Futter. Tut mir Leid.


PREMIERE Soft Mini Adult Geflügel

Firma: Eigenmarke Fressnapf

Ich habe nun überlegt, ob ich ein Trockenfutter oder Nassfutter für Hunde untersuche. Wie praktisch, dass es für Hunde auch Halbfeuchtes Futter gibt. 😉

Zusammensetzung: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (55% frisches Huhn,davon 10% Fleisch), Mais, Hühnerprotein, Reis, Geflügelproteinhydrolysat, Kartoffeleiweiß, Leinsaat (1%), Rübentrockenschnitzel (entzuckert), Lachsöl, Zichorienpulver (0,26%), Bierhefe, Erbsen, Sellerie, Tomaten, Karotten, Äpfel, Yucca schidigera, Preiselbeeren, Blaubeeren, Tagetesblüten, Brennnesseln, Brombeerblätter, Gemeine Schafgarbe, Fenchel, Kümmel, Kamillenblüten, Mistelkraut, Enzianwurzeln, Tausendgüldenkraut.

Das Futter wirbt groß mit „Extra hoher Frischfleisch-Anteil (55%) für beste Akzeptanz“. Nun ja. Dann würde ich aber auch 55 % Fleisch erwarten und nicht 10 % Fleisch von 55 % Futter. Das macht dann nämlich nur noch 5,5 % Fleischanteil vom gesamten Futter und 49,5 % Nebenerzeugnisse vom Geflügel. Und das aber auch nur im Ursprungszustand. Wenn wir annehmen, dass Fleisch einen Feuchtigkeitsgehalt von 60 % hat, und dem wird die Feuchtigkeit entzogen, so dass nur noch 19 % Feuchtigkeitsanteil drin sind, dann ist im Futter nur noch ein Fleischanteil von 3,25 %.

Mais, Geflügelproteine, Kartoffeleiweis, Reis, etc können alle im getrockneten Zustand in die Fleischmasse gegeben werden.

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Analytische Bestandteile: Protein 24%, Fettgehalt 14%, Rohasche 7,2%, Rohfaser 1,7%, Feuchtigkeit 19%

Futter, welches mehr als 14 % Feuchtigkeit enthält, muss die Feuchtigkeit ausweisen und wird als Halbfeuchtes Futter bezeichnet. Wobei halbfeucht ja nicht ganz stimmt, da das Futter keine 50 % Feuchtigkeit enthält. Hier ist also die Wasserversorgung auch extrem wichtig.

Der NfE-Wert liegt bei 34,1 %, bzw. 42,1 % in der Trockenmasse. Für Diabetiker ist das Futter also definitiv nicht geeignet.

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Zusatzstoffe pro kg: Vitamin A 11750 IE, Vitamin D3 1175 I, Vitamin C 70mg, Kupfer (Kupfer(II)-sulfat, Pentahydrat) 10mg, Jod (Kalziumjodat, wasserfrei) 2mg, Selen (Natriumselenit) 0,2mg, Zink (Zinkoxid) 70mg. Technologische Zusatzstoffe: Antioxidationmittel

Mich wundert ein wenig, warum noch so viel Vitamin A dem Futter zugefügt wird, wenn doch ein großer Teil vom Futter tierische Nebenerzeugnisse sind. Da frage ich mich, was da wirklich ins Futter gemacht wird, damit man noch so viel Vitamin A hinzufügen muss. Denn die Zusatzstoffe werden ja hinzugefügt, damit das Tier keine Mangelerscheinungen bekommt.

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Fazit: Auch wenn das Futter ein bisschen mehr Feuchtigkeit enthält als so manch anderes Futter, finde ich es dennoch nicht gut. Es wirbt mit 55 % Frischfleisch-Anteil und genau genommen ist dann da doch deutlich weniger Fleisch drin. Das allein spricht für mich schon dagegen. Ob man nun spezielles Futter für unterschiedliche Hundegrößen braucht – denn das Futter ist für kleine Hunde – ist auch fraglich.


Benevo DUO Hunde- und Katzennahrung

Firma: Benevo / Vegeco Ltd aus Großbritannien – Die Firma stellt verschiedene Vegetarische/Vegane Produkte für Mensch und Tier her und soll besonders Umweltbewusst sein.

Warum ist dieses Futter kritisch zu betrachten?

Zusammensetzung: Wasser, Kartoffeln, Karotten, Hafergrütze, Sonnenblumenöl, Erbsen, Naturreis, Tomaten, Blaubeeren, Cranberries, getrocknete Bierhefe, Taurin, Vitamin A Acetat, Vitamin D2, Vitamin E, Ascorbinsäure (Vitamin C), Niacin (Vit. B3), Pantothensäure (Vit. B5), Riboflavin (Vit. B2), Thiamin Mononitrat (Vit. B1), Pyridoxin Hydrochlorid (Vit. B6), Vitamin B12, Biotin (Vit. B7), Folsäure, Zinksulfat, Eisen(II)-Sulfat, Mangansulfat, Kupfersulfat, Calciumiodat und Natriumselenit

Zusatzstoffe: Vitamine: A, D2 (200iu/kg), E, C, B3, B5, B2, B1, B6, B12, B7, Folsäure Spurenelemente: Zink, Eisen, Mangan, Kupfer, Jod, Selen, taurin 6,6mg/kg

Analytische Bestandteile: Rohprotein min. 8,0%, Rohfaser max. 3,0% Rohfett min. 3,0% Rohasche: 2% Feuchtigkeit max. 76%

1. – Es ist ein Futter für Hund und Katze. Beide Tiere haben allerdings unterschiedliche Nährstoffbedürfnisse. Die Katze ist ein reiner Fleischfresser und kann vegane Nahrungsbestandteile nicht verwerten – da fehlen die Enzyme für. Öl kann die Katze nur sehr schlecht überhaupt abbauen, weshalb man auf Dauer die Katze vergiften würde.

2. Sämtliche Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente sind synthetischer Natur. Wie viel Hund und Katze davon tatsächlich aufnehmen ist die Frage. Gerade beim Vitamin D gehen einige Studien davon aus, dass die Bioverfügbarkeit von Vitamin D3 aus tierischen Bestandteilen (v.a. Fisch) deutlich höher ist, als Vitamin D2 aus pflanzlichen Bestandteilen. Wir haben auch keine Informationen, wie viele Zusatzstoffe überhaupt enthalten sind. Karotten enthalten viel Vitamin A, was der Hund verwerten kann, die Katze nicht. Nun wird aber zusätzlich Vitamin A noch zugefügt… wie viel?

3. Das Futter ist voller Kohlehydrate, damit hier überhaupt irgendwas an Energie in das Tier kommt. Kartoffeln, Hafer, Erbens, Reis – alles Kohlehydrate. Für Diabetiker schonmal Gift. Der NfE liegt bei 8 % (33 % in der Trockenmasse)

4. Hier fehlen viele Aminosäuren, bzw. Eiweis, bzw. Proteine. Diese sind zwar auch in Hülsenfrüchten enthalten (deshalb wohl die Erbsen). Aber hauptsächlich sind diese in tierischen Bestandteilen enthalten. Beispiel: Methionin – wichtig z.B. damit die Leber Fett verstoffwechseln kann. Erbsen enthalten 100 mg Methionin pro 100 g. Huhn enthält hingegen 640 mg/100 g. Ein 20 kg Hund braucht laut NRC etwa 2000 mg Methionin am Tag. Er müsste also 2 kg Erbsen fressen oder 312,5 g Huhn, um den Bedarf zu denken.

5. Es ist kaum Fett im Futter enthalten. Das Fett kann auch eigentlich nur durch das Sonnenblumenöl kommen und davon kann man ja nun auch nicht zu viel nutzen.

6. Der Hauptbestandteil vom Futter ist Wasser. Man kauft also für knapp EUR 3.00 eine 369 g Dose mit viel Wasser.

7. Man weiß nicht, in welcher Form die Bestandteile da reinkommen. Theoretisch könnte alles in Form vom Flocken im Futter landen, und mit Wasser aufgekocht werden. So wie ein Instant Kartoffelbrei.

8. Pro 100 g Futter hat das Futter 113,28 kcal. Die Kaloriendichte kann fast nur von den Kohlehydraten und vom Öl kommen. Das heißt, das Tier bekommt zwar kurzfristig Energie, der Blutzucker schießt in die Höhe, aber vermutlich hat das Tier nach ca. 4 Stunden wieder richtig Hunger. Das kennt ihr vielleicht, wenn ihr Toast gegessen habt oder bei McDonalds wart. So richtig satt macht das nicht.

Fütterungsempfehlung für einen 20 kg Hund liegt bei 820 g und nimmt somit 928 kcal zu sich. Das ist unterste Bedarfsgrenze für einen normal aktiven, gesunden Hund. Unsere 4 kg Katze bräuchte 164 g Futter und nimmt 185,77 kcal zu sich statt den benötigten 253 kcal.

Ich könnte vermutlich noch viel mehr Gründe finden, warum ich dieses Futter nicht empfehle. Ich finde es, wie gesagt, wichtig die Umwelt und das Klima zu schützen. Und ich weiß, dass viel Fleisch für Menschen und auch im Tierfutter aus Massentierhaltung stammt. Aber, ich denke nicht, dass eine vegane Ernährung unserer Tiere die Lösung ist. Wenn der Mensch für sich entscheidet vegan zu leben, dann finde ich, sollte er dennoch überlegen, was eine artgerechte Ernährung für seinen Hund und seine Katze ist. Und dazu gehört nun einmal die Fütterung von Fleisch. Wenn das für den Menschen nicht vertretbar ist, dann ist es meine Meinung, dass dieser Mensch vielleicht keine Hunde und Katzen halten sollte.

Welches Katzenfutter soll ich kaufen?

Hallo ihr Lieben,

ich werde immer wieder gefragt, welches Katzenfutter ich empfehlen würde. Diese Frage lässt sich im Endeffekt nicht so einfach beantworten, da ich einen seeeeeeehr hohen Anspruch an das Futter habe. Da ich selbst entscheiden will, was in meine Tiere kommt, stelle ich das Futter auch selbst zusammen und füttere diese mit rohem Fleisch. Wer dies von mir erlernen möchte, kann gern an meinem Vortrag “BARFEN für Katzen” teilnehmen. Anmeldung hier .

Ich verstehe aber auch, dass BARFen nicht für jeden zeitlich möglich ist oder auch der Ekel von rohem Fleisch, rohen Innereien oder gar Blut sehr groß ist. Und wenn ich vergesse Futter aufzutauen, greife ich auch zu einem “Notfutter”.

Ich erkläre euch hier einfach mal, worauf es MIR bei Katzenfutter ankommt

1. Deklaration:

Beim Fertigfutter unterscheidet man zwischen geschlossener, halb-offener und offener Deklaration. Hier ein paar Beispiele

Geschlossene Deklaration: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (38%, davon 94% natürlich*, u.a. 4% Huhn), Getreide, Mineralstoffe (0.5%), Öle und Fette (u.a. 0.1% Sonnenblumenöl), Zucker. Whiskas Geflügelauswahl 1+

  • 38 % Fleischanteil ist für eine Katze viel zu wenig
  • 94 % von diesen 38 % sind natürliches Fleisch…
  • und von diesen 38 % Fleisch und tierischen Nebenerzeugnissen, sind 4 % Huhn – und schon darf sich diese Sorte laut EU-Richtlinien “Geflügel”nennen
  • der Rest an tierischen Anteil kann alles mögliche sein und von allen möglichen zum Verzehr geeigneten Tieren kommen
  • Getreide kann auch alles von Weizen, Hafer, Mais, etc und deren Abfallprodukte sein

Halboffene Deklaration: Hühnerfleisch, -herz, -leber, -muskelmagen (70 %); Fleischbrühe vom Huhn (29,3 %); Mineralstoffe (0,5 %); Lachsöl (0,2 %) Leonardo Finest Selection “Huhn pur” 

  • Hier sieht der Verbraucher, dass 70 % vom Futter aus Hühnerfleisch, -herz, -leber, -muskelmagen bestehen
  • Rechnet man alle Bestandteile mit 70 %, 29,3 %, 0,5 % und 0,2 % zusammen – sieht man 100 % Bestandteile
  • Unklar ist noch der Anteil an Fleisch, Herz, Leber, Magen

Offene Deklaration: Hühnerfleisch 95% in Lebensmittelqualität (davon 60% Hünchenmuskelfleisch, 17,5% Hühnerherz, 17,5% Hühnerleber, 5% Hühnermägen), Karotte 1,6%, Zucchini 1,6%, Gurke 1,6%, Kalzium in Form von gemahlenen Eierschalen, Meersalz, Zusatzstoff Taurin 1.000mg/kg Lucky Kitty Premium Katzenfutter Huhn

  • Offene Deklaration ist äußerst selten
    • Erklärung der Hersteller: Rezeptur soll geheimgehalten werden
  • Hier sieht man als Verbraucher 99,8 % der Inhaltsangaben, weiß wie viel von welchem Teil vom Huhn enthalten ist, wieviel von welchem Gemüse verarbeitet wurde

MEIN FAZIT: Je genauer die Deklaration, desto weniger hat der Hersteller zu Verstecken

2. Inhalt

Abgesehen davon, dass ich darauf achte, dass zum Fleisch genügend angaben gemacht sind, dass nicht zu viel Innereien und am liebsten kein billiges und schwer verdauliches Bindegewebe (wie Lunge, Euter, Pansen) im Katzenfutter sind, ist es mir wichtig, welche anderen Zutaten enthalten sind.

Obst – hat in der Katze nichts zu suchen. Das braucht die Katze nicht, sie kann damit nichts anfangen und klingt im Endeffekt nur für den Menschen appetitlicher (Fleischmenü mit Aprikose).

Hoher Gemüseanteil: Katzen sind Fleischfresser und benötigen aller-allerhöchstens 10 % Gemüse. Persönlich gehe ich niemals über einen Anteil von 5 % Gemüse und auch nur dann, wenn es sich um Karotten, Kürbis oder Zucchini handelt. Diese dienen der Katze als Ballaststoffe für eine bessere Verdauung. Rote Beete, Tomaten, Paprika, etc haben in der Katze nichts zu suchen.

Kohlehydrate: Getreide, Kartoffeln, Erbsen, Bohnen, Soja, Quinoa, Amaranth, Reis, Nudeln, uvm – das sind alles Kohlehydrate, die die Katze nicht so verwertet, wie es ein Mensch oder ein Hund tut. Kohlehydrate werden von Katzen in Glukose umgewandelt, welche zur Energiegewinnung herangezogen werden. Katzen stellen Glukose jedoch vorrangig aus tierischen Bestandteilen her, was bedeutet hier wird mehr Glukose hergestellt als benötigt wird, was schnell zu Übergewicht und den Folgekrankheiten führen kann.

Pflanzliche Öle: Das klingt auch immer sehr gesund: Sonnenblumenöl, Diestelöl, Leinöl. Diese sehe ich sehr oft im Katzenfutter. Problem: Diese Öle sind Omega-3-Öle und sollen dem Menschen und dem Hund dienen diese in die wichtige Arachidonsäure umzuwandeln. Katzen fehlt jedoch das Enzym um pflanzliche Öle zu verwerten und es schwirrt wieder ein – für die Katze – wertloser Bestandteil im Körper, der dann auch noch über die Leber abgebaut werden muss, was diese aber nur ganz langsam hinbekommt und auf Dauer in größeren Mengen schädlich sein kann. Die Menge an pflanzlichen Ölen ist zwar meist gering, aber ich bin – wie bereits gesagt – sehr pingelig. Warum etwas in die Katze reinstopfen, mit dem sie eh nichts anfangen kann?

Fleisch: Für mich ist wichtig, dass der Muskelfleischanteil den größten Teil der tierischen Bestandteile ausmacht, denn so ist es bei der Maus schließlich auch. Herz ist ebenso wichtig, da es einen hohen Taurinanteil hat. Leber, Niere, Milz und Lunge sollten einen kleinen Anteil ausmachen. Die Leber an sich ist sehr wichtig, da sie die Hauptquelle an Vitamin A ist. Denke ich an die Rohfütterung reichen aber oft wenige Gramm täglich, um den Bedarf der Katze zu decken. Fakt ist aber, dass Katzen die lebenswichtigen Aminosäuren ausschließlich aus tierischen Eiweisen synthetisieren können.

UND Machen wir uns nix vor: Es sei denn wir kaufen das Fleisch vom lokalen Bauern – jedes Fertigfutter enthält Fleisch aus der Massentierhalten und die Kühe haben eher selten glücklich auf der Weide gegrast. Ich habe bisher von einem Futtermittelhersteller die Behauptung gehört, es werden nur Weidetiere im Futter verwendet. Da diese Behauptung auf deren Website jedoch nicht niedergeschrieben ist, werde ich auch den Hersteller nicht nennen.

Taurin: Taurin ist eine essentielle Aminosäure, die Katzen dummerweise nicht selbst synthetisieren können. Damit sind sie wohl auch das einzige Säugetier… Der Bedarf an Taurin liegt bei 50 mg pro Kilo. Eine 4 kg Katze benötigt also mindestens 200 mg Taurin täglich. Taurin ist extrem hitzeempfindlich. Und nun schau mal auf dein Katzenfutter. Wenn Taurin enthalte ist, steht dort die Angabe, wieviel Taurin in 1 kg Katzenfutter enthalten ist (vor der Verarbeitung). z.B. 400 mg/kg. Wie ist deine Einschätzung?

3. Fütterungsempfehlung

Ein weiteres Indiz, ob ein Futter hochwertig ist oder nicht, ist die Fütterungsempfehlung. Meine Beispiele beziehen sich nun alle auf eine Katze mit 4 kg Gewicht.

  • Eine 4-kg-Katze, die gebarft wird, bekommt am Tag etwa 100 – 120 g BARF. Davon kann sie das meiste verwerten und dementsprechend klein sind auch die Häufchen.
  • Die Fütterungsempfehlung vom oben genannten Whiskas Gelügelauswahl 1+ liegt bei 3 Portionsbeuteln (je 100 g), also 300 g pro Tag. Von diesen 300 g sind 38 % tierischer Anteil (also 114 g).
  • Leonardo empfiehlt 2 – 3 Portionsbeutel (je 85 g) für die 4-kg-Katze, wobei ich hier zu 2 Beuteln für ruhigere Wohnungskatzen tendiere und zu 3 Beuteln bei aktiven Freigängern. Wir liegen also bei 190 g – 255 g.
  • Lucky Kitty empfiehlt “4 % des Körpergewichtes”, was in unserem Fall 160 g sind.

Schaut doch mal auf euer Futter und die Fütterungsempfehlung. In der Regel hat das Futter mit einer höheren empfohlenen Menge einen größeren Kohlehydrat oder Bindegewebeanteil und ihr kauft im Endeffekt mehr Futter ein. Und wenn wir einmal ganz ehrlich sind, dann spielt der Preis vom Futter doch oft auch eine Rolle.

4. Trocken vs Nass

Diese Diskussion hatte ich neulich wieder in einer Facebook-Gruppe gesehen und mich doch verleiten lassen mitzumischen. Ich sollte das wirklich lassen…

Meine Antwort ist: Füttere, was du für richtig hältst. Füttere was du willst. Aber! Sei dir der möglichen Konsequenzen bewusst.

Trockenfutter hat einen Feuchtigkeitsgehalt von unter 14 %. Dieser muss nicht einmal auf der Packung ausgewiesen werden. Es ist inzwischen den meisten Katzenbesitzern bekannt, dass unsere Hauskatze von der afrikanischen Falbkatze abstammt. Diese lebt in der Wüste und bekommt die meiste Feuchtigkeit über ihre Beutetiere. Unsere Stubentiger haben im Laufe der letzten 70 – 80 Jahre leider nicht gelernt, dass sie ganz viel trinken müssen, wenn sie Trockenfutter fressen. Tun sie dies nicht, entzieht das Futter dem Körper Wasser, denn das Futter wird in der Regel quellen – egal wie. Probiere es doch einfach mal aus. Lege einen Krümel Trockenfutter in ein Glas Wasser und schau es dir an. Wie oft habe ich als Katzensitterin bereits erbrochenes Trockenfutter aufwischen dürfen, weil die Katze zu viel gefressen hat, es aufgequollen ist und nirgendwo sonst hin konnte, als vorn wieder hinaus.

Es gibt so ziemlich kein Trockenfutter, welches keine Kohlehydrate enthält. Warum? Damit die restlichen Zutaten (Tiermehl, Rübenschnitzel, Cellulose, usw) zusammenhalten, sonst würde alles zerfallen. Und… es ist natürlich billig.

Beachtet bitte auch die Fütterungsempfehlung von Trockenfutter, denn die ist bei weitem geringer, als im Feuchtfutter. Nehmen wir wieder Whiskas. Empfehlung für unsere 4-kg-Katze beim Nassfutter: 300 g am Tag. Und das Trockenfutter? Ganze 55 g. Du müsstest also das Futter täglich auf 55 g abwiegen, um zu verhindern, dass deine Katze übergewichtig wird und/oder einen Überschuss an Nährstoffen zu sich nimmt.

Übrigens – Fun Fakt – Trockenfutter wurde erst um die Zeit des 2. Weltkrieges in den USA erfunden. Und Katzenfutter gibt es erst seit den 60er/70er Jahren.

Ich habe vor einer Weile einen Teil der Website www.catinfo.org übersetzt. Dort gibt es noch einige Infos mehr über die Grundlagen der Katzenernährung und Trockenfutterfütterung.

5. Was würde ich denn nun empfehlen?

Viel geschwafelt, nix gesagt. Ich persönlich mache eine Entscheidung aus:

  • Womit fühle ich mich mit meinem Wissen als Tierbesitzer wohl.
  • Womit fühle ich mich mit meinem Wissen als Ernährungsberater wohl.
  • Was wird (gern) gefressen.
  • Was kann ich mir leisten.
  • Und daraus schlussfolgernd, was ist das kleinere Übel?

Das bedeutet für mich, dass ich zur Not ab und an einige Sorten von Leonardo Finest Selection füttere (ausgenommen der Sorten mit Käse, Cranberries, Banane), Mac’s (ohne Obst, Kräuter), MjamMjam und – wenn es in Ausnahmefällen doch mal ein paar Krümel Trockenfutter gibt – die Sorte “Beute Nah” von Markus Mühle.

 

Das bedeutet nun jedoch nicht, dass diese Sorten die Besten da draußen sind und ich alle anderen schlecht finde. Ich sage nur, dass diese für MICH im Moment die akzeptablen Sorten sind. Wenn ihr mich in ein paar Monaten fragt, habe ich vielleicht ein anderes Futter gefunden, welches ich als besser geeignet empfinde. Schickt mir gern eure Empfehlungen 😉

Auch sind das noch lange nicht alle Faktoren, auf die man beim Fertigfutter achten sollte. Aber das wird ein anderer Blog-Beitrag 😉

Wer mehr über Fertigfutter erfahren möchte, darf gern zu meinem Seminar am 9.2.2019 kommen.

Eure Nicole

Wie füttere ich meine Katze: Grundlagen der Katzenernährung

Hallo ihr Lieben,

Katzenernährung. Das Thema beschäftigt mich ja nun seit einiger Zeit. Ich habe neulich die Seite catinfo.org gefunden, nachdem ich ein Interview mit der amerikanischen Tierärztin Dr. Pierson auf YouTube gesehen hatte. Auf dieser Webseite habe ich Übersetzungen in mehreren Sprachen gefunden, jedoch keine Übersetzung ins Deutsche. Somit habe ich die Dame kontaktiert und sie hat mir ihr OK gegeben Ihre wissenschaftliche Arbeit ins Deutsche zu übersetzen und auch in meinen Blog zu posten.

Ich werde am Ende des Artikels noch ein paar meiner Gedanken hinzufügen. Erstmal viel Spaß beim Lesen.

 


Wie füttere ich meine Katze: Grundlagen der Katzenernährung.

Lisa A. Pierson, DVM

Catinfo.org

Die Ernährung ist das A und O der Gesundheit. Dieser Artikel legt einige oft ignorierte Prinzipien der Katzenernährung dar und erklärt, warum Katzen eine viel bessere Chance auf optimale Gesundheit haben, wenn Sie eine Nassfutternahrung bekommen anstatt Trockenfutter. Wenn du dir ein wenig Gedanken darüber machst, was du deiner Katze fütterst, kann es sich über die Lebensspanne der Katze auszahlen und dem Tier mögliche ernste, schmerzhafte, lebensbedrohliche und kostspielige Krankheiten ersparen.

Immer mehr ernährungsinformierte Tierärzte empfehlen verstärkt das Füttern von Nass- anstatt Trockenfutter. Dennoch empfehlen oder billigen viele Tierärzte immer noch das Füttern von Trockenfutter. Leider ist dieses artenuntypische Futter jedoch nur dazu da, Krankheiten in unseren Katzen hervorzurufen, wie wir später berichten werden.

Wie es in der Humanmedizin üblich ist, erhalten auch Tierärzte wenig Schulungen zum Thema Ernährung. Und das, was unterrichtet wird, vermitteln oft Repräsentanten der Tierfutterhersteller oder der Lehrgang wird von der kommerziellen Tierfutterindustrie gesponsert und damit stark beeinflusst. Daraus resultiert ein großer Interessenkonflikt. Nachdem wir die Universität verlassen, stammen die häufigsten Möglichkeiten der Ernährungs-„Entwicklung“ weiterhin von den großen Tierfutterfirmen, welche das sogenannte „therapeutische/verschreibungspflichtige“ Veterinärtierfutter herstellen. Das Resultat ist leider, dass Tierärzte nicht immer die beste Quelle für Ernährungstipps sind.

Trockenfuttersüchtige

Wenn deine Katze nach Trockenfutter süchtig ist, schau dir bitte die Tips for Transitioning Dry Food Addicts to Canned Food (engl) in der Sidebar auf catinfo.org an.

Mit genügend Geduld und Tricks kann man alle Katzen zu einer wasserreichen, kohlehydratarmen Ernährung umstellen.

Was ist denn an Trockenfutter so schlimm (inklusive der Spezialnahrung vom Tierarzt)?

Die drei Schlüsselprobleme, welche mit Trockenfutter assoziiert werden, sind:

  1. Niedriger Flüssigkeitsgehalt – Ursache für ernste und lebensgefährliche Harntraktkrankheiten, inklusive der schmerzhaften und oft fatalen (und teuer zu behandelnden) Harnabflussstörung. Auf catinfo.org (Urinary Tract Diseases – engl.) seht ihr Opie’s Bilder, wo ihr erkennen könnt, wie sehr der Kater infolge der Trockenfutter-Ernährung leidet.
  2. Zu hoher Anteil an Kohlenhydraten: – unterstützt die Entwicklung von Diabetes, Übergewicht und Darmkrankheiten. Auch Trockenfutter mit wenig Kohlehydraten ist ungesund, da es trotz allem einen niedrigen Anteil an Feuchtigkeit hat und stark gekocht wurde, was in Nährstoffverlust resultiert.
  3. Zu viele pflanzliche Proteine: Katzen sind Karnivore und sind so ausgelegt, dass sie nur Fleisch fressen – kein Getreide, keine Pflanzen. Getreide ist nur dazu gut, die Profitspanne der Tierfutterhersteller zu steigern – und es ist ungesund für deine Katze!

Andere negative Eigenschaften von Trockenfutter:

  • bakterielle Verunreinigung (kann zu Erbrechen und Durchfall führen)
  • Schimmelpilze (im Getreide enthalten und sehr giftig)
  • Insekten und deren Fäkalien (können Atmungsprobleme hervorrufen)
  • einige Inhaltsstoffe rufen Allergien hervor
  • Trockenfutter ist so stark gekocht, dass lebenswichtige Nährstoffe verändert bzw. zerstört.

Meiner Katze geht es mit Trockenfutter “ganz gut“!

Diese Aussage höre ich von Leuten oft, aber beachtet einmal Folgendes:

  • Jedem Lebewesen geht es „ganz gut“, bis sichtbare Zeichen einer Krankheit erkennbar sind. Das mag offensichtlich und banal klingen, aber denkt mal drüber nach…
  • Jeder Katze auf dem Feline Diabetes Message Board ging es „ganz gut“, bis deren Besitzer die ersten Anzeichen von Diabetes erkennen konnten.
  • Jeder Katze mit einem Harnwegsverschluss ging es „ganz gut“, bis sie Probleme beim Urinieren hatten, sie durch eine geplatzte Blase gestorben sind oder zum Setzen eines Notfallkatheters zum Tierarzt mussten.
  • Jeder Katze mit einer Blasenentzündung (Zystitis) ging es „ganz gut“, bis sie Schmerzen oder Blut im Urin und es nicht mehr zum Katzenklo geschafft haben.
  • Jeder Katze ging es „ganz gut“, bis sich durch die Fütterung von nicht-artgerechten, hyperallergischen Zutaten eine Futtermittelintoleranz zeigte oder sich gar IBD (inflamatory bowel disease = chronisch entzündliche Darmerkrankung CED) oder Asthma bemerkbar machte.
  • Jeder Katze ging es „ganz gut“, bis sich Nieren- oder Blasensteine bemerkbar machten.
  • Jedem Krebspatienten ging es „ganz gut“, bis der Tumor groß genug war und es genügend sichtbare Anzeichen gab.

Der Punkt ist, dass Krankheiten lange vor sich hin brodeln, bevor sie zu erkennen sind. Und deshalb bedeutet mir der Satz „Meiner Katze geht es mit Trockenfutter ganz gut“ sehr wenig, denn ich glaube an vorbeugende Ernährung. Ich möchte letzten Endes nicht sagen müssen: „Ups, jetzt geht es ihr nicht so gut!“, wenn mir ein Patient mit Problemen präsentiert wird, die man durch artgerechte Ernährung (kohlenydratarmes Nassfutter oder selbst zubereitetes Futter –  nicht Trockenfutter!) hätte verhindern können.

Natürlich sollte man Folgendes verstehen, um das Argument der vorbeugenden Ernährung zu vertreten:

  • Alle Harntraktsysteme sind viel gesünder, wenn genügend Wasser durchfließt. Schmerzhafte, lebensgefährliche und teure Harnwegsverschlüsse entstehen häufig, wenn Katzen (vor allem männliche) Trockenfutter fressen. Diese Blockierungen sind ernste medizinische Notfälle. Sie sind jedoch extrem selten, wenn Katzen Nassfutter bekommen, vor allem, wenn man zusätzliches Wasser hinzufügt. Katzen (männlich, weiblich), welche eine wasserreiche Ernährung genießen, bekommen seltener eine schmerzhafte Zystitis.
  • Von Natur aus haben Katzen ein niedriges Durstgefühl und müssen Wasser über die Nahrung aufnehmen. Die normale Beute einer Katze enthält zwischen 70 – 75 % Feuchtigkeit, Trockenfutter enthält nur 5 –  10 %. Im Gegensatz zum Wunschgedanken der Besitzer  trinken Katzen nicht genug, um das Defizit auszugleichen. Mehrere Studien zeigen, dass Nassfutter fressende Katzen die doppelte Menge an Feuchtigkeit zu sich nehmen verglichen mit Katzen, die nur Trockenfutter fressen.
  • Kohlenhydrate richten bei der Blutzucker-/Insulinbalance einiger Katzen verheerenden Schaden an. Trockenfutter, aber auch einige Nassfuttersorten, hat einen hohen Kohlenhydrateanteil – einige sind schlimmer als andere. Beachtet bitte, dass „getreidefrei“ nicht immer auch kohlehydratfrei bedeutet, da dort statt Getreide Kartoffeln und Erbsen genutzt.
  • Katzen sind reine Karnivoren, was bedeutet, dass sie so gebaut sind, dass sie nur fleischliche Proteine verarbeiten können.
  • Gegenteilig zum populären Mythos ist Trockenfutter zudem nicht gut für die Gesundheit der Zähne und es gibt auch keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Trockenfutter Zahnkrankheiten vorbeugt. Oft schlucken Katzen das Trockenfutter ganz, aber selbst wenn es zerkaut wird, ist es zu brüchig und zerbröselt einfach – es kann die Zähne nicht polieren. Nassfutter ist für die Zähne nicht besser (aber auch nicht schlechter). Man kann der Katze täglich die Zähne putzen oder ihr größere Fleischstücke zum Zerkauen geben. Mehr Infos unter: Making Cat Food – Dental Health (engl).

Das Füttern von Katzen ist definitiv eine Frage von „Bezahl jetzt oder Bezahl später“. Katzenbesitzer sagen oft, dass Nassfutter zu teuer ist. Aber, wenn man die Kosten für eine tierärztliche Behandlung in Betracht zieht, überdenken viele Leute die Ernährung, nachdem sie die Tierarztrechnung gesehen haben.

Ziehe eine vorbeugende Ernährung in Betracht, bevor dein Fellkind eine Krankheit erleiden muss, die durch eine richtige Ernährung hätte verhindert werden können.

Lies weiter, wenn du wissen willst, wie die artgerechte Ernährung einer Katze aussieht. Einige Informationen werden wiederholt, weil sie so wichtig sind.

Katzen benötigen ausreichend Wasser im Futter

Dieser Abschnitt ist unglaublich wichtig, da er betont, warum selbst kohlehydratarmes, getreidefreies Trockenfutter nicht das optimale Futter für deine Katze ist. Selbst das billigste Dosenfutter ist besser als jedes Trockenfutter auf dem Markt.

Katzen haben keinen großen Durstimpuls, wenn man sie mit anderen Tierarten vergleicht. Deshalb ist es entscheidend für sie, dass sie eine wasserreiche Ernährung genießen. Katzen nehmen die meiste Feuchtigkeit über das Futter auf, da deren Beutetiere zu 70 % aus Wasser bestehen. Trockenfutter ist so stark verarbeitet, dass es nur 5 – 10 % Feuchtigkeit enthält. Dosenfutter enthält ungefähr 78 % Wasser. Es ist eindeutig, dass Dosenfutter besser geeignet ist, die Feuchtigkeitsbedürfnisse der Katze zu decken.

Eine Katze, die hauptsächlich Trockenfutter frisst, trinkt mehr Wasser, als eine Katze, die Dosenfutter bekommt. Wenn man aber das Wasser aus allen Quellen zusammenrechnet (das im Futter und das, welches getrunken wird), so nimmt die Katze mit der Trockenfutterernährung nur etwa halb so viel Wasser zu sich, als die Katze mit der Nassfutterernährung.

Diese substantiell niedrigere Wassereinnahme setzt Katzen höheren Gefahren aus, Nieren- oder Blasenkrankheiten zu bekommen, bzw. einen äußerst schmerzhaften, teuren und möglicherweise fatalen Harnwegsverschluss zu erleiden.

Stell dir das Dosenfutter so vor, als würde es den Harnweg deiner Katze mehrmals täglich durchspülen. Es ist eine sehr wichtige Maßnahme, deiner Katze Harnwegsverschlüsse, -infektionen, -entzündungen und mögliche chronische Nierenbeschwerden zu ersparen. Diese chronischen Nierenbeschwerden (z. B. CNI) sind Hauptursachen für das frühzeitige Versterben von Katzen.

Katzen brauchen tierische Proteine

Katzen sind strikte Karnivoren, und die Nährstoffbedürfnisse eines Hundes und die einer Katze unterscheiden sich sehr.

Was bedeutet es, ein strikter Karnivor zu sein? Es bedeutet, dass deine Katze von Mutter Natur so gebaut wurde, dass sie nur tierische Proteine (Fleisch, Innereien) verdauen und verarbeiten kann – keine pflanzlichen Proteine (Getreide, Gemüse).

Es ist wichtig, dass du dich daran erinnerst, dass nicht alle Proteine auf gleiche Weise entstehen.

Proteine, die von Tieren stammen, haben ein komplett anderes Aminosäurenprofil. Aminosäuren sind die Bausteine der Proteine – stell sie dir als Puzzleteile vor. Pflanzliche Proteine enthalten nicht alle benötigten Aminosäuren (Puzzleteile), welche ein Karnivor benötigt. Die Qualität und Zusammensetzung eines Proteins (sind alle Puzzleteile vorhanden?) werden auch biologische Wertigkeit genannt.

Menschen und Hunde können einige Puzzleteile aus pflanzlichen Proteinen zu sich nehmen und aus diesen das gesamte Puzzle vervollständigen. Katzen können das nicht. Deshalb können Menschen und Hunde von vegetarischen Essen überleben, Katzen können das nicht. (Ich betone, dass ich es NICHT empfehle, seinen Hund rein vegetarisch zu ernähren.)

Generell kann man sagen, dass das Protein im Trockenfutter oft voller pflanzlicher Proteine ist und dass es immer stark erhitzt wurde. Es ist nicht von gleicher Qualität, wie das Protein im Dosenfutter, welches (in den meisten Fällen) hauptsächlich auf fleischlicher Basis ist und sanfter erhitzt wurde. Das Protein im Trockenfutter hat deshalb einen niedrigeren biologischen Wert,  denn pflanzliche Proteine sind billiger als tierische Proteine – Tierfutterhersteller haben eine höhere Profitmarge, wenn sie Mais, Getreide, Soja, Reis, etc nutzen.

Das meiste Nassfutter enthält mehr Proteine als Trockenfutter, wenn man die Werte auf der Packung außeracht lässt, da diese die Werte vor der Verarbeitung darstellen). Aber beachtet, dass die Menge an Proteinen euch nicht alles sagt. Der biologische Wert ist wichtig.

Wir füttern unseren Katzen zu viele Kohlehydrate

In der Natur würden Katzen niemals Kohlenhydrate (Getreide, Kartoffeln, Erbsen, etc) fressen, welche jedoch im Trockenfutter (und einigen Nassfuttersorten) zu finden sind. In der Wildnis frisst die Katze normale Beutetiere (Vögel, Nager, Eidechsen,…), welche viel tierisches Protein, Feuchtigkeit und moderat Fett enthalten aber nur weniger als 2 % ihrer Ernährung bestehen aus Kalorien in Kohlenhydraten.

Im Durchschnitt enthält Trockenfutter zwischen 35 – 50 % Kohlenhydrate (denkt an die Profitmarge), was die Zucker-/Insulin-Balance einiger Katzen aus dem Ruder werfen kann (siehe Diabetes – engl).. Qualitativ hochwertiges Dosenfutter hingegen enthalten ungefähr 3 – 5 % Kohlenhydrat-Kalorien. Beachte bitte, dass nicht jedes Feuchtfutter wenig Kohlehydrate enthält, da sie ebenfalls voller Getreide, Kartoffeln und Erbsen stecken (siehe Protein/Fat/Carb Chart – engl).

Katzen können Kohlehydrate nicht verwerten und es ist besorgniserregend, dass Futter, welches viele Kohlehydrate enthält, zu tödlichen Erkrankungen führen kann. Also warum füttern wir einem Fleischfresser Cerealien mit Fleischgeschmack?

 

Denkt „FRISCH“!

Viele von uns haben gehört, dass Ernährungsberater empfehlen, regionale Produkte einzukaufen, denn da bekommt man frisches, unverarbeitetes Essen (Früchte, Gemüse, Fleisch,…). Jeder weiß aber, dass Trockenfutter sehr stark verarbeitet wurde (z. B. lange Zeit hoch erhitzt) und man kann es nicht lokal herstellen.

Warum füttern wir unseren Katzen Trockenfutter?

Ganz einfach: Getreide ist billig. Trockenfutter ist praktisch.

Billig und praktisch verkauft sich gut.

Überleben viele Katzen das entwässerte, kohlehydratreiche, auf Pflanzen basierende, stark erhitzte, bakterienbeladene Trockenfutter?

Ja, viele überleben es. Ich habe mich jedoch entschieden, meine Katzen und meine Patienten so zu ernähren, dass sie eine optimale Gesundheit erfahren können – und nicht nur überleben. Es gibt einen riesigen Unterschied zwischen „gedeihen“ und „überleben“.

„Du bist, was du isst“ ist nicht nur eine nutzlose Phrase. Wie schon gesagt, die Ernährung bildet die Grundlage der Gesundheit jedes Lebewesens,– inklusive die unserer vierbeinigen Freunde.

Wenn du mehr erfahren möchtest, schau auf catinfo.org (auf Englisch).  Hier findest Du den gesamten Artikel und zusätzlich ein paar andere Informationen bezüglich Katzenhaltung (incl. Katzenklo-Probleme sowie die Zusammenstellung einer ausgewogenen Ernährung).

 

Dr. Lisa A. Pierson

catinfo.org

November 2013

Übersetzt von:

Nicole Zufelde-Paprotny, August 2017


 

Puh, das waren eine Menge Informationen, was?

Dr. Pierson spricht in ihrem Artikel über Katzenernährung davon, dass selbst das schlechteste Dosenfutter besser ist, als hochwertiges Trockenfutter. Den einzigen Vorteil, den ich jedoch zum (hochwertigen) Trockenfutter sehe, ist der, dass Dosenfutter einfach mehr Feuchtigkeit enthält. Der Fakt, dass der Inhalt ansonsten jedoch keinen deut besser ist, als schlechtes Trockenfutter und oftmals bei weitem zu wenig Taurin enthält, macht es für mich keinesfalls besser als hochwertiges Trockenfutter. Im Gegenteil. Aber darüber lässt sich bekanntlich streiten.

Wer das original Dokument lesen möchte, kann hier klicken.  Wer Feedback oder Fragen hat darf mich gern kontaktieren.

Habt einen tollen Tag.

Eure Nicole