Katzenfutter Test – Schnell-Check


Als Teil meines Facebook – Adventskalenders 2019 habe ich mir 11 Hundefuttersorten, 11 Katzenfuttersorten, 1 BARF-Supplement für Katzen und 1 Hunde-/Katzenfutter angeschaut.

Hier sind noch einmal alle untersuchten Katzenfuttersorten im Hundefutter Test für euch zum nachlesen. Die Hundefuttersorten findet ihr hier.

Ich möchte noch anmerken, dass ich auch hier meine persönliche Meinung zu den unterschiedlichen Futtersorten/-marken Kund tue. Was ihr füttert ist im Endeffekt euch überlassen.

Genauere Infos zu den Analytischen Werten findet ihr hier.


Animonda Carny® Adult Rind pur

Firma: animonda petcare GmbH

Zusammensetzung: 65 % Rind (Fleisch, Herz, Lunge, Leber, Euter, Niere), Calciumcarbonat, Natriumchlorid.

Von 100 % Futter sind 65 % tierischer Anteil rein vom Rind. Der Hauptbestandteil davon ist Fleisch, was sehr gut ist. Aber: wieviel Fleisch, Herz, Lunge, etc nun wirklich enthalten ist, ist unklar. Rein theoretisch könnten der Rindanteil aufgeteilt werden in: 19 % Fleisch, 18 % Herz, 17 % Lunge, 16,5 % Leber, 16 % Euter und 13,5 % Niere sein. Weder Lunge noch Euter haben einen besonders hohen Nährstoffgehalt. Beides sind Bindegewebe, die schwer verdaulich und vor allem kostengünstige Füllstoffe sind.

Wasser muss im Übrigen nicht deklariert werden, weshalb ich nun hier hinzufüge, dass dieses Futter zu über 30 % aus Wasser besteht.

Analytische Bestandteile: Protein 11,5 %, Fettgehalt 6,5 %, Rohfaser 0,5 %, Rohasche 1,8 %, Feuchtigkeit 79 %, Taurin 0,8 g/kg

In meinem Blog-Artikel https://feliotel.de/welches-katzenfutter-soll-ich-kaufen-2-0 könnt ihr die genaueren Erklärungen für die einzelnen Werte finden.

Ich gehe hier nur auf 2 Punkte ein:

Rechnet man alle Analysewerte zusammen (außer Taurin), liegt der Wert der Stickstofffreien Extraktstoffe (NfE) bei 0,7 % in der Trockenmasse ohne die Feuchtigkeit ist dieser bei 3,33 %. Dieses Futter wäre in diesem Sinne also für eine Katze mit Diabetes geeignet.

Die Menge an Taurin die dem Futter zugemischt wird, liegt bei 800 g pro KG Futter. Bei einer Futtermenge von 200 g am Tag wären das 160 mg synthetisches Taurin. Herz enthält jedoch ebenfalls Taurin. Da Taurin nun jedoch sehr hitzeempfindlich ist, ist die Frage, wieviel Taurin überhaupt noch im Futter enthalten ist. Eine 4 kg Katze benötigt am Tag mindestens 200 mg Taurin.

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe je kg: Jod (E2) 0,75 mg, Mangan (E5) 1,4 mg, Zink (E6) 25 mg, Vitamin D3 200 IE

Jod ist extrem wichtig für die Schilddrüse und somit den gesamten Hormonhaushalt der Katze. Mangan und Vitamin D haben Einfluss auf Knochen und Knorpel und Zink dient u.a. der Bildung von Antikörpern und dem Protein-/Kohlehydratstoffwechsel.  Die Zusatzstoffe werden dem Futter zugemischt, wenn diese sonst die Nährstoffabdeckung nicht gewährleisten können. Allerdings haben Futtermittelhersteller andere Richtlinien, als die, welche wir als Tierernährungsberater nutzen.

Bedarf 4-kg-Katze nach NRC: Jod – 88,6 μg/0,0886 mg , Mangan – 0,3 mg, Zink – 4,81 mg, Vitamin D – 17,21 I.E.

Enthalten in 200 g Futter: Jod – 150 μg/0,15 mg, Mangan – 0,28 mg, Zink – 5 mg, Vitamin D – 40 IE

Fazit: Positiv finde ich den hohen tierischen Anteil, der Fakt, dass keine pflanzlichen Zusatzstoffe und Öle beigemischt werden und auch den relativ kostengünstigen Preis (400 g Dose ca. EUR 1.00)

Die Qualität und Auswahl der tierischen Inhaltsstoffe und den Nährstoffgehalt finde ich jedoch dauerhaft nicht so doll. Taurin und Lachsöl sollten hier definitiv hinzugefügt werden.


Vitakraft Poésie® DÉLI SAUCE + Putenbrust

Firma : Vitakraft pet care GmbH & Co. KG (Teil des Private Label Tierfutterherstellers Tiernahrung Deuerer GmbH

Zusammensetzung: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (55% u.a. 10% Putenbrust, Schwein), Pflanzliche Nebenerzeugnisse (Tapiokastärke, Inulin), Mineralstoffe

Positiv finde ich schon einmal den hohen Fleischanteil, auch wenn unklar ist, was da genau vom Schwein enthalten ist. Vom Schweinekopf bis Schweinefuß darf alles rein (außer Gedärme und Inhalt). Es ist davon auszugehen, dass hier mindestens 35 – 40 % Wasser enthalten sind, da die pflanzlichen Nebenerzeugnisse und Mineralstoffe vermutlich nicht mehr als 5 -10 % vom Futter ausmachen. Wie bereits in vorherigen Posts erwähnt: Wasser muss nicht deklariert werden.

Inhaltsstoffe: Feuchtigkeit 81,0%, Protein 10,0%, Fettgehalt 4,0%, Rohfaser 0,3%, Rohasche 2,0%

Der hohe Feuchtigkeitsgehalt von 81 % bestätigt meine Theorie zum hohen Wasser gehalten. Für ein Katzenfutter ist der Fettgehalt relativ niedrig. Der NfE in der Trockensubstanz liegt bei 14,21 %. Das bedeutet, dieses Futter ist nicht für Diabetiker geeignet, da hier noch versteckte Stärkeanteile enthalten sind.

Laut Fütterungsempfehlung soll eine 4 kg Katzen 2 – 3 Päckchen zu 85 g fressen, also 170 – 255 g. Wenn ich die Energie anhand der Weender Analysewerte errechne, müsste diese Futter pro 100 g etwa 87 kcal enthalten. Bei 3 Tütchen wären das insgesamt etwa 222 kcal. Eine gesunde, normal aktive 4 kg Katze benötigt jedoch 255 kcal pro Tag. Würde man also nur diese Futtersorte füttern, könnte es passieren, dass die Katze abnimmt.

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe/kg: Vitamin D3 250 IE, Eisen 15,0 mg, Kupfer 1,0 mg, Mangan 1,0 mg, Zink 18,00 mg, Taurin 445mg

Natürliche Vorkommen von: Eisen – Blut und Milz, Zink – Muskelfleisch und Leber, Kupfer – Leber, Mangan – Muskelfleisch und Fisch, Vitamin D3 – Fisch

Wenn nun also Eisen, Zink, Kupfer und Mangan zugegeben werden müssen, da es sonst ggf. in der Fütterung fehlen würde, scheint in diesem Futter wenig Muskelfleisch und wenig Leber enthalten zu sein. Da stellt sich die Frage, was es dann noch sein könnte.

Fazit: Ich habe dieses Futter schon einmal live und in Farbe gesehen und ja, die Putenfleischstücke sind in der Tat noch erkennbar. Die restlichen Bröckchen sehen aus, wie vieles anderes Katzenfutter. Der Tauringehalt ist auch hier zu niedrig, so dass ich Taurin und auch Lachsöl immer zufüttern würde. Der Feuchtigkeitsanteil ist hoch, die Energiedichte gering. Der Preis deutet mit ca. 0,49 € ebenfalls auf weniger hochwertige Qualität hin. Deshalb würde ich dieses Futter nun in einer unteren Mittelklasse einordnen.


JOSERA DailyCat

Firma: foodforplanet GmbH & Co. KG – Teil der Josera-Erbacher Gruppe, wobei sich Josera auch Hunde-, Katzen- und Pferdefutter fokussiert und Erbacher auf die Verarbeitung von Getreide. Hier gibt es also parallelen zu Happy Dog/Happy Cat. Die Firma/Firmen possitionieren sich als nachhaltig und umweltbewusst.

Josera DailyCat ist ein Trockenfutter. Meiner Meinung nach ist dieses Futter daher nicht als alleinige Ernährung für Katzen (und Hunde) ideal. ABER – es gibt Katzen, die sind sehr schwer vom Trockenfutter abzubekommen und deshalb schauen wir uns das Futter dennoch einmal genauer an.

Zusammensetzung: Getrocknetes Geflügelprotein 39,0 %; getrocknete Süßkartoffel; Erbsenmehl; Geflügelfett; Rübenfaser; hydrolysiertes Geflügelprotein; getrocknete Geflügelleber; Kräuter, Früchte; Mineralstoffe.

Dafür, dass es ein Trockenfutter ist, scheint die Zusammensetzung relativ kurz. Getrocknetes Geflügelprotein ist stark verarbeitetes Geflügel. Die Proteine werde aus dem Fleisch extrahiert und dann noch einmal getrocknet. Die hydrolisierten Proteine sind dann noch ein weiterer Verarbeitungsprozess, der das Futter besser verdaulich machen soll. Mit Fleisch hat das nix mehr zu tun und man kann auch nicht mehr herausfinden, was da vom Geflügel überhaupt verarbeitet wurde. Im Übrigen darf Geflügel folgendes sein: Hühner und Hähne, Legehennen, Puten/Truthähne, Ente, Gans, Taube, Wachtel und ja – auch Eintagsküken.

Dennoch ist dieses Futter sehr Kohlehydrate-lastig, da sowohl getrocknete Süßkartoffel, als auch Erbsenmehl enthalten ist. Beide zusammen übersteigen vermutlich den Gehalt an tierischen Bestandteilen im Futter.

Analyse Werte: Protein 33,0 %, Fettgehalt 16,0 %, Rohfaser 2,2 %, Rohasche 7,0 %

Ihr seht, dass der Feuchtigkeitsanteil fehlt. Das liegt daran, dass der Hersteller die Werte unter 14 % Feuchtigkeit nicht deklarieren muss. Meist liegt diese aber zwischen 8 und 10 %. Deshalb sind alle anderen Werte auch deutlich höher als im Nassfutter.

Für kranke Katzen – egal welche Krankheit – ist dieses Futter nicht geeignet, da der Stärkeanteil zu hoch ist und der Feuchtigkeitsgehalt zu niedrig.

Zusatzstoffe:

Auf dem Bild seht ihr die Liste der Zusatzstoffe im Futter. Es ist löblich, dass die Inhaltsstoffe relativ niedrig gehalten werden. ABER dafür ist die Liste der Zusatzstoffe enorm lang. Obwohl Leber und „Fleisch“ im Futter enthalten sind, müssen noch Vitamin A und die B-Vitamine synthetisch hinzugefügt werden. Weiterhin sind viele Mineralstoffe und Spurenelemente hinzugefügt.

Das Calcium-Phosphor-Verhältnis ist mit 1,25 : 0,95 ebenfalls nicht ideal.

Fazit: Auch wenn der Hersteller mit Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein wirbt, finde ich dieses Futter für Katzen leider völlig ungeeignet. Es ist kein echtes Fleisch enthalten, die Feuchtigkeit fehlt und die List der synthetischen Zusatzstoffe ist unglaublich lang.


Sanabelle No Grain mit Geflügel

Firma: bosch Tiernahrung GmbH & Co. KG

Zusammensetzung: Geflügelfleisch (frisch, 25 %), Geflügelprotein (getrocknet), Kartoffeln (getrocknet), Kartoffelstärke, frische Leber (5 %), Lebermehl, Proteinhydrolysat, Tierfett, Rübentrockenschnitzel (entzuckert), Leinsaat, Erbsenfasern, Grieben (getrocknet), Lachsöl, Vollei (getrocknet), Fischmehl, Erbsen (getrocknet, 0,4 %), Hefe (getrocknet, inkl. 0,1 % Mannanoligosaccharide, 0,06 % Beta-Glucane), Calciumcarbonat, Preiselbeeren (getrocknet, 0,1 %), Blaubeeren (getrocknet, 0,1 %), Grünlippmuscheln (getrocknet), Ringelblumenblüten (getrocknet), Chicoréepulver, Yucca (getrocknet).

Das ist schon auf dem 1. Blick wieder eine riesig lange Liste an Inhaltsstoffen. An 1. Stelle steht Geflügelfleisch. Der Anteil frischen Fleisches liegt laut Angaben bei 25 %. Gehen wir davon aus, dass das Fleisch zu 65 % aus Wasser besteht und bis zu 14 % Feuchtigkeit getrocknet wird ist der Geflügelfleischanteil nur noch bei etwa 5 % des gesamten Futters. Deshalb steht auf dem Futter auch „MIT Geflügel“. Das ist in der Regel ein Anzeichen dafür, dass weniger von der Fleischsorte im Futter ist, die auf der Packung steht.

Geflügelproteine, Kartoffeln und Kartoffelstärke kommen bereits getrocknet hinzu, so dass diese den größeren Anteil an Inhaltsstoffen des Futters machen.

Nur weil kein Getreide im Futter enthalten ist, heißt es nicht, dass keine Kohlehydrate drin ist. Kartoffeln, Kartoffelstärke, Erbsenfasern und auch Rübentrockenschnitzel sind alles Kohlehydrate.

Analytische Bestandteile: Feuchte 10,0 %, Protein 31,0 %, Fettgehalt 16,0 %, Rohfaser 2,5 %, Rohasche 6,9 %

Dieser Futterhersteller ist ehrlich und gibt an, wieviel Feuchtigkeit im Futter noch enthalten ist.

Auch dieses Futter hatte eine sehr lange Liste an Zusatzstoffen, inklusive aller Vitamine A – E und mehrere Mineralstoffe und Spurenelemente. Wären sie nicht synthetisch hinzugefügt, würde die Katze mangelernährt werden.

Fazit: Der Werbeslogan von Bosch lautet „Wir machen richtig gutes Futter.“. Nun ja. Darüber lässt sich streiten. Ich würde die untersuchte Sorte nicht unbedingt als ideale Ernährung einer Katze einschätzen. Zumahl es auch hier um ein Trockenfutter geht.

Die Sanabelle Sorten mit dem Zusatz „Delicious“ enthalten deutlich mehr tierische Inhaltsstoffe und weniger Kartoffel. Deshalb würde ich wohl eher dazu raten, wenn es Futter dieses Herstellers sein soll. Positiv ist noch anzumerken, dass Bosch angibt ohne Tierversuche zu arbeiten.


Whiskas® mit Lachs in Sauce

Firma: MARS GmbH (Ja die gleiche Firma, die den Schokoriegel herstellt)

Ich habe heute Whiskas ausgesucht, denn diese Marke gewinnt viele, viele Tests nach der Frage, welches Katzenfutter das Beste sei.

Zusammensetzung: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (34%, davon 94% natürlich*), Fisch und Fischnebenerzeugnisse (100% natürlich*, u.a. 4% Lachs), Getreide, Mineralstoffe (0.5%), Öle und Fette (u.a. 0.1% Sonnenblumenöl), Zucker.

Ich bin gerade selbst ein wenig überrascht über die Aussage, dass 94 % von 34 % Fleisch/Nebenerzeugnisse natürlich sind. Eine Erklärung für das Sternchen (*) habe ich nicht gefunden.

Wir haben nun hier die Sorte Whiskas® mit Lachs in Sauce. An erster Stelle steht aber nicht Lachs. Generell wissen wir überhaupt nicht, wieviel Lachs in diesem Futter überhaupt enthalten ist. Bei Fisch und Fischnebenerzeugnissen steht u.a. 4 % Lachs. Das bedeutet nicht 4 % vom gesamten Futter, sondern 4 % vom Fischanteil. Und auch da kann es sein, dass es sich nicht um feines Lachsfilet handelt… sondern halt um das, was sonst noch so am Fisch dran ist.

Dieses Futter enthält außerdem Getreide und Zucker. Beides Zutaten die nichts in der Katze verloren haben. Ob dieses Futter für Diabetiker geeignet ist, brauchen wir auch nicht weiter zu diskutieren.

Analytische Bestandteile: Protein 8,00 %, Fettgehalt 4,70 %, Anorganische Stoffe 1,70 %, Rohfaser 0,30 %, Feuchtigkeit      84,00 %

NfE = 1,3 %

Meistens ist es im Fertigfutter so, dass wenn der Proteingehalte niedriger ist, dann ist der Fettanteil höher. Hier ist beides relativ niedrig. Auch die Rohasche (Anorganischen Stoffe) und Rohfasern, sind noch „normal“. Aber mir fällt auf, dass der Feuchtigkeitsgehalt mit 84 % doch sehr hoch ist. Wenn man bedenkt, dass aus den Zutaten die meiste Feuchtigkeit entzogen wird, damit die Bröckchen im Futter ziemlich gleich aus sehen muss dann Flüssigkeit in Form von Sauce (mit Wasser gestreckt) hinzugefügt werden.

Aus Spaß schauen wir uns mal die Energiedichte vom Futter an. Den Rechenweg findet ihr hier nochmal: https://feliotel.de/welches-katzenfutter-soll-ich-kaufen-2-0

100 g Futter enthalten 89,7 kcal. Laut Fütterungsempfehlung soll eine 4 kg Katze 3 Portionsbeutel täglich fressen, was 255 g ausmacht. Sie nimmt also 228 kcal zu sich. Der Mindestenergiebedarf einer 4 kg Katze liegt allerdings bei 253 kcal. Wenn die Katze sehr ruhig ist und weniger Energie benötigt, fällt das sicher nicht groß ins Gewicht. Bei aktiven Katzen könnte man hier auf Dauer jedoch feststellen, dass die Katze abnimmt.

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Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Vitamin B1        29.4 mg, Vitamin E          19.6 mg,  Kupfer (Kupfersulfat Pentahydrat)    1.3 mg, Jod (Calciumjodat wasserfrei)   0.25 mg, Eisen (Eisen-(II)-sulfat-Monohydrat)    12.6 mg, Mangan (Mangan-(II)-sulfat-Monohydrat)           2.5 mg, Zink (Zinksulfat Monohydrat)    20.2 mg

Normalerweise ist hier in dieser Liste auch Taurin mit aufgeführt. Ich habe jedoch noch nie eine Nassfuttersorte von Whiskas gesehen, auf dem Taurin vermerkt ist. Ich gehe davon aus, dass die Mindestmenge, die die FEDIAC festsetzt, enthalten ist. Aber sicher gehen kann man sich nicht. Deshalb wäre dies ein Futter, bei dem ich definitiv Taurin hinzufügen würde.

Fazit: Ihr merkt, ich bin kein Fan von Whiskas. Ich bin kein Fan von Mars, wenn es um das Tierfutter geht. Dazu gehören auch Kitekat, Sheba, Pedigree, Cesar, Dreamies, IAMS, Eukanuba, Royal Canin… und mehrere Tierklinikketten und Labore. Meiner Meinung nach ist dieses Futter für die Katze ungeeignet und ich glaube nicht, dass Katzen Whiskas kaufen würden.

Interessant finde ich nun auch, dass man online nicht mehr viel über das Mars PetCenter in Verden findet. Im Bericht von Katzen-fieber.de ist die Rede von einem zweistöckigen Gebäude in dem 90 Hunde und 200 Katzen leben. https://blog.katzen-fieber.de/werksbesichtigung-mars-verden/ Die Hunde kämen alle von Züchtern, die Katzen teils vom Züchter, teils aus Tierheimen. Auch tierärztliche Betreuung haben sie. Ich denke nun nicht, dass Tiere dort gequält werden. Es ist aber anzunehmen, dass neue Futtersorten an diese Tiere gefüttert werden bevor sie in den Verkauf gehen. Um zu sehen, ob die Tiere es fressen. Laut Wikipedia befindet sich in England noch ein Firmeneigenes Forschungszentrum.

Also egal wie – ich finde nicht, dass dieses Futter ideal für Katzen ist. Und dabei bleibt meine Einschätzung.


Topic Zarte Häppchen in Gelee mit Truthahn & Wild

Firma: Aldi Nord als Vertreiber und saturn Petcare  als Hersteller

Zusammensetzung: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (50% Fleisch u.a. 4% Truthahn und 4% Wild) Mineralstoffe, Öle und Fette (mind. 0,2%)

Für ein Discounter-Futter ist dieses Futter ganz okay. Für unter 0,50 EUR die Dose kann man aber auch nicht zu viel erwarten. Positiv ist hier auf jeden Fall, dass weder Getreide, noch irgendwelche anderen Kohlehydrate enthalten sind.

Online findet man bei Aldi nun wenige Informationen zum Futter und alle die, die das Futter getestet haben, haben ebenfalls nur die Zusammensetzung kopiert. Falls jemand von euch eine Dose zu Hause hat, schaut doch mal, was beworben wird, wie hoch der tierische Anteil ist und postet mir gern ein Bild.

Mein Punkt? Da steht 50 % Fleisch u.a. 4 % Truthahn, 4 % Wild. Zum einen, ist da viel anderes Fleisch außer dem bissl Truthahn und Wild und zum anderen müsste es nun heißen, dass 50 % vom tierischen Anteil noch andere Zutaten sind. Wild kann auch vieles sein (Z.B. Hirsch, Reh, Fasan,…) Auch heißt es dann nicht unbedingt, dass 50 % der Dose tierischen Ursprunges sind. Hoffentlich ist es mehr, denn sonst ist da wirklich sehr viel Wasser enthalten.

Ich freue mich auf ein Bild 😉

Analytische Bestandteile: Rohprotein 9.5%, Rohfett 5,5%, Rohasche 2.5%, Rohfaser 0,1%, Feuchtigkeit 81,5%, Omega-6-Fettsäuren (u.a. Linolsäure) 0,9%

Sowohl der Proteinanteil, als auch der Fettanteil sind für ein Katzenfutter zwar noch normal, aber dafür, dass hier so viel Fleisch/tierische Produkte enthalten sein soll, ist es wieder nicht so viel. Zum Vergleich: das Hundefutter gestern mit viel tierischen Produkten lag bei 11 % Protein und 8 % Fett.

Wir sehen aber, dass auch hier der Feuchtigkeitsanteil über 80 % liegt und doch wieder viel Wasser im Futter enthalten ist.

Zusatzstoffe je kg: Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Vitamin A 2000 IE; Vitamin D3 200IE, Vitamin E 20mg, Taurin 220 mg, Oega-3-Fettsäuren 1,4g, Zink (als Zinksulfat, Monohydrat) 11.4 mg, Mangan (als Mangan-(II)-Sulfat, Monohydrat)  1,4 mg, Jod ( als Calciumjodat, wasserfrei) 0,1mg, Kupfer (als Aminosäure-Kupferchelat, Hydrat) 1,0mg, Technologische Zusatzstoffe: Cassia Gum 2700 mg

Wir haben hier eine Unmenge an Zusatzstoffen. Cassia Gum ist als Geliermittel in vielen Fertigfuttersorten enthalten (auch in Speiseeis, Backwaren, uvm) und hält das Futter zusammen.  Es ist somit ein guter Zusatzstoff um Wasser im Futter zu „verstecken“.

Taurin ist mit 220 mg/kg zugesetzt. Da muss ich nicht sagen, dass da unbedingt Taurin zum Futter hinzugefügt werden sollte 😉

Fazit: Topic ist sicher kein Futter im sehr guten Bereich. Aber… hochwertiges Katzenfutter ist meist sehr teuer. Wer seiner Katze dennoch mehr oder weniger artgerechtes Futter geben möchte, der kann zu diesem Futter greifen, denn Zucker und Getreide enthält das Futter nicht.


Leonardo Geflügel pur (Qualitiy Selection) vs. Leonardo Huhn Pur (Finest Selection)

Firma: BEWITAL petfood GmbH & Co. KG

Heute stelle ich einmal zwei vermeintlich gleiche Futtersorten von einem Hersteller gegenüber. Im Bild könnte ihr die Zusammensetzungen beider Futtersorten erkennen.

Zusammensetzung:

Leonardo Geflügel – Wir haben hier nur eine Information, dass das Futter 65 % Geflügel enthält. Wir haben aber keine Aufschlüsselung welches Geflügel und was vom Geflügel enthalten ist. Es könnte alles möglich von Huhn, Truthahn, Gans, Ente, Taube, Wachtel, Fasan, uvm enthalten. Wir kommen aber auf 100 % der Inhaltsstoffe, da 34 % Fleischbrühe als Feuchtigkeit genannt wird und 1 % Mineralstoffe.

Leonardo Huhn – Die Aufschlüsselung der Inhaltsstoffe ist hier etwas detaillierter, was mir persönlich besser gefällt. Der tierische Anteil ist etwas höher, wir können die Calciumquelle erkennen (Eierschale) und auch Lachsöl ist bereits enthalten.

Wenn wir die Analytischen Werte anschauen, sieht man auf den 1. Blick wenig Unterschiede. Sowohl Proteine, als auch Fett sind mehr im Huhn Pur enthalten, was auf einen höheren und eventuell auch hochwertigeren tierischen Anteil hinweist. Der Feuchtigkeitsanteil ist jedoch identisch.

Wenn wir uns den NfE errechnen, kommen wir beim Geflügel Pur auf 2,7 %, bzw 13,5 % in der Trockenmasse. Schon aus diesem Grund die Dose Leonardo nicht für Diabetes-Katzen geeignet. Hier ist also irgendein „versteckter“ Anteil Stärke, Stickstoff enthalten.

Der NfE im Huhn Pur ist bei 0,7 %, bzw 3,5 % in der Trockenmasse und somit ideal für Diabetiker.

Interessanterweise sind die Mengenangaben der Zusatzstoffe identisch. Taurin ist etwas zu wenig enthalten und sollte bei beiden Sorten unbedingt ergänzt werden.

Fazit: Auch wenn beide Futtersorten vom gleichen Hersteller kommen, sind sie qualitativ doch etwas unterschiedlich. Das sieht man nicht zuletzt am Preis, da eine 200g Dose Quality Selection in etwa so viel, wie eine 85 g Tüte von Finest Selection. Auch die Fütterungsempfehlung deutet darauf hin, denn für die 4 kg Katze werden täglich ca 300 g Quality Selection empfohlen und 170 – 255 g Finest Selection. Auf die Menge gesehen, kostet dann die Quality Selection unter 2 EUR pro Tag und die Finest Selection 2,40 – 3,60 EUR pro Tag. Wer es sich leisten kann, hat mit Finest Selection ein ziemlich gutes Katzenfutter ergattert, sollte aber unbedingt noch Taurin hinzu fügen. Das ist übrigens ein weitere Grund, warum meine Tiere gebarft werden… das kostet mich unter EUR 1.00 pro Tier am Tag. 😉


Catz Finefood Classic N° 3 – Geflügel

Firma: Pets Nature GmbH

Zusammensetzung: Geflügel* 69% (bestehend aus Muskelfleisch, Herz, Magen, Leber und Hals), Trinkwasser 26,85%, Preiselbeeren 2%, Löwenzahn 1%, Mineralstoffe 1%, Distelöl 0,15%

*Anteile Geflügel: Muskelfleisch & Herz zusammen circa 50% (davon 2/3 Fleisch und 1/3 Herz), Innereien zusammen circa 50% (je 1/3 Magen, Leber und Hälse)

Alles in allem ist die Zusammensetzung in Ordnung. Wir haben eine relativ offene Deklaration und die Aufteilung der Tierischen Komponenten ist auch in Ordnung und keine „Abfallwirtschaft“. Allerdings wissen wir nicht, welches Geflügel enthalten ist. Eine Charge könnte z.B. Hühnermuskelfleisch, Entenherzen, Putenmagen, Gänseleber, Hühnerhälse enthalten. In der nächsten könnte Putenmuskelfleisch, Hühnerherzen, Hühnermagen, Entenleber, Gänsehals enthalten sein. Unter Umständen könnte das dazu führen, dass die Katze die eine Charge frisst und die 2. nicht. ABER – wenn ich Futter für meine Tiere mische, nutze ich niemand die gleichen Fleischkomponenten. In einem Monat kann es Huhn und Lamm sein und in der Nächsten Wild und Pute. Bei diesem Futter hier sehe ich nur die Frage der Transparenz.

Die Preiselbeeren und das Distelöl stören mich übrigens in diesem Futter. Die braucht die Katze nicht. 😉

Analytische Bestandteile: Rohprotein 11%, Fettgehalt 5,9%, Rohasche 2,2%, Rohfaser 0,5%, Feuchtigkeit 80%, Calcium 0,2-0,3%, Phosphor 0,15-0,25%,

Sind hier versteckte Komponenten im Futter? Der NfE liegt bei 0,4 %, bzw. 2 % in der Trockensubstanz. Das ist super und somit kann man das Futter auch gern Katzen mit Diabetes, Krebs,… füttern. Ich würde es keiner Katze mit Nierenproblemen füttern, da Magen viel Phosphor enthält und somit vermieden werden sollte. An den Schwankungen der Calcium- und Phosphorwerte sehen wir, dass es unterschiedliche Chargen gibt, bzw. die Werte innerhalb einer Charge schwanken können. Unterschiedliche Fleischsorten enthalten unterschiedliche Nährwerte. Ein Hühnerhals kann z.B. weniger Calcium enthalten, als ein Putenhals.

Der Feuchtigkeitsgehalt ist mit 80 % etwas hoch, aber wir wissen, dass über ¼ vom Futter aus Wasser besteht, deshalb ist das verständlich.

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe je kg: Vitamin D3 200 I.E., Taurin 1500mg, Zink als Zinksulfat Monohydrat 15mg, Mangan als Mangan-II-Sulfat Monohydrat 3mg, Jod als Calciumjodat wasserfrei 0,75mg

Diesem Futter wurden pro kg 1500 mg Taurin zugefügt. Das ist viel, für ein Fertigfutter. Aufgrund der Erhitzung geht jedoch viel Taurin kaputt, deshalb würde ich das trotzdem noch hinzufügen. Auch Jod ist für eine Katze wichtig. Der Bedarf für die 4-kg-Katze liegt zwischen 0,08 und 0,2 mg – je nachdem, ob man die Bedarfswerte vom NRC oder Professor Wanner nutzt. Ich persönlich orientiere mich eher in Richtung NRC und würde den Bedarf bei ca. 0,1 mg täglich festlegen. Die Fütterungsempfehlung ist nun etwas irreführend, da Catz Finefood von kleinen, mittleren und großen Katzen redet. Also schätzen wir nun einfach 1 Dose am Tag, also 200 g. Somit würde die Katze täglich 0,15 mg Jod zu sich nehmen und das ist völlig in Ordnung!

Fazit: Bis auf die Preiselbeeren und das Distelöl finde ich das Futter sehr gut. Taurin und Lachsöl sollte auch hier supplementiert werden, aber ansonsten ist das Futter super. Man weiß im Groben und Ganzen, was drin ist und die Nährstoffabdeckung ist in Ordnung.


Mjamjam Insekt mit saftigem Hühnchen

Firma: MjAMjAM Petfood GmbH

Die meisten von euch wissen, dass ich Mjamjam gern als Katzenfutter empfehle. Ich füttere es meinen Katzen auch als Notdose, es ist qualitativ und preislich völlig in Ordnung und man kann es im lokalen Futterhaus kaufen.

Heute möchte ich aber auf eine der Sorten eingehen, die ich einer gesunden Katzen NICHT füttern würde.

Warum? Diese Sorte enthält Insekten, bzw. deren Proteine. Natürlich frisst eine Katze in der Natur auch mal Grashüpfer, Fliegen, uvm. Bei den Insektenproteinen im Futter handelt es sich meistens um speziell für das Futter gezüchtete Mehlwürmer oder Fliegenlarven. Daran ist an sich nix verwerfliches.

Allerdings bin ich der Meinung, dass wir nicht alles an unsere Katzen verfüttern sollten, wenn es nicht sein muss. Katzen (und Hunde) können mit der Zeit Futtermittelunverträglichkeiten entwickeln. Wenn wir der Katze nun schon einmal Pferd, Ziege, Känguru, Insekten, Strauß, uvm gefüttert haben, fallen alle diese Fleischsorten raus, um eine Ausschlussdiät zu machen.

Zu den Fleischsorten, die ich gesunden Katzen nicht füttern würde, gehören: Känguru, Strauß, Fasan, Zebra, Pferd, Ziege, Insekten und alle anderen Exoten. Kommt es dann doch einmal zu Futtermittelunverträglichkeiten oder -allergien, hat man immer noch eine Auswahl an Fleischsorten, an die man auch noch relativ gut ran kommt.

Ansonsten ist die Zusammensetzung dieses Futters allerdings völlig okay. Wir wissen zwar nicht welche Insekten im Futter sind und in welcher Form, aber wie gesagt: Ich würde dieses Futter einer gesunden Katze nicht füttern.

Für Katzen mit Futtermittelproblematiken ist dieses Futter nur geeignet, wenn sicher gestellt ist, dass die Katze nicht auf Huhn und die Verpackung des Futters reagiert.


PREMIERE Meat Menu Adult

Firma: Eigenmarke Fressnapf

Zusammensetzung: 40% Rind (Lunge, Fleisch, Herzen, Lebern), 31% Trinkwasser, 20% Huhn (Fleisch, Herzen), 8% Wild (Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse), 1% Mineralstoffe.

Anteil Muskelfleisch 15%.

Dieses Futter ist so la la. Gut finde ich, dass hier keine pflanzlichen Anteile enthalten sind. Wenn ihr meine Beiträge der letzten Tage verfolgt habt, wisst ihr jetzt, dass Lunge ein kostengünstiger Füllstoff ist, der schlecht verwertbar ist und auch wenig Nährstoffe enthält. Und wenn der Anteil an Muskelfleisch insgesamt (!!!) im Futter bei 15 % liegt müsste der Anteil an Lunge doch etwas höher sein. Würde man die Lunge mit Muskelfleisch tauschen, wäre das Futter gar nicht mal so übel. Welche Teile hier vom Wild enthalten sind und welches Wild, ist auch noch die Frage.

Knapp 1/3 vom Futter ist Wasser. Immerhin wird eure Katze dann wohl genug Flüssigkeit zu sich nehmen.

Analytische Bestandteile: Protein 10%, Fettgehalt 6%, Rohasche 2,2%, Rohfaser 0,2%, Feuchtigkeit 79%

Sowohl Fett, als auch Protein sind für Katzen völlig in Ordnung. Der NfE liegt bei 2,6 bzw. 12,4 % in der Trockenmasse. Hier sind also noch Stickstoffanteile (u.a. Stärke) enthalten, die das Futter nicht mehr für Diabetiker geeignet machen.

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Vitamin D3 200 IE, Taurin 450mg, Kupfer (Kupfer(II)-sulfat, Pentahydrat ) 1mg, Jod (Kalziumjodat, wasserfrei) 0,75mg, Zink (Zinkoxid) 20mg.

Dieses Futter enthält viel zu wenig Taurin und das sollte auf jeden Fall zum Futter hinzugefügt werden. Genauso wie Lachsöl fehlt. Der Jodgehalt ist ein wenig hoch, aber, verglichen mit anderen Futtersorten, wohl der Standard.

Fazit: Das Futter ist vergleichbar mit Animonda Carny. Qualitativ sind nicht die besten Inhaltsstoffe enthalten, aber es enthält keine pflanzlichen Inhaltsstoffe und ist preislich auch okay.

Ich würde es meinen Katzen allerdings nur dann füttern, wenn es überhaupt nicht anders ginge.

Felini Complete

Firma: Futterado aus Jork (gleich um die Ecke)

Es gibt 3 Sorten der Felini Reihe: Felini Complete, Felini Renal und Felini Taurin. Heute fokussiere ich mich aber auf das Felini Complete.

Es ist kein Alleinfuttermittel, aber der Sinn dahinter ist, dass man reines Muskelfleisch roh oder gekocht nehmen kann, Felini Complete und Lachsöl hinzugibt und es so der Katze verfüttern kann. Es ist also ein Pulver, welches sämtliche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, sowie Taurin enthält.

Als Fütterungsempfehlung werden 12.5 g Felini Complete zu 1 kg Muskelfleisch empfohlen.

Ich picke mir jetzt einfach Vitamin A, Vitamin D, Calcium, Jod und Taurin raus und schau mal, was unsere 4-kg-Katze dazu sagt.

Gehen wir von einer ruhigen, Wohnungskatze aus, die normalgewichtig ist. Die Katze braucht pro Tag etwa 100 g Rohfutter und 1,25 g Felini Complete.

Gehalt an Zusatzstoffe pro kg: Vitamin A 800.000 IE, Vitamin D3 20.000 IE, Jod (Ca-Jodat) 42mg, Taurin 100.000mg, Calcium 19,3%

Ich stelle nun den Bedarf der Katze (nach NRC) dem Gehalt des Nährstoffes von 1,25 g Felini Complete gegenüber:

  • Vitamin A: 208 IE (Bedarf) – 1000 IE enthalten
  • Vitamin D: 17 IE (Bedarf) – 25 IE enthalten
  • Calcium: 0,18 g (Bedarf) – 0,24 g enthalten
  • Jod: 88,6 yg = 0,0886 mg (Bedarf) – 0,0525 mg enthalten
  • Taurin: 200 mg (Bedarf) – 125 mg enthalten

Kann man also Felini Complete dauerhaft nutzen, wenn man BARFen möchte?

Ich würde es nicht für die Dauerhafte Gabe empfehlen. Wenn man es genau abmisst, dann sind die Nährstoffe zu hoch oder zu niedrig angesetzt.

Nun kann man sich noch streiten, welche Bedarfswerte man nutzt. Viele Katzenernährungsberater nutzten die Bedarfswerte des National Research Council (NRC) aus den USA. Andere nutzen die Werte von Prof. Wanner, welche zum Teil deutlich höher sind. Die Fertigfutterindustrie in Europa (FEDIAF) hat ihre eigenen Bedarfswerte, weshalb die Werte zwischen Fertigfutter und Tierernährungsberatern oft drastisch schwanken.

Wo liegt dann die Wahrheit? Nun… ich denke die Wahrheit liegt zwischen NRC und Wanner, da beide sicher ihre Berechtigung haben. Kann man europäische Katzen mit amerikanischen Katzen vergleichen… nicht immer, da das Umfeld doch ein wenig anders ist. Aber genauso wenig kann man wohl finnische mit italienischen Katzen vergleichen. Im Endeffekt sind alle Bedarfswerte Richtwerte. Aber sie sind die Informationen, die wir haben.

Fakt ist: Nährstoffe aus natürlichen Quellen sind meiner Meinung nach besser, als synthetische Vitamine. Wer mit einem individuellen BARF-Plan arbeitet, kann eine Über- oder Unterversorgung an Nährstoffen eher vermeiden, als mit einem Fertigsupplement. Aber – wenn man mal keine Möglichkeit hat sofort an alle Zutaten eines BARF-Shops zu kommen, oder wenn das mit dem BARFen mal eine Zeit lang getestet werden soll, ist Felini Complete eine gute Notlösung.

FairCat Happy mit Hühnchen aus artgerechterer Haltung

Firma: foodforplanet GmbH & Co. KG

In den letzten Wochen habe ich mir ja auch die Firmen der Futtermarken angeschaut und bin dabei auf FairCat gestoßen, welche mit dem Hersteller von Josera Hunde-/Katzenfutter zusammenhängt. Auch die Marken Veggiedog, InsectDog, FarmDog gehören dazu.

Die Marke wirbt damit, dass es Tierversuchsfrei ist, ohne gentechnisch veränderte Zutaten, ohne Soja und Weizen, ohne künstliche Farb-, Aroma-, Konservierungsstoffe, und zum Teil für eine bessere Klimabilanz, durch den Einsatz alternativer Proteinquellen (Insekten, Pflanzen). Aber – ist das vielleicht nur ein Marketinggag, bei dem man vom aktuellen Trend profitieren möchte?

Nun zum Futter:

Zusammensetzung: Hühnchen aus artgerechterer Haltung 70,0% (Herz, Fleisch, Leber, Hälse); Brühe; Mineralstoffe; Cellulose; Leinöl 0,50%; Flohsamenschalen 0,10%.

Die Zusammensetzung an sich ist in Ordnung. Wir wissen zwar leider nicht, wie viel Herz, Fleisch, Leber und Hälse enthalten sind und ich denke auch, dass hier zu viel Herz und Leber enthalten sind. Aber wenn es abwechselnd mit anderen Futtermarken gefüttert wird, mag es okay sein. Auch das Leinöl hat in der Katze nix verloren, das sie es nicht verwerten kann und auch schlecht abbauen kann. So kann es auf Dauer zu Vergiftungserscheinungen kommen, weil die Leber das Öl zu langsam abbaut.

Analytische Bestandteile: Protein 10,60 %, Fettgehalt 5,90%, Rohasche 2,40 %, Rohfaser 0,30 %, Feuchtegehalt 80,00 %

Sowohl Rohfaser, als auch Rohasche sind etwas hoch, für ein Feuchtfutter. Normal liegen die Werte bei maximal 0,2 % für die Rohfasern (nicht verwertbare Bestandteile) und bzw. 2,00 % Rohasche (Mineralstoffgehalt).

Der NfE liegt bei 0,8 %, bzw 4 % in der Trockenmasse. Das Futter ist also gut für Diabetiker geeignet.

Zusatzstoffe: Siehe Bild

Die Menge an Zusatzstoffen ist identisch mit vielen anderen Fertigfuttersorten. Deshalb ist es dahingehend, weder besser noch schlechter. Der Taurinanteil ist zwar sehr hoch, aber ich rate immer trotzdem noch Taurin hinzuzugeben, da viel Taurin im Erhitzungsprozess zerstört wird.

Fazit: Das Futter an sich in ganz okay. Die Aufteilung der tierischen Bestandteile könnte besser sein. Das Huhn soll nun aus artgerechter Haltung stammen. Wer definiert artgerecht? Dazu hat Green-Petfood/ foodforplanet GmbH & Co. KG auch eine Antwort: „30 % mehr Stallfläche“, „natürlichere Stallstruktur“, „Langsamere Aufzucht“, „Verzicht auf gentechnisch verändertes Futter der Hühner“. Die Hühner sollen außerdem auch Wintergärten oder Offenställe haben.  https://www.green-petfood.de/ueberuns/mission

Ob das nun der Fall ist, können wir natürlich nicht prüfen, sondern nur hoffen. Im Team des Futterherstellers sind jedenfalls viele Brandmarketing, Sales und eCommerce Angestellte gelistet. Vielleicht bin ich einfach zu skeptisch. 😉 Mit EUR 1,29 pro 85 g ist das Futter jedenfalls etwas hochpreisiger.


Du hast Fragen zum Thema Katzenfutter oder BARF? Melde dich gern bei mir.

Ernährungsberatung wird Tierheilpraxis

Hallo ihr Lieben,

Seit nun mehr 3 Jahren bin ich für euch in Buxtehude und Umgebung unterwegs und betreue eure Katzen. In diesen 3 Jahren habe ich extrem viel gelernt, mich weitergebildet und auch ausbilden lassen.

Heute besteht mein Angebot nicht mehr nur aus der Katzenbetreuung, sondern auch aus folgendenen Leistungen für Hund und Katze:

Ab September kommt die Mykotherapie für Tiere hinzu und ab kommenden Jahr auch die Phytotherapie.

Eine Berufsbezeichnung nun auf ein Kärtchen zu schreiben, wird sehr lang: Ernährungsberater, Bachblütenberater, Mykotherapeut, Phytotherapeut, Katzensitterin. Uff. Deshalb mache ich es kurz: Ich bin Tierheilpraktikerin mit folgenden Schwerpunkten:

 

Es gibt immens viele Heilungsverfahren für Tier und Mensch, die auf natürlichen Methoden beruhen. Kräuter/Pflanzen, Pilze, Bioresonanz, Reiki, Vitamine/Spurenelemente, Kristalle, Ernährung, Ruhe/Erhohlung, Akunktur/Akupressur, Chiropraktik, Aromatherapie, Physiotherapie, Blutegel, Schlangen-/Spinnengift, Licht- und Klangtherapie und so unendlich viel mehr. Auch Tierkommunikation und -verhaltenstherapie haben mit natürlicher Heilung zu tun. Aus diesem Grund fokussieren sich viele Tierheilpraktiker auf eine Hand voll Verfahren.

In Buxtehude allein gibt es unendlich viele Heilpraktiker für Menschen – aber die Therapiemethoden sind bei vielen sehr verschieden und das unterscheidet sie von einander. Keiner kann alles.


 

Warum ich das alles schreibe

Seit 2016 setze ich mich mit dem Thema Ernährung von Katzen auseinander, habe an einem mehrmonatigen Katzen-BARF-Kurs teilgenommen. Im Juni 2017 habe ich schließlich meine Ausbildung zur Ernährungsberaterin für Hund und Katze angefangen und im Januar 2019 abgeschlossen. Auch die großen Schulen bieten diesen Kurs an. Und es gibt sicher auch größere “Namen” – wie Heidi Herrmann oder Swanie Simon. Mir war jedoch wichtig, dass die Katze in meiner Ausbildung eine große Rolle spielt – und das hat meine Ausbildung von den anderen Therapeuten und Schulen unterschieden.

Das bedeutet, ich habe mich über 1 1/2 Jahre sehr intensiv mit dem Thema der Ernährung von Hund und Katze auseinander gesetzt. In meinen über 3 Jahren als Katzensitterin habe ich gesehen, welchen Einfluss die Ernährung auf die Gesundheit eines Tieres hat. Es ist ja bekannt, dass es beim Menschen genauso ist.

Eine Ernährungsumstellung ist bei vielen Krankheiten eurer Katze oder eures Hundes ein Teil der Therapie und in manchen Fällen auch die einzige Therapie. Krebs, Diabetes, Niere, Harnwege, Magen-Darm, Leber, Arthrose, Futtermittelallergie und -unverträglichkeit, Herz und andere erfordern meist eine Ernährungsumstellung um die Organe zu entlasten und Symptome zu lindern oder zu eliminieren.  Der Tierarzt gibt euch ein Spezialfutter – ich gebe euch andere Tipps.

Ich bin Ernährungsberaterin für Hund und Katze. Doch viele Tierfutter-Vertreter bezeichnen sich ebenfalls als Ernährungsberater für Hund und Katze. Das ist natürlich ihr gutes Recht, denn Sie beraten euch über das Futter und die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Das ganze verwirrt jedoch, denn ich verkaufe kein Futter, werde aber häufiger nach Futterproben gefragt.

Davon möchte ich mich abgrenzen.


mobile Tierheilpraxis

Seit 2 Jahren bilde ich mich nun weiter und werde dies wohl auch noch sehr lange weiterhin tun. Dümmer wird man dabei nicht 😉 In meinem Werdegang könnt ihr eine Liste sämtlicher Weiterbildungen und geplanten Weiterbildungen finden.

Ich habe keine klassische Ausbildung als Tierheilpraktikerin (THP) im Sinne der großen THP-Schulen gemacht. Ich bilde mich Stück für Stück in unterschiedlichen Bereichen der Tierheilpraxis weiter und denke, dass dies der Weg ist, den ich gehen muss.

Ich diagnostiziere natürlich keine Krankheiten, verkaufe auch keine Medikamente, Pflanzen, Tropfen oder sonstiges. Das überlasse ich den Tierärzten, bzw. Tierheilpraktikern mit einer Erlaubnis laut AGM. Aber ich berate euch über bestimmte Zweige aus der Tierheilpraxis und schreibe Therapiepläne so, dass ihr dem einfach folgen könnt. Die Zutaten sind dann einfach für euch auf verschiedenen Wegen zu bekommen.

Eure Nicole

Diätfuttermittel am Beispiel Royal Canin

Hallo ihr Lieben,

wenn der Hund oder die Katze erkrankt, empfehlen viele Tierärzte sogenannte Diätfuttermittel von Herstellern, wie Royal Canin, Hills, VetConcept, u.a. Diese Hersteller haben sich mit den Jahren auf die Herstellung von Futter für kranke Hunde und Katzen spezialisiert. Dies soll helfen, die Krankheiten zu lindern, heilen oder zumindest nicht zu verschlimmern.

Das klingt doch ganz nett, oder? Die Mehrheit der Tierärzte empfiehlt es ja auch und wenn es einer wissen muss, dann der Tierarzt. Richtig?

Ich sage vorab, dass ich – nicht zuletzt aufgrund meiner Ausbildung – ein Gegner von Diätfuttermitteln bin. In der Regel sind diese wirksam. Ja. Was mich aber stört sind die Qualität des Futters und die Lobby hinter den Konzernen. Dementsprechend ist dieser Beitrag auch verfasst. Wer dem nicht zustimmt, muss nicht weiterlesen. 😉

Aufgrund dessen, dass ich bei einer Vielzahl meiner Kunden Royal Canin sehe, wird es in diesem Beitrag auch um diesen Hersteller gehen.

 

Zum Konzern:

Royal Canin gehört seit 2002 zur Firma Mars Petcare, welche wiederum zum Konzern Mars Incorporated gehört. Ja, das ist der Hersteller der bekannten Schokoriegel. Somit kommt Royal Canin vom gleichen Unternehmen, wie Whiskas, Pedigree, Kitekat, Sheba, Chappi, Frolic, Cesar, Trill, Dreamies, Thomas Katzenstreu, usw.

Kurzer Umschweif dazu: Mars Incorporated haben in den USA den Tierklinikkonzern VCA für $9.1 Milliarden aufgekauft. Dazu gehören über 800 Tierkliniken, über 60 Labore und ein Doggy-Day-Care-Franchise. Bereits 2007 haben Mars große Anteile der Firma Banfield Pet Hospital gekauft und haben so Einnahmen aus über 900 (!!!) Tierkliniken. Und im Juni 2018 hat Mars Petcare nun „endlich“ in Europa zugeschlagen und die Tierklinik-Kette Anicura gekauft. Nun stell dir vor, du gehst mit deiner Katze in eine dieser Tierkliniken. Sie ist krank und eine Ernährungsumstellung ist notwendig. Und jetzt frage dich, welches Futter dir empfohlen wird!

Das lassen wir einfach mal so stehen…

 

Royal Canin:

Das ist wahrscheinlich eine der bekanntesten Marken von Spezialfuttern und Diätfuttermitteln. Ich denke, die meisten von euch haben zumindest von der Marke gehört, beim Tierarzt vielleicht ein Plakat oder einen Flyer gesehen. Vielleicht habt ihr es selbst schon einmal beim Tierarzt oder im Zoofachgeschäft gekauft.

Royal Canin hat sich auch viele tolle Sorten ausgedacht, angefangen bei Spezialfutter für unterschiedliche Katzen- und Hunderassen (z.B. Chihuahua, Bulldoggen, Bengalen, Britisch Kurzhaar,…) und dann noch einmal unterteilt in Kitten und Adult. Gut… das allein ist ja schon quatsch.

Dann geht es aber weiter mit Futter für erwachsene Tiere, Senior, Sterilisiert, Junior, Indoor, Outdoor, Hairball, Beauty, Calm. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Zu dick. Zu dünn. Zu mittel. Aber da ist Royal Canin bekanntlich nicht der einzige Hersteller, der das kann und da hört es auch nicht auf.

 

Lobbyismus

Lobbyismus hört man ab und an, wenn es um die Interessenvertretung von Unternehmen in der Politik geht. Die Politik interessiert MARS/Royal Canin aber nicht so sehr, wie die Tierärzte und Tierzüchter.

Royal Canin hat eigene angestellte Tierärzte, welche dort u.a. als Sales Scientific Support tätig sind. Von diesen kann man dann z.B. Beiträge zur Ernährung in bekannten Fachzeitschriften wie „Partner Hund“ oder „Geliebte Katze“ lesen. Royal Canin bietet und sponsort Weiterbildungen für Tierärzte, Tiermedizinische Fachangestellte und Züchter (hier ein Beispiel). Generell sind viele Weiterbildungen für Tierärzte zum Thema Ernährung in den Händen der Diätfuttermittelhersteller.

Zufällig – warum auch immer – habe ich am 28.9.2018 eine Email von einem PetProfi-Tierarzt bekommen, der mich zu einem Seminar einlädt. Das findet im Oktober in Hedendorf statt und ist eigentlich für Hundezüchter gedacht. Das Thema: „Epigenetik. Wie Umweltfaktoren die Gene beeinflussen.“ An sich klingt das Thema ja spannend. Und die Kosten liegen bei nur EUR 15.00 – was für eine Weiterbildung sehr günstig ist. Im Preis enthalten ist der Vortrag und ein Zertifikat. Und ein Abendessen (WOW – das allein kostet sicher um die EUR 10.00+I). Und ausgesuchte Futterproben für den Hund. Okay… da bekommt man viel für wenig Geld… Bis man sieht: Die Signatur des Tierarztes zeigt, dass er Teil des PetProfi-Teams ist, welches zu Mars GmbH in Verden gehört. Aha.

Eine meiner Kundinnen hat ihre kleine Britisch Kurzhaar Zucht nun in einem Züchterverein angemeldet und hat auch bei Royal Canin ein Formular ausgefüllt. Und schwups, hatte sie am nächsten Tag einen Anruf mit tollen Angeboten für die Kitten.

Selbst Studien, wie eine Studie über übergewichtige Katzen, werden von Royal Canin finanziert. Laut Hans Ulrich Grimm’s Buch „Katzen würden Mäuse kaufen“, finanziert Royal Canin sogar ganze Tierärztekongresse und zum Teil Professuren. Auch Heimtiermessen/Katzen-/Hundeausstellungen werde gesponsort. Und 2013 ist heraus gekommen, dass sogar Bärenkämpfe in der Ukraine gesponsort wurden. Je mehr man sucht, desto mehr findet man.

 

Antioxidanzien BHA / BHT – Krebserregend?

Royal Canin macht kein Geheimnis daraus, dass BHA und BHT im Futter enthalten sind. Denn laut EU dürfen bis zu 150 mg/kg im Futter enthalten sein, bevor es schädlich für Haustiere ist. Der Sinn dieser synthetischen Antioxidanzien ist, dass das Futter – vor allem das Fett – länger haltbar sind. Wenn ihr einen 15 kg Sack Trockenfutter kauft, soll der ja lange halten. BHT ist z.B. auch in einigen Kosmetika enthalten.

In den 80ern und 90ern wurde viel mit BHT und BHA geforscht. Es gab Ergebnisse, dass die Langzeiteinnahme zu Krebs im Verdauungstrakt oder auch zu Problemen mit Leber und Niere bei Ratten führte. Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8493816

Auch gibt es Studien, welche belegen, dass BHT in Kosmetika zu Schäden in der Lunge und den genetischen Zellen verursachen können.

BHT wird auch in der US National Library of Medicin gelistet – dort wurden die Einwirkungen von BHT auf Ratten, Mäuse und Fisch getestet.

Nun ist die Dosis in diesen Studien natürlich oft höher angesetzt, als sie im Futter eingesetzt wird. Wie hoch die Dosis in den Studien war, ist mir leider nicht bekannt. Es ist aber auch nicht bekannt, wie viel davon im Futter ist. Und es ist auch nicht bekannt, ob oder wie BHA/BHT für den Menschen schädlich ist, da in den wenigsten Fällen bekannt ist, wo BHT/BHA enthalten ist.

ABER – Fakt ist, dass in diesem Futter Stoffe enthalten sind, die in größeren Mengen Tumore auslösen können.

 

Veterinary Diet

Royal Canin hat eine Futterreihe, die sich „Veterinary Diet“ nennt. Das ist das Futter, was dir der eine oder andere Tierarzt mit nach Hause gibt, wenn bei der Katze eine Chronische Niereninsuffizienz diagnostiziert wurde oder der Hund Magen-Darm-Probleme hat. Schauen wir uns mal ein paar Futtersorten an:

 

Renal Feline: für Katzen mit Nierenerkrankung.

Im Angebot sind drei Sorten Feuchtfutter und drei Sorten Trockenfutter. Wie es zu einer CNI kommt, habe ich bereits in einem anderen Blog-Beitrag geschrieben. Prinzipiell kann man sagen, die Nieren von Katzen verlieren mit zunehmendem Alter an Funktion. Dieser Vorgang wird beschleunigt, wenn Katzen zu wenig trinken, somit Giftstoffe länger im Körper bleiben und die Niere mehr zu arbeiten hat, um diese aus dem Körper zu spülen. Gibt man der Katze ausschließlich Trockenfutter, wird dieser Vorgang beschleunigt, da Katzen i.d.R. einfach nicht genug trinken. Und wenn du jetzt sagst: „Meine Katze trinkt genug!“, dann vergiss bitte Folgendes nicht: Die Katze benötigt Flüssigkeit im Körper, scheidet jedoch viel mit dem Urin und Kot wieder aus. Soviel Wasser, wie die Katze brauchen würde, kann sie kaum trinken.

Nun sagen manche Tierärzte, man MUSS seiner Katze ausschließlich das Royal Canin (RC) Renal Trockenfutter geben und bloß kein Nassfutter. Andere Tierärzte sagen, man muss das RC Renal Nassfutter geben, bloß kein Trockenfutter. Und das ist wirklich so, denn ich – als Katzensitterin – befolge natürlich die Wünsche meiner Kunden, wenn es um die Fütterung geht. Und bei CNI Katzen habe ich schon beide Varianten zu hören bekommen.

Viele Tierbesitzer hören auf die Aussagen ihres Tierarztes, was absolut verständlich und oft auch lebenswichtig für das Tier ist. Nun habe ich jedoch mehrere Kunden mit Katzen, die an CNI erkrankt sind, und da macht es mich nun doch etwas stutzig, warum es da so unterschiedliche Meinungen gibt. Und meiner Meinung nach ist es eure Aufgabe, euch genau über die Krankheit eurer Tiere zu informieren, so wie ihr es für euch selbst auch machen würdet.

Was macht das Futter also? Es soll die Nieren entlasten und den Stoffwechsel ausgleichen. Oft sagt man auch, es sollen weniger Proteine und weniger Phosphor in die Katze.

Was ist im Futter?

ZUSAMMENSETZUNG:

Maisfuttermehl, Reis, Tierfett, Weizenkleberfutter*, Sojaproteinisolat*, Lignozellulose, Mais, Maiskleberfutter, tierisches Protein (hydrolysiert), Mineralstoffe, Zichorienfaser, Geflügelprotein (getrocknet), Fischöl, Sojaöl, Fructo-Oligosaccharide, Psyllium (Hüllschichten und Samen), Tagetesblütenmehl (Quelle für Lutein)

Kurz vorab. Die Katze ist ein Fleischfresser. Tierische Proteine in diesem Futter haben nicht mehr viel mit Fleisch zu tun, sondern wurden aus tierischen Produkten extrahiert. Das bedeutet, dass die Proteine nicht mal aus Fleisch stammen müssen. Aus welchem Teil vom Geflügel (geschweige denn aus welchem Geflügel) das Protein stammt, ist auch nicht mehr nachvollziehbar. Tierfett ist oft dafür da, um das Futter nach der Verarbeitung schmackhaft zu machen und dem Tier auch die nötige Energie zu geben.  Das Öl und Fett wird nach dem Zusammenfügen und Trocknen der Pellets darüber gesprüht. Deshalb habt ihr auch fettige Hände, wenn ihr Trockenfutter mit der Hand anfasst. Fischöl soll wohl für die Omega-3-Versorgung enthalten sein.

Alles in allem kann man aber sagen: Hier wurde nicht ein Stück Fleisch verwendet und der Rest ist Mais, Reis, Soja und andere pflanzliche Bestandteile – und nichts von alle dem hat etwas in der Katze zu suchen.

Stellt euch vor: Ihr werdet krank. Der Arzt sagt zu euch: „Deine Nieren versagen. Du musst ab jetzt diese Flocken zu dir nehmen, die du nur bei mir kaufen kannst. Alles andere ist verboten.“ Würdet ihr denken, dass das richtig ist? Wieso sollte es dann für die Katze (oder den Hund) richtig sein?

Was sollte man füttern?

Ein Problem bei der CNI ist der anorganische Stoff Phosphat. Der ist für Katzen (und Hunde) im Normalfall wichtig und spielt eine Rolle im Stoffwechsel. Sind die Nierenfunktionen eingeschränkt, kann dieser Stoff nicht mehr so verarbeitet werden, wie er sollte und die Nieren werden noch mehr geschädigt.

Dass die Proteine reduziert werden müssen, ist jedoch mittlerweile ein Mythos, da es Studien gibt, die zeigen, dass die reine Proteinreduktion keine Auswirkung hatte. Vielmehr sollte man auf die Qualität der Proteine achten und genau schauen, was man der Katze oder dem Hund füttert.

Sofern im Blut zu viel Phosphat nachgewiesen wurde, kann man dem Futter auch einen Phosphatbinder beimischen, so dass das Tier einen großen Teil des Stoffes einfach ausscheidet, ohne diesen zu verarbeiten. Auch enthält das Muskelfleisch einiger Tiere viel Phosphor, weshalb man hier ein wenig zurückfahren muss. Ein Ernährungsberater oder Tierheilpraktiker sollte aufgesucht werden.

 

Urinary Care: Habt ihr schon einmal von Struvitsteinen gehört? Das sind kleine Phosphatkristalle, die sich im Urin bilden, oft bei kastrierten Katern vorkommen und zu einer Harnwegsverstopfung führen können. Hunde sind jedoch auch immer öfter betroffen. Kann die Katze oder der Hund nicht pieschern, kann es zu Blasenentzündungen, Harnwegsverstopfungen und zum schmerzhaften Tod führen. Auch sind Oxalatsteine sehr häufig bei Katzen zu finden.

Struvitsteine entstehen durch einen zu hohen PH-Wert im Urin – der Urin ist zu basisch und muss angesäuert werden. Oxalatsteine sind genau das Gegenteil und entstehen, wenn der Urin zu sauer ist. Während sich die Struvitsteine bzw. -kristalle wieder auflösen, müssen Oxalatsteine meist operativ entfernt werden. (Quelle: https://www.katzen-fieber.de/harnsteine-struvit-oxalat-urolithiasis.php)

Was macht das Futter Urinary Care?

Es enthält den synthetischen Stoff DL-Methionin. Dieser soll den Urin ansäuern und somit die Kristalle auflösen. Methionin ist jedoch als Medikament zu sehen und sollte nur therapeutisch für maximal 4 Wochen angewandt werden. Denn wenn man den Urin konstant ansäuert, kann es auch zu einer Übersäuerung kommen, wobei dann die Oxalatsteine entstehen können.

ABER: Ein Grund, warum Urin zu basisch ist, ist eine Fütterung von zu vielen pflanzlichen Bestandteilen (v.a. Getreide).

Was ist drin?

ZUSAMMENSETZUNG:

Geflügelprotein (getrocknet), Mais, Pflanzenproteinisolat*, Reis, Weizen, Tierfett, Lignozellulose, Maiskleberfutter, tierisches Protein (hydrolysiert), Maisfuttermehl, Mineralstoffe, Rübentrockenschnitzel, Hefe, Sojaöl, Fischöl, Tagetesblütenmehl (Quelle für Lutein).

Die Zusammensetzung ist also ähnlich, wie beim Renal Feline… Der Fakt, dass hier aber ein hoher Anteil an pflanzlichen Bestandteilen enthalten ist, bedeutet auch, dass eine sehr hohe Menge an DL-Methionin enthalten sein muss.

Was sollte man füttern?

Es geht darum, dass der Urin angesäuert werden soll. Dafür braucht man kein Spezialfutter! Man kann zum einen auch Methionin auch zu normalem, hochwertigem Nassfutter hinzugeben und das hat den gleichen Effekt wie beim Spezialfutter.

Wenn man das ganze auf natürliche Weise ohne synthetische Zusatzstoffe regeln möchte, kann man dem Hund oder der Katze auch regelmäßig frisches Fleisch anbieten, denn Frischfleisch ist von Natur aus sauer und säuert somit auch den Urin an. ACHTUNG: Der Urin von gebarften Tieren ist in der Regel saurer als der von Tieren, die Fertigfutter bekommen.

Aufgrund dessen, dass Hagebutten einen hohen Anteil an Vitamin C enthalten, ist Hagebuttenmehl zur Behandlung von Struvitsteinen ebenfalls ein gutes Hausmittel. Bei Katzen sollte das allerdings nur therapeutisch – also kurzzeitig – eingesetzt werden, da es sich hier wieder um Pflanzen handelt, die die Katze nur schwer verwerten kann. Eine zu lange Gabe kann hier ebenfalls zu Oxalatkristallen oder -steinen führen.

 

Gastro Intestinal Low Fat Wet Canine:

Sehr viele Hunde leiden an Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt. Beispiele für sehr häufige Erkrankungen sind Durchfall (chronisch oder akut), Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI – hier werden nicht genug Verdauungsenzyme in der Bauchspeicheldrüse gebildet) und Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung).  Bei diesen Erkrankungen ist es wichtig, dass das Futter – egal ob bei Hund oder Katze – leicht verdaulich ist.

Was ist im Futter:

Ich habe nun bewusst ein Nassfutter gewählt. Diese Sorte gibt es natürlich auch als Trockenfutter.

ZUSAMMENSETZUNG:

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Getreide, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Mineralstoffe, Öle und Fette, Hefen.

Interessant. Was will uns der Künstler damit sagen? Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse kann nun wirklich alles oder nichts heißen. Diese Deklaration ist ein fantastisches Beispiel, dass der Verbraucher wirklich nichts über den Inhalt dieser Dose weiß.

Noch hinzu kommt: Wenn der Magen-Darm-Trakt entzündet ist, ist Getreide und ggf. auch Hefe genau das Falsche, denn Getreide begünstigt Entzündungen aufgrund der enthaltenen Phytinsäure und Hefe kann den Zuwachs von Bakterien und Pilzen im Darm begünstigen, wenn da eh schon einiges im Argen ist. Das Resultat soll doch aber genau das Gegenteil sein!

Zu den pflanzlichen Nebenerzeugnissen zählen hier auch 2,9 % diätetische Fasern. Ein Beispiel für diätische Fasern sind z.B. Apfeltrester – das wiederum sind die Rückstände aus der Herstellung von Apfelsaft – oder weitere Rückstände, welche aus dem Apfeltrester extrahiert werden.

Also, was macht das Futter? Als „Technologischer Zusatzstoff“ ist hier Pentanatriumtriphosphat enthalten. Diesen Stoff findet man z.B. im Waschmittel oder Geschirrspülermitteln zum Binden von Kalk. Auch ist der Stoff als E451 zum Teil in Lebensmitteln enthalten, damit z.B. Brot und Kuchen besser aufgehen. Er steht ihm Verdacht Osteoporose, Bluthochdruck und Herzkrankheiten, sowie ADHS zu begünstigen, weshalb die EU für den Lebensmittelsektor eine Grenze von 70 mg/Kg eingeführt hat. Hier wird er als Bindemittel eingesetzt, damit das Tier keinen Durchfall mehr hat. Die Ursache ist jedoch nicht bekämpft.

Was sollte man füttern?

Akuter Durchfall bei Hund: Hier empfehle ich nach maximal 24 Stunden Fasten zu aller erst die Moro’sche Möhrensuppe welche für ein bis zwei Tage in vier oder fünf kleinen Portionen gefüttert werden sollte und welche jeder auf Vorrat im Gefrierfach haben sollte. Ist danach keine Besserung zu sehen, ist ein Gang zum Tierarzt unumgänglich. Die Suppe kann auch therapiebegleitend mit verschriebenen Medikamenten gegeben werden.

Akuter Durchfall bei Katzen: Katzen bitte niemals fasten lassen, da dies im schlimmsten Fall zum Tod führen kann!! 30 Minuten nach Gabe der Moro’schen Möhrensuppe empfehle ich für zwei bis drei Tage gekochte Hühnerbrust mit gekochten Möhren als Schonkost und auf vier oder fünf Portionen verteilt. Ist danach keine Besserung zu sehen, ist auch bei Katzen ein Gang zum Tierarzt unumgänglich.

Manchmal wird noch Reis als Zugabe empfohlen. Ich empfehle das Weglassen von Reis, denn beim Durchfall will man die Bakterien schnell wieder aus dem Körper bekommen, Reis quillt jedoch im Darm weiter und entzieht dem Körper Wasser. Die Bakterien bleiben dennoch weiter da.

Die Moro’sche Möhrensuppe: Bevor es Antibiotika gab, wurde diese auch bei Kindern eingesetzt, um Durchfall und andere Darmerkrankungen zu heilen. Diese Suppe soll im Übrigen auch bei Giardienbefall helfen.

Rezept:

  • 1 kg Möhren, klein schneiden und in einem großen Topf mit 1,5 – 2 l Wasser für mindestens 90 Minuten kochen (dadurch wird das benötigte Zuckermolekül Oligosaccharide erzeugt)
  • Regelmäßig Wasser nachgießen
  • Nach 90 Minuten das Wasser abgießen, aber unbedingt auffangen und aufbewahren
  • Möhren fein pürieren – je feiner, desto besser wirken die Oligosaccharide an der Darmwand
  • 1 g Salz hinzugeben (bei Nierenerkrankung verzichten!!)
  • Konsistenz sollte wie Grießbrei sein.

Als Variante kann man mageres Hühnchen hinzugeben, was vor allem bei Katzen zu einer größeren Akzeptanz führt und auch zur Stärkung führt.

Für Hunde ist auch eine Variante mit Honig möglich, da Honig eine antibakterielle Wirkung hat und dem Hund mehr Energie liefert.

Weitere Möglichkeiten findet ihr hier.

Bei sonstigen akuten oder chronischen Magen-Darm-Erkrankungen, wie Pankreatitis oder EPI, ist die schonendste Fütterung in der Tat, wenn ihr für den Hund oder die Katze kocht und dem Tier mehrmals täglich kleine Portionen füttert.  Wer dazu fragen hat, darf sich gern bei mir melden. 😊

 

Obesity Management für Hunde (auch für Katzen)

Laut Studien sind zwischen 20 und 50 % aller Hunde und Katzen in Deutschland übergewichtig. Das liegt wohl zum einen – so wie beim Menschen – an viele Leckerlies und zum Zweiten an der Ernährung selbst. Es ist im Endeffekt eine „Volkskrankheit“ wie beim Menschen auch. Das Resultat kann dann – wie beim Menschen auch – Diabetes, Arthrose, Krebs, Magen-Darm-Probleme, etc. mit sich führen.

Da hat sich die Futtermittelindustrie dann einfach mal gedacht: Wir erfinden ein Futter, um das Übergewicht zu bekämpfen. Das ist dann sozusagen das Slimfast für Hunde und Katzen.

Was ist im Futter:

ZUSAMMENSETZUNG:

Geflügelprotein (getrocknet), Weizen, Lignozellulose, Maiskleberfutter, Rübentrockenschnitzel, Weizenkleberfutter*, tierisches Protein (hydrolysiert), Tierfett, Mineralstoffe, Psyllium (Hüllschichten und Samen), Fischöl, Hydrolysat aus Krustentieren (Quelle für Glukosamin), Tagetesblütenmehl (Quelle für Lutein), Hydrolysat aus Knorpel (Quelle für Chondroitin).

Man erkennt gleich, dass es wieder ein Trockenfutter ist. Sieht auch auf den 1. Blick nicht so anders aus, wie die anderen Trockenfutter.

Hier gibt es aber etwas, worauf ich hinweisen möchte, und zwar die Lignozellulose. Klingt spannend, oder? Ich zitiere den Eintrag von Wikipedia: „Die Lignocellulose (von lat. lignum = „Holz“ oder „Baum“) bildet die Zellwand verholzter Pflanzen und dient ihnen als Strukturgerüst. […] Als kostengünstiger Füllstoff wird Lignocellulose in einigen industriell hergestellten Fertigfuttermitteln für Hunde verwendet.“ Im Endeffekt haben wir hier ein Abfallprodukt aus der Holzindustrie, was dem Sättigungsgefühl von Hund (und Katze) beitragen soll.

Zum Zweiten ist dieses Futter stark kalorienreduziert. Klar – ist ja nicht viel drin und das Fett steht weiter hinten in der Reihenfolge. Nehmen wir mal das Beispiel eines 10-kg-Hundes.  Ein gesunder Hund mit diesem Gewicht benötigt etwa zwischen 544 und 788 kcal pro Tag (je nach Rasse, Aktivität und Bedarf).

Das Futter enthält 3116 kcal pro 1000 g. Sagen wir einfach mal unser 10-kg-Hund wiegt eigentlich 12 kg und muss auf 10 kg runterkommen. Dann bekommt er, laut Futterempfehlung, 126 g Trockenfutter am Anfang der Diät. 126 g Trockenfutter enthalten nun 392 kcal. Das sind mindestens 150 kcal weniger, als eigentlich benötigt. Sofern es nach 4 Wochen keine Gewichtsreduktion gibt, soll man auf 108 g runter – also auf 336,5 kcal. Das bedeutet aber auch, dass das Futter genug Nährstoffe (Vitamine, Mineralien, etc.) enthalten muss, um …. sowohl bei 108 g als auch 126 g alles abzudecken. Damit der Hund das Gewicht von 10 kg hält, sollen dann (dauerhaft?) 119 g gefüttert werden. Das bedeutet aber auch, dass der Hund dauerhaft zu wenig Energie bekommt und ihr vielleicht eine Trägheit und Lustlosigkeit am Hund beobachten könnt.

Der Hund wird abnehmen. Keine Frage.

Was sollte man füttern?

Man sollte 1. dafür sorgen, dass das Tier mehr Bewegung bekommt. Auch Kopfarbeit für den Hund (Schnüffelspiele, Intelligenzspiele, tägliches Training von Kommandos) verbraucht Energie.

Zum Zweiten sollte man hochwertiges Nassfutter füttern und in kleinen Schritten die Futtermenge reduzieren. Sofern Leckerlies gefüttert werden, müssen diese in die Tagesration eingerechnet werden, da diese sonst zusätzliche Kalorien bedeuten.

WICHTIG: FDH (Friss-die-Hälfte) ist weder bei Hunden noch bei Katzen ratsam und kann mehr Schaden als Nutzen sein.

Gern gebe ich euch hier mehr Hilfestellung bei Hund und Katze.

 

FAZIT

Royal Canin ist bekannt. Royal Canin ist überall zu finden, wo man Tierisches kaufen kann. Und Royal Canin hat eine unheimliche Lobby-Macht.

Das Diätfuttermittel hilft in den meisten Fällen die Symptome zu verbessern oder zu verschleiern. Die Qualität des Futters ist jedoch alles andere als gut und die Ursache muss in den meisten Fällen immernoch bekämpft werden.

Ich bin weiterhin der Meinung, dass jeder Mensch seinem Tier füttern soll, was er für richtig hält. Aber: Der Mensch sollte sich genau informieren, was im Futter ist und was das Futter mit seinem Tier machen kann.

Passt auf eure Fellpopos auf.

 

Eure Nicole

 

Haftungsausschluss: Aus rechtlichen Gründen weise ich darauf hin, dass es sich bei den von mir angewandten Beratung um wissenschaftlich umstrittene Methoden handelt und diese von der Schulmedizin teilweise nicht anerkannt oder bewiesen sind.

 

Quellen:

22.04.2018: https://de.wikipedia.org/wiki/Royal_Canin

23.09.2018: https://www.businesswire.com/news/home/20180611005895/de/

23.09.2018:  https://www.vetstage.de/magazin/tierarzte-im-beruf-sales-scientific-support-bei-royal-canin/

23.09.2018: https://www2.vetline-akademie.de/goto.php?target=crs_600

30.09.2018: http://www.stoneyards.de/fortbildung.htm

23.09.2018: https://www.deine-tierwelt.de/magazin/spezial-sprechstunde-fuer-uebergewichtige-hunde-und-katzen/

30.09.2018: http://www.dvg-vet-congress.de/fileadmin/www_dvg_vet_congress_de/PDF/pdfs-2018/Dateien-Hauptprogramm-2018/05-Sponsoren.pdf

30.09.2018: https://www.messe-hund-und-katz.de/leipzig/besucherinfos/sponsoren-partner/

23.09.2018: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/royal-canin-sponserte-baerenkaempfe-lieblose-entschuldigung/8541148-2.html?ticket=ST-799893-kHOgTQt2EfZ4AqZgzXzc-ap2

23.09.2018: https://www.royal-canin.de/produkt-faq/sind-zusatzstoffe-die-in-heimtierfutter-verwendet-werden-gesundheitsgefaehrdend-zb-die-synthetischen-antioxidanzien.html

23.09.2018: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8493816

23.09.2018: http://www.feingold.org/Research/bht.php

22.04.2018:  https://www.royal-canin.de/katzennahrung/produktuebersicht/produkt/renal-feline.html

22.04.2018: https://www.royal-canin.de/katzennahrung/produktuebersicht/produkt/urinary-care.html

21.05.2018: https://www.royal-canin.de/hundenahrung/produktuebersicht/produkt/gastro-intestinal-low-fat-canine-wet.html

09.10.2018: https://www.lebensmittellexikon.de/p0002960.php

23.09.2018: http://www.erste-hilfe-beim-hund.de/cgi-php/rel00a.prod/joomla/Joomla_1.6/index.php/morosche-karottensuppe

23.9.2018: https://www.royal-canin.de/hundenahrung/produktuebersicht/produkt/obesity-management-canine.html

23.9.2018: https://de.wikipedia.org/wiki/Lignocellulose

Ergänzungsfuttermittel für Katzen

Hallo ihr Lieben,

ich beobachte in letzter Zeit, dass viele meiner Kunden Ergänzungsfuttermittel für Katzen kaufen und einige Katzen auch ausschließlich dieses Futter bekommen und an nix anderes mehr ran gehen.

Dieses Futter ist oft nicht günstig und sieht auch sehr lecker aus, weil man die Bestandteile sogar erkennen kann. Oft ist es Hühnchen oder Thunfisch in klarem Gelee mit Shrimps oder Leber oder Krebsfleisch der sonstigem gemischt. Dieses Futter ist oft in kleinen Dosen oder Päckchen und sieht auf dem 1. Blick wie ein Alleinfuttermittel aus. Die Besitzer wollen also schon das Beste für das Tier.

Der Punkt ist jedoch, dass es sich dabei um Ergänzungsfutter handelt. Das bedeutet im Klartext – es ist nicht zur dauerhaften und alleinigen Fütterung der Katze geeignet, weil sehr viele wichtige Nährstoffe fehlen, die nicht oder nur sehr gering im abgekochten und sehr mageren Muskelfleisch vorhanden sind. Allem voran Calcium, was hauptsächlich in Knochen vorhanden ist, und wichtige Vitamine, wie A und E. Allen voran fehlt auf die Zufuhr vom Taurin und Fett. Und das sind nur ein paar wenige Beispiele. Wenn der Katze die wichtigen Nährwerte fehlen, kann es auf Dauer zu Erkrankungen kommen.

Fehlt z.B. auf Dauer Calcium, kann es zu spröden Knochen und Zähnen kommen. Ist dauerhaft zu wenig Eisen in der Fütterung, kann es zu Haut-/Fellproblemen, Herzrythmsstörungen oder Blutmangel kommen. Und bei einer zu geringen Zufuhr von Jod, kann es zu Schilddrüsenerkrankungen kommen. Generell enthalten viele Ergänzungsfuttermittel wenig Fett und selten wichtige Fettsäuren (Omega 3/6), so dass man auf Dauer Haut- und Fellprobleme, Energiemangel, uvm. feststellen kann.

Der Zeitraum “dauerhaft” bedeutet in der Regel über mehrere Monate und Probleme zeichnen sich bei jeder Katze unterschiedlich ab.

Deshalb bitte ich euch, dass ihr beim Futterkauf unbedingt darauf achtet, dass auf dem Futter “Alleinfuttermittel” vermerkt ist. Denn nur wenn es als solches deklariert ist, sollte es im Idealfall auch alle Bedarfswerte eurer Miez abdecken. Ob das am Ende so ist, sei dahin gestellt.

Einige Beispiele für Ergänzungsfuttermittel:

  • Sheba Feine Filets
  • Miamor Feine Filets
  • Premiere Fine Filets
  • Schesir
  • Almo Nature HFC
  • Gourmet Crystal Soup
  • Animonda vom Feinsten

Ihr könnt sehen, dass ein großes Merkmal die “Filets” sind. Ein weiteres Merkmal sind die Schlagwörter “Im Eigenen Saft” oder “Soup”.

Es ist kein Problem der Katze ab und an solches Futter zu geben und sollte so gefüttert werden, wie etwa eine Vitaminpaste, Malzpaste, Katzenmilch oder andere Snacks. Alle sind Ergängungsfuttermittel und sind in Maßen ab und an in Ordnung, aber nicht als Ersatz für die Hauptmahlzeit zu sehen.

Wer mehr wissen möchte oder wer sich nicht sicher ist, ob sein Futter ein Alleinfuttermittel ist kann mich gern kontaktieren.

Eure Nicole

TAURIN – Lebenswichtig für Katzen und förderlich für Hunde

Hallo ihr Lieben,

Als Katzenbesitzer hat man ab und zu eventuell schon einmal gehört, dass Katzen unbedingt Taurin im Futter brauchen, da sie es selbst nicht herstellen können. Als Hundebesitzer hat man es eventuell noch gar nicht gehört. Und als Mensch hat man es eventuell einmal in Verbindung mit Energiedrinks gehört oder gar zu sich genommen.

Aber fangen wir von vorn an. Was ist überhaupt Taurin?

Taurin ist eine Aminosäure, welche für Katzen lebenswichtig ist. Das Problem ist, dass Katzen diese nicht so gut wie gar nicht synthetisieren, also herstellen, können. Auch für den Hund ist Taurin wichtig, dieser kann jedoch aus Cystein (einer weiteren Aminosäure, die im Fleisch enthalten ist und über das Futter aufgenommen wird) in der Leber umgewandelt werden. Beim Menschen ist es genauso.

Demnach haben Katzen ein Problem.

Was ist, wenn die Katze nicht genug Taurin zu sich nimmt?

Hier gibt es schon einige Studien, in denen berichtet wird, dass Katzen aufgrund von Taurinmangel erblinden, Herzprobleme bekommen, Fruchtbarkeitsstörungen, bzw Fortpflanzungsprobleme bekommen (Casey, Carey, Hirakawa „Canine and Feline Nutrition“, 1995). Diese Krankheiten sind alle sehr schleichend und müssen natürlich nicht aufgrund vom Taurinmangel entstehen. Taurinmangel ist jedoch eine der genannten Ursache.

Wundert ihr euch manchmal darüber, dass eure Katze kontinuierlich sehr viel Fell verliert? Das kann ein erstes Symptom einer Mangelerscheinung sein.

Zu beachten ist auch, dass einige Katzenrassen (z.B. Main Coon, Perser, Bengal, BKH) genetisch bedingt oft Herzleiden haben. Das gilt im Übrigen auch für einige Hunderassen (z.B. Boxer und Dalmatiner). Hier ist es immer ratsam Taurin hinzuzufügen – eine Überdosierung scheint laut Studien unmöglich.

Wieviel Taurin braucht meine Katze? Und wieviel Taurin ist im Fertigfutter enthalten?

Der Regelsatz liegt bei 50mg pro KG Katze. Wenn deine Katze also 4 kg wiegt, benötigt sie täglich 200 mg Taurin.

Taurin ist vor allem im Muskelfleisch, Herz, Muscheln und Hirn enthalten. Sobald Taurin jedoch erhitzt wird, wird einiges davon auch zerstört. Je höher die Erhitzung, desto mehr Taurin geht verloren.

Und nun schauen wir uns einmal das gängige Nassfutter und deren Tauringehalt an:

Feuchtfutter **
Marke Taurin pro 1kg Futter (vor Prozessierung) Taurin pro empfohlenen Tagesbedarf MEINE Einschätzung
Whiskas Klassische Auswahl in Soße Keine Angaben Keine Angabe, empfohlen werden 5 Futterbeutel Hier muss man davon ausgehen, dass gar kein Taurin zugesetzt wurde… Taurinmangel sehr wahrscheinlich
Sheba Lachs Selection in Sauce Keine Angaben Keine Angabe, empfohlen werden 3 Futterbeutel Hier muss man davon ausgehen, dass gar kein Taurin zugesetzt wurde… Taurinmangel sehr wahrscheinlich
Felix in Gelee Keine Angaben Keine Angabe zum Taurin, empf. Tagesration 300 – 400g Hier muss man davon ausgehen, dass gar kein Taurin zugesetzt wurde… Taurinmangel sehr wahrscheinlich
Royal Canin Sterilised Cat 400mg/ 1 kg 119mg pro 297.5 g Tagesration Viel zu wenig Taurin enthalten, Taurinmangel sehr wahrscheinlich
Purina One Huhn mit grünen Bohnen 430 mg / 1 kg Futter 109,65 mg Pro 3 Beutel (255 g) oder  146,20 mg Pro 4 Beutel (340 g) Viel zu wenig Taurin enthalten, Taurinmangel sehr wahrscheinlich
Coshida (Lidl) Pastete mit Rind 100g Schale 200 mg/ 1 kg Futter 58 mg Pro 290 g empf. Tagesration Viel zu wenig Taurin enthalten, Taurinmangel sehr wahrscheinlich
Coshida (Lidl) Feinste Stückchen mit Rind in Sauce 380 mg/ 1 kg Futter 91,2 mg Pro 270 g empf. Tagesration Viel zu wenig Taurin enthalten, Taurinmangel sehr wahrscheinlich
Topic (Aldi) Lachs Forelle (siehe Foto) 220 mg/ 1 kg Futter 55 mg Pro 250 g empf. Tagesration Viel zu wenig Taurin enthalten, Taurinmangel sehr wahrscheinlich
Animonda Carny Adult Multi-Fleischcocktail 800 mg/ 1 kg Futter 160 mg pro 200 g empf. Tagesration Grenzwertig, da 40 mg Taurin pro KG Katze das absolute Minimum sind
Mac’s Ente, Kaninchen, Rind 1,500 mg / 1 kg Futter 262,5 mg pro 175 g empf. Tagesration* Sehr gut, hier wurde eingerechnet, dass auch Taurin durch das erhitzen verloren geht.
Grau Geflügelmägen in Gelee 1,000 mg / 1 kg Futter 320 mg Pro 320 g empf. Tagesration Geht man nach der Fütterungsempfehlung sollte der Tagesbedarf abgedeckt sein. Ich finde jedoch die empfohlene Futtermenge sehr hoch, was darauf hin deutet, dass die Bestandteile vom Futter nicht so hochwertig sind, wie angenommen.
Reico Maxicat Fit Geflügel 837 mg / 1 kg Futter 251,1 mg Pro 300 g empf. Tagesration Geht man nach der Fütterungsempfehlung sollte der Tagesbedarf abgedeckt sein. Ich finde jedoch die empfohlene Futtermenge sehr hoch, was darauf hin deutet, dass die Bestandteile vom Futter nicht so hochwertig sind.

*empf. Tagesration 4 kg Katze liegt zwischen 150 g und 200 g, deshalb habe ich die Hälfte genommen

Zu allen Futtersorten möchte ich noch einmal sagen: Das Taurin wird i.d.R. VOR dem Prozessieren hinzugefügt. Je nachdem wie hochwertig die Fleischzutaten sind, ist auch da Taurin enthalten (z.B. im Herz). Nach dem das Futter hoch erhitzt wurde – nicht zuletzt um es haltbar zu machen – ist oft weniger Taurin übrig. Es gibt jedoch auch Tierfutterhersteller, wie z.B. Mars Petcare (Whiskas, Sheba, KiteKat, Pedigree, Chappi,…), die das Gemüse und Fleisch-Getreide-Pellets getrocknet nutzen und dann die Feuchtigkeit + Mineralstoffe/Zusatzstoffe über Soße und Gelee hinzufügen. Hier ein Video dazu. Das erklärt auch die perfekte Form der Futterbröckchen…

In Pflanzen ist im Übrigen kein Taurin enthalten (Quelle)

Und nun zum Trockenfutter.

Hierzu eine Info vorab: Laut der European Pet Food Industry wird Futter als trocken deklariert, wenn es 14% oder weniger Feuchtigkeit enthält. Im Nassfutter oder Fleisch ist 70% oder mehr Feuchtigkeit enthalten. Wenn eure Katze also am Tag 55g Trockenfutter frisst (Empfehlung Royal Canin), enthält das maximal 7,7g Feuchtigkeit. Im Vergleich ist bei 297,50g Nassfutter (Empfehlung Royal Canin) nimmt sie 208.25 g Feuchtigkeit zu sich. In jedem Fall trinkt die Katze dann hoffentlich doch noch ein bisschen mehr. Gehen wir davon aus, dass Gramm gleich Milliliter sind – Eure Katze müsste über 200 ml Wasser am Tag trinken, um das Defizit aufzuholen. Eure Katze müsste also einen ganzen Kaffeebecher am Tag leer trinken. Und nicht vergessen, je größer die Katze, desto mehr müsste sie trinken.

Trockenfutter enthält i.d.R. mehr Taurin pro kg Futter. Schließlich isst eure Katze weniger davon und muss auf kleine Menge Futter mehr Taurin zu sich nehmen.

Trockenfutter **
Marke Taurin pro 1kg Futter (vor Prozessierung) Taurin pro Fütterungsempfehlung für 4 kg Katze Kommentar – Bestandteile
Whiskas 1+ Huhn 1870 mg 102,85 mg pro 55 g Leider nur halb so viel Taurin, wie benötigt. Fleischanteil 29%…
Royal Canin Indoor 1700 mg 93,5 mg pro 55 g Zu wenig Taurin. Die RC Website gibt andere Infos zur Zusammensetzung. Hier ein Ausschnitt, gefunden auf allen anderen gecheckten Websiten (u.a. Amazon): Mais, Geflügelmehl, Reis, Pflanzenproteinisolat*, Weizen, Tierfett, …
Purina One Steril Cat Rind 740 mg 44,4 mg pro 60 g Viel zu wenig Taurin. Geschätzt 30 % Fleisch (16 % Rind, Geflügel ohne % Angaben)
Happy Cat Grainfree Seefisch 1000 mg 50 – 60 mg auf 50 –

60 g Futter

Viel zu wenig Taurin. 43 % Kartoffel, 36,5 % Fleisch-/Fischbestandteile
Josera NatureCat 1500 mg 97,5 mg auf 65 g Zu wenig Taurin. 39 % Fleisch-/Fischmehl, Getreidefrei, aber Kartoffeln und Erbsen sind nicht viel besser
Applaws Hühnchen 2000 mg 100 mg auf 50 g Wenig Taurinzusatz. Aber hoher Fleischanteil, kein Getreide, wenig Kohlehydrate.
Leonardo Adult Poultry GF 1400 mg 70 mg auf 50 g Wenig Taurinzusatz. Aber hoher Fleischanteil, kein Getreide, wenig Kohlehydrate.
Sanabelle Adult Geflügel 2000 mg 130 mg auf 65 g Wenig Taurin, über 50% Fleischanteil, Recht Kohlehydrate
IAMS Naturally Lamm und Reis Keine Info Nicht möglich
Felix Thunfisch 840 mg 58,8 mg auf 70 g Wenig Taurin für die Fütterungsemfpehlung, hauptsächlich Kohlehydrate

Fazit: Keines der untersuchten Trockenfutter enthält genug (hinzugefügtes) Taurin. Ich würde jetzt jedoch davon ausgehen, dass Trockenfutter wie Applaws und Leonardo aufgrund des hohen Fleischgehaltes noch ein kleines bisschen mehr Taurin enthalten. Das ist jedoch nur eine Mutmaßung. Für mich ist dies jedoch ein weiterer Grund, warum eine reine Trockenfutterernährung für die Katze absolut ungeeignet ist.

Noch ein Hinweis zu Taurin im Fertigfutter:

Taurin ist eine Aminosäure, welche nicht hitzestabil ist. Wenn das Taurin im Futter also mit 1000 mg/kg angegeben ist, wird durch die Erhitzung des Futters viel Taurin zerstört. Wenn das Futter nun jedoch auch Zucker enthält, so entsteht die so genannte Maillard-Reaktion. Sofern Aminosäuren, Zucker und Hitze aufeinandertreffen kommt die Maillard-Reaktion zum Einsatz und verändert die Qualität des Proteins. Dieses Protein kommt in der Regel nicht in der Natur vor und kann somit von der Katze (oder vom Hund) kaum genutzt werden.

Sofern das Fertigfutter also Zucker enthält, ist das Taurin nicht mehr nutzbar.

Die Maillard-Reaktion, wird sich oft beim Kochen, Braten, Backen und Kaffee rösten zu nutze gemacht.

In der Natur kann die Katze doch auch kein Taurin zum Futter mischen!

Richtig. Aber, wilde Katzen und auch Freigänger fressen oft Mäuse und andere kleine Tiere. Durchschnittlich sind in einer freilebenden Maus 240 mg pro 100g Maus Taurin enthalten. Wenn die freilebende Katze also um die 10 oder mehr Mäuse am Tag frisst und jede Maus mindestens 30 g wiegt, dann nimmt sie im Idealfall 720 mg Taurin auf. Selbst wenn eure Katze nur eine Maus täglich frisst, kann diese schon den täglichen Taurinbedarf der Miez decken. Taurin kann nicht überdosiert werden.

Wie kann ich meiner Katze mehr Taurin geben?

Wenn ihr nicht ganz auf eine Rohfleisch-Fütterung umstellen möchtet, könnt ihr eurer Katze zumindest täglich etwas ungekochtes Frischfleisch geben. Laut der Studie „Taurine concentrations in animal feed ingredients; cooking influences taurine content“ von Spitze, Wong, Rogers und Fascetti (2003) enthalten z. B. 100 g Hühnerherzen 117,9 mg Taurin. Hühnerherzen gibt es tiefgefroren in größeren Supermärkten. 100 g Beinfleisch der Pute enthalten sogar 306 mg Taurin. 100 g Miesmuschel enthält sogar 655 mg Taurin. Stückiges Fleisch ist also nicht nur gut für die Taurinaufnahme eurer Katze, sondern dient auch super als „Zahnbürste“.

Da man nicht täglich 100 g Putenbeinfleisch verfüttern kann, nutzen viele Rohfleischfütterer sogenanntes synthetisches Taurin, welches aus Ethen, Ammoniak und Natriumsulfit synthetisiert wird.

Meine Empfehlung

Schaut euch das Futter eurer Katze einmal ganz genau an. Davon abgesehen, dass ich der Meinung bin, dass gutes Katzenfutter genau deklariert wie hoch der Prozentanteil an Fleisch ist und vor allem was für Fleisch enthalten ist, sollte das Nassfutter aller wenigstens 1000 mg Taurin pro kg Futter enthalten. Sofern eine Katzenrasse (oder Mix) bei euch wohnen darf, welche genetisch bedingt Probleme mit dem Herzen haben – z.B. Main Coon, Norweger, Perser, BKH, Bengal – empfehle ich Taurin als Pulver oder Tropfen hinzuzufügen und des Öfteren ein Hühnerherz zu füttern.

Taurin ist natürlich nur einer der Bestandteile, die man im Auge behalte sollte. Wenn ihr mehr über das Futter eurer Miezen oder Wuffels wissen möchtet, meldet euch gern für einen ausführlichen Futtercheck bei mir.

Eure Nicole

** Webseiten zuletzt am 23.5.2018 besucht.

*Editiert am 28.10.2019

Diabetes bei Katzen

Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich über Diabetes bei Katzen informieren. In den letzten Monaten habe ich 5 Neukunden gewinnen können, deren Katzen an Diabetes 2 erkrankt sind.

Diese Krankheit ist mittlerweile in der Humanmedizin in allermunde und ich denke, fast jeder von uns kennt jemanden, der an Diabetes erkrankt ist. Aber Katzen? Ja – jedes Säugetier kann zuckerkrank werden – auch der Wal.

2015 wurde geschätzt, dass 2 % aller in Deutschland lebenden Katzen an Diabetes erkranken. So langsam wird es eine Volkskrankheit, wie beim Menschen. Ein Grund für die steigende Zahl ist natürlich der, dass Haustiere heute beim Menschen einen ganz anderen Stellenwert haben, als noch vor 10 oder 20 Jahren. Ist das Tier krank, wird diagnostiziert und behandelt – nicht einfach eingeschläfert. Allerdings hat sich die Qualität vom Futter auch stark geändert. Ich erinnere mich, dass vor 20 Jahren die Fütterungsempfehlung von einer bekannten Futtermarke genau 200g Nassfutter für eine 4kg-Katze waren. Heute sind es 250 – 400g (je nachdem, welche Sorte man füttert).

Deshalb möchte ich euch heute ein wenig über die Krankheit erzählen, wie ihr erste Anzeichen an eurer Katze erkennen könnt und wie ihr der Miez helfen könnt. Denn… Diabetes 2 ist bei Katzen (und Menschen) HEILBAR!


Was ist Diabetes mellitus?

Bei der Typ-2 Diabetes handelt es sich um eine chronische Stoffwechselkrankheit. Oft wird sie auch die Zuckerkrankheit genannt, da der Zuckerspiegel im Blut erhöht ist. Grund ist, dass der Körper das Insulin kaum oder nicht annimmt aber „denkt“ es wäre kein Insulin da. D.h. es wird mehr Insulin produziert. Der Zucker staut sich in den Blutgefäßen an, da er nicht in die Zellen weitergeleitet werden kann.

Bei Katzen kann der Stoffwechsel durch Diabetes komplett aus den Gleisen geraten, weshalb die Krankheit auch so gefährlich ist.

Typen?

Es gibt 3 Typen von Diabetes:

  1. Diabetes Typ 1 ist eine unheilbare Autoimmunkrankheit. Die Bauchspeicheldrüse produziert kein oder kaum Insulin, die Glukose (Zucker) kann im Blutkreislauf nicht reguliert werden. Diese Form kommt meist bei Hunden vor, bei Katzen eher selten.
  2. Diabetes Typ 2 ist eine chronische Stoffwechselkrankheit, bei der der Körper das eine Insulin schlecht aufnimmt. Es wird mehr Insulin produziert und die insulin-produzierenenden Zellen sterben schließlich ab, wodurch es zu Insulinmangel kommt. Der Prozess ist also sehr schleichend.
  3. Diabetes Typ 3 ist eine Folgekrankheit von z.B. Pankreatitis oder hormonellen Krankheiten. Dieser Typ ist jedoch sehr selten.

Und was passiert dann?

Eine unbehandelte Diabetes schädigt im Körper langfristig die Blutgefäße und somit auch Organe und Nerven. Äußerlich sieht man anfangs keine Anzeichen. Die Krankheit ist schleichend und deshalb auch so gefährlich. Folgen von Diabetes können Herzinfarkte, Schlaganfälle sein, aber auch Nierenerkrankungen.

Es kann zu Erblindung führen, zu Unterzuckerung und somit auch ganz schnell zum Tod der Katze.


Symptome und Diagnose

Häufiges und vieles Trinken und Pieseln ist ein sehr erkennbares Symptom. Das Pippi ist klebrig, aufgrund der Zuckerausscheidung (Bei Klumpstreu bekommt man es dann schlecht vom Plastik ab). Die Katze hat viel Hunger, nimmt jedoch rapide ab, da die Nahrung nicht mehr verwertet werden kann und die Katze Fettreserven nutzt. Zudem sind die Katzen aufgrund des Energieverlustes schlapp und müde. Es kann zu häufigen Blasenentzündungen oder Harnwegsinfekten kommen. Manche Katzen zeigen auch einen komischen Gang.

Wenn ihr mehrere dieser Anzeichen bei eurer Katze feststellt, bringt sie sofort zum Tierarzt eures Vertrauens und lasst ein Blutbild machen. Anhand der Fructosaminwerte und der HbA1c kann man erkennen, ob eine Katze an Diabetes erkrankt ist. Hier sollte man jedoch die Langzeitwerte in Betracht ziehen. Eine Katze, die zum Tierarzt muss, ist meist gestresst und das kann sich auch auf die Blutwerte übertragen. Auch sollten die Ketonwerte überprüft werden, welche den Säuregehalt im Blut angeben. Ist auch dieser erhöht, ist das ein weiteres Anzeichen von Diabetes.

Zudem sollten man die Urinwerte und die Zähne untersuchen. Sind hier Entzündungen kann es zu Problemen bei der Therapie kommen, da die Entzündungswerte gegen das Insulin arbeiten.


Ursachen

Wie beim Menschen auch, sind Übergewicht und Bewegungsmangel ein großer Risikofaktor, dass die Katze an Diabetes 2 erkrankt. Ab wann ist die Katze übergewichtig? Schaut euch die Katze von oben an und fasst an Ihren Brustkorb. Wenn eine stärkere Bauchwölbung zu sehen ist und die Rippen nur schlecht oder gar nicht zu erfühlen sind, ist die Miez zu dick.

Übermäßige Cortisongabe kann ebenfalls zu Diabetes führen, denn Cortison ist ein Gegenspieler von Insulin und wird leider zu häufig gegeben. Allerdings spielen auch die Gene oder das Alter eine Rolle, sowie bestehende Krankheiten, wie hormonelle Erkrankungen, chronische Entzündungen (z.b. der Bauchspeicheldrüse).

Die Ursachen sind also doch denen beim Menschen recht ähnlich.

Fest steht jedoch, dass Katzen mit Übergewicht eher dazu neigen Diabetes 2 zu entwickeln, als normalgewichtige Katzen. Das spielt der Bewegungsmangel eine Rolle. Aber eine ganz gewaltige Rolle spielt die Fütterung.


Therapie

In den meisten Fällen kommt man nicht darum herum Insulin zu spritzen. Blind zu spritzen ist jedoch selten eine gute Idee.

Wie misst man den Blutzucker einer Katze? Es gibt die Möglichkeit am Ohr oder am Pfotenballen zu messen. Diese Werte sollten Anfangs mehrmals täglich zu Hause genommen werden, da der Blutzuckerwert bei Tierarzt auch durch Stress erhöht sein kann.

Der Normale Blutzuckerwert einer Katze sollte zwischen 50 und 120 mg/dl (Milligramm pro Deziliter) liegen.  Liegt der Wert unter 150 mg/dl, so muss man noch nicht unbedingt Insulin spritzen. Eine Ernährungsumstellung kann hier bereits Wunder bewirken. Sofern der Blutzuckerwert höher ist sollte man Insulin zusätzlich geben. Die Dosis muss hier genau abgestimmt werden. Anfangs wird eher weniger verabreicht, um eine versehentliche Unterzuckerung der Katze zu vermeiden. Die Unterzuckerung kann für die Katze ohne schnelles Handeln durch den Menschen fatal sein.

Wie erkenne ich die Unterzuckerung? Torkeln, Verwirrtheit, Epileptische Anfälle oder gar Ohnmacht sind Zeichen der Unterzuckerung und hier solltet ihr sofort eine Traubenzucker oder Honiglösung ins Maul geben.

Welches Insulin? Hier gibt es unterschiedliche Arten und je nach Tierarzt werden unterschiedliche Insuline verschrieben.

Caninsulin ist ein Insulin für Hunde, welches jedoch auch für Katzen genutzt wird aber nicht unbedingt geeignet ist. Viele Tierbesitzer und Tierärzte haben jedoch die Erfahrung gemacht, dass Langzeitinsulin aus der Humanmedizin für Katzen geeigneter ist (z.B. Lantus oder ProZink).

Anders als beim Menschen sollte man das Insulin bei Katzen NACH dem Füttern und etwa alle 2 Stunden spritzen. Warum nach den Essen? Wenn eine Katze frisst, steigt der Blutzucker in die Höhe. Das gleicht das zugefügte Insulin wieder aus. Hat die Katze jedoch einen schlechten Tag und will nichts fressen oder übergibt sich gleich nach dem Futtern wieder, besteht die Gefahr einer (fatalen) Unterzuckerung.

Wunderbare Informationen zur Insulineinstellung findet ihr auf katzendiabetes.info/therapie.php


Ein weiterer, wichtiger Schritt der Therapie, welcher sich nicht verhindern lässt ist eine Ernährungsumstellung. Ganz wichtig ist es hier Futter zu nehmen, welches sehr wenig bis gar keine Kohlehydrate enthält. Davon abgesehen, dass Katzen Kohlehydrate nicht verwerten können, diese nicht brauchen und generell schaden (und u.U. zu Krankheiten, wie Diabetes, führen), lassen Kohlehydrate den Blutzuckerspiegel mächtig in die Höhe steigen, bevor er kurze Zeit später rapide wieder absackt. Das beansprucht die Katze noch mehr und ist höchst gefährlich.

Deshalb sollte hier auf hochwertiges Nassfutter umgestellt werden, welches keine Kohlehydrate enthält. Auch Kochen oder BARFEN sind hier eine sehr gute Option.

Unter keinen Umständen solltet ihr ein Diätfuttermittel von bekannten großen Firmen nutzen, da diese sehr viele Kohlehydrate und ungewollte Zusatzstoffe enthalten. Weiterhin solltet ihr unter keinen Umständen Trockenfutter füttern, da dies der Gesundheit der Katze durch den Feuchtigkeitsverlust noch mehr schadet. Zudem enthält Trockenfutter immer Kohlehydrate, da diese nötig sind um die Bröckchen überhaupt zusammen zu halten.

Diabetische Katzen sollten niemals hungern und im besten Fall mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag bekommen. Verweigert die Katze das Futter oder erbricht es, ist dies in der Regel kein gutes Zeichen und sie sollte sofort zum Tierarzt des Vertrauens.


Kosten

Die Diagnose beläuft sich mit Blutbild, Urinprobe, etc auf etwa 70 – 150 EUR. Beim Insulin müsst ihr mit zwischen 30 und 70 EUR pro Fläschchen rechnen, je nach Insulinart. Die Spritzen liegen bei ca. 20 EUR. Eine Stechhilfe/Lanzette, Blutzuckermessgerät und Teststreifen solltet ihr euch zusätzlich zulegen. Und die Futterumstellung auf hochwertige Fütterung sollte ebenfalls nicht vergessen werden, denn eine Dose hochwertiges Nassfutter liegt bei etwa EUR 1,50 für 400g. Barfen/Kochen ist in der Regel günstiger. So kann die Diabetes einer Katze euch monatlich gut 100 bis 200 EUR kosten. Da sind die Tierarztbesuche nun nicht mit rein gerechnet.

 

Ich hoffe, ich konnte euch einen guten Überblick zu der Krankheit geben. Tipps zur Fütterung von geeignetem Futter und zur Futterumstellung bekommt ihr gern von mir.

 

Eure Nicole

 


Quellen:

http://www.katzendiabetes.info/

https://www.katze-mit-diabetes.de

https://www.diabetes-ratgeber.net/Diabetes-Typ-2

http://www.tillydiabetes.net

Handbuch „Katzenkrankheiten“, Sabine Schroll, 2008

„Katzenkrankheiten“ 4. Auflage, W.Kraft und U.M. Dürr, 1996

 

 

CNI bei Katzen

Hallo ihr Lieben,

Am 8. März war Weltfrauentag. Aber nicht nur das. Der 8. März 2018 war weiterhin der Weltnierentag.

Und die Niere ist gerade bei Katzen ein wichtiges und auch trauriges Thema. Viele von euch haben sicher schon einmal von der Chronischen Nierenerkrankung (CNE), bzw der Chronischen Niereninsuffizienz (CNI) gehört.

Einfach beschrieben bedeutet das, dass die Nieren der Katze (oder des Hundes) nicht mehr voll funktionstüchtig sind. Diese Krankheit ist fortschreitend, das heißt, die Niere verliert immer mehr an Funktionalität und schließlich führt die Krankheit zum Tod.

Traurige Statistiken:

Wusstet ihr, dass 30% aller Katzen über 10 Jahren an CNE bzw. CNI leiden? Bei Katzen über 15 Jahren steigt diese Statistik sogar bis zu über 50%. Sofern ihr also eine ältere Katze habt, besteht die Chance 1:3, dass diese CNI entwickeln kann.

Was macht die Niere?

  • Den Wasserhaushalt in Balance halten
  • Den Salzhaushalt/Elektrolythaushalt zu regeln
  • Entgiften
  • Die Säure im Körper in Balance zu halten
  • Den Blutdruck in Griff zu halten
  • Hormonproduktion

Quelle: https://icatcare.org/advice/cat-health/chronic-kidney-disease-cats

 

Was passiert nun bei der CNI/CNE?

Die Nieren der Katze funktionieren nur zum Teil, was bedeutet, dass Gifte im Körper bleiben, die da nicht hingehören und im Endeffekt die Katze langsam vergiften.

Eine Niere besteht aus tausenden kleiner Nephronen, die mit dem alter langsam absterben. Die anderen Nephronen übernehmen dann die Aufgabe der verstorbenen Nephronen (deshalb kann der Mensch eine Niere abgeben). Diese Leistung kann jedoch nur bis zu einem gewissen Grad erfolgreich übernommen werden, bis der Körper dies nicht mehr schafft.

 

Wie erkenne ich CNI?

Die CNI wird in 4 Stadien eingestuft, wobei es schwierig ist die Krankheit im Stadium 1 festzustellen, da es nur sehr wenige Symptome bei der Katze zu sehen gibt. Es ist jedoch nicht unmöglich – der Tierarzt benötigt nur eine Urinprobe und eine Blutprobe. Um CNI also frühzeitig zu erkennen müsstet ihr vor allem mit eurer älteren Katze einmal (oder zweimal) jährlich zur tierärztlichen Untersuchung.

Ab Stadium 2 hat die Niere weniger als 33 % Funktionalität übrig und die Katze zeigt Anzeichen der Erkrankung: Gewichtsverlust, Häufiges Trinken und Pieschern, Appetitlosigkeit, Fellveränderung (stumpf/fettig).

Im Stadium 3 sind unter 25 % der Nieren funktionsfähig und im Stadium 4 weniger als 10%.

Im letzten Stadium zeigt die Katze dann Symptome wie Erbrechen und Übelkeit, Appetitlosigkeit, Abmagerung. Oft überleben die Katzen nach der Diagnose nur noch ein paar Wochen.

Je früher die Katze diagnostiziert wird, desto besser sind die Chancen ihre Lebensfähigkeit zu verlängern. Katzen können durchaus mehrere Jahre mit CNI leben.

Neben der CNI kann die Katze jedoch aufgrund der Nierenfunktionsstörung auch Krankheiten der Leber, Schilddrüse oder Bluthochdruck entwickeln. Deshalb ist es wichtig regelmäßig zum Tierarzt zu gehen.

 

Ursachen von CNI/CNE

Wie so oft, sind Krankheiten in der Tiermedizin oft nicht genug erforscht, deshalb gibt es hier wenig Informationen. Mögliche Ursachen sind: Tumore, Infektionen, Vergiftungen, Entzündungen im Körper.

Ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass es wichtig ist, dass Flüssigkeit unglaublich wichtig für die Funktion der Nieren ist. Die Flüssigkeit durchspült die Niere sozusagen.

Trinkfaul

Katzen sind leider von Natur aus trinkfaul, da sie von der Falbkatze aus der Wüste stammen. Unsere Hauskatzen waren leider nicht so schlau und haben sich nicht evolviert und müssen somit ihre Flüssigkeit über die Nahrung aufnehmen. Und deshalb ist es – in meinen Augen – nicht richtig eine Katze ausschließlich von Trockenfutter zu ernähren. Warum? Trockenfutter darf erst als solches deklariert werden, wenn es unter 14% Feuchtigkeit enthält – das muss aber auf der Packung nicht deklariert werden. Nassfutter enthält in der Regel über 75 % Feuchtigkeit – das muss deklariert werden.

Die Rechnung:

Schauen wir uns einmal Whiskas an (ohne Kommentar ob es gut ist oder nicht).

Beim Nassfutter Ragout Geflügelauswahl werden bei einer 4kg Katze grob 300g Futter empfohlen (ich merke an, das nur 22% davon Fleisch sind). Mit einem Flüssigkeitsanteil von 83% sind hier 234g Flüssigkeit im Futter enthalten. Das ist gut und ihr werdet eure Katze selten am Trinknapf sehen, es wäre jedoch normal, wenn die Katze noch ein paar ml Wasser am Tag trinkt. Also sagen wir, dass 260g Feuchtigkeit ideal für die 4kg Katze wäre.

Das Trockenfutter mit Huhn enthält vermutlich nicht mehr als 8% Feuchtigkeit (es muss ja laut Gesetz nicht deklariert werden) – ich gehe aber mal positiv von 12% aus. Für eine 4kg Katze werden von Whiskas 55g Trockenfutter täglich empfohlen. 55g!!!!! Der Feuchtigkeitsgehalt liegt somit bei maximal 6,6g. Um also wieder auf den gleichen Anteil an Feuchtigkeit zu kommen, wie im Nassfutter enthalten ist, müsste die Katze mehr als 227,4 ml Wasser am Tag trinken. Das ist eine ganze Kaffeetasse. Trinkt die Katze dies nicht, entzieht das Trockenfutter dem Körper Feuchtigkeit.

Und nun stellt euch die ehrliche Frage, ob das eure Katze wirklich macht. Hinzu kommt auch, dass wenn eure Katze mehr frisst, sie natürlich auch mehr trinken muss.

Ihr sagt eure Katze trinkt auch mit reiner TroFu Ernährung genug?

Dann schaut euch bitte das Pipi an. 3 – 4 x Pipi am Tag sind perfekt. Trinkt die Katze weniger, kommt auch weniger raus, mehr Gifte bleiben im Körper und Krankheiten können entstehen.

Kurzum: Es ist meine Meinung, dass Trockenfutter einen großen Teil zu Erkrankungen wie CNI aber auch Diabetes, Harnsteine, Schilddrüsenkrankheiten, beiträgt.

Meine Tipps:
  • Solltet ihr bei eurer Katze ein vermehrtes Trinkverhalten feststellen – vor allem auch, wenn sie Nassfutter bekommen – geht auf jeden Fall zum Tierarzt und lasst die Miez untersuchen.
  • Gebt der Katze immer etwas Wasser ins Futter (auch bei Nassfutter).
  • Füttert hochwertiges Nassfutter: genaue Deklaration der Inhaltsstoffe, hoher Anteil Muskelfleisch, wenig Bindegewebe, KEIN Getreide oder Zucker (Achtung bei allem mit -ose), keine Pflanzlichen Öle und Zusatzstoffe.
  • Lasst bei eurer älteren Katze (10+) bitte jährlich ein Blutbild sowie einen Urintest machen, um Krankheiten frühzeitig festzustellen.

 

Meine Erfahrung

Ich habe in den vergangenen 2 Jahren mehrere Katzen mit CNI betreut und alle bekamen tierärztliches Spezialfutter. Dieses ist Phosphorarm, ansonsten Qualitativ unter aller Sau (entschuldigt den Ausdruck), da es voller Getreide, Tiermehl und Zusatzstoffe ist, die mit der natürlichen Ernährung der Katze nichts mehr zu tun haben. Zudem gibt es Tierärzte, die dem Halter sagen, sie mögen ausschließlich Trockenfutter füttern – was komplett kontraproduktiv ist, da dem Körper ja schon wieder Flüssigkeit entzogen wird.

Deshalb bitte ich euch um eines. Sollte bei eurer Katze CNI festgestellt werden, kauft hochwertiges Nassfutter und gebt der Katze einen sogenannten Phosphatbinder. Futter mit hohem Phosphatanteil kann die CNE verschlimmern, weshalb es ratsam ist, dass das Futter einen niedrigen Phosphatanteil hat und zudem ein Phosphatbinder untergemischt wird, so dass das Phosphat vom Körper nicht aufgenommen, sondern einfach nur ausgeschieden wird.

 

Tiff

Ich habe im Jahr 2016 die Katzen-Omi Tiff betreut. Innerhalb von 6 Monaten habe ich insgesamt bestimmt 2 Monate mit ihr verbringen dürfen und die süße Maus war eine reine Freude. Ich weiß noch wie heute, wie erschrocken ich war, als ich Tiff am 21.11.2016 sah und nur noch weinen musste. Innerhalb weniger Wochen hatte sich ihr Gesundheitszustand stark verschlechtert. Papa hatte mir schon mitgeteilt, dass sie schlecht frisst. Ich habe Tiff dann zweimal täglich besucht um festzustellen, dass sie kaum noch fraß, sich wenig bewegte und wenig trank. Täglich bin ich mit Tränen in den Augen nach Hause gefahren und wusste nicht, ob ich Tiff am nächsten Tag noch lebend wiedersehen würde. Weder mochte sie das Nierenfutter, noch normales Futter. Ich habe ihr schließlich nach 5 Tagen wenig Nahrung – nach Rücksprache mit Papa – etwas Hühnchen mitgebracht, welches sie verschlang.  Leider hat sie sich jedoch sofort danach übergeben und ich habe Tiff geschnappt und wir sind zum Arzt nach Harburg gefahren. Der meinte jedoch nur, sie leide an Übelkeit, gab ihr eine Infusion und eine Spritze und 65 EUR später waren wir auf dem Weg nach Hause. Tiff hat dann über Nacht noch ein wenig gefressen und schließlich kam Papa am Sonntag wieder. Ich habe ihn gebeten nochmal einen Bluttest machen zu lassen und am Montag darauf stand fest, Tiff hatte komplettes Organversagen, ihre Nierenwerte waren viel zu hoch und sie musste schließlich am 30.11.2016 erlöst werden. Sie hat gewartet, bis Papa wieder zu Hause war und ich bin heilfroh darüber…

Meine Bitte:

Passt auf eure Miezen auf. Wie schon gesagt, denke ich – und viele andere Katzenkenner, die bei weitem mehr Wissen haben, als ich – dass eine Trockenfutterdiät eine Ursache für Nierenkrankheiten (und Diabetes) bei Katzen sind. Ich gebe zu, dass ich genauso schuldig bin und meinen Miezen in seltenen Fällen Trockenfutter mit viel Wasser gebe (wenn ich z.B. vergessen habe BARF aufzutauen). Eure Katzen sind eure Verantwortung und ihr könnt ihnen Füttern was ihr möchtet. Natürlich können Katzen mit minderwertigem Futter alt werden. Es ist jedoch auffällig, dass ich immer mehr Kunden bekomme, die Katzen mit CNI, Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion, Herzprobleme, Harnsteinen, etc habe – und all diese Krankheiten kann man mit einer gesunden Ernährung verbessern, wenn nicht sogar heilen.

Und sollte CNI festgestellt worden sein, füttert bitte kein Spezialfutter. Hier mal eine kurze Aufstellung der Inhaltsstoffe von einem bekannte Nierenspezialfutter:

  • Trockenfutter: Maisfuttermehl, Reis, Tierfett, Weizenklvberfutter*, Sojaproteinisolat*, Lignozellulose, Mais, Maiskleberfutter, tierisches Protein (hydrolysiert), Mineralstoffe, Zichorienfaser, Geflügelprotein (getrocknet), Fischöl, Sojaöl, Fructo-Oligosaccharide, Psyllium (Hüllschichten und Samen), Tagetesblütenmehl (Quelle für Lutein)
    • Kurzum – in diesem Futter ist nicht 1g Fleisch enthalten!!
  • Nassfutter: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (Huhn, Schwein, 4% Rind), Getreide, Öle und Fette, Mineralstoffe, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Zucker
    • keine Angaben, wieviel Fleisch und welche Teile der Tiere, Getreide und Zucker…

Füttert, was ihr möchtet. Doch ist es nur fair, wenn ihr über die Konsequenzen informiert seid.

 

Danke für’s lesen 🙂

Eure Nicole

 

Websitentipps zum Nachforschen:

Wie füttere ich meine Katze: Grundlagen der Katzenernährung

Hallo ihr Lieben,

Katzenernährung. Das Thema beschäftigt mich ja nun seit einiger Zeit. Ich habe neulich die Seite catinfo.org gefunden, nachdem ich ein Interview mit der amerikanischen Tierärztin Dr. Pierson auf YouTube gesehen hatte. Auf dieser Webseite habe ich Übersetzungen in mehreren Sprachen gefunden, jedoch keine Übersetzung ins Deutsche. Somit habe ich die Dame kontaktiert und sie hat mir ihr OK gegeben Ihre wissenschaftliche Arbeit ins Deutsche zu übersetzen und auch in meinen Blog zu posten.

Ich werde am Ende des Artikels noch ein paar meiner Gedanken hinzufügen. Erstmal viel Spaß beim Lesen.

 


Wie füttere ich meine Katze: Grundlagen der Katzenernährung.

Lisa A. Pierson, DVM

Catinfo.org

Die Ernährung ist das A und O der Gesundheit. Dieser Artikel legt einige oft ignorierte Prinzipien der Katzenernährung dar und erklärt, warum Katzen eine viel bessere Chance auf optimale Gesundheit haben, wenn Sie eine Nassfutternahrung bekommen anstatt Trockenfutter. Wenn du dir ein wenig Gedanken darüber machst, was du deiner Katze fütterst, kann es sich über die Lebensspanne der Katze auszahlen und dem Tier mögliche ernste, schmerzhafte, lebensbedrohliche und kostspielige Krankheiten ersparen.

Immer mehr ernährungsinformierte Tierärzte empfehlen verstärkt das Füttern von Nass- anstatt Trockenfutter. Dennoch empfehlen oder billigen viele Tierärzte immer noch das Füttern von Trockenfutter. Leider ist dieses artenuntypische Futter jedoch nur dazu da, Krankheiten in unseren Katzen hervorzurufen, wie wir später berichten werden.

Wie es in der Humanmedizin üblich ist, erhalten auch Tierärzte wenig Schulungen zum Thema Ernährung. Und das, was unterrichtet wird, vermitteln oft Repräsentanten der Tierfutterhersteller oder der Lehrgang wird von der kommerziellen Tierfutterindustrie gesponsert und damit stark beeinflusst. Daraus resultiert ein großer Interessenkonflikt. Nachdem wir die Universität verlassen, stammen die häufigsten Möglichkeiten der Ernährungs-„Entwicklung“ weiterhin von den großen Tierfutterfirmen, welche das sogenannte „therapeutische/verschreibungspflichtige“ Veterinärtierfutter herstellen. Das Resultat ist leider, dass Tierärzte nicht immer die beste Quelle für Ernährungstipps sind.

Trockenfuttersüchtige

Wenn deine Katze nach Trockenfutter süchtig ist, schau dir bitte die Tips for Transitioning Dry Food Addicts to Canned Food (engl) in der Sidebar auf catinfo.org an.

Mit genügend Geduld und Tricks kann man alle Katzen zu einer wasserreichen, kohlehydratarmen Ernährung umstellen.

Was ist denn an Trockenfutter so schlimm (inklusive der Spezialnahrung vom Tierarzt)?

Die drei Schlüsselprobleme, welche mit Trockenfutter assoziiert werden, sind:

  1. Niedriger Flüssigkeitsgehalt – Ursache für ernste und lebensgefährliche Harntraktkrankheiten, inklusive der schmerzhaften und oft fatalen (und teuer zu behandelnden) Harnabflussstörung. Auf catinfo.org (Urinary Tract Diseases – engl.) seht ihr Opie’s Bilder, wo ihr erkennen könnt, wie sehr der Kater infolge der Trockenfutter-Ernährung leidet.
  2. Zu hoher Anteil an Kohlenhydraten: – unterstützt die Entwicklung von Diabetes, Übergewicht und Darmkrankheiten. Auch Trockenfutter mit wenig Kohlehydraten ist ungesund, da es trotz allem einen niedrigen Anteil an Feuchtigkeit hat und stark gekocht wurde, was in Nährstoffverlust resultiert.
  3. Zu viele pflanzliche Proteine: Katzen sind Karnivore und sind so ausgelegt, dass sie nur Fleisch fressen – kein Getreide, keine Pflanzen. Getreide ist nur dazu gut, die Profitspanne der Tierfutterhersteller zu steigern – und es ist ungesund für deine Katze!

Andere negative Eigenschaften von Trockenfutter:

  • bakterielle Verunreinigung (kann zu Erbrechen und Durchfall führen)
  • Schimmelpilze (im Getreide enthalten und sehr giftig)
  • Insekten und deren Fäkalien (können Atmungsprobleme hervorrufen)
  • einige Inhaltsstoffe rufen Allergien hervor
  • Trockenfutter ist so stark gekocht, dass lebenswichtige Nährstoffe verändert bzw. zerstört.

Meiner Katze geht es mit Trockenfutter “ganz gut“!

Diese Aussage höre ich von Leuten oft, aber beachtet einmal Folgendes:

  • Jedem Lebewesen geht es „ganz gut“, bis sichtbare Zeichen einer Krankheit erkennbar sind. Das mag offensichtlich und banal klingen, aber denkt mal drüber nach…
  • Jeder Katze auf dem Feline Diabetes Message Board ging es „ganz gut“, bis deren Besitzer die ersten Anzeichen von Diabetes erkennen konnten.
  • Jeder Katze mit einem Harnwegsverschluss ging es „ganz gut“, bis sie Probleme beim Urinieren hatten, sie durch eine geplatzte Blase gestorben sind oder zum Setzen eines Notfallkatheters zum Tierarzt mussten.
  • Jeder Katze mit einer Blasenentzündung (Zystitis) ging es „ganz gut“, bis sie Schmerzen oder Blut im Urin und es nicht mehr zum Katzenklo geschafft haben.
  • Jeder Katze ging es „ganz gut“, bis sich durch die Fütterung von nicht-artgerechten, hyperallergischen Zutaten eine Futtermittelintoleranz zeigte oder sich gar IBD (inflamatory bowel disease = chronisch entzündliche Darmerkrankung CED) oder Asthma bemerkbar machte.
  • Jeder Katze ging es „ganz gut“, bis sich Nieren- oder Blasensteine bemerkbar machten.
  • Jedem Krebspatienten ging es „ganz gut“, bis der Tumor groß genug war und es genügend sichtbare Anzeichen gab.

Der Punkt ist, dass Krankheiten lange vor sich hin brodeln, bevor sie zu erkennen sind. Und deshalb bedeutet mir der Satz „Meiner Katze geht es mit Trockenfutter ganz gut“ sehr wenig, denn ich glaube an vorbeugende Ernährung. Ich möchte letzten Endes nicht sagen müssen: „Ups, jetzt geht es ihr nicht so gut!“, wenn mir ein Patient mit Problemen präsentiert wird, die man durch artgerechte Ernährung (kohlenydratarmes Nassfutter oder selbst zubereitetes Futter –  nicht Trockenfutter!) hätte verhindern können.

Natürlich sollte man Folgendes verstehen, um das Argument der vorbeugenden Ernährung zu vertreten:

  • Alle Harntraktsysteme sind viel gesünder, wenn genügend Wasser durchfließt. Schmerzhafte, lebensgefährliche und teure Harnwegsverschlüsse entstehen häufig, wenn Katzen (vor allem männliche) Trockenfutter fressen. Diese Blockierungen sind ernste medizinische Notfälle. Sie sind jedoch extrem selten, wenn Katzen Nassfutter bekommen, vor allem, wenn man zusätzliches Wasser hinzufügt. Katzen (männlich, weiblich), welche eine wasserreiche Ernährung genießen, bekommen seltener eine schmerzhafte Zystitis.
  • Von Natur aus haben Katzen ein niedriges Durstgefühl und müssen Wasser über die Nahrung aufnehmen. Die normale Beute einer Katze enthält zwischen 70 – 75 % Feuchtigkeit, Trockenfutter enthält nur 5 –  10 %. Im Gegensatz zum Wunschgedanken der Besitzer  trinken Katzen nicht genug, um das Defizit auszugleichen. Mehrere Studien zeigen, dass Nassfutter fressende Katzen die doppelte Menge an Feuchtigkeit zu sich nehmen verglichen mit Katzen, die nur Trockenfutter fressen.
  • Kohlenhydrate richten bei der Blutzucker-/Insulinbalance einiger Katzen verheerenden Schaden an. Trockenfutter, aber auch einige Nassfuttersorten, hat einen hohen Kohlenhydrateanteil – einige sind schlimmer als andere. Beachtet bitte, dass „getreidefrei“ nicht immer auch kohlehydratfrei bedeutet, da dort statt Getreide Kartoffeln und Erbsen genutzt.
  • Katzen sind reine Karnivoren, was bedeutet, dass sie so gebaut sind, dass sie nur fleischliche Proteine verarbeiten können.
  • Gegenteilig zum populären Mythos ist Trockenfutter zudem nicht gut für die Gesundheit der Zähne und es gibt auch keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Trockenfutter Zahnkrankheiten vorbeugt. Oft schlucken Katzen das Trockenfutter ganz, aber selbst wenn es zerkaut wird, ist es zu brüchig und zerbröselt einfach – es kann die Zähne nicht polieren. Nassfutter ist für die Zähne nicht besser (aber auch nicht schlechter). Man kann der Katze täglich die Zähne putzen oder ihr größere Fleischstücke zum Zerkauen geben. Mehr Infos unter: Making Cat Food – Dental Health (engl).

Das Füttern von Katzen ist definitiv eine Frage von „Bezahl jetzt oder Bezahl später“. Katzenbesitzer sagen oft, dass Nassfutter zu teuer ist. Aber, wenn man die Kosten für eine tierärztliche Behandlung in Betracht zieht, überdenken viele Leute die Ernährung, nachdem sie die Tierarztrechnung gesehen haben.

Ziehe eine vorbeugende Ernährung in Betracht, bevor dein Fellkind eine Krankheit erleiden muss, die durch eine richtige Ernährung hätte verhindert werden können.

Lies weiter, wenn du wissen willst, wie die artgerechte Ernährung einer Katze aussieht. Einige Informationen werden wiederholt, weil sie so wichtig sind.

Katzen benötigen ausreichend Wasser im Futter

Dieser Abschnitt ist unglaublich wichtig, da er betont, warum selbst kohlehydratarmes, getreidefreies Trockenfutter nicht das optimale Futter für deine Katze ist. Selbst das billigste Dosenfutter ist besser als jedes Trockenfutter auf dem Markt.

Katzen haben keinen großen Durstimpuls, wenn man sie mit anderen Tierarten vergleicht. Deshalb ist es entscheidend für sie, dass sie eine wasserreiche Ernährung genießen. Katzen nehmen die meiste Feuchtigkeit über das Futter auf, da deren Beutetiere zu 70 % aus Wasser bestehen. Trockenfutter ist so stark verarbeitet, dass es nur 5 – 10 % Feuchtigkeit enthält. Dosenfutter enthält ungefähr 78 % Wasser. Es ist eindeutig, dass Dosenfutter besser geeignet ist, die Feuchtigkeitsbedürfnisse der Katze zu decken.

Eine Katze, die hauptsächlich Trockenfutter frisst, trinkt mehr Wasser, als eine Katze, die Dosenfutter bekommt. Wenn man aber das Wasser aus allen Quellen zusammenrechnet (das im Futter und das, welches getrunken wird), so nimmt die Katze mit der Trockenfutterernährung nur etwa halb so viel Wasser zu sich, als die Katze mit der Nassfutterernährung.

Diese substantiell niedrigere Wassereinnahme setzt Katzen höheren Gefahren aus, Nieren- oder Blasenkrankheiten zu bekommen, bzw. einen äußerst schmerzhaften, teuren und möglicherweise fatalen Harnwegsverschluss zu erleiden.

Stell dir das Dosenfutter so vor, als würde es den Harnweg deiner Katze mehrmals täglich durchspülen. Es ist eine sehr wichtige Maßnahme, deiner Katze Harnwegsverschlüsse, -infektionen, -entzündungen und mögliche chronische Nierenbeschwerden zu ersparen. Diese chronischen Nierenbeschwerden (z. B. CNI) sind Hauptursachen für das frühzeitige Versterben von Katzen.

Katzen brauchen tierische Proteine

Katzen sind strikte Karnivoren, und die Nährstoffbedürfnisse eines Hundes und die einer Katze unterscheiden sich sehr.

Was bedeutet es, ein strikter Karnivor zu sein? Es bedeutet, dass deine Katze von Mutter Natur so gebaut wurde, dass sie nur tierische Proteine (Fleisch, Innereien) verdauen und verarbeiten kann – keine pflanzlichen Proteine (Getreide, Gemüse).

Es ist wichtig, dass du dich daran erinnerst, dass nicht alle Proteine auf gleiche Weise entstehen.

Proteine, die von Tieren stammen, haben ein komplett anderes Aminosäurenprofil. Aminosäuren sind die Bausteine der Proteine – stell sie dir als Puzzleteile vor. Pflanzliche Proteine enthalten nicht alle benötigten Aminosäuren (Puzzleteile), welche ein Karnivor benötigt. Die Qualität und Zusammensetzung eines Proteins (sind alle Puzzleteile vorhanden?) werden auch biologische Wertigkeit genannt.

Menschen und Hunde können einige Puzzleteile aus pflanzlichen Proteinen zu sich nehmen und aus diesen das gesamte Puzzle vervollständigen. Katzen können das nicht. Deshalb können Menschen und Hunde von vegetarischen Essen überleben, Katzen können das nicht. (Ich betone, dass ich es NICHT empfehle, seinen Hund rein vegetarisch zu ernähren.)

Generell kann man sagen, dass das Protein im Trockenfutter oft voller pflanzlicher Proteine ist und dass es immer stark erhitzt wurde. Es ist nicht von gleicher Qualität, wie das Protein im Dosenfutter, welches (in den meisten Fällen) hauptsächlich auf fleischlicher Basis ist und sanfter erhitzt wurde. Das Protein im Trockenfutter hat deshalb einen niedrigeren biologischen Wert,  denn pflanzliche Proteine sind billiger als tierische Proteine – Tierfutterhersteller haben eine höhere Profitmarge, wenn sie Mais, Getreide, Soja, Reis, etc nutzen.

Das meiste Nassfutter enthält mehr Proteine als Trockenfutter, wenn man die Werte auf der Packung außeracht lässt, da diese die Werte vor der Verarbeitung darstellen). Aber beachtet, dass die Menge an Proteinen euch nicht alles sagt. Der biologische Wert ist wichtig.

Wir füttern unseren Katzen zu viele Kohlehydrate

In der Natur würden Katzen niemals Kohlenhydrate (Getreide, Kartoffeln, Erbsen, etc) fressen, welche jedoch im Trockenfutter (und einigen Nassfuttersorten) zu finden sind. In der Wildnis frisst die Katze normale Beutetiere (Vögel, Nager, Eidechsen,…), welche viel tierisches Protein, Feuchtigkeit und moderat Fett enthalten aber nur weniger als 2 % ihrer Ernährung bestehen aus Kalorien in Kohlenhydraten.

Im Durchschnitt enthält Trockenfutter zwischen 35 – 50 % Kohlenhydrate (denkt an die Profitmarge), was die Zucker-/Insulin-Balance einiger Katzen aus dem Ruder werfen kann (siehe Diabetes – engl).. Qualitativ hochwertiges Dosenfutter hingegen enthalten ungefähr 3 – 5 % Kohlenhydrat-Kalorien. Beachte bitte, dass nicht jedes Feuchtfutter wenig Kohlehydrate enthält, da sie ebenfalls voller Getreide, Kartoffeln und Erbsen stecken (siehe Protein/Fat/Carb Chart – engl).

Katzen können Kohlehydrate nicht verwerten und es ist besorgniserregend, dass Futter, welches viele Kohlehydrate enthält, zu tödlichen Erkrankungen führen kann. Also warum füttern wir einem Fleischfresser Cerealien mit Fleischgeschmack?

 

Denkt „FRISCH“!

Viele von uns haben gehört, dass Ernährungsberater empfehlen, regionale Produkte einzukaufen, denn da bekommt man frisches, unverarbeitetes Essen (Früchte, Gemüse, Fleisch,…). Jeder weiß aber, dass Trockenfutter sehr stark verarbeitet wurde (z. B. lange Zeit hoch erhitzt) und man kann es nicht lokal herstellen.

Warum füttern wir unseren Katzen Trockenfutter?

Ganz einfach: Getreide ist billig. Trockenfutter ist praktisch.

Billig und praktisch verkauft sich gut.

Überleben viele Katzen das entwässerte, kohlehydratreiche, auf Pflanzen basierende, stark erhitzte, bakterienbeladene Trockenfutter?

Ja, viele überleben es. Ich habe mich jedoch entschieden, meine Katzen und meine Patienten so zu ernähren, dass sie eine optimale Gesundheit erfahren können – und nicht nur überleben. Es gibt einen riesigen Unterschied zwischen „gedeihen“ und „überleben“.

„Du bist, was du isst“ ist nicht nur eine nutzlose Phrase. Wie schon gesagt, die Ernährung bildet die Grundlage der Gesundheit jedes Lebewesens,– inklusive die unserer vierbeinigen Freunde.

Wenn du mehr erfahren möchtest, schau auf catinfo.org (auf Englisch).  Hier findest Du den gesamten Artikel und zusätzlich ein paar andere Informationen bezüglich Katzenhaltung (incl. Katzenklo-Probleme sowie die Zusammenstellung einer ausgewogenen Ernährung).

 

Dr. Lisa A. Pierson

catinfo.org

November 2013

Übersetzt von:

Nicole Zufelde-Paprotny, August 2017


 

Puh, das waren eine Menge Informationen, was?

Dr. Pierson spricht in ihrem Artikel über Katzenernährung davon, dass selbst das schlechteste Dosenfutter besser ist, als hochwertiges Trockenfutter. Den einzigen Vorteil, den ich jedoch zum (hochwertigen) Trockenfutter sehe, ist der, dass Dosenfutter einfach mehr Feuchtigkeit enthält. Der Fakt, dass der Inhalt ansonsten jedoch keinen deut besser ist, als schlechtes Trockenfutter und oftmals bei weitem zu wenig Taurin enthält, macht es für mich keinesfalls besser als hochwertiges Trockenfutter. Im Gegenteil. Aber darüber lässt sich bekanntlich streiten.

Wer das original Dokument lesen möchte, kann hier klicken.  Wer Feedback oder Fragen hat darf mich gern kontaktieren.

Habt einen tollen Tag.

Eure Nicole

 

Der Kurs “Katzen Barfen”

Hallo,

das Thema BARF (Biologisch Artgerechte RohFütterung), speziell Katzen Barfen, beschäftigt mich nun seit über einem Jahr. Hätte man mich früher dazu befragt, hätte ich einen Vogel gezeigt und gesagt “Du spinnst”. Ich habe meiner Katze weiterhin fleißig alles vom Drogerie-Futter bis hin zu den Markenprodukten von Purina  & Co. gegeben.

Das hat sich geändert, als ich ein Praktikum bei einer Bekannten meiner Mutter gemacht habe. Diese besitzt eine große Tierpension in Schleswig-Holstein und hat mehrere Hunde und Katzen, welche alle gebarft werden.

Und wenn man nun einmal genauer darüber nachdenkt, was im Standard-Hundefutter und -Katzenfutter (Nass und Trocken) enthalten ist, sieht man oft drei Bestandteile, die mich stuzig machen:

  1. Fleisch und Fleischnebenerzeugnisse / tierische Nebenerzeugnisse
  2. Getreide (auch manchmal Weizeneiweiß genannt)
  3. Zucker

Gerade bei Zucker frage ich mich – Was um alles in der Welt hat das im Tierfutter zu suchen? Es ist ja nun auch bekannt, dass Diabetes nicht nur zur “Volkskrankheit” unter Menschen geworden ist. Genauso Getreide. Gerade Katzen sind reine Carnivoren, also Fleischfresser, und können Getreide gar nicht verwerten. Fleisch und Fleischnebenerzeugnisse klingt nun noch ganz gut. Tierische Nebenerzeugnisse hingegen… Was außerdem interessant ist: Schaut einmal auf das Katzenfutter, welches ihr euren Fellpopos füttert. Nehmen wir einmal die Sorte Huhn. Ich sehe sehr oft in der Zusammensetzung vom Katzenfutter: Fleisch- und Tierische Nebenerzeugnisse (4 % Huhn). Das bedeutet, 4 % vom Tierischen Anteil in dem Futter stammt vom Huhn. Die restlichen 96 % vom Tierischen Anteil können demnach sonst woher kommen, inklusive Fell, Krallen, Augen und andere (für den Menschen) sehr unappetitliche Teile. Und das kann durchaus auch bedeuten, dass (männliche) Eintagsküken in diesem Katzen- und Hundefutter vermischt sind.

Das sind nun nur 3 der Bestandteile im Tierfutter. Hinzukommen teilweise Farbstoffe, Proteine, etc (Hier findet man eine gute Erklärung zum Katzenfutter).

Jedenfalls hat mich das genauere Betrachten der Inhaltsstoffe zum Nachdenken gebracht und da Murphy bereits von der Pflegestelle gebarft wurde, beschloss ich das ganze weiterzuführen und auch die Katzen – zumindest teilweise – umzustellen. Murphy bekommt zu 95 % Rohfutter (oder sehr hochwertiges Nass-/Trockenfutter), die Katzen sind nun zu 50 % umgestellt (wobei Hermine außschließlich rohes Huhn oder Rinderhack frist).

Was unterscheidet hochwertiges Futter vom minderwertigen Futter? Für mich ist es wichtig, dass das Futter Getreidefrei und Zuckerfrei ist und die Fleischanteile aufgelistet sind (z.B. Hüherherz, Hühnermagen, Kaninchenleber, usw). Auch wenn diese Futtersorten teurer sind, so benötigen die Katzen weniger Futter. Ich habe Kunden, die geben ihrer 5kg Katze 400g Futter am Tag. Eine 400g Dose hochwertiges Futter von z.B. Mac’s reicht bei 2 Katzen jedoch für 1 1/2 Tage (je 3 x Füttern).

Wie ich bereits Anfang des Jahres angekündigt hatte, möchte ich mich mit dem Thema “Katzen Barfen” intensiver beschäftigen und werde ab Mai 2017 einen Online Lehrgang zu diesem Thema bei Katzvard belegen. Mein Wissen gebe ich dann in Zukunft natürlich sehr gern weiter.