Katzenfutter Test – Schnell-Check


Als Teil meines Facebook – Adventskalenders 2019 habe ich mir 11 Hundefuttersorten, 11 Katzenfuttersorten, 1 BARF-Supplement für Katzen und 1 Hunde-/Katzenfutter angeschaut.

Hier sind noch einmal alle untersuchten Katzenfuttersorten im Hundefutter Test für euch zum nachlesen. Die Hundefuttersorten findet ihr hier.

Ich möchte noch anmerken, dass ich auch hier meine persönliche Meinung zu den unterschiedlichen Futtersorten/-marken Kund tue. Was ihr füttert ist im Endeffekt euch überlassen.

Genauere Infos zu den Analytischen Werten findet ihr hier.


Animonda Carny® Adult Rind pur

Firma: animonda petcare GmbH

Zusammensetzung: 65 % Rind (Fleisch, Herz, Lunge, Leber, Euter, Niere), Calciumcarbonat, Natriumchlorid.

Von 100 % Futter sind 65 % tierischer Anteil rein vom Rind. Der Hauptbestandteil davon ist Fleisch, was sehr gut ist. Aber: wieviel Fleisch, Herz, Lunge, etc nun wirklich enthalten ist, ist unklar. Rein theoretisch könnten der Rindanteil aufgeteilt werden in: 19 % Fleisch, 18 % Herz, 17 % Lunge, 16,5 % Leber, 16 % Euter und 13,5 % Niere sein. Weder Lunge noch Euter haben einen besonders hohen Nährstoffgehalt. Beides sind Bindegewebe, die schwer verdaulich und vor allem kostengünstige Füllstoffe sind.

Wasser muss im Übrigen nicht deklariert werden, weshalb ich nun hier hinzufüge, dass dieses Futter zu über 30 % aus Wasser besteht.

Analytische Bestandteile: Protein 11,5 %, Fettgehalt 6,5 %, Rohfaser 0,5 %, Rohasche 1,8 %, Feuchtigkeit 79 %, Taurin 0,8 g/kg

In meinem Blog-Artikel https://feliotel.de/welches-katzenfutter-soll-ich-kaufen-2-0 könnt ihr die genaueren Erklärungen für die einzelnen Werte finden.

Ich gehe hier nur auf 2 Punkte ein:

Rechnet man alle Analysewerte zusammen (außer Taurin), liegt der Wert der Stickstofffreien Extraktstoffe (NfE) bei 0,7 % in der Trockenmasse ohne die Feuchtigkeit ist dieser bei 3,33 %. Dieses Futter wäre in diesem Sinne also für eine Katze mit Diabetes geeignet.

Die Menge an Taurin die dem Futter zugemischt wird, liegt bei 800 g pro KG Futter. Bei einer Futtermenge von 200 g am Tag wären das 160 mg synthetisches Taurin. Herz enthält jedoch ebenfalls Taurin. Da Taurin nun jedoch sehr hitzeempfindlich ist, ist die Frage, wieviel Taurin überhaupt noch im Futter enthalten ist. Eine 4 kg Katze benötigt am Tag mindestens 200 mg Taurin.

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe je kg: Jod (E2) 0,75 mg, Mangan (E5) 1,4 mg, Zink (E6) 25 mg, Vitamin D3 200 IE

Jod ist extrem wichtig für die Schilddrüse und somit den gesamten Hormonhaushalt der Katze. Mangan und Vitamin D haben Einfluss auf Knochen und Knorpel und Zink dient u.a. der Bildung von Antikörpern und dem Protein-/Kohlehydratstoffwechsel.  Die Zusatzstoffe werden dem Futter zugemischt, wenn diese sonst die Nährstoffabdeckung nicht gewährleisten können. Allerdings haben Futtermittelhersteller andere Richtlinien, als die, welche wir als Tierernährungsberater nutzen.

Bedarf 4-kg-Katze nach NRC: Jod – 88,6 μg/0,0886 mg , Mangan – 0,3 mg, Zink – 4,81 mg, Vitamin D – 17,21 I.E.

Enthalten in 200 g Futter: Jod – 150 μg/0,15 mg, Mangan – 0,28 mg, Zink – 5 mg, Vitamin D – 40 IE

Fazit: Positiv finde ich den hohen tierischen Anteil, der Fakt, dass keine pflanzlichen Zusatzstoffe und Öle beigemischt werden und auch den relativ kostengünstigen Preis (400 g Dose ca. EUR 1.00)

Die Qualität und Auswahl der tierischen Inhaltsstoffe und den Nährstoffgehalt finde ich jedoch dauerhaft nicht so doll. Taurin und Lachsöl sollten hier definitiv hinzugefügt werden.


Vitakraft Poésie® DÉLI SAUCE + Putenbrust

Firma : Vitakraft pet care GmbH & Co. KG (Teil des Private Label Tierfutterherstellers Tiernahrung Deuerer GmbH

Zusammensetzung: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (55% u.a. 10% Putenbrust, Schwein), Pflanzliche Nebenerzeugnisse (Tapiokastärke, Inulin), Mineralstoffe

Positiv finde ich schon einmal den hohen Fleischanteil, auch wenn unklar ist, was da genau vom Schwein enthalten ist. Vom Schweinekopf bis Schweinefuß darf alles rein (außer Gedärme und Inhalt). Es ist davon auszugehen, dass hier mindestens 35 – 40 % Wasser enthalten sind, da die pflanzlichen Nebenerzeugnisse und Mineralstoffe vermutlich nicht mehr als 5 -10 % vom Futter ausmachen. Wie bereits in vorherigen Posts erwähnt: Wasser muss nicht deklariert werden.

Inhaltsstoffe: Feuchtigkeit 81,0%, Protein 10,0%, Fettgehalt 4,0%, Rohfaser 0,3%, Rohasche 2,0%

Der hohe Feuchtigkeitsgehalt von 81 % bestätigt meine Theorie zum hohen Wasser gehalten. Für ein Katzenfutter ist der Fettgehalt relativ niedrig. Der NfE in der Trockensubstanz liegt bei 14,21 %. Das bedeutet, dieses Futter ist nicht für Diabetiker geeignet, da hier noch versteckte Stärkeanteile enthalten sind.

Laut Fütterungsempfehlung soll eine 4 kg Katzen 2 – 3 Päckchen zu 85 g fressen, also 170 – 255 g. Wenn ich die Energie anhand der Weender Analysewerte errechne, müsste diese Futter pro 100 g etwa 87 kcal enthalten. Bei 3 Tütchen wären das insgesamt etwa 222 kcal. Eine gesunde, normal aktive 4 kg Katze benötigt jedoch 255 kcal pro Tag. Würde man also nur diese Futtersorte füttern, könnte es passieren, dass die Katze abnimmt.

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe/kg: Vitamin D3 250 IE, Eisen 15,0 mg, Kupfer 1,0 mg, Mangan 1,0 mg, Zink 18,00 mg, Taurin 445mg

Natürliche Vorkommen von: Eisen – Blut und Milz, Zink – Muskelfleisch und Leber, Kupfer – Leber, Mangan – Muskelfleisch und Fisch, Vitamin D3 – Fisch

Wenn nun also Eisen, Zink, Kupfer und Mangan zugegeben werden müssen, da es sonst ggf. in der Fütterung fehlen würde, scheint in diesem Futter wenig Muskelfleisch und wenig Leber enthalten zu sein. Da stellt sich die Frage, was es dann noch sein könnte.

Fazit: Ich habe dieses Futter schon einmal live und in Farbe gesehen und ja, die Putenfleischstücke sind in der Tat noch erkennbar. Die restlichen Bröckchen sehen aus, wie vieles anderes Katzenfutter. Der Tauringehalt ist auch hier zu niedrig, so dass ich Taurin und auch Lachsöl immer zufüttern würde. Der Feuchtigkeitsanteil ist hoch, die Energiedichte gering. Der Preis deutet mit ca. 0,49 € ebenfalls auf weniger hochwertige Qualität hin. Deshalb würde ich dieses Futter nun in einer unteren Mittelklasse einordnen.


JOSERA DailyCat

Firma: foodforplanet GmbH & Co. KG – Teil der Josera-Erbacher Gruppe, wobei sich Josera auch Hunde-, Katzen- und Pferdefutter fokussiert und Erbacher auf die Verarbeitung von Getreide. Hier gibt es also parallelen zu Happy Dog/Happy Cat. Die Firma/Firmen possitionieren sich als nachhaltig und umweltbewusst.

Josera DailyCat ist ein Trockenfutter. Meiner Meinung nach ist dieses Futter daher nicht als alleinige Ernährung für Katzen (und Hunde) ideal. ABER – es gibt Katzen, die sind sehr schwer vom Trockenfutter abzubekommen und deshalb schauen wir uns das Futter dennoch einmal genauer an.

Zusammensetzung: Getrocknetes Geflügelprotein 39,0 %; getrocknete Süßkartoffel; Erbsenmehl; Geflügelfett; Rübenfaser; hydrolysiertes Geflügelprotein; getrocknete Geflügelleber; Kräuter, Früchte; Mineralstoffe.

Dafür, dass es ein Trockenfutter ist, scheint die Zusammensetzung relativ kurz. Getrocknetes Geflügelprotein ist stark verarbeitetes Geflügel. Die Proteine werde aus dem Fleisch extrahiert und dann noch einmal getrocknet. Die hydrolisierten Proteine sind dann noch ein weiterer Verarbeitungsprozess, der das Futter besser verdaulich machen soll. Mit Fleisch hat das nix mehr zu tun und man kann auch nicht mehr herausfinden, was da vom Geflügel überhaupt verarbeitet wurde. Im Übrigen darf Geflügel folgendes sein: Hühner und Hähne, Legehennen, Puten/Truthähne, Ente, Gans, Taube, Wachtel und ja – auch Eintagsküken.

Dennoch ist dieses Futter sehr Kohlehydrate-lastig, da sowohl getrocknete Süßkartoffel, als auch Erbsenmehl enthalten ist. Beide zusammen übersteigen vermutlich den Gehalt an tierischen Bestandteilen im Futter.

Analyse Werte: Protein 33,0 %, Fettgehalt 16,0 %, Rohfaser 2,2 %, Rohasche 7,0 %

Ihr seht, dass der Feuchtigkeitsanteil fehlt. Das liegt daran, dass der Hersteller die Werte unter 14 % Feuchtigkeit nicht deklarieren muss. Meist liegt diese aber zwischen 8 und 10 %. Deshalb sind alle anderen Werte auch deutlich höher als im Nassfutter.

Für kranke Katzen – egal welche Krankheit – ist dieses Futter nicht geeignet, da der Stärkeanteil zu hoch ist und der Feuchtigkeitsgehalt zu niedrig.

Zusatzstoffe:

Auf dem Bild seht ihr die Liste der Zusatzstoffe im Futter. Es ist löblich, dass die Inhaltsstoffe relativ niedrig gehalten werden. ABER dafür ist die Liste der Zusatzstoffe enorm lang. Obwohl Leber und „Fleisch“ im Futter enthalten sind, müssen noch Vitamin A und die B-Vitamine synthetisch hinzugefügt werden. Weiterhin sind viele Mineralstoffe und Spurenelemente hinzugefügt.

Das Calcium-Phosphor-Verhältnis ist mit 1,25 : 0,95 ebenfalls nicht ideal.

Fazit: Auch wenn der Hersteller mit Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein wirbt, finde ich dieses Futter für Katzen leider völlig ungeeignet. Es ist kein echtes Fleisch enthalten, die Feuchtigkeit fehlt und die List der synthetischen Zusatzstoffe ist unglaublich lang.


Sanabelle No Grain mit Geflügel

Firma: bosch Tiernahrung GmbH & Co. KG

Zusammensetzung: Geflügelfleisch (frisch, 25 %), Geflügelprotein (getrocknet), Kartoffeln (getrocknet), Kartoffelstärke, frische Leber (5 %), Lebermehl, Proteinhydrolysat, Tierfett, Rübentrockenschnitzel (entzuckert), Leinsaat, Erbsenfasern, Grieben (getrocknet), Lachsöl, Vollei (getrocknet), Fischmehl, Erbsen (getrocknet, 0,4 %), Hefe (getrocknet, inkl. 0,1 % Mannanoligosaccharide, 0,06 % Beta-Glucane), Calciumcarbonat, Preiselbeeren (getrocknet, 0,1 %), Blaubeeren (getrocknet, 0,1 %), Grünlippmuscheln (getrocknet), Ringelblumenblüten (getrocknet), Chicoréepulver, Yucca (getrocknet).

Das ist schon auf dem 1. Blick wieder eine riesig lange Liste an Inhaltsstoffen. An 1. Stelle steht Geflügelfleisch. Der Anteil frischen Fleisches liegt laut Angaben bei 25 %. Gehen wir davon aus, dass das Fleisch zu 65 % aus Wasser besteht und bis zu 14 % Feuchtigkeit getrocknet wird ist der Geflügelfleischanteil nur noch bei etwa 5 % des gesamten Futters. Deshalb steht auf dem Futter auch „MIT Geflügel“. Das ist in der Regel ein Anzeichen dafür, dass weniger von der Fleischsorte im Futter ist, die auf der Packung steht.

Geflügelproteine, Kartoffeln und Kartoffelstärke kommen bereits getrocknet hinzu, so dass diese den größeren Anteil an Inhaltsstoffen des Futters machen.

Nur weil kein Getreide im Futter enthalten ist, heißt es nicht, dass keine Kohlehydrate drin ist. Kartoffeln, Kartoffelstärke, Erbsenfasern und auch Rübentrockenschnitzel sind alles Kohlehydrate.

Analytische Bestandteile: Feuchte 10,0 %, Protein 31,0 %, Fettgehalt 16,0 %, Rohfaser 2,5 %, Rohasche 6,9 %

Dieser Futterhersteller ist ehrlich und gibt an, wieviel Feuchtigkeit im Futter noch enthalten ist.

Auch dieses Futter hatte eine sehr lange Liste an Zusatzstoffen, inklusive aller Vitamine A – E und mehrere Mineralstoffe und Spurenelemente. Wären sie nicht synthetisch hinzugefügt, würde die Katze mangelernährt werden.

Fazit: Der Werbeslogan von Bosch lautet „Wir machen richtig gutes Futter.“. Nun ja. Darüber lässt sich streiten. Ich würde die untersuchte Sorte nicht unbedingt als ideale Ernährung einer Katze einschätzen. Zumahl es auch hier um ein Trockenfutter geht.

Die Sanabelle Sorten mit dem Zusatz „Delicious“ enthalten deutlich mehr tierische Inhaltsstoffe und weniger Kartoffel. Deshalb würde ich wohl eher dazu raten, wenn es Futter dieses Herstellers sein soll. Positiv ist noch anzumerken, dass Bosch angibt ohne Tierversuche zu arbeiten.


Whiskas® mit Lachs in Sauce

Firma: MARS GmbH (Ja die gleiche Firma, die den Schokoriegel herstellt)

Ich habe heute Whiskas ausgesucht, denn diese Marke gewinnt viele, viele Tests nach der Frage, welches Katzenfutter das Beste sei.

Zusammensetzung: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (34%, davon 94% natürlich*), Fisch und Fischnebenerzeugnisse (100% natürlich*, u.a. 4% Lachs), Getreide, Mineralstoffe (0.5%), Öle und Fette (u.a. 0.1% Sonnenblumenöl), Zucker.

Ich bin gerade selbst ein wenig überrascht über die Aussage, dass 94 % von 34 % Fleisch/Nebenerzeugnisse natürlich sind. Eine Erklärung für das Sternchen (*) habe ich nicht gefunden.

Wir haben nun hier die Sorte Whiskas® mit Lachs in Sauce. An erster Stelle steht aber nicht Lachs. Generell wissen wir überhaupt nicht, wieviel Lachs in diesem Futter überhaupt enthalten ist. Bei Fisch und Fischnebenerzeugnissen steht u.a. 4 % Lachs. Das bedeutet nicht 4 % vom gesamten Futter, sondern 4 % vom Fischanteil. Und auch da kann es sein, dass es sich nicht um feines Lachsfilet handelt… sondern halt um das, was sonst noch so am Fisch dran ist.

Dieses Futter enthält außerdem Getreide und Zucker. Beides Zutaten die nichts in der Katze verloren haben. Ob dieses Futter für Diabetiker geeignet ist, brauchen wir auch nicht weiter zu diskutieren.

Analytische Bestandteile: Protein 8,00 %, Fettgehalt 4,70 %, Anorganische Stoffe 1,70 %, Rohfaser 0,30 %, Feuchtigkeit      84,00 %

NfE = 1,3 %

Meistens ist es im Fertigfutter so, dass wenn der Proteingehalte niedriger ist, dann ist der Fettanteil höher. Hier ist beides relativ niedrig. Auch die Rohasche (Anorganischen Stoffe) und Rohfasern, sind noch „normal“. Aber mir fällt auf, dass der Feuchtigkeitsgehalt mit 84 % doch sehr hoch ist. Wenn man bedenkt, dass aus den Zutaten die meiste Feuchtigkeit entzogen wird, damit die Bröckchen im Futter ziemlich gleich aus sehen muss dann Flüssigkeit in Form von Sauce (mit Wasser gestreckt) hinzugefügt werden.

Aus Spaß schauen wir uns mal die Energiedichte vom Futter an. Den Rechenweg findet ihr hier nochmal: https://feliotel.de/welches-katzenfutter-soll-ich-kaufen-2-0

100 g Futter enthalten 89,7 kcal. Laut Fütterungsempfehlung soll eine 4 kg Katze 3 Portionsbeutel täglich fressen, was 255 g ausmacht. Sie nimmt also 228 kcal zu sich. Der Mindestenergiebedarf einer 4 kg Katze liegt allerdings bei 253 kcal. Wenn die Katze sehr ruhig ist und weniger Energie benötigt, fällt das sicher nicht groß ins Gewicht. Bei aktiven Katzen könnte man hier auf Dauer jedoch feststellen, dass die Katze abnimmt.

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Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Vitamin B1        29.4 mg, Vitamin E          19.6 mg,  Kupfer (Kupfersulfat Pentahydrat)    1.3 mg, Jod (Calciumjodat wasserfrei)   0.25 mg, Eisen (Eisen-(II)-sulfat-Monohydrat)    12.6 mg, Mangan (Mangan-(II)-sulfat-Monohydrat)           2.5 mg, Zink (Zinksulfat Monohydrat)    20.2 mg

Normalerweise ist hier in dieser Liste auch Taurin mit aufgeführt. Ich habe jedoch noch nie eine Nassfuttersorte von Whiskas gesehen, auf dem Taurin vermerkt ist. Ich gehe davon aus, dass die Mindestmenge, die die FEDIAC festsetzt, enthalten ist. Aber sicher gehen kann man sich nicht. Deshalb wäre dies ein Futter, bei dem ich definitiv Taurin hinzufügen würde.

Fazit: Ihr merkt, ich bin kein Fan von Whiskas. Ich bin kein Fan von Mars, wenn es um das Tierfutter geht. Dazu gehören auch Kitekat, Sheba, Pedigree, Cesar, Dreamies, IAMS, Eukanuba, Royal Canin… und mehrere Tierklinikketten und Labore. Meiner Meinung nach ist dieses Futter für die Katze ungeeignet und ich glaube nicht, dass Katzen Whiskas kaufen würden.

Interessant finde ich nun auch, dass man online nicht mehr viel über das Mars PetCenter in Verden findet. Im Bericht von Katzen-fieber.de ist die Rede von einem zweistöckigen Gebäude in dem 90 Hunde und 200 Katzen leben. https://blog.katzen-fieber.de/werksbesichtigung-mars-verden/ Die Hunde kämen alle von Züchtern, die Katzen teils vom Züchter, teils aus Tierheimen. Auch tierärztliche Betreuung haben sie. Ich denke nun nicht, dass Tiere dort gequält werden. Es ist aber anzunehmen, dass neue Futtersorten an diese Tiere gefüttert werden bevor sie in den Verkauf gehen. Um zu sehen, ob die Tiere es fressen. Laut Wikipedia befindet sich in England noch ein Firmeneigenes Forschungszentrum.

Also egal wie – ich finde nicht, dass dieses Futter ideal für Katzen ist. Und dabei bleibt meine Einschätzung.


Topic Zarte Häppchen in Gelee mit Truthahn & Wild

Firma: Aldi Nord als Vertreiber und saturn Petcare  als Hersteller

Zusammensetzung: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (50% Fleisch u.a. 4% Truthahn und 4% Wild) Mineralstoffe, Öle und Fette (mind. 0,2%)

Für ein Discounter-Futter ist dieses Futter ganz okay. Für unter 0,50 EUR die Dose kann man aber auch nicht zu viel erwarten. Positiv ist hier auf jeden Fall, dass weder Getreide, noch irgendwelche anderen Kohlehydrate enthalten sind.

Online findet man bei Aldi nun wenige Informationen zum Futter und alle die, die das Futter getestet haben, haben ebenfalls nur die Zusammensetzung kopiert. Falls jemand von euch eine Dose zu Hause hat, schaut doch mal, was beworben wird, wie hoch der tierische Anteil ist und postet mir gern ein Bild.

Mein Punkt? Da steht 50 % Fleisch u.a. 4 % Truthahn, 4 % Wild. Zum einen, ist da viel anderes Fleisch außer dem bissl Truthahn und Wild und zum anderen müsste es nun heißen, dass 50 % vom tierischen Anteil noch andere Zutaten sind. Wild kann auch vieles sein (Z.B. Hirsch, Reh, Fasan,…) Auch heißt es dann nicht unbedingt, dass 50 % der Dose tierischen Ursprunges sind. Hoffentlich ist es mehr, denn sonst ist da wirklich sehr viel Wasser enthalten.

Ich freue mich auf ein Bild 😉

Analytische Bestandteile: Rohprotein 9.5%, Rohfett 5,5%, Rohasche 2.5%, Rohfaser 0,1%, Feuchtigkeit 81,5%, Omega-6-Fettsäuren (u.a. Linolsäure) 0,9%

Sowohl der Proteinanteil, als auch der Fettanteil sind für ein Katzenfutter zwar noch normal, aber dafür, dass hier so viel Fleisch/tierische Produkte enthalten sein soll, ist es wieder nicht so viel. Zum Vergleich: das Hundefutter gestern mit viel tierischen Produkten lag bei 11 % Protein und 8 % Fett.

Wir sehen aber, dass auch hier der Feuchtigkeitsanteil über 80 % liegt und doch wieder viel Wasser im Futter enthalten ist.

Zusatzstoffe je kg: Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Vitamin A 2000 IE; Vitamin D3 200IE, Vitamin E 20mg, Taurin 220 mg, Oega-3-Fettsäuren 1,4g, Zink (als Zinksulfat, Monohydrat) 11.4 mg, Mangan (als Mangan-(II)-Sulfat, Monohydrat)  1,4 mg, Jod ( als Calciumjodat, wasserfrei) 0,1mg, Kupfer (als Aminosäure-Kupferchelat, Hydrat) 1,0mg, Technologische Zusatzstoffe: Cassia Gum 2700 mg

Wir haben hier eine Unmenge an Zusatzstoffen. Cassia Gum ist als Geliermittel in vielen Fertigfuttersorten enthalten (auch in Speiseeis, Backwaren, uvm) und hält das Futter zusammen.  Es ist somit ein guter Zusatzstoff um Wasser im Futter zu „verstecken“.

Taurin ist mit 220 mg/kg zugesetzt. Da muss ich nicht sagen, dass da unbedingt Taurin zum Futter hinzugefügt werden sollte 😉

Fazit: Topic ist sicher kein Futter im sehr guten Bereich. Aber… hochwertiges Katzenfutter ist meist sehr teuer. Wer seiner Katze dennoch mehr oder weniger artgerechtes Futter geben möchte, der kann zu diesem Futter greifen, denn Zucker und Getreide enthält das Futter nicht.


Leonardo Geflügel pur (Qualitiy Selection) vs. Leonardo Huhn Pur (Finest Selection)

Firma: BEWITAL petfood GmbH & Co. KG

Heute stelle ich einmal zwei vermeintlich gleiche Futtersorten von einem Hersteller gegenüber. Im Bild könnte ihr die Zusammensetzungen beider Futtersorten erkennen.

Zusammensetzung:

Leonardo Geflügel – Wir haben hier nur eine Information, dass das Futter 65 % Geflügel enthält. Wir haben aber keine Aufschlüsselung welches Geflügel und was vom Geflügel enthalten ist. Es könnte alles möglich von Huhn, Truthahn, Gans, Ente, Taube, Wachtel, Fasan, uvm enthalten. Wir kommen aber auf 100 % der Inhaltsstoffe, da 34 % Fleischbrühe als Feuchtigkeit genannt wird und 1 % Mineralstoffe.

Leonardo Huhn – Die Aufschlüsselung der Inhaltsstoffe ist hier etwas detaillierter, was mir persönlich besser gefällt. Der tierische Anteil ist etwas höher, wir können die Calciumquelle erkennen (Eierschale) und auch Lachsöl ist bereits enthalten.

Wenn wir die Analytischen Werte anschauen, sieht man auf den 1. Blick wenig Unterschiede. Sowohl Proteine, als auch Fett sind mehr im Huhn Pur enthalten, was auf einen höheren und eventuell auch hochwertigeren tierischen Anteil hinweist. Der Feuchtigkeitsanteil ist jedoch identisch.

Wenn wir uns den NfE errechnen, kommen wir beim Geflügel Pur auf 2,7 %, bzw 13,5 % in der Trockenmasse. Schon aus diesem Grund die Dose Leonardo nicht für Diabetes-Katzen geeignet. Hier ist also irgendein „versteckter“ Anteil Stärke, Stickstoff enthalten.

Der NfE im Huhn Pur ist bei 0,7 %, bzw 3,5 % in der Trockenmasse und somit ideal für Diabetiker.

Interessanterweise sind die Mengenangaben der Zusatzstoffe identisch. Taurin ist etwas zu wenig enthalten und sollte bei beiden Sorten unbedingt ergänzt werden.

Fazit: Auch wenn beide Futtersorten vom gleichen Hersteller kommen, sind sie qualitativ doch etwas unterschiedlich. Das sieht man nicht zuletzt am Preis, da eine 200g Dose Quality Selection in etwa so viel, wie eine 85 g Tüte von Finest Selection. Auch die Fütterungsempfehlung deutet darauf hin, denn für die 4 kg Katze werden täglich ca 300 g Quality Selection empfohlen und 170 – 255 g Finest Selection. Auf die Menge gesehen, kostet dann die Quality Selection unter 2 EUR pro Tag und die Finest Selection 2,40 – 3,60 EUR pro Tag. Wer es sich leisten kann, hat mit Finest Selection ein ziemlich gutes Katzenfutter ergattert, sollte aber unbedingt noch Taurin hinzu fügen. Das ist übrigens ein weitere Grund, warum meine Tiere gebarft werden… das kostet mich unter EUR 1.00 pro Tier am Tag. 😉


Catz Finefood Classic N° 3 – Geflügel

Firma: Pets Nature GmbH

Zusammensetzung: Geflügel* 69% (bestehend aus Muskelfleisch, Herz, Magen, Leber und Hals), Trinkwasser 26,85%, Preiselbeeren 2%, Löwenzahn 1%, Mineralstoffe 1%, Distelöl 0,15%

*Anteile Geflügel: Muskelfleisch & Herz zusammen circa 50% (davon 2/3 Fleisch und 1/3 Herz), Innereien zusammen circa 50% (je 1/3 Magen, Leber und Hälse)

Alles in allem ist die Zusammensetzung in Ordnung. Wir haben eine relativ offene Deklaration und die Aufteilung der Tierischen Komponenten ist auch in Ordnung und keine „Abfallwirtschaft“. Allerdings wissen wir nicht, welches Geflügel enthalten ist. Eine Charge könnte z.B. Hühnermuskelfleisch, Entenherzen, Putenmagen, Gänseleber, Hühnerhälse enthalten. In der nächsten könnte Putenmuskelfleisch, Hühnerherzen, Hühnermagen, Entenleber, Gänsehals enthalten sein. Unter Umständen könnte das dazu führen, dass die Katze die eine Charge frisst und die 2. nicht. ABER – wenn ich Futter für meine Tiere mische, nutze ich niemand die gleichen Fleischkomponenten. In einem Monat kann es Huhn und Lamm sein und in der Nächsten Wild und Pute. Bei diesem Futter hier sehe ich nur die Frage der Transparenz.

Die Preiselbeeren und das Distelöl stören mich übrigens in diesem Futter. Die braucht die Katze nicht. 😉

Analytische Bestandteile: Rohprotein 11%, Fettgehalt 5,9%, Rohasche 2,2%, Rohfaser 0,5%, Feuchtigkeit 80%, Calcium 0,2-0,3%, Phosphor 0,15-0,25%,

Sind hier versteckte Komponenten im Futter? Der NfE liegt bei 0,4 %, bzw. 2 % in der Trockensubstanz. Das ist super und somit kann man das Futter auch gern Katzen mit Diabetes, Krebs,… füttern. Ich würde es keiner Katze mit Nierenproblemen füttern, da Magen viel Phosphor enthält und somit vermieden werden sollte. An den Schwankungen der Calcium- und Phosphorwerte sehen wir, dass es unterschiedliche Chargen gibt, bzw. die Werte innerhalb einer Charge schwanken können. Unterschiedliche Fleischsorten enthalten unterschiedliche Nährwerte. Ein Hühnerhals kann z.B. weniger Calcium enthalten, als ein Putenhals.

Der Feuchtigkeitsgehalt ist mit 80 % etwas hoch, aber wir wissen, dass über ¼ vom Futter aus Wasser besteht, deshalb ist das verständlich.

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe je kg: Vitamin D3 200 I.E., Taurin 1500mg, Zink als Zinksulfat Monohydrat 15mg, Mangan als Mangan-II-Sulfat Monohydrat 3mg, Jod als Calciumjodat wasserfrei 0,75mg

Diesem Futter wurden pro kg 1500 mg Taurin zugefügt. Das ist viel, für ein Fertigfutter. Aufgrund der Erhitzung geht jedoch viel Taurin kaputt, deshalb würde ich das trotzdem noch hinzufügen. Auch Jod ist für eine Katze wichtig. Der Bedarf für die 4-kg-Katze liegt zwischen 0,08 und 0,2 mg – je nachdem, ob man die Bedarfswerte vom NRC oder Professor Wanner nutzt. Ich persönlich orientiere mich eher in Richtung NRC und würde den Bedarf bei ca. 0,1 mg täglich festlegen. Die Fütterungsempfehlung ist nun etwas irreführend, da Catz Finefood von kleinen, mittleren und großen Katzen redet. Also schätzen wir nun einfach 1 Dose am Tag, also 200 g. Somit würde die Katze täglich 0,15 mg Jod zu sich nehmen und das ist völlig in Ordnung!

Fazit: Bis auf die Preiselbeeren und das Distelöl finde ich das Futter sehr gut. Taurin und Lachsöl sollte auch hier supplementiert werden, aber ansonsten ist das Futter super. Man weiß im Groben und Ganzen, was drin ist und die Nährstoffabdeckung ist in Ordnung.


Mjamjam Insekt mit saftigem Hühnchen

Firma: MjAMjAM Petfood GmbH

Die meisten von euch wissen, dass ich Mjamjam gern als Katzenfutter empfehle. Ich füttere es meinen Katzen auch als Notdose, es ist qualitativ und preislich völlig in Ordnung und man kann es im lokalen Futterhaus kaufen.

Heute möchte ich aber auf eine der Sorten eingehen, die ich einer gesunden Katzen NICHT füttern würde.

Warum? Diese Sorte enthält Insekten, bzw. deren Proteine. Natürlich frisst eine Katze in der Natur auch mal Grashüpfer, Fliegen, uvm. Bei den Insektenproteinen im Futter handelt es sich meistens um speziell für das Futter gezüchtete Mehlwürmer oder Fliegenlarven. Daran ist an sich nix verwerfliches.

Allerdings bin ich der Meinung, dass wir nicht alles an unsere Katzen verfüttern sollten, wenn es nicht sein muss. Katzen (und Hunde) können mit der Zeit Futtermittelunverträglichkeiten entwickeln. Wenn wir der Katze nun schon einmal Pferd, Ziege, Känguru, Insekten, Strauß, uvm gefüttert haben, fallen alle diese Fleischsorten raus, um eine Ausschlussdiät zu machen.

Zu den Fleischsorten, die ich gesunden Katzen nicht füttern würde, gehören: Känguru, Strauß, Fasan, Zebra, Pferd, Ziege, Insekten und alle anderen Exoten. Kommt es dann doch einmal zu Futtermittelunverträglichkeiten oder -allergien, hat man immer noch eine Auswahl an Fleischsorten, an die man auch noch relativ gut ran kommt.

Ansonsten ist die Zusammensetzung dieses Futters allerdings völlig okay. Wir wissen zwar nicht welche Insekten im Futter sind und in welcher Form, aber wie gesagt: Ich würde dieses Futter einer gesunden Katze nicht füttern.

Für Katzen mit Futtermittelproblematiken ist dieses Futter nur geeignet, wenn sicher gestellt ist, dass die Katze nicht auf Huhn und die Verpackung des Futters reagiert.


PREMIERE Meat Menu Adult

Firma: Eigenmarke Fressnapf

Zusammensetzung: 40% Rind (Lunge, Fleisch, Herzen, Lebern), 31% Trinkwasser, 20% Huhn (Fleisch, Herzen), 8% Wild (Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse), 1% Mineralstoffe.

Anteil Muskelfleisch 15%.

Dieses Futter ist so la la. Gut finde ich, dass hier keine pflanzlichen Anteile enthalten sind. Wenn ihr meine Beiträge der letzten Tage verfolgt habt, wisst ihr jetzt, dass Lunge ein kostengünstiger Füllstoff ist, der schlecht verwertbar ist und auch wenig Nährstoffe enthält. Und wenn der Anteil an Muskelfleisch insgesamt (!!!) im Futter bei 15 % liegt müsste der Anteil an Lunge doch etwas höher sein. Würde man die Lunge mit Muskelfleisch tauschen, wäre das Futter gar nicht mal so übel. Welche Teile hier vom Wild enthalten sind und welches Wild, ist auch noch die Frage.

Knapp 1/3 vom Futter ist Wasser. Immerhin wird eure Katze dann wohl genug Flüssigkeit zu sich nehmen.

Analytische Bestandteile: Protein 10%, Fettgehalt 6%, Rohasche 2,2%, Rohfaser 0,2%, Feuchtigkeit 79%

Sowohl Fett, als auch Protein sind für Katzen völlig in Ordnung. Der NfE liegt bei 2,6 bzw. 12,4 % in der Trockenmasse. Hier sind also noch Stickstoffanteile (u.a. Stärke) enthalten, die das Futter nicht mehr für Diabetiker geeignet machen.

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Vitamin D3 200 IE, Taurin 450mg, Kupfer (Kupfer(II)-sulfat, Pentahydrat ) 1mg, Jod (Kalziumjodat, wasserfrei) 0,75mg, Zink (Zinkoxid) 20mg.

Dieses Futter enthält viel zu wenig Taurin und das sollte auf jeden Fall zum Futter hinzugefügt werden. Genauso wie Lachsöl fehlt. Der Jodgehalt ist ein wenig hoch, aber, verglichen mit anderen Futtersorten, wohl der Standard.

Fazit: Das Futter ist vergleichbar mit Animonda Carny. Qualitativ sind nicht die besten Inhaltsstoffe enthalten, aber es enthält keine pflanzlichen Inhaltsstoffe und ist preislich auch okay.

Ich würde es meinen Katzen allerdings nur dann füttern, wenn es überhaupt nicht anders ginge.

Felini Complete

Firma: Futterado aus Jork (gleich um die Ecke)

Es gibt 3 Sorten der Felini Reihe: Felini Complete, Felini Renal und Felini Taurin. Heute fokussiere ich mich aber auf das Felini Complete.

Es ist kein Alleinfuttermittel, aber der Sinn dahinter ist, dass man reines Muskelfleisch roh oder gekocht nehmen kann, Felini Complete und Lachsöl hinzugibt und es so der Katze verfüttern kann. Es ist also ein Pulver, welches sämtliche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, sowie Taurin enthält.

Als Fütterungsempfehlung werden 12.5 g Felini Complete zu 1 kg Muskelfleisch empfohlen.

Ich picke mir jetzt einfach Vitamin A, Vitamin D, Calcium, Jod und Taurin raus und schau mal, was unsere 4-kg-Katze dazu sagt.

Gehen wir von einer ruhigen, Wohnungskatze aus, die normalgewichtig ist. Die Katze braucht pro Tag etwa 100 g Rohfutter und 1,25 g Felini Complete.

Gehalt an Zusatzstoffe pro kg: Vitamin A 800.000 IE, Vitamin D3 20.000 IE, Jod (Ca-Jodat) 42mg, Taurin 100.000mg, Calcium 19,3%

Ich stelle nun den Bedarf der Katze (nach NRC) dem Gehalt des Nährstoffes von 1,25 g Felini Complete gegenüber:

  • Vitamin A: 208 IE (Bedarf) – 1000 IE enthalten
  • Vitamin D: 17 IE (Bedarf) – 25 IE enthalten
  • Calcium: 0,18 g (Bedarf) – 0,24 g enthalten
  • Jod: 88,6 yg = 0,0886 mg (Bedarf) – 0,0525 mg enthalten
  • Taurin: 200 mg (Bedarf) – 125 mg enthalten

Kann man also Felini Complete dauerhaft nutzen, wenn man BARFen möchte?

Ich würde es nicht für die Dauerhafte Gabe empfehlen. Wenn man es genau abmisst, dann sind die Nährstoffe zu hoch oder zu niedrig angesetzt.

Nun kann man sich noch streiten, welche Bedarfswerte man nutzt. Viele Katzenernährungsberater nutzten die Bedarfswerte des National Research Council (NRC) aus den USA. Andere nutzen die Werte von Prof. Wanner, welche zum Teil deutlich höher sind. Die Fertigfutterindustrie in Europa (FEDIAF) hat ihre eigenen Bedarfswerte, weshalb die Werte zwischen Fertigfutter und Tierernährungsberatern oft drastisch schwanken.

Wo liegt dann die Wahrheit? Nun… ich denke die Wahrheit liegt zwischen NRC und Wanner, da beide sicher ihre Berechtigung haben. Kann man europäische Katzen mit amerikanischen Katzen vergleichen… nicht immer, da das Umfeld doch ein wenig anders ist. Aber genauso wenig kann man wohl finnische mit italienischen Katzen vergleichen. Im Endeffekt sind alle Bedarfswerte Richtwerte. Aber sie sind die Informationen, die wir haben.

Fakt ist: Nährstoffe aus natürlichen Quellen sind meiner Meinung nach besser, als synthetische Vitamine. Wer mit einem individuellen BARF-Plan arbeitet, kann eine Über- oder Unterversorgung an Nährstoffen eher vermeiden, als mit einem Fertigsupplement. Aber – wenn man mal keine Möglichkeit hat sofort an alle Zutaten eines BARF-Shops zu kommen, oder wenn das mit dem BARFen mal eine Zeit lang getestet werden soll, ist Felini Complete eine gute Notlösung.

FairCat Happy mit Hühnchen aus artgerechterer Haltung

Firma: foodforplanet GmbH & Co. KG

In den letzten Wochen habe ich mir ja auch die Firmen der Futtermarken angeschaut und bin dabei auf FairCat gestoßen, welche mit dem Hersteller von Josera Hunde-/Katzenfutter zusammenhängt. Auch die Marken Veggiedog, InsectDog, FarmDog gehören dazu.

Die Marke wirbt damit, dass es Tierversuchsfrei ist, ohne gentechnisch veränderte Zutaten, ohne Soja und Weizen, ohne künstliche Farb-, Aroma-, Konservierungsstoffe, und zum Teil für eine bessere Klimabilanz, durch den Einsatz alternativer Proteinquellen (Insekten, Pflanzen). Aber – ist das vielleicht nur ein Marketinggag, bei dem man vom aktuellen Trend profitieren möchte?

Nun zum Futter:

Zusammensetzung: Hühnchen aus artgerechterer Haltung 70,0% (Herz, Fleisch, Leber, Hälse); Brühe; Mineralstoffe; Cellulose; Leinöl 0,50%; Flohsamenschalen 0,10%.

Die Zusammensetzung an sich ist in Ordnung. Wir wissen zwar leider nicht, wie viel Herz, Fleisch, Leber und Hälse enthalten sind und ich denke auch, dass hier zu viel Herz und Leber enthalten sind. Aber wenn es abwechselnd mit anderen Futtermarken gefüttert wird, mag es okay sein. Auch das Leinöl hat in der Katze nix verloren, das sie es nicht verwerten kann und auch schlecht abbauen kann. So kann es auf Dauer zu Vergiftungserscheinungen kommen, weil die Leber das Öl zu langsam abbaut.

Analytische Bestandteile: Protein 10,60 %, Fettgehalt 5,90%, Rohasche 2,40 %, Rohfaser 0,30 %, Feuchtegehalt 80,00 %

Sowohl Rohfaser, als auch Rohasche sind etwas hoch, für ein Feuchtfutter. Normal liegen die Werte bei maximal 0,2 % für die Rohfasern (nicht verwertbare Bestandteile) und bzw. 2,00 % Rohasche (Mineralstoffgehalt).

Der NfE liegt bei 0,8 %, bzw 4 % in der Trockenmasse. Das Futter ist also gut für Diabetiker geeignet.

Zusatzstoffe: Siehe Bild

Die Menge an Zusatzstoffen ist identisch mit vielen anderen Fertigfuttersorten. Deshalb ist es dahingehend, weder besser noch schlechter. Der Taurinanteil ist zwar sehr hoch, aber ich rate immer trotzdem noch Taurin hinzuzugeben, da viel Taurin im Erhitzungsprozess zerstört wird.

Fazit: Das Futter an sich in ganz okay. Die Aufteilung der tierischen Bestandteile könnte besser sein. Das Huhn soll nun aus artgerechter Haltung stammen. Wer definiert artgerecht? Dazu hat Green-Petfood/ foodforplanet GmbH & Co. KG auch eine Antwort: „30 % mehr Stallfläche“, „natürlichere Stallstruktur“, „Langsamere Aufzucht“, „Verzicht auf gentechnisch verändertes Futter der Hühner“. Die Hühner sollen außerdem auch Wintergärten oder Offenställe haben.  https://www.green-petfood.de/ueberuns/mission

Ob das nun der Fall ist, können wir natürlich nicht prüfen, sondern nur hoffen. Im Team des Futterherstellers sind jedenfalls viele Brandmarketing, Sales und eCommerce Angestellte gelistet. Vielleicht bin ich einfach zu skeptisch. 😉 Mit EUR 1,29 pro 85 g ist das Futter jedenfalls etwas hochpreisiger.


Du hast Fragen zum Thema Katzenfutter oder BARF? Melde dich gern bei mir.

Gratisfutter für deinen Hund und deine Katze???

Hallo ihr Lieben,

ihr wisst, ich nehme gern mal Futter aus einander, welches mir so vor die Füße kommt, da ich selbst auch immer auf der Suche nach gutem Fertigfutter bin und euch auch gern Futter empfehlen möchte, welches ich meinen Tieren auch füttern würde.

Versteckte Reico-Werbung

In den letzten Wochen ist mir aufgefallen, dass in verschiedenen Facebook-Gruppen immer wieder Gratisfutter für Hund und Katze angeboten wird. Das an sich macht mich immer schon stutzig, denn solche Aktionen kosten den Hersteller ganz gut Geld.

Wenn ich mir dann die Profile der Leute anschaue, die den Post erstellen, stellt sich in den meisten Fällen heraus, dass es sich um Reico-Vertreter handelt. Kennt ihr Reico? Im Endeffekt ist Reico – so wie Petfit, Paneon und Anifit – ein Futter, welches ihr nur bei bestimmten Vertretern und nicht im “normalen” Zoofachgeschäft kaufen könnt. Oft sind diese Vertreter auf Heimtiermessen vertreten und im Endeffekt läuft das ganze ähnlich ab, wie Tupperware, Thermomix, Partylite oder Dildofee (um nur ein paar zu nennen).

Das Futter wird euch von Ernährungsberatern/-innen verkauft und egal ob ihr bei einer Reico-, Petfit-, Anifit-, Paneonvertreterin ankommt; Alle haben das beste Futter, denn sie wollen es euch schließlich verkaufen. Die 200g Dosen kosten dann oft zwischen 2 und 4 Euro.

Wie dem auch sei. Über die Methoden kann man streiten. Persönlich finde ich diese nicht sehr ehrlich, denn das ist für Reico zum einen eine Masche an neue Kunden zu kommen. Zum anderen kommen diese aber definitiv schon einmal an Daten, vielleicht sogar Adressdaten. Denn wenn ihr das Katzen-/Hundefutter haben möchtet und kommentiert, wird euch der Reico-Mensch kontaktieren und eure Adresse einfordern, damit er/sie euch das Futter zusenden kann. Und ab dem Punkt werdet ihr ggf. regelmäßig Post bekommen. Per DSGVO sind diese Punkte alle nicht so ideal.


Was ist im Futter?
Schauen wir uns zuerst einmal ein Hundefutter an: MaxidogVit® Geflügel

Zusammensetzung: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse: 69% Geflügel, 4% Reis, 4% Karotten, Fleischbrühe, Algen.

Analytische Bestandteile: Rohprotein 11,0% | Fettgehalt 6,0% | Rohasche 2,3% | Rohfaser 0,6% | Feuchtigkeit 78,0%
Calcium 0,35% | Phosphor 0,27%

Unsere tierischen Nebenerzeugnisse sind lebensmitteltauglich und bestehen bei dieser Sorte aus: Magen, Leber, Herz und Hals.

Diese Info stammt von der Reico-Website. Die Deklaration an sich ist nicht sehr genau. Wir haben 69 % Geflügel, wissen aber auf den ersten Augenblick nicht, was genau vom Geflügel verwendet wird. Die Erklärung kommt dann zum Glück: Magen, Leber, Herz und Hals. Also kein Muskelfleisch? Gar keins? Dabei ist Muskelfleisch der wichtigste Bestandteil der Fütterung. Aber auch einer der teureren. Algen sind ebenfalls enthalten. Diese sind meist eine wichtige Quelle für Jod und ggf. auch EPA. ABER – zuviele Algen können zu viel Jod bedeuten und das wiederum kann auf Dauer z.B. zu einer Schilddrüsenerkrankung führen. Damit wir auf 0,35 % Calcium kommen (das sind 140mg Calcium in einer 400 g Dose) müssten in der 400g Dose ca 50 g Hühnerhälse drin sein (100g Hühnerhals enthält ca 1500 mg Calcium). Aus diesem Grund würde ich dieses Futter z.B. nicht besser einschätzen als GranCarnio, welches ihr im Futterhaus bekommen könnt.


Nehmen wir ein weiteres Hundefutter: CuraDog Huhn

Zusammensetzung: 68 % Huhn* (80 % Brustfleisch, 5 % Herzen, 5 % Hälse, 5 % Karkasse, 5 % Leber), 15 % Hirse*, 10 % Apfel*, 2 % Leinöl*, Algen*  *aus ökologischer Erzeugung

Analytische Bestandteile: Rohprotein 8,8 % | Fettgehalt 8,5 % | Rohasche 1,8 % | Rohfaser 0,5% | Feuchtigkeit 68,0%
Calcium 1,2 % | Phosphor 0,62%

Die Deklaration allein zeigt uns schon, dass dieses Futter einiges besser scheint, als die vorherige Variante. Wir haben eine genaue Information, wie viel von welcher Zutat enthalten ist und kommen auch fast auf 100 %. Persönlich finde ich, dass der Kohlehydratanteil (Hirse) zu hoch ist, da ich der Meinung bin, dass die wenigsten Hunde Kohlehydrate benötigen. Aber Hirse ist dennoch eine bessere Wahl an Kohlehydraten, als es z.B. Kartoffeln, Reis oder Nudeln sind.

Der Feuchtigkeitsanteil ist für ein Fertigfutter relativ gering, was bedeutet, dass das Futter nicht mit Wasser aufgefüllt wurde. Für einen gesunden Hund mag dieses Futter in Ordnung sein.

ABER: Für Diabetiker wäre es z.B. ein No-Go. Warum? Der NfE Wert. Erinnert ihr euch, wie wird den errechnen? 100 – Protein – Fett – Asche – Faser – Feuchtigkeit. In diesem Beispiel: 100 – 8,8 – 8,5 – 1,8 – 0.5 – 68 = 12,4 % in der Feuchtmasse. In der Trockensubstanz (Alle Werte ohne Feuchtigkeit) sind es dann (12,4 / 32) * 100 = 38,75 %. Der NfE-Wert ist ein Wert für alle undeklarierten Zuckerbestandteile und Kohlehydrate, die im Analysegerät nicht bedacht sind. Für Diabetiker muss der Wert in der Trockensubstanz unter 10 % sein. Das schafft dieses Futter nicht mal in der Feuchtsubstanz.

Auch Hunde mit Nierenproblemen sollten hier vorsichtig sein, denn der Phosphoranteil im Futter ist ziemlich hoch. Für Hunde mit Pankreatitis oder Magen-/Darm-Problemen würde ich das Futter aufgrund vom hohen Fettgehalt auch nicht empfehlen. Ich frage mich auch, wie der hohe Fettanteil zu Stande kommt, da Hühnerbrustfleisch in der Regel nur zwischen 2%  und 10 % Fettanteil hat. Wenn ca 50 % der Dose aus Hühnerbrust besteht, dann müsste der Fettanteil deutlich geringer sein, was darauf hindeutet, dass nicht nur das Brustfleisch, sondern auch die Haut mit verwendet wird. Da müssten dann Hundehalter mit Hunden aufpassen, welche Probleme mit Purinen haben (z.B. alle Dalmatiner).


Und nun zum Katzenfutter Sorte 1: MaxicatVit® Geflügel

Ihr wisst, ich schreibe oft über Katzenfutter und bin auch da extrem kritisch eine gute Sorte zu finden… Schauen wir uns dieses einmal an:

Zusammensetzung: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse: 39 % Rind, 27 % Geflügel, 2 % Reis, Fleischbrühe, Algen.

Analytische Bestandteile: Rohprotein 10,4 % | Fettgehalt 5,7 % | Rohasche 1,9 % | Rohfaser 0,4 % | Feuchtigkeit 79 % | Calcium 0,4 % | Phosphor 0,25 %

Zusatzstoffe je kg |Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Vitamin D3 – 200 I.E. | Vitamin E (alpha tocopherol) – 25 mg | Taurin – 837 mg | Zink als Zinksulfat, Monohydrat – 15 mg | Mangan als Mangan-(II)-sulfat, Monohydrat… – 3 mg | Jod als Kaliumjodid – 0,5 mg

Was mit zuerst auffällt: Bei der Katze sind Zusatzstoffe drin, beim Hund nicht. Beim Hund wurden die Bestandteile vom Geflügel hingeschrieben. Hier wissen wir nicht welche Teile von Rind und Geflügel genutzt wurden. Der tierische Anteil liegt bei 66 % + 2 % Reis + Fleischbrühe und Algen. Wir können davon ausgehen, dass mit Fleischbrühe eine art Pulver gemeint ist. Warum? Laut Gesetz müssen die Bestandteile nach Gewicht in absteigener Reihenfolge geordnet sein. Wir haben also weniger als 2 % Fleischbrühe im Futter, aber ca 30 % Wasser.

Der Tauringehalt ist viel zu niedrig. 1. Taurin ist extrem hitzeempfindlich, weshalb vielleicht noch die Hälfte vom Taurin übrig bleibt. 2. Eine 4-kg-Katze benötigt mindestens 200 mg Taurin pro Tag. Sie soll 300 g vom Futter am Tag fressen. Wenn das Taurin nicht zerstört werden würde, wäre es in Ordnung und die Katze würde 251 mg Taurin zu sich nehmen. Vermutlich ist es aber gerade noch die Hälfte dessen. Deshalb unbedingt Taurin hinzufügen.

Das Calcium zu Phosphor-Verhältnis ist nicht ideal. Bei gesunden Katzen sollte das bei 1:1 oder 1,1:1 liegen. Wir sind hier bei 1,6:1.

Allein aufgrund der Deklaration ist dieses Futter für mich und meine Katzen keine Option und in dieser Form ebenfalls von anderen Herstellern im Zoofachhandel oder Supermarkt zu bekommen.


Als nächstes haben wir mEATzie Kaninchen & Cranberries

Zusammensetzung: Kaninchenfleisch, -herz, -leber, -lunge, -niere: 30 %; Hühnerfleisch, -leber, -herz: 30 %; Fleischbrühe 26 %; Rinderlunge 6 %; Cranberries 4 %; Lachsöl; Mineralstoffe; Algen

Analytische Bestandteile: Rohprotein 11,50 % Fettgehalt 4,50 % | Rohasche 2,00 % | Rohfaser 0,30 % | Feuchtigkeit 80,00 %
Zusatzstoffe je kg |Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe:
Vitamin D3 200 I.E. | Vitamin E (alpha-Tocopherolacetat) 50 mg | Taurin 1000 mg | Jod als Calciumjodat, wasserfrei 0,2 mg | Mangan als Mangan-(II)-sulfat 2 mg | Zink als Zinksulfat, Monohydrat 20 mg

Es ist schade, dass die Deklaration nicht so offen ist, wie die beim Hund. Hier haben wir, wie beim MaxicatVit® einen Fleischanteil von 66 %.Das ist in Ordnung, denn wenn wir die Fleischbrühe vernachlässigen, liegt der Fleischanteil bei 89 %. Man kann darüber streiten, ob hier zu viele Innereien (v.a.) Lunge enthalten sind, oder nicht. Für mich haben Cranberries aber nix im Katzenfutter zu suchen, da die Katze diese gar nicht verarbeiten kann. Lachsöl ist schön und gut, ist jedoch sehr instabil gegenüber Hitze.

Wir haben in diesem Futter 1000 mg pro 1 kg Futter Taurin enthalten. Da dieses Futter etwas hochwertiger scheint, liegt die Fütterungsempfehlung der 4-kg-Katze bei ca. 2 1/2 Tütchen (85 g je Tütchen machen 212,5 g Futter). Das heißt aber auch, wir haben 212,5 mg Taurin – vor dem erhitzen. Deshalb würde ich auch hier empfehlen Taurin trotzdem extra zu füttern.

Der Fettgehalt ist für ein Katzenfutter fast schon im niedrigen Bereich, was bei Kaninchen und Huhn aber auch nachvollziehbar ist. Der Jodgehalt pro 2 1/2 Tütchen liegt bei 425 yg, was fast das Doppelte des normalen Bedarfs nach NRC ist und auch über der Bedarfsrechnung nach Prof. Wanner. Das ist auf Dauer nicht ideal und kann auch bei Katzen zu Schilddrüsenproblemen führen.

Im Notfall würde ich ggf die Sorten mEATzie Geflügel oder Lachs füttern, da diese kein Obst, Gemüse oder Käse enthalten. Allerdings enthalten alle Sorte einen ziemlich beachtlichen Teil an Lunge. Wenn man an ein Beutetier denkt, ist dies sicher gerechtfertigt. Aber für mich muss das nichts ins Katzenfutter rein, da es oft als günstiges Füllmaterial verwendet wird.


Reico verkauft auch viele Trockenfuttersorten, v.a. für Hunde. Da ich jedoch die reine Fütterung von Trockenfutter nicht empfehle und dieses maximal als Leckerli empfehlen würde, werde ich dazu nichts weiter sagen.


Weiterhin sind viele Ergänzungsfuttermittel verfügbar, wie Kräutermixe, Algenmixe, Pasten, die zum Tiel aus der Tierheilkunde stammen. Allerdings sind Pflanzen und Kräuter oft mit Bedacht zu wählen, da unterschiedliche Pflanzen für unterschiedliche Dinge eingesetzt werden. Gerade bei Algen sollte man schauen, ob es sich um Meeresalgen handelt, die oft beachtliche Mengen an Jod enthalten.

Es gibt auch Nahrungsergänzungsmittel und Pflegeprodukte für Menschen. Dazu gebe ich jedoch keinen Kommentar ab, da ich mich da einfach zu wenig auskenne.


Fazit: Ich sage immer, es soll jeder selbst entscheiden, was er seinem Haustier zu fressen gibt. Ich möchte euch nur dabei helfen, dass ihr lernt das Futter und seine Zusammensetzung zu verstehen.

Falls ihr Fragen habt, gebt mir gern Bescheid. Ich gehe davon aus, dass ich nun auf eine Reico-Black-List komme 😉

Eure Nicole

Welches Katzenfutter soll ich kaufen? 2.0

Hallo ihr Lieben,

vor 1 Monat haben ich den 1. Teil meiner Ratschläge gepostet und ich hoffe, ihr habt bereits etwas mitnehmen können.

Heute werde ich euch noch ein paar Faktoren nennen, auf die ihr achten solltet.

  1. Weender Analysewerte
  2. Energiegehalt
  3. Futterzusätze

1. Weender Analysewerte

Noch nie gehört? Aber sicher schonmal gesehen. Das ganze sieht z.B. so aus:

Analysewerte: Protein 11,2 %; Fettgehalt 5,6 %; Rohasche 2,2 %; Rohfaser 0,3 %; Feuchtigkeit 80 % (Leonardo Finest Selection “Huhn pur”)

Manchmal steht da auch Rohprotein und Rohfett. Anstatt Rohasche kann da auch “Anorganische Stoffe” stehen.

(Roh)Protein bezeichnet alle Proteine, Aminosäuren und sonstige Verbindungen eiweißartiger Natur, welche Stickstoff enthalten. Ob diese Proteine aber tierischen oder pflanzlichen Ursprunges sind kommt dadurch nicht zum Ausdruck. Dieser Wert ist im Katzenfutter oft höher, als im Hundefutter.

(Roh)Fett inkludiert sämtliche Fette und Öle, die im Futter enthalten sind und können ebenfalls pflanzlich oder tierisch sein. Katzen haben eine höhere Fett-Toleranz als Hunde, weshalb dieser Wert im Katzenfutter auch oft etwas höher ist, als beim Hundefutter.

Rohasche: Stell dir vor du nimmst den Inhalt der Futterdose, steckst sie in einen Muffelofen mit 550°C Hitze und lässt es da so lange drin, bis nur noch ein winziger Haufen Asche übrig ist. Das ist deine Rohasche und wird manchmal auch als anorganische Stoffe bezeichnet. Es handelt sich dabei um die Mineralstoffe und Spurenelemente im Futter (z.B. Calcium, Magnesium, Kalium), welche sowohl tierischen Ursprungs sein können (Knochen, Innereien,…) oder künstlich zugesetzt wurden. Ideal ist im Nassfutter ein Anteil zwischen 1 – 2 %. Liegt der Wert über 3 %, ist das ein Hinweis auf zu viele Mineralstoffe (u.a. durch Federn, Horn, Sand). Ist der Wert zu niedrig könnten Mineralstoffe fehlen.

Rohfaser ist der Wert, welcher anzeigt, wie viel vom Futter für die Katze schwer oder unverdaulich ist. Der Wert sollte im Nassfutter nicht über 1 % liegen. Ein Wert unter 0,2 % ist jedoch auch nicht unbedingt ratsam, da es sonst zu Verstopfungen kommen könnte.

Feuchtigkeit: Dieser Wert muss nur angegeben werden, wenn mehr als 14 % Feuchtigkeit im Futter enthalten sind. Das bedeutet, in den seltensten Fällen werdet ihr diesen Wert auf der Trockenfutterpackung finden. Ein Wert über 80 % sollte euch stutzig machen. Warum? Innereien haben einen Feuchtigkeitsgehalt von ca 77 %, Muskelfleisch und Herz liegen bei etwa 62 – 65 %. Wenn wir nur auf frisches Fleisch schauen, wäre der Feuchtigkeitsgehalt deshalb bei ca 70 %. Alles was drüber ist, ist dann in der Regel Wasser. Für die Katze ist Wasser EXTREM wichtig! Wenn ihr aber ein Katzenfutter kauft, wäre es schön, wenn ihr wirklich hauptsächlich das Futter bekommt und nicht nur Brühe oder Wasser. Das Wasser könnt ihr immer extra dem Futter bei geben.

NfE – dieser Wert steht da nicht auf der Packung. Dafür braucht ihr einen Taschenrechner (oder euren Kopf 😉 ). NfE steht für Stickstofffreie Extraktstoffe. Das sind. u.a. Zucker, Stärke, organische Säuren und Pektine und könnte auch als Wert für “versteckte” Kohlehydrate stehen. Für Diabetiker ist dieser Wert extrem wichtig und sollte so gering wie möglich sein. In den meisten Nassfuttersorten wird dieser Wert unter 5 % liegen. Allerdings sollte man sich das ganze hier auch in der Trockensubstanz ansehen – wenn man also den Feuchtigkeitsanteil komplett eliminiert.

Der NfE-Wert errechnet sich aus 100 abzüglich der Summe aller Weender Analyse Werte. Je geringer der Wert, desto besser. Schauen wir nochmal zum Leonardo: Protein 11,2 %; Fettgehalt 5,6 %; Rohasche 2,2 %; Rohfaser 0,3 %; Feuchtigkeit 80 %

Wir rechnen also: 100 – (11,2 + 5,6 + 2,2 + 0,3 + 80) = 100 – 99,3 = 0,7.

In der Trockensubstanz errechnet sich wie folgt: 100 – Feuchtigkeit. Bei Leonardo wären das 20 %.

Der NfE in der Trockensubstanz ist dann also: (0,7 (NfE) / 20 (Trockensubstanz) x 100 = 3,5.

Das Spiel können wir nun mit Felix Sensations Soße machen: Analytische Bestandteile: Protein 12,5 %, Fettgehalt 2,5 %, Rohasche 2,5 %, Rohfaser 0,05 %, Feuchtegehalt: 80 %

NfE = 100 – (12,5 +2,5 +2,5 +0,05 + 80) = 2,45 – Das klingt an sich ganz gut.

NfE Trockensubstanz = 2,45 / 20 x 100 = 12,25 – Das klingt nicht mehr so gut.

Schauen wir uns einmal ein Trockenfutter an und ich wähle nun bewusst eine getreidefreie Sorte:  MAC’s Cat Adult Ente, Pute & Huhn

Analytische Bestandteile: Protein 32 %, Fettgehalt 13 %, Anorganische Stoffe 7 %, Rohfaser 4,5%, Feuchtigkeit 10% (Dieser Wert ist nicht angegeben; die meisten Trockenfuttersorten liegen bei einem Feuchtigkeitsgehalt von 8 – 12 %, deshalb wähle ich den Mittelwert.

Wir rechnen also: 100 – (32+13+7+4,5+10) = 100 – 66,5 = 33,5 %

Woran liegt das? Dieses Futter hat einen hohen Anteil an Kartoffelflocken, Süßkartoffel, Erbsen, welche alle einen Einfluss auf den NfE-Wert haben. Getreidefrei heißt eben nicht Stärkefrei. Stärke ist in sämtlichen Getreidesorten (Weizen, Reis, Mais, etc) und deren Erzeugnissen, sowie sämtlichen Hülsenfrüchten (Erbsen, Bohnen, …)  enthalten.

Wichtig ist noch anzumerken, dass die Weender Analyse allein kein Indiz für gute oder schlechte Qualität ist. Man sollte immer das ganze Futter anschauen. Wie genau die Analysewerte sind, ist auch nicht nachprüfbar, da diese Analyse nicht für jede Charge neu gemacht wird.


2. Energie

Ähnlich wie beim Menschen wird bei Katzen ein Mindestbedarf an zugeführter Energie empfohlen. Hier geht es um Kalorien (die kleinen Tierchen, die bei uns Nachts die Kleidung enger futtern 😉 ).

Bei einer ausgewachsenen, gesunden, normalgewichtigen Katze kann man folgende Formel für den (Erhaltungs)Energiebedarf nach NRC nutzen: 100 x Körpergewicht0,67 . Wiegt die Katze 5 kg rechnet man 100 x 50,67 = 294 kcal. Eine 4,5 kg Katze braucht nur noch 100 x 4,50,67 = 274 kcal

Ganz Pauschal sollte man diese Formel jedoch auch nicht sehen, da aktivere Katze etwas mehr Energie benötigen, da sie mehr verbrauchen. Ruhige/Ältere Katzen benötigen etwas weniger, da sie mehr schlafen.

Wenige Futtersorten geben die Energieangaben an und auch hier gibt euch die Fütterungsempfehlung oft ein Indiz, wie hoch die Energiedichte ist.

Nehmen wir wieder Leonardo und Felix im Vergleich. Auf beiden ist die Energiedichte nicht vermerkt. Auch hier hilft uns aber die Weender Analyse, denn auch dafür gibt es eine Formel:

Energie in kj = (Rohprotein x 17) + (Rohfett x 39) + (Rohasche x 17) + (Rohfasern x 17)

Energie in kcal pro 100 g Futter = ((Rohprotein x 17) + (Rohfett x 39) + (Rohasche x 17) + (Rohfasern x 17)) x 0,239

Leonardo Finest Selection Huhn: Protein 11,2 %; Fettgehalt 5,6 %; Rohasche 2,2 %; Rohfaser 0,3 %

Wir rechen somit: ((11,2 x 17) + (5,6 x 39) + (2,2 x 17) + (0,3 x 17)) x 0,239 = 108 kcal/100 g Futter

Felix Sensations Soße: Protein 12,5 %, Fettgehalt 2,5 %, Rohasche 2,5 %, Rohfaser 0,05 %

Wir rechnen: ((12,5 x 17) + (2,5 x 39) + (2,5 x 17) + (0,05 x 17)) x 0,239 = 84 kcal/100 g Futter

Da habt ihr ein weiteres Indiz, warum man mehr vom Felix füttern muss, als vom Leonardo.

MAC’s Cat Adult Ente, Pute & Huhn: Protein 32 %, Fettgehalt 13 %, Anorganische Stoffe 7 %, Rohfaser 4,5%

Wir rechnen: ((32 x 17) + (13 x 39) + (7 x 17) + (4,5 x 17)) x 0,239 = 298 kcal/100 g Futter

Deshalb würde man – was die Menge angeht – auch weniger Trockenfutter füttern, als wenn man Nassfutter füttert.

Unser 5 kg Kater braucht einen Energiebedarf von idealerweise 294 kcal am Tag. Vom Leonard müsste er somit 270 g täglich fressen. Vom Felix braucht er schon 350 g und vom Mac’s Trockenfutter nur noch 100 g. Idealerweise passt das mit der Fütterungsempfehlung zusammen. Sollte das nicht der Fall sein, liegt das ggf. mit der Nährstoffversorgung an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen zusammen.

Rechnet das einmal für euer Futter nach und fragt mich gern, wenn ihr unsicher seid.


3. Futtermittelzusätze

Es gibt inzwischen einige Futtersorten, die ganz groß damit werben, dass sie keine Zusatzstoffe, Konservierungsstoffe nutzen. Und schon gar keine synthetischen Zusatzstoffe. Das scheint auch einen guten Effekt zu haben. ABER – diese Zusatzstoffe haben ab und an sogar einen Sinn und ich würde diese jetzt nicht von vornherein verteufeln.

Welche Zusatzstoffe gibt es im Fertigfutter?

  • Konservierungsmittel – diese sollen das Futter haltbar machen und müssen nur deklariert werden, wenn diese vom Futtermittelhersteller zum Futter gefügt werden. Wenn der Hersteller des Futters eine Mischung aus z.B. Fleischmehl und Konservierungsstoffen dem Futter zugibt, muss er die Konservierungsstoffe nicht mehr deklarieren, sondern kann einfach Fleischmehl als Inhaltsstoff nennen. Beispiele sind: Vitamin E, BHA und BHT, Propylgallat (E310 – verboten für Säuglinge und Kinder) und Ethoxiquin (E324 – Verboten in Lebensmitteln)
  • Geliermittel – da das Futter sonst ggf auseinander laufen würde. Einige Katzen haben eine Allergie oder Unverträglichkeit gegen Geliermitten (z.B. Cassia Gum), weshalb Fertigfutter für eine Ausschlussdiät nicht geeignet ist.
  • Geschmacksverstärker- sind zum einen für das Tier, damit es besser riecht und/oder schmeckt und zum anderen auch für den Menschen, damit das Futter nicht so ekelhaft riecht. Diese Stoffe können z.B. Fett, Zucker, Proteine + deren Hydrolysate, Glutamat,Hefe,… sein.
  • Farbstoffe wie Karamell, Melasse, Carotin oder Azo-Farbstoffe (welche auf Lebensmitteln deklariert werden müssen), die an sich für das Tier keinen Nutzen haben und das Futter nur schön aussehen lassen sollen.
  • Vitamine – die im Futter sonst fehlen würden. Meist sieht man Vitamin A, D und E deklariert.
  • Mineralstoffe, Spurenelemente – die im Futter sonst ebenfalls fehlen würden.
  • Taurin – muss dem Futter zugesetzt werden und ich empfehle entweder ein Nassfutter zu kaufen, welches mind. 1500 mg/kg enthält oder das Taurin zu supplementieren. Taurin ist extrem hitzeemfindlich. Da alle Werte auf der Futterverpackung die Deklaration vor der Erhitzung betragen, kann der Wert nach der Erhitzung zum Teil deutlich geringer sein.

Schauen wir uns einmal ein solches Futter an, welches keine Zusatzstoffe enthält.

Eines der bekanntesten Futtermittel, die man oft nur über bestimmte Vertreter kaufen kann, und von denen sicher viele von euch schon einmal gehört haben, ist Petfit. Ich habe mir nun einmal PETfit Cat Putenfleisch in Soße angeschaut:

Zusammensetzung: 18% Putenherzen, 17% Putenfleisch, 13% Putenmagen, 11% Putenhälse, 8% Putenleber, 2% Süßkartoffeln, 1% Preiselbeeren, Mineralstoffe, 0,2% Bierhefe, 0,2% Fischöl | Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Taurin 1000mg/kg

Analytische Bestandteile: Rohprotein: 11,5%, Rohfett: 6,5%, Rohasche: 1,3%, Rohfaser: 0,3%, Feuchte: 79%, Calcium: 0,24%, Phosphor: 0,20%

Häufige Vitaminzusätze sind Vitamin D und E. Katzen können leider nicht, wie wir Menschen, Vitamin D aus Sonnenlicht gewinnen. Deshalb müssen sie dies über die Nahrung aufnehmen. Und es gib kein anderes Nahrungsmittel, welches mehr Vitamin D enthält, als Fisch (und Lebertran). Zum Vergleich: 100 g Forelle enthält 22 μg Vitamin D. Der einzige Nennenswerte Vitamin D Anteil im Fleisch ist in Hühnerleber mit 1,3 μg enthalten. Der tägliche Bedarf an Vitamin D für unseren 5 kg-Kater liegt bei 0,5 μg. Das heißt aber nicht, dass wir nun gut 50 g Hühnerleber füttern sollten, denn diese enthält dann schon wieder viel zu viel Vitamin A. Auch Vitamin E sollte hier supplementiert werden. In der Regel wird das bei Katzen in Form von VItamin E Alpha-Tocopherol gemacht, da es kaum nennenswerte Mengen in tierischen Ursprung gibt.

Kurz um – im Petfit ist nicht genug Vitamin D und E enthalten. Ein Vitamin D Mangel kann von einem erhöhten Gehalt von Calcium abgefedert werden. Hier haben wir in 300 g Futter einen Calcium-Gehalt von 720 mg. Das wäre dann der 3-fache Calciumbedarf für unseren 5-kg-Kater. Dauerhaft kann ein Vitamin D-Mangel zu Knochendeformierungen und neurologischen Problemen führen. Vitamin E-Mangel kann dauerhaft zu Deformierungen des Bewegungsapparates, Herzerkrankungen und Fortpflanzungsproblemen führen.

Mir persönlich gefällt an diesem Futter auch nicht, dass hier Süßkartoffel und Preiselbeeren enthalten sind. Der Muskelfleischanteil ist ebenfalls etwas gering. Ansonsten ist das Futter jedoch – wenn man es mit anderen Marken mischt – in Ordnung.

Fazit ist jedoch – Zusatzstoffe haben ab und an durchaus ihren Sinn.


So, ihr Lieben. Das waren wieder viele Infos für euch.

Wenn ihr Fragen habt, gebt mir gern Bescheid.

Eure Nicole

Welches Katzenfutter soll ich kaufen?

Hallo ihr Lieben,

ich werde immer wieder gefragt, welches Katzenfutter ich empfehlen würde. Diese Frage lässt sich im Endeffekt nicht so einfach beantworten, da ich einen seeeeeeehr hohen Anspruch an das Futter habe. Da ich selbst entscheiden will, was in meine Tiere kommt, stelle ich das Futter auch selbst zusammen und füttere diese mit rohem Fleisch. Wer dies von mir erlernen möchte, kann gern an meinem Vortrag “BARFEN für Katzen” teilnehmen. Anmeldung hier .

Ich verstehe aber auch, dass BARFen nicht für jeden zeitlich möglich ist oder auch der Ekel von rohem Fleisch, rohen Innereien oder gar Blut sehr groß ist. Und wenn ich vergesse Futter aufzutauen, greife ich auch zu einem “Notfutter”.

Ich erkläre euch hier einfach mal, worauf es MIR bei Katzenfutter ankommt

1. Deklaration:

Beim Fertigfutter unterscheidet man zwischen geschlossener, halb-offener und offener Deklaration. Hier ein paar Beispiele

Geschlossene Deklaration: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (38%, davon 94% natürlich*, u.a. 4% Huhn), Getreide, Mineralstoffe (0.5%), Öle und Fette (u.a. 0.1% Sonnenblumenöl), Zucker. Whiskas Geflügelauswahl 1+

  • 38 % Fleischanteil ist für eine Katze viel zu wenig
  • 94 % von diesen 38 % sind natürliches Fleisch…
  • und von diesen 38 % Fleisch und tierischen Nebenerzeugnissen, sind 4 % Huhn – und schon darf sich diese Sorte laut EU-Richtlinien “Geflügel”nennen
  • der Rest an tierischen Anteil kann alles mögliche sein und von allen möglichen zum Verzehr geeigneten Tieren kommen
  • Getreide kann auch alles von Weizen, Hafer, Mais, etc und deren Abfallprodukte sein

Halboffene Deklaration: Hühnerfleisch, -herz, -leber, -muskelmagen (70 %); Fleischbrühe vom Huhn (29,3 %); Mineralstoffe (0,5 %); Lachsöl (0,2 %) Leonardo Finest Selection “Huhn pur” 

  • Hier sieht der Verbraucher, dass 70 % vom Futter aus Hühnerfleisch, -herz, -leber, -muskelmagen bestehen
  • Rechnet man alle Bestandteile mit 70 %, 29,3 %, 0,5 % und 0,2 % zusammen – sieht man 100 % Bestandteile
  • Unklar ist noch der Anteil an Fleisch, Herz, Leber, Magen

Offene Deklaration: Hühnerfleisch 95% in Lebensmittelqualität (davon 60% Hünchenmuskelfleisch, 17,5% Hühnerherz, 17,5% Hühnerleber, 5% Hühnermägen), Karotte 1,6%, Zucchini 1,6%, Gurke 1,6%, Kalzium in Form von gemahlenen Eierschalen, Meersalz, Zusatzstoff Taurin 1.000mg/kg Lucky Kitty Premium Katzenfutter Huhn

  • Offene Deklaration ist äußerst selten
    • Erklärung der Hersteller: Rezeptur soll geheimgehalten werden
  • Hier sieht man als Verbraucher 99,8 % der Inhaltsangaben, weiß wie viel von welchem Teil vom Huhn enthalten ist, wieviel von welchem Gemüse verarbeitet wurde

MEIN FAZIT: Je genauer die Deklaration, desto weniger hat der Hersteller zu Verstecken

2. Inhalt

Abgesehen davon, dass ich darauf achte, dass zum Fleisch genügend angaben gemacht sind, dass nicht zu viel Innereien und am liebsten kein billiges und schwer verdauliches Bindegewebe (wie Lunge, Euter, Pansen) im Katzenfutter sind, ist es mir wichtig, welche anderen Zutaten enthalten sind.

Obst – hat in der Katze nichts zu suchen. Das braucht die Katze nicht, sie kann damit nichts anfangen und klingt im Endeffekt nur für den Menschen appetitlicher (Fleischmenü mit Aprikose).

Hoher Gemüseanteil: Katzen sind Fleischfresser und benötigen aller-allerhöchstens 10 % Gemüse. Persönlich gehe ich niemals über einen Anteil von 5 % Gemüse und auch nur dann, wenn es sich um Karotten, Kürbis oder Zucchini handelt. Diese dienen der Katze als Ballaststoffe für eine bessere Verdauung. Rote Beete, Tomaten, Paprika, etc haben in der Katze nichts zu suchen.

Kohlehydrate: Getreide, Kartoffeln, Erbsen, Bohnen, Soja, Quinoa, Amaranth, Reis, Nudeln, uvm – das sind alles Kohlehydrate, die die Katze nicht so verwertet, wie es ein Mensch oder ein Hund tut. Kohlehydrate werden von Katzen in Glukose umgewandelt, welche zur Energiegewinnung herangezogen werden. Katzen stellen Glukose jedoch vorrangig aus tierischen Bestandteilen her, was bedeutet hier wird mehr Glukose hergestellt als benötigt wird, was schnell zu Übergewicht und den Folgekrankheiten führen kann.

Pflanzliche Öle: Das klingt auch immer sehr gesund: Sonnenblumenöl, Diestelöl, Leinöl. Diese sehe ich sehr oft im Katzenfutter. Problem: Diese Öle sind Omega-3-Öle und sollen dem Menschen und dem Hund dienen diese in die wichtige Arachidonsäure umzuwandeln. Katzen fehlt jedoch das Enzym um pflanzliche Öle zu verwerten und es schwirrt wieder ein – für die Katze – wertloser Bestandteil im Körper, der dann auch noch über die Leber abgebaut werden muss, was diese aber nur ganz langsam hinbekommt und auf Dauer in größeren Mengen schädlich sein kann. Die Menge an pflanzlichen Ölen ist zwar meist gering, aber ich bin – wie bereits gesagt – sehr pingelig. Warum etwas in die Katze reinstopfen, mit dem sie eh nichts anfangen kann?

Fleisch: Für mich ist wichtig, dass der Muskelfleischanteil den größten Teil der tierischen Bestandteile ausmacht, denn so ist es bei der Maus schließlich auch. Herz ist ebenso wichtig, da es einen hohen Taurinanteil hat. Leber, Niere, Milz und Lunge sollten einen kleinen Anteil ausmachen. Die Leber an sich ist sehr wichtig, da sie die Hauptquelle an Vitamin A ist. Denke ich an die Rohfütterung reichen aber oft wenige Gramm täglich, um den Bedarf der Katze zu decken. Fakt ist aber, dass Katzen die lebenswichtigen Aminosäuren ausschließlich aus tierischen Eiweisen synthetisieren können.

UND Machen wir uns nix vor: Es sei denn wir kaufen das Fleisch vom lokalen Bauern – jedes Fertigfutter enthält Fleisch aus der Massentierhalten und die Kühe haben eher selten glücklich auf der Weide gegrast. Ich habe bisher von einem Futtermittelhersteller die Behauptung gehört, es werden nur Weidetiere im Futter verwendet. Da diese Behauptung auf deren Website jedoch nicht niedergeschrieben ist, werde ich auch den Hersteller nicht nennen.

Taurin: Taurin ist eine essentielle Aminosäure, die Katzen dummerweise nicht selbst synthetisieren können. Damit sind sie wohl auch das einzige Säugetier… Der Bedarf an Taurin liegt bei 50 mg pro Kilo. Eine 4 kg Katze benötigt also mindestens 200 mg Taurin täglich. Taurin ist extrem hitzeempfindlich. Und nun schau mal auf dein Katzenfutter. Wenn Taurin enthalte ist, steht dort die Angabe, wieviel Taurin in 1 kg Katzenfutter enthalten ist (vor der Verarbeitung). z.B. 400 mg/kg. Wie ist deine Einschätzung?

3. Fütterungsempfehlung

Ein weiteres Indiz, ob ein Futter hochwertig ist oder nicht, ist die Fütterungsempfehlung. Meine Beispiele beziehen sich nun alle auf eine Katze mit 4 kg Gewicht.

  • Eine 4-kg-Katze, die gebarft wird, bekommt am Tag etwa 100 – 120 g BARF. Davon kann sie das meiste verwerten und dementsprechend klein sind auch die Häufchen.
  • Die Fütterungsempfehlung vom oben genannten Whiskas Gelügelauswahl 1+ liegt bei 3 Portionsbeuteln (je 100 g), also 300 g pro Tag. Von diesen 300 g sind 38 % tierischer Anteil (also 114 g).
  • Leonardo empfiehlt 2 – 3 Portionsbeutel (je 85 g) für die 4-kg-Katze, wobei ich hier zu 2 Beuteln für ruhigere Wohnungskatzen tendiere und zu 3 Beuteln bei aktiven Freigängern. Wir liegen also bei 190 g – 255 g.
  • Lucky Kitty empfiehlt “4 % des Körpergewichtes”, was in unserem Fall 160 g sind.

Schaut doch mal auf euer Futter und die Fütterungsempfehlung. In der Regel hat das Futter mit einer höheren empfohlenen Menge einen größeren Kohlehydrat oder Bindegewebeanteil und ihr kauft im Endeffekt mehr Futter ein. Und wenn wir einmal ganz ehrlich sind, dann spielt der Preis vom Futter doch oft auch eine Rolle.

4. Trocken vs Nass

Diese Diskussion hatte ich neulich wieder in einer Facebook-Gruppe gesehen und mich doch verleiten lassen mitzumischen. Ich sollte das wirklich lassen…

Meine Antwort ist: Füttere, was du für richtig hältst. Füttere was du willst. Aber! Sei dir der möglichen Konsequenzen bewusst.

Trockenfutter hat einen Feuchtigkeitsgehalt von unter 14 %. Dieser muss nicht einmal auf der Packung ausgewiesen werden. Es ist inzwischen den meisten Katzenbesitzern bekannt, dass unsere Hauskatze von der afrikanischen Falbkatze abstammt. Diese lebt in der Wüste und bekommt die meiste Feuchtigkeit über ihre Beutetiere. Unsere Stubentiger haben im Laufe der letzten 70 – 80 Jahre leider nicht gelernt, dass sie ganz viel trinken müssen, wenn sie Trockenfutter fressen. Tun sie dies nicht, entzieht das Futter dem Körper Wasser, denn das Futter wird in der Regel quellen – egal wie. Probiere es doch einfach mal aus. Lege einen Krümel Trockenfutter in ein Glas Wasser und schau es dir an. Wie oft habe ich als Katzensitterin bereits erbrochenes Trockenfutter aufwischen dürfen, weil die Katze zu viel gefressen hat, es aufgequollen ist und nirgendwo sonst hin konnte, als vorn wieder hinaus.

Es gibt so ziemlich kein Trockenfutter, welches keine Kohlehydrate enthält. Warum? Damit die restlichen Zutaten (Tiermehl, Rübenschnitzel, Cellulose, usw) zusammenhalten, sonst würde alles zerfallen. Und… es ist natürlich billig.

Beachtet bitte auch die Fütterungsempfehlung von Trockenfutter, denn die ist bei weitem geringer, als im Feuchtfutter. Nehmen wir wieder Whiskas. Empfehlung für unsere 4-kg-Katze beim Nassfutter: 300 g am Tag. Und das Trockenfutter? Ganze 55 g. Du müsstest also das Futter täglich auf 55 g abwiegen, um zu verhindern, dass deine Katze übergewichtig wird und/oder einen Überschuss an Nährstoffen zu sich nimmt.

Übrigens – Fun Fakt – Trockenfutter wurde erst um die Zeit des 2. Weltkrieges in den USA erfunden. Und Katzenfutter gibt es erst seit den 60er/70er Jahren.

Ich habe vor einer Weile einen Teil der Website www.catinfo.org übersetzt. Dort gibt es noch einige Infos mehr über die Grundlagen der Katzenernährung und Trockenfutterfütterung.

5. Was würde ich denn nun empfehlen?

Viel geschwafelt, nix gesagt. Ich persönlich mache eine Entscheidung aus:

  • Womit fühle ich mich mit meinem Wissen als Tierbesitzer wohl.
  • Womit fühle ich mich mit meinem Wissen als Ernährungsberater wohl.
  • Was wird (gern) gefressen.
  • Was kann ich mir leisten.
  • Und daraus schlussfolgernd, was ist das kleinere Übel?

Das bedeutet für mich, dass ich zur Not ab und an einige Sorten von Leonardo Finest Selection füttere (ausgenommen der Sorten mit Käse, Cranberries, Banane), Mac’s (ohne Obst, Kräuter), MjamMjam und – wenn es in Ausnahmefällen doch mal ein paar Krümel Trockenfutter gibt – die Sorte “Beute Nah” von Markus Mühle.

 

Das bedeutet nun jedoch nicht, dass diese Sorten die Besten da draußen sind und ich alle anderen schlecht finde. Ich sage nur, dass diese für MICH im Moment die akzeptablen Sorten sind. Wenn ihr mich in ein paar Monaten fragt, habe ich vielleicht ein anderes Futter gefunden, welches ich als besser geeignet empfinde. Schickt mir gern eure Empfehlungen 😉

Auch sind das noch lange nicht alle Faktoren, auf die man beim Fertigfutter achten sollte. Aber das wird ein anderer Blog-Beitrag 😉

Wer mehr über Fertigfutter erfahren möchte, darf gern zu meinem Seminar am 9.2.2019 kommen.

Eure Nicole

Wie füttere ich meine Katze: Grundlagen der Katzenernährung

Hallo ihr Lieben,

Katzenernährung. Das Thema beschäftigt mich ja nun seit einiger Zeit. Ich habe neulich die Seite catinfo.org gefunden, nachdem ich ein Interview mit der amerikanischen Tierärztin Dr. Pierson auf YouTube gesehen hatte. Auf dieser Webseite habe ich Übersetzungen in mehreren Sprachen gefunden, jedoch keine Übersetzung ins Deutsche. Somit habe ich die Dame kontaktiert und sie hat mir ihr OK gegeben Ihre wissenschaftliche Arbeit ins Deutsche zu übersetzen und auch in meinen Blog zu posten.

Ich werde am Ende des Artikels noch ein paar meiner Gedanken hinzufügen. Erstmal viel Spaß beim Lesen.

 


Wie füttere ich meine Katze: Grundlagen der Katzenernährung.

Lisa A. Pierson, DVM

Catinfo.org

Die Ernährung ist das A und O der Gesundheit. Dieser Artikel legt einige oft ignorierte Prinzipien der Katzenernährung dar und erklärt, warum Katzen eine viel bessere Chance auf optimale Gesundheit haben, wenn Sie eine Nassfutternahrung bekommen anstatt Trockenfutter. Wenn du dir ein wenig Gedanken darüber machst, was du deiner Katze fütterst, kann es sich über die Lebensspanne der Katze auszahlen und dem Tier mögliche ernste, schmerzhafte, lebensbedrohliche und kostspielige Krankheiten ersparen.

Immer mehr ernährungsinformierte Tierärzte empfehlen verstärkt das Füttern von Nass- anstatt Trockenfutter. Dennoch empfehlen oder billigen viele Tierärzte immer noch das Füttern von Trockenfutter. Leider ist dieses artenuntypische Futter jedoch nur dazu da, Krankheiten in unseren Katzen hervorzurufen, wie wir später berichten werden.

Wie es in der Humanmedizin üblich ist, erhalten auch Tierärzte wenig Schulungen zum Thema Ernährung. Und das, was unterrichtet wird, vermitteln oft Repräsentanten der Tierfutterhersteller oder der Lehrgang wird von der kommerziellen Tierfutterindustrie gesponsert und damit stark beeinflusst. Daraus resultiert ein großer Interessenkonflikt. Nachdem wir die Universität verlassen, stammen die häufigsten Möglichkeiten der Ernährungs-„Entwicklung“ weiterhin von den großen Tierfutterfirmen, welche das sogenannte „therapeutische/verschreibungspflichtige“ Veterinärtierfutter herstellen. Das Resultat ist leider, dass Tierärzte nicht immer die beste Quelle für Ernährungstipps sind.

Trockenfuttersüchtige

Wenn deine Katze nach Trockenfutter süchtig ist, schau dir bitte die Tips for Transitioning Dry Food Addicts to Canned Food (engl) in der Sidebar auf catinfo.org an.

Mit genügend Geduld und Tricks kann man alle Katzen zu einer wasserreichen, kohlehydratarmen Ernährung umstellen.

Was ist denn an Trockenfutter so schlimm (inklusive der Spezialnahrung vom Tierarzt)?

Die drei Schlüsselprobleme, welche mit Trockenfutter assoziiert werden, sind:

  1. Niedriger Flüssigkeitsgehalt – Ursache für ernste und lebensgefährliche Harntraktkrankheiten, inklusive der schmerzhaften und oft fatalen (und teuer zu behandelnden) Harnabflussstörung. Auf catinfo.org (Urinary Tract Diseases – engl.) seht ihr Opie’s Bilder, wo ihr erkennen könnt, wie sehr der Kater infolge der Trockenfutter-Ernährung leidet.
  2. Zu hoher Anteil an Kohlenhydraten: – unterstützt die Entwicklung von Diabetes, Übergewicht und Darmkrankheiten. Auch Trockenfutter mit wenig Kohlehydraten ist ungesund, da es trotz allem einen niedrigen Anteil an Feuchtigkeit hat und stark gekocht wurde, was in Nährstoffverlust resultiert.
  3. Zu viele pflanzliche Proteine: Katzen sind Karnivore und sind so ausgelegt, dass sie nur Fleisch fressen – kein Getreide, keine Pflanzen. Getreide ist nur dazu gut, die Profitspanne der Tierfutterhersteller zu steigern – und es ist ungesund für deine Katze!

Andere negative Eigenschaften von Trockenfutter:

  • bakterielle Verunreinigung (kann zu Erbrechen und Durchfall führen)
  • Schimmelpilze (im Getreide enthalten und sehr giftig)
  • Insekten und deren Fäkalien (können Atmungsprobleme hervorrufen)
  • einige Inhaltsstoffe rufen Allergien hervor
  • Trockenfutter ist so stark gekocht, dass lebenswichtige Nährstoffe verändert bzw. zerstört.

Meiner Katze geht es mit Trockenfutter “ganz gut“!

Diese Aussage höre ich von Leuten oft, aber beachtet einmal Folgendes:

  • Jedem Lebewesen geht es „ganz gut“, bis sichtbare Zeichen einer Krankheit erkennbar sind. Das mag offensichtlich und banal klingen, aber denkt mal drüber nach…
  • Jeder Katze auf dem Feline Diabetes Message Board ging es „ganz gut“, bis deren Besitzer die ersten Anzeichen von Diabetes erkennen konnten.
  • Jeder Katze mit einem Harnwegsverschluss ging es „ganz gut“, bis sie Probleme beim Urinieren hatten, sie durch eine geplatzte Blase gestorben sind oder zum Setzen eines Notfallkatheters zum Tierarzt mussten.
  • Jeder Katze mit einer Blasenentzündung (Zystitis) ging es „ganz gut“, bis sie Schmerzen oder Blut im Urin und es nicht mehr zum Katzenklo geschafft haben.
  • Jeder Katze ging es „ganz gut“, bis sich durch die Fütterung von nicht-artgerechten, hyperallergischen Zutaten eine Futtermittelintoleranz zeigte oder sich gar IBD (inflamatory bowel disease = chronisch entzündliche Darmerkrankung CED) oder Asthma bemerkbar machte.
  • Jeder Katze ging es „ganz gut“, bis sich Nieren- oder Blasensteine bemerkbar machten.
  • Jedem Krebspatienten ging es „ganz gut“, bis der Tumor groß genug war und es genügend sichtbare Anzeichen gab.

Der Punkt ist, dass Krankheiten lange vor sich hin brodeln, bevor sie zu erkennen sind. Und deshalb bedeutet mir der Satz „Meiner Katze geht es mit Trockenfutter ganz gut“ sehr wenig, denn ich glaube an vorbeugende Ernährung. Ich möchte letzten Endes nicht sagen müssen: „Ups, jetzt geht es ihr nicht so gut!“, wenn mir ein Patient mit Problemen präsentiert wird, die man durch artgerechte Ernährung (kohlenydratarmes Nassfutter oder selbst zubereitetes Futter –  nicht Trockenfutter!) hätte verhindern können.

Natürlich sollte man Folgendes verstehen, um das Argument der vorbeugenden Ernährung zu vertreten:

  • Alle Harntraktsysteme sind viel gesünder, wenn genügend Wasser durchfließt. Schmerzhafte, lebensgefährliche und teure Harnwegsverschlüsse entstehen häufig, wenn Katzen (vor allem männliche) Trockenfutter fressen. Diese Blockierungen sind ernste medizinische Notfälle. Sie sind jedoch extrem selten, wenn Katzen Nassfutter bekommen, vor allem, wenn man zusätzliches Wasser hinzufügt. Katzen (männlich, weiblich), welche eine wasserreiche Ernährung genießen, bekommen seltener eine schmerzhafte Zystitis.
  • Von Natur aus haben Katzen ein niedriges Durstgefühl und müssen Wasser über die Nahrung aufnehmen. Die normale Beute einer Katze enthält zwischen 70 – 75 % Feuchtigkeit, Trockenfutter enthält nur 5 –  10 %. Im Gegensatz zum Wunschgedanken der Besitzer  trinken Katzen nicht genug, um das Defizit auszugleichen. Mehrere Studien zeigen, dass Nassfutter fressende Katzen die doppelte Menge an Feuchtigkeit zu sich nehmen verglichen mit Katzen, die nur Trockenfutter fressen.
  • Kohlenhydrate richten bei der Blutzucker-/Insulinbalance einiger Katzen verheerenden Schaden an. Trockenfutter, aber auch einige Nassfuttersorten, hat einen hohen Kohlenhydrateanteil – einige sind schlimmer als andere. Beachtet bitte, dass „getreidefrei“ nicht immer auch kohlehydratfrei bedeutet, da dort statt Getreide Kartoffeln und Erbsen genutzt.
  • Katzen sind reine Karnivoren, was bedeutet, dass sie so gebaut sind, dass sie nur fleischliche Proteine verarbeiten können.
  • Gegenteilig zum populären Mythos ist Trockenfutter zudem nicht gut für die Gesundheit der Zähne und es gibt auch keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Trockenfutter Zahnkrankheiten vorbeugt. Oft schlucken Katzen das Trockenfutter ganz, aber selbst wenn es zerkaut wird, ist es zu brüchig und zerbröselt einfach – es kann die Zähne nicht polieren. Nassfutter ist für die Zähne nicht besser (aber auch nicht schlechter). Man kann der Katze täglich die Zähne putzen oder ihr größere Fleischstücke zum Zerkauen geben. Mehr Infos unter: Making Cat Food – Dental Health (engl).

Das Füttern von Katzen ist definitiv eine Frage von „Bezahl jetzt oder Bezahl später“. Katzenbesitzer sagen oft, dass Nassfutter zu teuer ist. Aber, wenn man die Kosten für eine tierärztliche Behandlung in Betracht zieht, überdenken viele Leute die Ernährung, nachdem sie die Tierarztrechnung gesehen haben.

Ziehe eine vorbeugende Ernährung in Betracht, bevor dein Fellkind eine Krankheit erleiden muss, die durch eine richtige Ernährung hätte verhindert werden können.

Lies weiter, wenn du wissen willst, wie die artgerechte Ernährung einer Katze aussieht. Einige Informationen werden wiederholt, weil sie so wichtig sind.

Katzen benötigen ausreichend Wasser im Futter

Dieser Abschnitt ist unglaublich wichtig, da er betont, warum selbst kohlehydratarmes, getreidefreies Trockenfutter nicht das optimale Futter für deine Katze ist. Selbst das billigste Dosenfutter ist besser als jedes Trockenfutter auf dem Markt.

Katzen haben keinen großen Durstimpuls, wenn man sie mit anderen Tierarten vergleicht. Deshalb ist es entscheidend für sie, dass sie eine wasserreiche Ernährung genießen. Katzen nehmen die meiste Feuchtigkeit über das Futter auf, da deren Beutetiere zu 70 % aus Wasser bestehen. Trockenfutter ist so stark verarbeitet, dass es nur 5 – 10 % Feuchtigkeit enthält. Dosenfutter enthält ungefähr 78 % Wasser. Es ist eindeutig, dass Dosenfutter besser geeignet ist, die Feuchtigkeitsbedürfnisse der Katze zu decken.

Eine Katze, die hauptsächlich Trockenfutter frisst, trinkt mehr Wasser, als eine Katze, die Dosenfutter bekommt. Wenn man aber das Wasser aus allen Quellen zusammenrechnet (das im Futter und das, welches getrunken wird), so nimmt die Katze mit der Trockenfutterernährung nur etwa halb so viel Wasser zu sich, als die Katze mit der Nassfutterernährung.

Diese substantiell niedrigere Wassereinnahme setzt Katzen höheren Gefahren aus, Nieren- oder Blasenkrankheiten zu bekommen, bzw. einen äußerst schmerzhaften, teuren und möglicherweise fatalen Harnwegsverschluss zu erleiden.

Stell dir das Dosenfutter so vor, als würde es den Harnweg deiner Katze mehrmals täglich durchspülen. Es ist eine sehr wichtige Maßnahme, deiner Katze Harnwegsverschlüsse, -infektionen, -entzündungen und mögliche chronische Nierenbeschwerden zu ersparen. Diese chronischen Nierenbeschwerden (z. B. CNI) sind Hauptursachen für das frühzeitige Versterben von Katzen.

Katzen brauchen tierische Proteine

Katzen sind strikte Karnivoren, und die Nährstoffbedürfnisse eines Hundes und die einer Katze unterscheiden sich sehr.

Was bedeutet es, ein strikter Karnivor zu sein? Es bedeutet, dass deine Katze von Mutter Natur so gebaut wurde, dass sie nur tierische Proteine (Fleisch, Innereien) verdauen und verarbeiten kann – keine pflanzlichen Proteine (Getreide, Gemüse).

Es ist wichtig, dass du dich daran erinnerst, dass nicht alle Proteine auf gleiche Weise entstehen.

Proteine, die von Tieren stammen, haben ein komplett anderes Aminosäurenprofil. Aminosäuren sind die Bausteine der Proteine – stell sie dir als Puzzleteile vor. Pflanzliche Proteine enthalten nicht alle benötigten Aminosäuren (Puzzleteile), welche ein Karnivor benötigt. Die Qualität und Zusammensetzung eines Proteins (sind alle Puzzleteile vorhanden?) werden auch biologische Wertigkeit genannt.

Menschen und Hunde können einige Puzzleteile aus pflanzlichen Proteinen zu sich nehmen und aus diesen das gesamte Puzzle vervollständigen. Katzen können das nicht. Deshalb können Menschen und Hunde von vegetarischen Essen überleben, Katzen können das nicht. (Ich betone, dass ich es NICHT empfehle, seinen Hund rein vegetarisch zu ernähren.)

Generell kann man sagen, dass das Protein im Trockenfutter oft voller pflanzlicher Proteine ist und dass es immer stark erhitzt wurde. Es ist nicht von gleicher Qualität, wie das Protein im Dosenfutter, welches (in den meisten Fällen) hauptsächlich auf fleischlicher Basis ist und sanfter erhitzt wurde. Das Protein im Trockenfutter hat deshalb einen niedrigeren biologischen Wert,  denn pflanzliche Proteine sind billiger als tierische Proteine – Tierfutterhersteller haben eine höhere Profitmarge, wenn sie Mais, Getreide, Soja, Reis, etc nutzen.

Das meiste Nassfutter enthält mehr Proteine als Trockenfutter, wenn man die Werte auf der Packung außeracht lässt, da diese die Werte vor der Verarbeitung darstellen). Aber beachtet, dass die Menge an Proteinen euch nicht alles sagt. Der biologische Wert ist wichtig.

Wir füttern unseren Katzen zu viele Kohlehydrate

In der Natur würden Katzen niemals Kohlenhydrate (Getreide, Kartoffeln, Erbsen, etc) fressen, welche jedoch im Trockenfutter (und einigen Nassfuttersorten) zu finden sind. In der Wildnis frisst die Katze normale Beutetiere (Vögel, Nager, Eidechsen,…), welche viel tierisches Protein, Feuchtigkeit und moderat Fett enthalten aber nur weniger als 2 % ihrer Ernährung bestehen aus Kalorien in Kohlenhydraten.

Im Durchschnitt enthält Trockenfutter zwischen 35 – 50 % Kohlenhydrate (denkt an die Profitmarge), was die Zucker-/Insulin-Balance einiger Katzen aus dem Ruder werfen kann (siehe Diabetes – engl).. Qualitativ hochwertiges Dosenfutter hingegen enthalten ungefähr 3 – 5 % Kohlenhydrat-Kalorien. Beachte bitte, dass nicht jedes Feuchtfutter wenig Kohlehydrate enthält, da sie ebenfalls voller Getreide, Kartoffeln und Erbsen stecken (siehe Protein/Fat/Carb Chart – engl).

Katzen können Kohlehydrate nicht verwerten und es ist besorgniserregend, dass Futter, welches viele Kohlehydrate enthält, zu tödlichen Erkrankungen führen kann. Also warum füttern wir einem Fleischfresser Cerealien mit Fleischgeschmack?

 

Denkt „FRISCH“!

Viele von uns haben gehört, dass Ernährungsberater empfehlen, regionale Produkte einzukaufen, denn da bekommt man frisches, unverarbeitetes Essen (Früchte, Gemüse, Fleisch,…). Jeder weiß aber, dass Trockenfutter sehr stark verarbeitet wurde (z. B. lange Zeit hoch erhitzt) und man kann es nicht lokal herstellen.

Warum füttern wir unseren Katzen Trockenfutter?

Ganz einfach: Getreide ist billig. Trockenfutter ist praktisch.

Billig und praktisch verkauft sich gut.

Überleben viele Katzen das entwässerte, kohlehydratreiche, auf Pflanzen basierende, stark erhitzte, bakterienbeladene Trockenfutter?

Ja, viele überleben es. Ich habe mich jedoch entschieden, meine Katzen und meine Patienten so zu ernähren, dass sie eine optimale Gesundheit erfahren können – und nicht nur überleben. Es gibt einen riesigen Unterschied zwischen „gedeihen“ und „überleben“.

„Du bist, was du isst“ ist nicht nur eine nutzlose Phrase. Wie schon gesagt, die Ernährung bildet die Grundlage der Gesundheit jedes Lebewesens,– inklusive die unserer vierbeinigen Freunde.

Wenn du mehr erfahren möchtest, schau auf catinfo.org (auf Englisch).  Hier findest Du den gesamten Artikel und zusätzlich ein paar andere Informationen bezüglich Katzenhaltung (incl. Katzenklo-Probleme sowie die Zusammenstellung einer ausgewogenen Ernährung).

 

Dr. Lisa A. Pierson

catinfo.org

November 2013

Übersetzt von:

Nicole Zufelde-Paprotny, August 2017


 

Puh, das waren eine Menge Informationen, was?

Dr. Pierson spricht in ihrem Artikel über Katzenernährung davon, dass selbst das schlechteste Dosenfutter besser ist, als hochwertiges Trockenfutter. Den einzigen Vorteil, den ich jedoch zum (hochwertigen) Trockenfutter sehe, ist der, dass Dosenfutter einfach mehr Feuchtigkeit enthält. Der Fakt, dass der Inhalt ansonsten jedoch keinen deut besser ist, als schlechtes Trockenfutter und oftmals bei weitem zu wenig Taurin enthält, macht es für mich keinesfalls besser als hochwertiges Trockenfutter. Im Gegenteil. Aber darüber lässt sich bekanntlich streiten.

Wer das original Dokument lesen möchte, kann hier klicken.  Wer Feedback oder Fragen hat darf mich gern kontaktieren.

Habt einen tollen Tag.

Eure Nicole

 

Der Kurs “Katzen Barfen”

Hallo,

das Thema BARF (Biologisch Artgerechte RohFütterung), speziell Katzen Barfen, beschäftigt mich nun seit über einem Jahr. Hätte man mich früher dazu befragt, hätte ich einen Vogel gezeigt und gesagt “Du spinnst”. Ich habe meiner Katze weiterhin fleißig alles vom Drogerie-Futter bis hin zu den Markenprodukten von Purina  & Co. gegeben.

Das hat sich geändert, als ich ein Praktikum bei einer Bekannten meiner Mutter gemacht habe. Diese besitzt eine große Tierpension in Schleswig-Holstein und hat mehrere Hunde und Katzen, welche alle gebarft werden.

Und wenn man nun einmal genauer darüber nachdenkt, was im Standard-Hundefutter und -Katzenfutter (Nass und Trocken) enthalten ist, sieht man oft drei Bestandteile, die mich stuzig machen:

  1. Fleisch und Fleischnebenerzeugnisse / tierische Nebenerzeugnisse
  2. Getreide (auch manchmal Weizeneiweiß genannt)
  3. Zucker

Gerade bei Zucker frage ich mich – Was um alles in der Welt hat das im Tierfutter zu suchen? Es ist ja nun auch bekannt, dass Diabetes nicht nur zur “Volkskrankheit” unter Menschen geworden ist. Genauso Getreide. Gerade Katzen sind reine Carnivoren, also Fleischfresser, und können Getreide gar nicht verwerten. Fleisch und Fleischnebenerzeugnisse klingt nun noch ganz gut. Tierische Nebenerzeugnisse hingegen… Was außerdem interessant ist: Schaut einmal auf das Katzenfutter, welches ihr euren Fellpopos füttert. Nehmen wir einmal die Sorte Huhn. Ich sehe sehr oft in der Zusammensetzung vom Katzenfutter: Fleisch- und Tierische Nebenerzeugnisse (4 % Huhn). Das bedeutet, 4 % vom Tierischen Anteil in dem Futter stammt vom Huhn. Die restlichen 96 % vom Tierischen Anteil können demnach sonst woher kommen, inklusive Fell, Krallen, Augen und andere (für den Menschen) sehr unappetitliche Teile. Und das kann durchaus auch bedeuten, dass (männliche) Eintagsküken in diesem Katzen- und Hundefutter vermischt sind.

Das sind nun nur 3 der Bestandteile im Tierfutter. Hinzukommen teilweise Farbstoffe, Proteine, etc (Hier findet man eine gute Erklärung zum Katzenfutter).

Jedenfalls hat mich das genauere Betrachten der Inhaltsstoffe zum Nachdenken gebracht und da Murphy bereits von der Pflegestelle gebarft wurde, beschloss ich das ganze weiterzuführen und auch die Katzen – zumindest teilweise – umzustellen. Murphy bekommt zu 95 % Rohfutter (oder sehr hochwertiges Nass-/Trockenfutter), die Katzen sind nun zu 50 % umgestellt (wobei Hermine außschließlich rohes Huhn oder Rinderhack frist).

Was unterscheidet hochwertiges Futter vom minderwertigen Futter? Für mich ist es wichtig, dass das Futter Getreidefrei und Zuckerfrei ist und die Fleischanteile aufgelistet sind (z.B. Hüherherz, Hühnermagen, Kaninchenleber, usw). Auch wenn diese Futtersorten teurer sind, so benötigen die Katzen weniger Futter. Ich habe Kunden, die geben ihrer 5kg Katze 400g Futter am Tag. Eine 400g Dose hochwertiges Futter von z.B. Mac’s reicht bei 2 Katzen jedoch für 1 1/2 Tage (je 3 x Füttern).

Wie ich bereits Anfang des Jahres angekündigt hatte, möchte ich mich mit dem Thema “Katzen Barfen” intensiver beschäftigen und werde ab Mai 2017 einen Online Lehrgang zu diesem Thema bei Katzvard belegen. Mein Wissen gebe ich dann in Zukunft natürlich sehr gern weiter.