Katzenfutter Test – Schnell-Check


Als Teil meines Facebook – Adventskalenders 2019 habe ich mir 11 Hundefuttersorten, 11 Katzenfuttersorten, 1 BARF-Supplement für Katzen und 1 Hunde-/Katzenfutter angeschaut.

Hier sind noch einmal alle untersuchten Katzenfuttersorten im Hundefutter Test für euch zum nachlesen. Die Hundefuttersorten findet ihr hier.

Ich möchte noch anmerken, dass ich auch hier meine persönliche Meinung zu den unterschiedlichen Futtersorten/-marken Kund tue. Was ihr füttert ist im Endeffekt euch überlassen.

Genauere Infos zu den Analytischen Werten findet ihr hier.


Animonda Carny® Adult Rind pur

Firma: animonda petcare GmbH

Zusammensetzung: 65 % Rind (Fleisch, Herz, Lunge, Leber, Euter, Niere), Calciumcarbonat, Natriumchlorid.

Von 100 % Futter sind 65 % tierischer Anteil rein vom Rind. Der Hauptbestandteil davon ist Fleisch, was sehr gut ist. Aber: wieviel Fleisch, Herz, Lunge, etc nun wirklich enthalten ist, ist unklar. Rein theoretisch könnten der Rindanteil aufgeteilt werden in: 19 % Fleisch, 18 % Herz, 17 % Lunge, 16,5 % Leber, 16 % Euter und 13,5 % Niere sein. Weder Lunge noch Euter haben einen besonders hohen Nährstoffgehalt. Beides sind Bindegewebe, die schwer verdaulich und vor allem kostengünstige Füllstoffe sind.

Wasser muss im Übrigen nicht deklariert werden, weshalb ich nun hier hinzufüge, dass dieses Futter zu über 30 % aus Wasser besteht.

Analytische Bestandteile: Protein 11,5 %, Fettgehalt 6,5 %, Rohfaser 0,5 %, Rohasche 1,8 %, Feuchtigkeit 79 %, Taurin 0,8 g/kg

In meinem Blog-Artikel https://feliotel.de/welches-katzenfutter-soll-ich-kaufen-2-0 könnt ihr die genaueren Erklärungen für die einzelnen Werte finden.

Ich gehe hier nur auf 2 Punkte ein:

Rechnet man alle Analysewerte zusammen (außer Taurin), liegt der Wert der Stickstofffreien Extraktstoffe (NfE) bei 0,7 % in der Trockenmasse ohne die Feuchtigkeit ist dieser bei 3,33 %. Dieses Futter wäre in diesem Sinne also für eine Katze mit Diabetes geeignet.

Die Menge an Taurin die dem Futter zugemischt wird, liegt bei 800 g pro KG Futter. Bei einer Futtermenge von 200 g am Tag wären das 160 mg synthetisches Taurin. Herz enthält jedoch ebenfalls Taurin. Da Taurin nun jedoch sehr hitzeempfindlich ist, ist die Frage, wieviel Taurin überhaupt noch im Futter enthalten ist. Eine 4 kg Katze benötigt am Tag mindestens 200 mg Taurin.

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe je kg: Jod (E2) 0,75 mg, Mangan (E5) 1,4 mg, Zink (E6) 25 mg, Vitamin D3 200 IE

Jod ist extrem wichtig für die Schilddrüse und somit den gesamten Hormonhaushalt der Katze. Mangan und Vitamin D haben Einfluss auf Knochen und Knorpel und Zink dient u.a. der Bildung von Antikörpern und dem Protein-/Kohlehydratstoffwechsel.  Die Zusatzstoffe werden dem Futter zugemischt, wenn diese sonst die Nährstoffabdeckung nicht gewährleisten können. Allerdings haben Futtermittelhersteller andere Richtlinien, als die, welche wir als Tierernährungsberater nutzen.

Bedarf 4-kg-Katze nach NRC: Jod – 88,6 μg/0,0886 mg , Mangan – 0,3 mg, Zink – 4,81 mg, Vitamin D – 17,21 I.E.

Enthalten in 200 g Futter: Jod – 150 μg/0,15 mg, Mangan – 0,28 mg, Zink – 5 mg, Vitamin D – 40 IE

Fazit: Positiv finde ich den hohen tierischen Anteil, der Fakt, dass keine pflanzlichen Zusatzstoffe und Öle beigemischt werden und auch den relativ kostengünstigen Preis (400 g Dose ca. EUR 1.00)

Die Qualität und Auswahl der tierischen Inhaltsstoffe und den Nährstoffgehalt finde ich jedoch dauerhaft nicht so doll. Taurin und Lachsöl sollten hier definitiv hinzugefügt werden.


Vitakraft Poésie® DÉLI SAUCE + Putenbrust

Firma : Vitakraft pet care GmbH & Co. KG (Teil des Private Label Tierfutterherstellers Tiernahrung Deuerer GmbH

Zusammensetzung: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (55% u.a. 10% Putenbrust, Schwein), Pflanzliche Nebenerzeugnisse (Tapiokastärke, Inulin), Mineralstoffe

Positiv finde ich schon einmal den hohen Fleischanteil, auch wenn unklar ist, was da genau vom Schwein enthalten ist. Vom Schweinekopf bis Schweinefuß darf alles rein (außer Gedärme und Inhalt). Es ist davon auszugehen, dass hier mindestens 35 – 40 % Wasser enthalten sind, da die pflanzlichen Nebenerzeugnisse und Mineralstoffe vermutlich nicht mehr als 5 -10 % vom Futter ausmachen. Wie bereits in vorherigen Posts erwähnt: Wasser muss nicht deklariert werden.

Inhaltsstoffe: Feuchtigkeit 81,0%, Protein 10,0%, Fettgehalt 4,0%, Rohfaser 0,3%, Rohasche 2,0%

Der hohe Feuchtigkeitsgehalt von 81 % bestätigt meine Theorie zum hohen Wasser gehalten. Für ein Katzenfutter ist der Fettgehalt relativ niedrig. Der NfE in der Trockensubstanz liegt bei 14,21 %. Das bedeutet, dieses Futter ist nicht für Diabetiker geeignet, da hier noch versteckte Stärkeanteile enthalten sind.

Laut Fütterungsempfehlung soll eine 4 kg Katzen 2 – 3 Päckchen zu 85 g fressen, also 170 – 255 g. Wenn ich die Energie anhand der Weender Analysewerte errechne, müsste diese Futter pro 100 g etwa 87 kcal enthalten. Bei 3 Tütchen wären das insgesamt etwa 222 kcal. Eine gesunde, normal aktive 4 kg Katze benötigt jedoch 255 kcal pro Tag. Würde man also nur diese Futtersorte füttern, könnte es passieren, dass die Katze abnimmt.

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe/kg: Vitamin D3 250 IE, Eisen 15,0 mg, Kupfer 1,0 mg, Mangan 1,0 mg, Zink 18,00 mg, Taurin 445mg

Natürliche Vorkommen von: Eisen – Blut und Milz, Zink – Muskelfleisch und Leber, Kupfer – Leber, Mangan – Muskelfleisch und Fisch, Vitamin D3 – Fisch

Wenn nun also Eisen, Zink, Kupfer und Mangan zugegeben werden müssen, da es sonst ggf. in der Fütterung fehlen würde, scheint in diesem Futter wenig Muskelfleisch und wenig Leber enthalten zu sein. Da stellt sich die Frage, was es dann noch sein könnte.

Fazit: Ich habe dieses Futter schon einmal live und in Farbe gesehen und ja, die Putenfleischstücke sind in der Tat noch erkennbar. Die restlichen Bröckchen sehen aus, wie vieles anderes Katzenfutter. Der Tauringehalt ist auch hier zu niedrig, so dass ich Taurin und auch Lachsöl immer zufüttern würde. Der Feuchtigkeitsanteil ist hoch, die Energiedichte gering. Der Preis deutet mit ca. 0,49 € ebenfalls auf weniger hochwertige Qualität hin. Deshalb würde ich dieses Futter nun in einer unteren Mittelklasse einordnen.


JOSERA DailyCat

Firma: foodforplanet GmbH & Co. KG – Teil der Josera-Erbacher Gruppe, wobei sich Josera auch Hunde-, Katzen- und Pferdefutter fokussiert und Erbacher auf die Verarbeitung von Getreide. Hier gibt es also parallelen zu Happy Dog/Happy Cat. Die Firma/Firmen possitionieren sich als nachhaltig und umweltbewusst.

Josera DailyCat ist ein Trockenfutter. Meiner Meinung nach ist dieses Futter daher nicht als alleinige Ernährung für Katzen (und Hunde) ideal. ABER – es gibt Katzen, die sind sehr schwer vom Trockenfutter abzubekommen und deshalb schauen wir uns das Futter dennoch einmal genauer an.

Zusammensetzung: Getrocknetes Geflügelprotein 39,0 %; getrocknete Süßkartoffel; Erbsenmehl; Geflügelfett; Rübenfaser; hydrolysiertes Geflügelprotein; getrocknete Geflügelleber; Kräuter, Früchte; Mineralstoffe.

Dafür, dass es ein Trockenfutter ist, scheint die Zusammensetzung relativ kurz. Getrocknetes Geflügelprotein ist stark verarbeitetes Geflügel. Die Proteine werde aus dem Fleisch extrahiert und dann noch einmal getrocknet. Die hydrolisierten Proteine sind dann noch ein weiterer Verarbeitungsprozess, der das Futter besser verdaulich machen soll. Mit Fleisch hat das nix mehr zu tun und man kann auch nicht mehr herausfinden, was da vom Geflügel überhaupt verarbeitet wurde. Im Übrigen darf Geflügel folgendes sein: Hühner und Hähne, Legehennen, Puten/Truthähne, Ente, Gans, Taube, Wachtel und ja – auch Eintagsküken.

Dennoch ist dieses Futter sehr Kohlehydrate-lastig, da sowohl getrocknete Süßkartoffel, als auch Erbsenmehl enthalten ist. Beide zusammen übersteigen vermutlich den Gehalt an tierischen Bestandteilen im Futter.

Analyse Werte: Protein 33,0 %, Fettgehalt 16,0 %, Rohfaser 2,2 %, Rohasche 7,0 %

Ihr seht, dass der Feuchtigkeitsanteil fehlt. Das liegt daran, dass der Hersteller die Werte unter 14 % Feuchtigkeit nicht deklarieren muss. Meist liegt diese aber zwischen 8 und 10 %. Deshalb sind alle anderen Werte auch deutlich höher als im Nassfutter.

Für kranke Katzen – egal welche Krankheit – ist dieses Futter nicht geeignet, da der Stärkeanteil zu hoch ist und der Feuchtigkeitsgehalt zu niedrig.

Zusatzstoffe:

Auf dem Bild seht ihr die Liste der Zusatzstoffe im Futter. Es ist löblich, dass die Inhaltsstoffe relativ niedrig gehalten werden. ABER dafür ist die Liste der Zusatzstoffe enorm lang. Obwohl Leber und „Fleisch“ im Futter enthalten sind, müssen noch Vitamin A und die B-Vitamine synthetisch hinzugefügt werden. Weiterhin sind viele Mineralstoffe und Spurenelemente hinzugefügt.

Das Calcium-Phosphor-Verhältnis ist mit 1,25 : 0,95 ebenfalls nicht ideal.

Fazit: Auch wenn der Hersteller mit Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein wirbt, finde ich dieses Futter für Katzen leider völlig ungeeignet. Es ist kein echtes Fleisch enthalten, die Feuchtigkeit fehlt und die List der synthetischen Zusatzstoffe ist unglaublich lang.


Sanabelle No Grain mit Geflügel

Firma: bosch Tiernahrung GmbH & Co. KG

Zusammensetzung: Geflügelfleisch (frisch, 25 %), Geflügelprotein (getrocknet), Kartoffeln (getrocknet), Kartoffelstärke, frische Leber (5 %), Lebermehl, Proteinhydrolysat, Tierfett, Rübentrockenschnitzel (entzuckert), Leinsaat, Erbsenfasern, Grieben (getrocknet), Lachsöl, Vollei (getrocknet), Fischmehl, Erbsen (getrocknet, 0,4 %), Hefe (getrocknet, inkl. 0,1 % Mannanoligosaccharide, 0,06 % Beta-Glucane), Calciumcarbonat, Preiselbeeren (getrocknet, 0,1 %), Blaubeeren (getrocknet, 0,1 %), Grünlippmuscheln (getrocknet), Ringelblumenblüten (getrocknet), Chicoréepulver, Yucca (getrocknet).

Das ist schon auf dem 1. Blick wieder eine riesig lange Liste an Inhaltsstoffen. An 1. Stelle steht Geflügelfleisch. Der Anteil frischen Fleisches liegt laut Angaben bei 25 %. Gehen wir davon aus, dass das Fleisch zu 65 % aus Wasser besteht und bis zu 14 % Feuchtigkeit getrocknet wird ist der Geflügelfleischanteil nur noch bei etwa 5 % des gesamten Futters. Deshalb steht auf dem Futter auch „MIT Geflügel“. Das ist in der Regel ein Anzeichen dafür, dass weniger von der Fleischsorte im Futter ist, die auf der Packung steht.

Geflügelproteine, Kartoffeln und Kartoffelstärke kommen bereits getrocknet hinzu, so dass diese den größeren Anteil an Inhaltsstoffen des Futters machen.

Nur weil kein Getreide im Futter enthalten ist, heißt es nicht, dass keine Kohlehydrate drin ist. Kartoffeln, Kartoffelstärke, Erbsenfasern und auch Rübentrockenschnitzel sind alles Kohlehydrate.

Analytische Bestandteile: Feuchte 10,0 %, Protein 31,0 %, Fettgehalt 16,0 %, Rohfaser 2,5 %, Rohasche 6,9 %

Dieser Futterhersteller ist ehrlich und gibt an, wieviel Feuchtigkeit im Futter noch enthalten ist.

Auch dieses Futter hatte eine sehr lange Liste an Zusatzstoffen, inklusive aller Vitamine A – E und mehrere Mineralstoffe und Spurenelemente. Wären sie nicht synthetisch hinzugefügt, würde die Katze mangelernährt werden.

Fazit: Der Werbeslogan von Bosch lautet „Wir machen richtig gutes Futter.“. Nun ja. Darüber lässt sich streiten. Ich würde die untersuchte Sorte nicht unbedingt als ideale Ernährung einer Katze einschätzen. Zumahl es auch hier um ein Trockenfutter geht.

Die Sanabelle Sorten mit dem Zusatz „Delicious“ enthalten deutlich mehr tierische Inhaltsstoffe und weniger Kartoffel. Deshalb würde ich wohl eher dazu raten, wenn es Futter dieses Herstellers sein soll. Positiv ist noch anzumerken, dass Bosch angibt ohne Tierversuche zu arbeiten.


Whiskas® mit Lachs in Sauce

Firma: MARS GmbH (Ja die gleiche Firma, die den Schokoriegel herstellt)

Ich habe heute Whiskas ausgesucht, denn diese Marke gewinnt viele, viele Tests nach der Frage, welches Katzenfutter das Beste sei.

Zusammensetzung: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (34%, davon 94% natürlich*), Fisch und Fischnebenerzeugnisse (100% natürlich*, u.a. 4% Lachs), Getreide, Mineralstoffe (0.5%), Öle und Fette (u.a. 0.1% Sonnenblumenöl), Zucker.

Ich bin gerade selbst ein wenig überrascht über die Aussage, dass 94 % von 34 % Fleisch/Nebenerzeugnisse natürlich sind. Eine Erklärung für das Sternchen (*) habe ich nicht gefunden.

Wir haben nun hier die Sorte Whiskas® mit Lachs in Sauce. An erster Stelle steht aber nicht Lachs. Generell wissen wir überhaupt nicht, wieviel Lachs in diesem Futter überhaupt enthalten ist. Bei Fisch und Fischnebenerzeugnissen steht u.a. 4 % Lachs. Das bedeutet nicht 4 % vom gesamten Futter, sondern 4 % vom Fischanteil. Und auch da kann es sein, dass es sich nicht um feines Lachsfilet handelt… sondern halt um das, was sonst noch so am Fisch dran ist.

Dieses Futter enthält außerdem Getreide und Zucker. Beides Zutaten die nichts in der Katze verloren haben. Ob dieses Futter für Diabetiker geeignet ist, brauchen wir auch nicht weiter zu diskutieren.

Analytische Bestandteile: Protein 8,00 %, Fettgehalt 4,70 %, Anorganische Stoffe 1,70 %, Rohfaser 0,30 %, Feuchtigkeit      84,00 %

NfE = 1,3 %

Meistens ist es im Fertigfutter so, dass wenn der Proteingehalte niedriger ist, dann ist der Fettanteil höher. Hier ist beides relativ niedrig. Auch die Rohasche (Anorganischen Stoffe) und Rohfasern, sind noch „normal“. Aber mir fällt auf, dass der Feuchtigkeitsgehalt mit 84 % doch sehr hoch ist. Wenn man bedenkt, dass aus den Zutaten die meiste Feuchtigkeit entzogen wird, damit die Bröckchen im Futter ziemlich gleich aus sehen muss dann Flüssigkeit in Form von Sauce (mit Wasser gestreckt) hinzugefügt werden.

Aus Spaß schauen wir uns mal die Energiedichte vom Futter an. Den Rechenweg findet ihr hier nochmal: https://feliotel.de/welches-katzenfutter-soll-ich-kaufen-2-0

100 g Futter enthalten 89,7 kcal. Laut Fütterungsempfehlung soll eine 4 kg Katze 3 Portionsbeutel täglich fressen, was 255 g ausmacht. Sie nimmt also 228 kcal zu sich. Der Mindestenergiebedarf einer 4 kg Katze liegt allerdings bei 253 kcal. Wenn die Katze sehr ruhig ist und weniger Energie benötigt, fällt das sicher nicht groß ins Gewicht. Bei aktiven Katzen könnte man hier auf Dauer jedoch feststellen, dass die Katze abnimmt.

—-

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Vitamin B1        29.4 mg, Vitamin E          19.6 mg,  Kupfer (Kupfersulfat Pentahydrat)    1.3 mg, Jod (Calciumjodat wasserfrei)   0.25 mg, Eisen (Eisen-(II)-sulfat-Monohydrat)    12.6 mg, Mangan (Mangan-(II)-sulfat-Monohydrat)           2.5 mg, Zink (Zinksulfat Monohydrat)    20.2 mg

Normalerweise ist hier in dieser Liste auch Taurin mit aufgeführt. Ich habe jedoch noch nie eine Nassfuttersorte von Whiskas gesehen, auf dem Taurin vermerkt ist. Ich gehe davon aus, dass die Mindestmenge, die die FEDIAC festsetzt, enthalten ist. Aber sicher gehen kann man sich nicht. Deshalb wäre dies ein Futter, bei dem ich definitiv Taurin hinzufügen würde.

Fazit: Ihr merkt, ich bin kein Fan von Whiskas. Ich bin kein Fan von Mars, wenn es um das Tierfutter geht. Dazu gehören auch Kitekat, Sheba, Pedigree, Cesar, Dreamies, IAMS, Eukanuba, Royal Canin… und mehrere Tierklinikketten und Labore. Meiner Meinung nach ist dieses Futter für die Katze ungeeignet und ich glaube nicht, dass Katzen Whiskas kaufen würden.

Interessant finde ich nun auch, dass man online nicht mehr viel über das Mars PetCenter in Verden findet. Im Bericht von Katzen-fieber.de ist die Rede von einem zweistöckigen Gebäude in dem 90 Hunde und 200 Katzen leben. https://blog.katzen-fieber.de/werksbesichtigung-mars-verden/ Die Hunde kämen alle von Züchtern, die Katzen teils vom Züchter, teils aus Tierheimen. Auch tierärztliche Betreuung haben sie. Ich denke nun nicht, dass Tiere dort gequält werden. Es ist aber anzunehmen, dass neue Futtersorten an diese Tiere gefüttert werden bevor sie in den Verkauf gehen. Um zu sehen, ob die Tiere es fressen. Laut Wikipedia befindet sich in England noch ein Firmeneigenes Forschungszentrum.

Also egal wie – ich finde nicht, dass dieses Futter ideal für Katzen ist. Und dabei bleibt meine Einschätzung.


Topic Zarte Häppchen in Gelee mit Truthahn & Wild

Firma: Aldi Nord als Vertreiber und saturn Petcare  als Hersteller

Zusammensetzung: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (50% Fleisch u.a. 4% Truthahn und 4% Wild) Mineralstoffe, Öle und Fette (mind. 0,2%)

Für ein Discounter-Futter ist dieses Futter ganz okay. Für unter 0,50 EUR die Dose kann man aber auch nicht zu viel erwarten. Positiv ist hier auf jeden Fall, dass weder Getreide, noch irgendwelche anderen Kohlehydrate enthalten sind.

Online findet man bei Aldi nun wenige Informationen zum Futter und alle die, die das Futter getestet haben, haben ebenfalls nur die Zusammensetzung kopiert. Falls jemand von euch eine Dose zu Hause hat, schaut doch mal, was beworben wird, wie hoch der tierische Anteil ist und postet mir gern ein Bild.

Mein Punkt? Da steht 50 % Fleisch u.a. 4 % Truthahn, 4 % Wild. Zum einen, ist da viel anderes Fleisch außer dem bissl Truthahn und Wild und zum anderen müsste es nun heißen, dass 50 % vom tierischen Anteil noch andere Zutaten sind. Wild kann auch vieles sein (Z.B. Hirsch, Reh, Fasan,…) Auch heißt es dann nicht unbedingt, dass 50 % der Dose tierischen Ursprunges sind. Hoffentlich ist es mehr, denn sonst ist da wirklich sehr viel Wasser enthalten.

Ich freue mich auf ein Bild 😉

Analytische Bestandteile: Rohprotein 9.5%, Rohfett 5,5%, Rohasche 2.5%, Rohfaser 0,1%, Feuchtigkeit 81,5%, Omega-6-Fettsäuren (u.a. Linolsäure) 0,9%

Sowohl der Proteinanteil, als auch der Fettanteil sind für ein Katzenfutter zwar noch normal, aber dafür, dass hier so viel Fleisch/tierische Produkte enthalten sein soll, ist es wieder nicht so viel. Zum Vergleich: das Hundefutter gestern mit viel tierischen Produkten lag bei 11 % Protein und 8 % Fett.

Wir sehen aber, dass auch hier der Feuchtigkeitsanteil über 80 % liegt und doch wieder viel Wasser im Futter enthalten ist.

Zusatzstoffe je kg: Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Vitamin A 2000 IE; Vitamin D3 200IE, Vitamin E 20mg, Taurin 220 mg, Oega-3-Fettsäuren 1,4g, Zink (als Zinksulfat, Monohydrat) 11.4 mg, Mangan (als Mangan-(II)-Sulfat, Monohydrat)  1,4 mg, Jod ( als Calciumjodat, wasserfrei) 0,1mg, Kupfer (als Aminosäure-Kupferchelat, Hydrat) 1,0mg, Technologische Zusatzstoffe: Cassia Gum 2700 mg

Wir haben hier eine Unmenge an Zusatzstoffen. Cassia Gum ist als Geliermittel in vielen Fertigfuttersorten enthalten (auch in Speiseeis, Backwaren, uvm) und hält das Futter zusammen.  Es ist somit ein guter Zusatzstoff um Wasser im Futter zu „verstecken“.

Taurin ist mit 220 mg/kg zugesetzt. Da muss ich nicht sagen, dass da unbedingt Taurin zum Futter hinzugefügt werden sollte 😉

Fazit: Topic ist sicher kein Futter im sehr guten Bereich. Aber… hochwertiges Katzenfutter ist meist sehr teuer. Wer seiner Katze dennoch mehr oder weniger artgerechtes Futter geben möchte, der kann zu diesem Futter greifen, denn Zucker und Getreide enthält das Futter nicht.


Leonardo Geflügel pur (Qualitiy Selection) vs. Leonardo Huhn Pur (Finest Selection)

Firma: BEWITAL petfood GmbH & Co. KG

Heute stelle ich einmal zwei vermeintlich gleiche Futtersorten von einem Hersteller gegenüber. Im Bild könnte ihr die Zusammensetzungen beider Futtersorten erkennen.

Zusammensetzung:

Leonardo Geflügel – Wir haben hier nur eine Information, dass das Futter 65 % Geflügel enthält. Wir haben aber keine Aufschlüsselung welches Geflügel und was vom Geflügel enthalten ist. Es könnte alles möglich von Huhn, Truthahn, Gans, Ente, Taube, Wachtel, Fasan, uvm enthalten. Wir kommen aber auf 100 % der Inhaltsstoffe, da 34 % Fleischbrühe als Feuchtigkeit genannt wird und 1 % Mineralstoffe.

Leonardo Huhn – Die Aufschlüsselung der Inhaltsstoffe ist hier etwas detaillierter, was mir persönlich besser gefällt. Der tierische Anteil ist etwas höher, wir können die Calciumquelle erkennen (Eierschale) und auch Lachsöl ist bereits enthalten.

Wenn wir die Analytischen Werte anschauen, sieht man auf den 1. Blick wenig Unterschiede. Sowohl Proteine, als auch Fett sind mehr im Huhn Pur enthalten, was auf einen höheren und eventuell auch hochwertigeren tierischen Anteil hinweist. Der Feuchtigkeitsanteil ist jedoch identisch.

Wenn wir uns den NfE errechnen, kommen wir beim Geflügel Pur auf 2,7 %, bzw 13,5 % in der Trockenmasse. Schon aus diesem Grund die Dose Leonardo nicht für Diabetes-Katzen geeignet. Hier ist also irgendein „versteckter“ Anteil Stärke, Stickstoff enthalten.

Der NfE im Huhn Pur ist bei 0,7 %, bzw 3,5 % in der Trockenmasse und somit ideal für Diabetiker.

Interessanterweise sind die Mengenangaben der Zusatzstoffe identisch. Taurin ist etwas zu wenig enthalten und sollte bei beiden Sorten unbedingt ergänzt werden.

Fazit: Auch wenn beide Futtersorten vom gleichen Hersteller kommen, sind sie qualitativ doch etwas unterschiedlich. Das sieht man nicht zuletzt am Preis, da eine 200g Dose Quality Selection in etwa so viel, wie eine 85 g Tüte von Finest Selection. Auch die Fütterungsempfehlung deutet darauf hin, denn für die 4 kg Katze werden täglich ca 300 g Quality Selection empfohlen und 170 – 255 g Finest Selection. Auf die Menge gesehen, kostet dann die Quality Selection unter 2 EUR pro Tag und die Finest Selection 2,40 – 3,60 EUR pro Tag. Wer es sich leisten kann, hat mit Finest Selection ein ziemlich gutes Katzenfutter ergattert, sollte aber unbedingt noch Taurin hinzu fügen. Das ist übrigens ein weitere Grund, warum meine Tiere gebarft werden… das kostet mich unter EUR 1.00 pro Tier am Tag. 😉


Catz Finefood Classic N° 3 – Geflügel

Firma: Pets Nature GmbH

Zusammensetzung: Geflügel* 69% (bestehend aus Muskelfleisch, Herz, Magen, Leber und Hals), Trinkwasser 26,85%, Preiselbeeren 2%, Löwenzahn 1%, Mineralstoffe 1%, Distelöl 0,15%

*Anteile Geflügel: Muskelfleisch & Herz zusammen circa 50% (davon 2/3 Fleisch und 1/3 Herz), Innereien zusammen circa 50% (je 1/3 Magen, Leber und Hälse)

Alles in allem ist die Zusammensetzung in Ordnung. Wir haben eine relativ offene Deklaration und die Aufteilung der Tierischen Komponenten ist auch in Ordnung und keine „Abfallwirtschaft“. Allerdings wissen wir nicht, welches Geflügel enthalten ist. Eine Charge könnte z.B. Hühnermuskelfleisch, Entenherzen, Putenmagen, Gänseleber, Hühnerhälse enthalten. In der nächsten könnte Putenmuskelfleisch, Hühnerherzen, Hühnermagen, Entenleber, Gänsehals enthalten sein. Unter Umständen könnte das dazu führen, dass die Katze die eine Charge frisst und die 2. nicht. ABER – wenn ich Futter für meine Tiere mische, nutze ich niemand die gleichen Fleischkomponenten. In einem Monat kann es Huhn und Lamm sein und in der Nächsten Wild und Pute. Bei diesem Futter hier sehe ich nur die Frage der Transparenz.

Die Preiselbeeren und das Distelöl stören mich übrigens in diesem Futter. Die braucht die Katze nicht. 😉

Analytische Bestandteile: Rohprotein 11%, Fettgehalt 5,9%, Rohasche 2,2%, Rohfaser 0,5%, Feuchtigkeit 80%, Calcium 0,2-0,3%, Phosphor 0,15-0,25%,

Sind hier versteckte Komponenten im Futter? Der NfE liegt bei 0,4 %, bzw. 2 % in der Trockensubstanz. Das ist super und somit kann man das Futter auch gern Katzen mit Diabetes, Krebs,… füttern. Ich würde es keiner Katze mit Nierenproblemen füttern, da Magen viel Phosphor enthält und somit vermieden werden sollte. An den Schwankungen der Calcium- und Phosphorwerte sehen wir, dass es unterschiedliche Chargen gibt, bzw. die Werte innerhalb einer Charge schwanken können. Unterschiedliche Fleischsorten enthalten unterschiedliche Nährwerte. Ein Hühnerhals kann z.B. weniger Calcium enthalten, als ein Putenhals.

Der Feuchtigkeitsgehalt ist mit 80 % etwas hoch, aber wir wissen, dass über ¼ vom Futter aus Wasser besteht, deshalb ist das verständlich.

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe je kg: Vitamin D3 200 I.E., Taurin 1500mg, Zink als Zinksulfat Monohydrat 15mg, Mangan als Mangan-II-Sulfat Monohydrat 3mg, Jod als Calciumjodat wasserfrei 0,75mg

Diesem Futter wurden pro kg 1500 mg Taurin zugefügt. Das ist viel, für ein Fertigfutter. Aufgrund der Erhitzung geht jedoch viel Taurin kaputt, deshalb würde ich das trotzdem noch hinzufügen. Auch Jod ist für eine Katze wichtig. Der Bedarf für die 4-kg-Katze liegt zwischen 0,08 und 0,2 mg – je nachdem, ob man die Bedarfswerte vom NRC oder Professor Wanner nutzt. Ich persönlich orientiere mich eher in Richtung NRC und würde den Bedarf bei ca. 0,1 mg täglich festlegen. Die Fütterungsempfehlung ist nun etwas irreführend, da Catz Finefood von kleinen, mittleren und großen Katzen redet. Also schätzen wir nun einfach 1 Dose am Tag, also 200 g. Somit würde die Katze täglich 0,15 mg Jod zu sich nehmen und das ist völlig in Ordnung!

Fazit: Bis auf die Preiselbeeren und das Distelöl finde ich das Futter sehr gut. Taurin und Lachsöl sollte auch hier supplementiert werden, aber ansonsten ist das Futter super. Man weiß im Groben und Ganzen, was drin ist und die Nährstoffabdeckung ist in Ordnung.


Mjamjam Insekt mit saftigem Hühnchen

Firma: MjAMjAM Petfood GmbH

Die meisten von euch wissen, dass ich Mjamjam gern als Katzenfutter empfehle. Ich füttere es meinen Katzen auch als Notdose, es ist qualitativ und preislich völlig in Ordnung und man kann es im lokalen Futterhaus kaufen.

Heute möchte ich aber auf eine der Sorten eingehen, die ich einer gesunden Katzen NICHT füttern würde.

Warum? Diese Sorte enthält Insekten, bzw. deren Proteine. Natürlich frisst eine Katze in der Natur auch mal Grashüpfer, Fliegen, uvm. Bei den Insektenproteinen im Futter handelt es sich meistens um speziell für das Futter gezüchtete Mehlwürmer oder Fliegenlarven. Daran ist an sich nix verwerfliches.

Allerdings bin ich der Meinung, dass wir nicht alles an unsere Katzen verfüttern sollten, wenn es nicht sein muss. Katzen (und Hunde) können mit der Zeit Futtermittelunverträglichkeiten entwickeln. Wenn wir der Katze nun schon einmal Pferd, Ziege, Känguru, Insekten, Strauß, uvm gefüttert haben, fallen alle diese Fleischsorten raus, um eine Ausschlussdiät zu machen.

Zu den Fleischsorten, die ich gesunden Katzen nicht füttern würde, gehören: Känguru, Strauß, Fasan, Zebra, Pferd, Ziege, Insekten und alle anderen Exoten. Kommt es dann doch einmal zu Futtermittelunverträglichkeiten oder -allergien, hat man immer noch eine Auswahl an Fleischsorten, an die man auch noch relativ gut ran kommt.

Ansonsten ist die Zusammensetzung dieses Futters allerdings völlig okay. Wir wissen zwar nicht welche Insekten im Futter sind und in welcher Form, aber wie gesagt: Ich würde dieses Futter einer gesunden Katze nicht füttern.

Für Katzen mit Futtermittelproblematiken ist dieses Futter nur geeignet, wenn sicher gestellt ist, dass die Katze nicht auf Huhn und die Verpackung des Futters reagiert.


PREMIERE Meat Menu Adult

Firma: Eigenmarke Fressnapf

Zusammensetzung: 40% Rind (Lunge, Fleisch, Herzen, Lebern), 31% Trinkwasser, 20% Huhn (Fleisch, Herzen), 8% Wild (Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse), 1% Mineralstoffe.

Anteil Muskelfleisch 15%.

Dieses Futter ist so la la. Gut finde ich, dass hier keine pflanzlichen Anteile enthalten sind. Wenn ihr meine Beiträge der letzten Tage verfolgt habt, wisst ihr jetzt, dass Lunge ein kostengünstiger Füllstoff ist, der schlecht verwertbar ist und auch wenig Nährstoffe enthält. Und wenn der Anteil an Muskelfleisch insgesamt (!!!) im Futter bei 15 % liegt müsste der Anteil an Lunge doch etwas höher sein. Würde man die Lunge mit Muskelfleisch tauschen, wäre das Futter gar nicht mal so übel. Welche Teile hier vom Wild enthalten sind und welches Wild, ist auch noch die Frage.

Knapp 1/3 vom Futter ist Wasser. Immerhin wird eure Katze dann wohl genug Flüssigkeit zu sich nehmen.

Analytische Bestandteile: Protein 10%, Fettgehalt 6%, Rohasche 2,2%, Rohfaser 0,2%, Feuchtigkeit 79%

Sowohl Fett, als auch Protein sind für Katzen völlig in Ordnung. Der NfE liegt bei 2,6 bzw. 12,4 % in der Trockenmasse. Hier sind also noch Stickstoffanteile (u.a. Stärke) enthalten, die das Futter nicht mehr für Diabetiker geeignet machen.

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Vitamin D3 200 IE, Taurin 450mg, Kupfer (Kupfer(II)-sulfat, Pentahydrat ) 1mg, Jod (Kalziumjodat, wasserfrei) 0,75mg, Zink (Zinkoxid) 20mg.

Dieses Futter enthält viel zu wenig Taurin und das sollte auf jeden Fall zum Futter hinzugefügt werden. Genauso wie Lachsöl fehlt. Der Jodgehalt ist ein wenig hoch, aber, verglichen mit anderen Futtersorten, wohl der Standard.

Fazit: Das Futter ist vergleichbar mit Animonda Carny. Qualitativ sind nicht die besten Inhaltsstoffe enthalten, aber es enthält keine pflanzlichen Inhaltsstoffe und ist preislich auch okay.

Ich würde es meinen Katzen allerdings nur dann füttern, wenn es überhaupt nicht anders ginge.

Felini Complete

Firma: Futterado aus Jork (gleich um die Ecke)

Es gibt 3 Sorten der Felini Reihe: Felini Complete, Felini Renal und Felini Taurin. Heute fokussiere ich mich aber auf das Felini Complete.

Es ist kein Alleinfuttermittel, aber der Sinn dahinter ist, dass man reines Muskelfleisch roh oder gekocht nehmen kann, Felini Complete und Lachsöl hinzugibt und es so der Katze verfüttern kann. Es ist also ein Pulver, welches sämtliche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, sowie Taurin enthält.

Als Fütterungsempfehlung werden 12.5 g Felini Complete zu 1 kg Muskelfleisch empfohlen.

Ich picke mir jetzt einfach Vitamin A, Vitamin D, Calcium, Jod und Taurin raus und schau mal, was unsere 4-kg-Katze dazu sagt.

Gehen wir von einer ruhigen, Wohnungskatze aus, die normalgewichtig ist. Die Katze braucht pro Tag etwa 100 g Rohfutter und 1,25 g Felini Complete.

Gehalt an Zusatzstoffe pro kg: Vitamin A 800.000 IE, Vitamin D3 20.000 IE, Jod (Ca-Jodat) 42mg, Taurin 100.000mg, Calcium 19,3%

Ich stelle nun den Bedarf der Katze (nach NRC) dem Gehalt des Nährstoffes von 1,25 g Felini Complete gegenüber:

  • Vitamin A: 208 IE (Bedarf) – 1000 IE enthalten
  • Vitamin D: 17 IE (Bedarf) – 25 IE enthalten
  • Calcium: 0,18 g (Bedarf) – 0,24 g enthalten
  • Jod: 88,6 yg = 0,0886 mg (Bedarf) – 0,0525 mg enthalten
  • Taurin: 200 mg (Bedarf) – 125 mg enthalten

Kann man also Felini Complete dauerhaft nutzen, wenn man BARFen möchte?

Ich würde es nicht für die Dauerhafte Gabe empfehlen. Wenn man es genau abmisst, dann sind die Nährstoffe zu hoch oder zu niedrig angesetzt.

Nun kann man sich noch streiten, welche Bedarfswerte man nutzt. Viele Katzenernährungsberater nutzten die Bedarfswerte des National Research Council (NRC) aus den USA. Andere nutzen die Werte von Prof. Wanner, welche zum Teil deutlich höher sind. Die Fertigfutterindustrie in Europa (FEDIAF) hat ihre eigenen Bedarfswerte, weshalb die Werte zwischen Fertigfutter und Tierernährungsberatern oft drastisch schwanken.

Wo liegt dann die Wahrheit? Nun… ich denke die Wahrheit liegt zwischen NRC und Wanner, da beide sicher ihre Berechtigung haben. Kann man europäische Katzen mit amerikanischen Katzen vergleichen… nicht immer, da das Umfeld doch ein wenig anders ist. Aber genauso wenig kann man wohl finnische mit italienischen Katzen vergleichen. Im Endeffekt sind alle Bedarfswerte Richtwerte. Aber sie sind die Informationen, die wir haben.

Fakt ist: Nährstoffe aus natürlichen Quellen sind meiner Meinung nach besser, als synthetische Vitamine. Wer mit einem individuellen BARF-Plan arbeitet, kann eine Über- oder Unterversorgung an Nährstoffen eher vermeiden, als mit einem Fertigsupplement. Aber – wenn man mal keine Möglichkeit hat sofort an alle Zutaten eines BARF-Shops zu kommen, oder wenn das mit dem BARFen mal eine Zeit lang getestet werden soll, ist Felini Complete eine gute Notlösung.

FairCat Happy mit Hühnchen aus artgerechterer Haltung

Firma: foodforplanet GmbH & Co. KG

In den letzten Wochen habe ich mir ja auch die Firmen der Futtermarken angeschaut und bin dabei auf FairCat gestoßen, welche mit dem Hersteller von Josera Hunde-/Katzenfutter zusammenhängt. Auch die Marken Veggiedog, InsectDog, FarmDog gehören dazu.

Die Marke wirbt damit, dass es Tierversuchsfrei ist, ohne gentechnisch veränderte Zutaten, ohne Soja und Weizen, ohne künstliche Farb-, Aroma-, Konservierungsstoffe, und zum Teil für eine bessere Klimabilanz, durch den Einsatz alternativer Proteinquellen (Insekten, Pflanzen). Aber – ist das vielleicht nur ein Marketinggag, bei dem man vom aktuellen Trend profitieren möchte?

Nun zum Futter:

Zusammensetzung: Hühnchen aus artgerechterer Haltung 70,0% (Herz, Fleisch, Leber, Hälse); Brühe; Mineralstoffe; Cellulose; Leinöl 0,50%; Flohsamenschalen 0,10%.

Die Zusammensetzung an sich ist in Ordnung. Wir wissen zwar leider nicht, wie viel Herz, Fleisch, Leber und Hälse enthalten sind und ich denke auch, dass hier zu viel Herz und Leber enthalten sind. Aber wenn es abwechselnd mit anderen Futtermarken gefüttert wird, mag es okay sein. Auch das Leinöl hat in der Katze nix verloren, das sie es nicht verwerten kann und auch schlecht abbauen kann. So kann es auf Dauer zu Vergiftungserscheinungen kommen, weil die Leber das Öl zu langsam abbaut.

Analytische Bestandteile: Protein 10,60 %, Fettgehalt 5,90%, Rohasche 2,40 %, Rohfaser 0,30 %, Feuchtegehalt 80,00 %

Sowohl Rohfaser, als auch Rohasche sind etwas hoch, für ein Feuchtfutter. Normal liegen die Werte bei maximal 0,2 % für die Rohfasern (nicht verwertbare Bestandteile) und bzw. 2,00 % Rohasche (Mineralstoffgehalt).

Der NfE liegt bei 0,8 %, bzw 4 % in der Trockenmasse. Das Futter ist also gut für Diabetiker geeignet.

Zusatzstoffe: Siehe Bild

Die Menge an Zusatzstoffen ist identisch mit vielen anderen Fertigfuttersorten. Deshalb ist es dahingehend, weder besser noch schlechter. Der Taurinanteil ist zwar sehr hoch, aber ich rate immer trotzdem noch Taurin hinzuzugeben, da viel Taurin im Erhitzungsprozess zerstört wird.

Fazit: Das Futter an sich in ganz okay. Die Aufteilung der tierischen Bestandteile könnte besser sein. Das Huhn soll nun aus artgerechter Haltung stammen. Wer definiert artgerecht? Dazu hat Green-Petfood/ foodforplanet GmbH & Co. KG auch eine Antwort: „30 % mehr Stallfläche“, „natürlichere Stallstruktur“, „Langsamere Aufzucht“, „Verzicht auf gentechnisch verändertes Futter der Hühner“. Die Hühner sollen außerdem auch Wintergärten oder Offenställe haben.  https://www.green-petfood.de/ueberuns/mission

Ob das nun der Fall ist, können wir natürlich nicht prüfen, sondern nur hoffen. Im Team des Futterherstellers sind jedenfalls viele Brandmarketing, Sales und eCommerce Angestellte gelistet. Vielleicht bin ich einfach zu skeptisch. 😉 Mit EUR 1,29 pro 85 g ist das Futter jedenfalls etwas hochpreisiger.


Du hast Fragen zum Thema Katzenfutter oder BARF? Melde dich gern bei mir.

Welches Katzenfutter soll ich kaufen? 2.0

Hallo ihr Lieben,

vor 1 Monat haben ich den 1. Teil meiner Ratschläge gepostet und ich hoffe, ihr habt bereits etwas mitnehmen können.

Heute werde ich euch noch ein paar Faktoren nennen, auf die ihr achten solltet.

  1. Weender Analysewerte
  2. Energiegehalt
  3. Futterzusätze

1. Weender Analysewerte

Noch nie gehört? Aber sicher schonmal gesehen. Das ganze sieht z.B. so aus:

Analysewerte: Protein 11,2 %; Fettgehalt 5,6 %; Rohasche 2,2 %; Rohfaser 0,3 %; Feuchtigkeit 80 % (Leonardo Finest Selection “Huhn pur”)

Manchmal steht da auch Rohprotein und Rohfett. Anstatt Rohasche kann da auch “Anorganische Stoffe” stehen.

(Roh)Protein bezeichnet alle Proteine, Aminosäuren und sonstige Verbindungen eiweißartiger Natur, welche Stickstoff enthalten. Ob diese Proteine aber tierischen oder pflanzlichen Ursprunges sind kommt dadurch nicht zum Ausdruck. Dieser Wert ist im Katzenfutter oft höher, als im Hundefutter.

(Roh)Fett inkludiert sämtliche Fette und Öle, die im Futter enthalten sind und können ebenfalls pflanzlich oder tierisch sein. Katzen haben eine höhere Fett-Toleranz als Hunde, weshalb dieser Wert im Katzenfutter auch oft etwas höher ist, als beim Hundefutter.

Rohasche: Stell dir vor du nimmst den Inhalt der Futterdose, steckst sie in einen Muffelofen mit 550°C Hitze und lässt es da so lange drin, bis nur noch ein winziger Haufen Asche übrig ist. Das ist deine Rohasche und wird manchmal auch als anorganische Stoffe bezeichnet. Es handelt sich dabei um die Mineralstoffe und Spurenelemente im Futter (z.B. Calcium, Magnesium, Kalium), welche sowohl tierischen Ursprungs sein können (Knochen, Innereien,…) oder künstlich zugesetzt wurden. Ideal ist im Nassfutter ein Anteil zwischen 1 – 2 %. Liegt der Wert über 3 %, ist das ein Hinweis auf zu viele Mineralstoffe (u.a. durch Federn, Horn, Sand). Ist der Wert zu niedrig könnten Mineralstoffe fehlen.

Rohfaser ist der Wert, welcher anzeigt, wie viel vom Futter für die Katze schwer oder unverdaulich ist. Der Wert sollte im Nassfutter nicht über 1 % liegen. Ein Wert unter 0,2 % ist jedoch auch nicht unbedingt ratsam, da es sonst zu Verstopfungen kommen könnte.

Feuchtigkeit: Dieser Wert muss nur angegeben werden, wenn mehr als 14 % Feuchtigkeit im Futter enthalten sind. Das bedeutet, in den seltensten Fällen werdet ihr diesen Wert auf der Trockenfutterpackung finden. Ein Wert über 80 % sollte euch stutzig machen. Warum? Innereien haben einen Feuchtigkeitsgehalt von ca 77 %, Muskelfleisch und Herz liegen bei etwa 62 – 65 %. Wenn wir nur auf frisches Fleisch schauen, wäre der Feuchtigkeitsgehalt deshalb bei ca 70 %. Alles was drüber ist, ist dann in der Regel Wasser. Für die Katze ist Wasser EXTREM wichtig! Wenn ihr aber ein Katzenfutter kauft, wäre es schön, wenn ihr wirklich hauptsächlich das Futter bekommt und nicht nur Brühe oder Wasser. Das Wasser könnt ihr immer extra dem Futter bei geben.

NfE – dieser Wert steht da nicht auf der Packung. Dafür braucht ihr einen Taschenrechner (oder euren Kopf 😉 ). NfE steht für Stickstofffreie Extraktstoffe. Das sind. u.a. Zucker, Stärke, organische Säuren und Pektine und könnte auch als Wert für “versteckte” Kohlehydrate stehen. Für Diabetiker ist dieser Wert extrem wichtig und sollte so gering wie möglich sein. In den meisten Nassfuttersorten wird dieser Wert unter 5 % liegen. Allerdings sollte man sich das ganze hier auch in der Trockensubstanz ansehen – wenn man also den Feuchtigkeitsanteil komplett eliminiert.

Der NfE-Wert errechnet sich aus 100 abzüglich der Summe aller Weender Analyse Werte. Je geringer der Wert, desto besser. Schauen wir nochmal zum Leonardo: Protein 11,2 %; Fettgehalt 5,6 %; Rohasche 2,2 %; Rohfaser 0,3 %; Feuchtigkeit 80 %

Wir rechnen also: 100 – (11,2 + 5,6 + 2,2 + 0,3 + 80) = 100 – 99,3 = 0,7.

In der Trockensubstanz errechnet sich wie folgt: 100 – Feuchtigkeit. Bei Leonardo wären das 20 %.

Der NfE in der Trockensubstanz ist dann also: (0,7 (NfE) / 20 (Trockensubstanz) x 100 = 3,5.

Das Spiel können wir nun mit Felix Sensations Soße machen: Analytische Bestandteile: Protein 12,5 %, Fettgehalt 2,5 %, Rohasche 2,5 %, Rohfaser 0,05 %, Feuchtegehalt: 80 %

NfE = 100 – (12,5 +2,5 +2,5 +0,05 + 80) = 2,45 – Das klingt an sich ganz gut.

NfE Trockensubstanz = 2,45 / 20 x 100 = 12,25 – Das klingt nicht mehr so gut.

Schauen wir uns einmal ein Trockenfutter an und ich wähle nun bewusst eine getreidefreie Sorte:  MAC’s Cat Adult Ente, Pute & Huhn

Analytische Bestandteile: Protein 32 %, Fettgehalt 13 %, Anorganische Stoffe 7 %, Rohfaser 4,5%, Feuchtigkeit 10% (Dieser Wert ist nicht angegeben; die meisten Trockenfuttersorten liegen bei einem Feuchtigkeitsgehalt von 8 – 12 %, deshalb wähle ich den Mittelwert.

Wir rechnen also: 100 – (32+13+7+4,5+10) = 100 – 66,5 = 33,5 %

Woran liegt das? Dieses Futter hat einen hohen Anteil an Kartoffelflocken, Süßkartoffel, Erbsen, welche alle einen Einfluss auf den NfE-Wert haben. Getreidefrei heißt eben nicht Stärkefrei. Stärke ist in sämtlichen Getreidesorten (Weizen, Reis, Mais, etc) und deren Erzeugnissen, sowie sämtlichen Hülsenfrüchten (Erbsen, Bohnen, …)  enthalten.

Wichtig ist noch anzumerken, dass die Weender Analyse allein kein Indiz für gute oder schlechte Qualität ist. Man sollte immer das ganze Futter anschauen. Wie genau die Analysewerte sind, ist auch nicht nachprüfbar, da diese Analyse nicht für jede Charge neu gemacht wird.


2. Energie

Ähnlich wie beim Menschen wird bei Katzen ein Mindestbedarf an zugeführter Energie empfohlen. Hier geht es um Kalorien (die kleinen Tierchen, die bei uns Nachts die Kleidung enger futtern 😉 ).

Bei einer ausgewachsenen, gesunden, normalgewichtigen Katze kann man folgende Formel für den (Erhaltungs)Energiebedarf nach NRC nutzen: 100 x Körpergewicht0,67 . Wiegt die Katze 5 kg rechnet man 100 x 50,67 = 294 kcal. Eine 4,5 kg Katze braucht nur noch 100 x 4,50,67 = 274 kcal

Ganz Pauschal sollte man diese Formel jedoch auch nicht sehen, da aktivere Katze etwas mehr Energie benötigen, da sie mehr verbrauchen. Ruhige/Ältere Katzen benötigen etwas weniger, da sie mehr schlafen.

Wenige Futtersorten geben die Energieangaben an und auch hier gibt euch die Fütterungsempfehlung oft ein Indiz, wie hoch die Energiedichte ist.

Nehmen wir wieder Leonardo und Felix im Vergleich. Auf beiden ist die Energiedichte nicht vermerkt. Auch hier hilft uns aber die Weender Analyse, denn auch dafür gibt es eine Formel:

Energie in kj = (Rohprotein x 17) + (Rohfett x 39) + (Rohasche x 17) + (Rohfasern x 17)

Energie in kcal pro 100 g Futter = ((Rohprotein x 17) + (Rohfett x 39) + (Rohasche x 17) + (Rohfasern x 17)) x 0,239

Leonardo Finest Selection Huhn: Protein 11,2 %; Fettgehalt 5,6 %; Rohasche 2,2 %; Rohfaser 0,3 %

Wir rechen somit: ((11,2 x 17) + (5,6 x 39) + (2,2 x 17) + (0,3 x 17)) x 0,239 = 108 kcal/100 g Futter

Felix Sensations Soße: Protein 12,5 %, Fettgehalt 2,5 %, Rohasche 2,5 %, Rohfaser 0,05 %

Wir rechnen: ((12,5 x 17) + (2,5 x 39) + (2,5 x 17) + (0,05 x 17)) x 0,239 = 84 kcal/100 g Futter

Da habt ihr ein weiteres Indiz, warum man mehr vom Felix füttern muss, als vom Leonardo.

MAC’s Cat Adult Ente, Pute & Huhn: Protein 32 %, Fettgehalt 13 %, Anorganische Stoffe 7 %, Rohfaser 4,5%

Wir rechnen: ((32 x 17) + (13 x 39) + (7 x 17) + (4,5 x 17)) x 0,239 = 298 kcal/100 g Futter

Deshalb würde man – was die Menge angeht – auch weniger Trockenfutter füttern, als wenn man Nassfutter füttert.

Unser 5 kg Kater braucht einen Energiebedarf von idealerweise 294 kcal am Tag. Vom Leonard müsste er somit 270 g täglich fressen. Vom Felix braucht er schon 350 g und vom Mac’s Trockenfutter nur noch 100 g. Idealerweise passt das mit der Fütterungsempfehlung zusammen. Sollte das nicht der Fall sein, liegt das ggf. mit der Nährstoffversorgung an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen zusammen.

Rechnet das einmal für euer Futter nach und fragt mich gern, wenn ihr unsicher seid.


3. Futtermittelzusätze

Es gibt inzwischen einige Futtersorten, die ganz groß damit werben, dass sie keine Zusatzstoffe, Konservierungsstoffe nutzen. Und schon gar keine synthetischen Zusatzstoffe. Das scheint auch einen guten Effekt zu haben. ABER – diese Zusatzstoffe haben ab und an sogar einen Sinn und ich würde diese jetzt nicht von vornherein verteufeln.

Welche Zusatzstoffe gibt es im Fertigfutter?

  • Konservierungsmittel – diese sollen das Futter haltbar machen und müssen nur deklariert werden, wenn diese vom Futtermittelhersteller zum Futter gefügt werden. Wenn der Hersteller des Futters eine Mischung aus z.B. Fleischmehl und Konservierungsstoffen dem Futter zugibt, muss er die Konservierungsstoffe nicht mehr deklarieren, sondern kann einfach Fleischmehl als Inhaltsstoff nennen. Beispiele sind: Vitamin E, BHA und BHT, Propylgallat (E310 – verboten für Säuglinge und Kinder) und Ethoxiquin (E324 – Verboten in Lebensmitteln)
  • Geliermittel – da das Futter sonst ggf auseinander laufen würde. Einige Katzen haben eine Allergie oder Unverträglichkeit gegen Geliermitten (z.B. Cassia Gum), weshalb Fertigfutter für eine Ausschlussdiät nicht geeignet ist.
  • Geschmacksverstärker- sind zum einen für das Tier, damit es besser riecht und/oder schmeckt und zum anderen auch für den Menschen, damit das Futter nicht so ekelhaft riecht. Diese Stoffe können z.B. Fett, Zucker, Proteine + deren Hydrolysate, Glutamat,Hefe,… sein.
  • Farbstoffe wie Karamell, Melasse, Carotin oder Azo-Farbstoffe (welche auf Lebensmitteln deklariert werden müssen), die an sich für das Tier keinen Nutzen haben und das Futter nur schön aussehen lassen sollen.
  • Vitamine – die im Futter sonst fehlen würden. Meist sieht man Vitamin A, D und E deklariert.
  • Mineralstoffe, Spurenelemente – die im Futter sonst ebenfalls fehlen würden.
  • Taurin – muss dem Futter zugesetzt werden und ich empfehle entweder ein Nassfutter zu kaufen, welches mind. 1500 mg/kg enthält oder das Taurin zu supplementieren. Taurin ist extrem hitzeemfindlich. Da alle Werte auf der Futterverpackung die Deklaration vor der Erhitzung betragen, kann der Wert nach der Erhitzung zum Teil deutlich geringer sein.

Schauen wir uns einmal ein solches Futter an, welches keine Zusatzstoffe enthält.

Eines der bekanntesten Futtermittel, die man oft nur über bestimmte Vertreter kaufen kann, und von denen sicher viele von euch schon einmal gehört haben, ist Petfit. Ich habe mir nun einmal PETfit Cat Putenfleisch in Soße angeschaut:

Zusammensetzung: 18% Putenherzen, 17% Putenfleisch, 13% Putenmagen, 11% Putenhälse, 8% Putenleber, 2% Süßkartoffeln, 1% Preiselbeeren, Mineralstoffe, 0,2% Bierhefe, 0,2% Fischöl | Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Taurin 1000mg/kg

Analytische Bestandteile: Rohprotein: 11,5%, Rohfett: 6,5%, Rohasche: 1,3%, Rohfaser: 0,3%, Feuchte: 79%, Calcium: 0,24%, Phosphor: 0,20%

Häufige Vitaminzusätze sind Vitamin D und E. Katzen können leider nicht, wie wir Menschen, Vitamin D aus Sonnenlicht gewinnen. Deshalb müssen sie dies über die Nahrung aufnehmen. Und es gib kein anderes Nahrungsmittel, welches mehr Vitamin D enthält, als Fisch (und Lebertran). Zum Vergleich: 100 g Forelle enthält 22 μg Vitamin D. Der einzige Nennenswerte Vitamin D Anteil im Fleisch ist in Hühnerleber mit 1,3 μg enthalten. Der tägliche Bedarf an Vitamin D für unseren 5 kg-Kater liegt bei 0,5 μg. Das heißt aber nicht, dass wir nun gut 50 g Hühnerleber füttern sollten, denn diese enthält dann schon wieder viel zu viel Vitamin A. Auch Vitamin E sollte hier supplementiert werden. In der Regel wird das bei Katzen in Form von VItamin E Alpha-Tocopherol gemacht, da es kaum nennenswerte Mengen in tierischen Ursprung gibt.

Kurz um – im Petfit ist nicht genug Vitamin D und E enthalten. Ein Vitamin D Mangel kann von einem erhöhten Gehalt von Calcium abgefedert werden. Hier haben wir in 300 g Futter einen Calcium-Gehalt von 720 mg. Das wäre dann der 3-fache Calciumbedarf für unseren 5-kg-Kater. Dauerhaft kann ein Vitamin D-Mangel zu Knochendeformierungen und neurologischen Problemen führen. Vitamin E-Mangel kann dauerhaft zu Deformierungen des Bewegungsapparates, Herzerkrankungen und Fortpflanzungsproblemen führen.

Mir persönlich gefällt an diesem Futter auch nicht, dass hier Süßkartoffel und Preiselbeeren enthalten sind. Der Muskelfleischanteil ist ebenfalls etwas gering. Ansonsten ist das Futter jedoch – wenn man es mit anderen Marken mischt – in Ordnung.

Fazit ist jedoch – Zusatzstoffe haben ab und an durchaus ihren Sinn.


So, ihr Lieben. Das waren wieder viele Infos für euch.

Wenn ihr Fragen habt, gebt mir gern Bescheid.

Eure Nicole

Welches Katzenfutter soll ich kaufen?

Hallo ihr Lieben,

ich werde immer wieder gefragt, welches Katzenfutter ich empfehlen würde. Diese Frage lässt sich im Endeffekt nicht so einfach beantworten, da ich einen seeeeeeehr hohen Anspruch an das Futter habe. Da ich selbst entscheiden will, was in meine Tiere kommt, stelle ich das Futter auch selbst zusammen und füttere diese mit rohem Fleisch. Wer dies von mir erlernen möchte, kann gern an meinem Vortrag “BARFEN für Katzen” teilnehmen. Anmeldung hier .

Ich verstehe aber auch, dass BARFen nicht für jeden zeitlich möglich ist oder auch der Ekel von rohem Fleisch, rohen Innereien oder gar Blut sehr groß ist. Und wenn ich vergesse Futter aufzutauen, greife ich auch zu einem “Notfutter”.

Ich erkläre euch hier einfach mal, worauf es MIR bei Katzenfutter ankommt

1. Deklaration:

Beim Fertigfutter unterscheidet man zwischen geschlossener, halb-offener und offener Deklaration. Hier ein paar Beispiele

Geschlossene Deklaration: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (38%, davon 94% natürlich*, u.a. 4% Huhn), Getreide, Mineralstoffe (0.5%), Öle und Fette (u.a. 0.1% Sonnenblumenöl), Zucker. Whiskas Geflügelauswahl 1+

  • 38 % Fleischanteil ist für eine Katze viel zu wenig
  • 94 % von diesen 38 % sind natürliches Fleisch…
  • und von diesen 38 % Fleisch und tierischen Nebenerzeugnissen, sind 4 % Huhn – und schon darf sich diese Sorte laut EU-Richtlinien “Geflügel”nennen
  • der Rest an tierischen Anteil kann alles mögliche sein und von allen möglichen zum Verzehr geeigneten Tieren kommen
  • Getreide kann auch alles von Weizen, Hafer, Mais, etc und deren Abfallprodukte sein

Halboffene Deklaration: Hühnerfleisch, -herz, -leber, -muskelmagen (70 %); Fleischbrühe vom Huhn (29,3 %); Mineralstoffe (0,5 %); Lachsöl (0,2 %) Leonardo Finest Selection “Huhn pur” 

  • Hier sieht der Verbraucher, dass 70 % vom Futter aus Hühnerfleisch, -herz, -leber, -muskelmagen bestehen
  • Rechnet man alle Bestandteile mit 70 %, 29,3 %, 0,5 % und 0,2 % zusammen – sieht man 100 % Bestandteile
  • Unklar ist noch der Anteil an Fleisch, Herz, Leber, Magen

Offene Deklaration: Hühnerfleisch 95% in Lebensmittelqualität (davon 60% Hünchenmuskelfleisch, 17,5% Hühnerherz, 17,5% Hühnerleber, 5% Hühnermägen), Karotte 1,6%, Zucchini 1,6%, Gurke 1,6%, Kalzium in Form von gemahlenen Eierschalen, Meersalz, Zusatzstoff Taurin 1.000mg/kg Lucky Kitty Premium Katzenfutter Huhn

  • Offene Deklaration ist äußerst selten
    • Erklärung der Hersteller: Rezeptur soll geheimgehalten werden
  • Hier sieht man als Verbraucher 99,8 % der Inhaltsangaben, weiß wie viel von welchem Teil vom Huhn enthalten ist, wieviel von welchem Gemüse verarbeitet wurde

MEIN FAZIT: Je genauer die Deklaration, desto weniger hat der Hersteller zu Verstecken

2. Inhalt

Abgesehen davon, dass ich darauf achte, dass zum Fleisch genügend angaben gemacht sind, dass nicht zu viel Innereien und am liebsten kein billiges und schwer verdauliches Bindegewebe (wie Lunge, Euter, Pansen) im Katzenfutter sind, ist es mir wichtig, welche anderen Zutaten enthalten sind.

Obst – hat in der Katze nichts zu suchen. Das braucht die Katze nicht, sie kann damit nichts anfangen und klingt im Endeffekt nur für den Menschen appetitlicher (Fleischmenü mit Aprikose).

Hoher Gemüseanteil: Katzen sind Fleischfresser und benötigen aller-allerhöchstens 10 % Gemüse. Persönlich gehe ich niemals über einen Anteil von 5 % Gemüse und auch nur dann, wenn es sich um Karotten, Kürbis oder Zucchini handelt. Diese dienen der Katze als Ballaststoffe für eine bessere Verdauung. Rote Beete, Tomaten, Paprika, etc haben in der Katze nichts zu suchen.

Kohlehydrate: Getreide, Kartoffeln, Erbsen, Bohnen, Soja, Quinoa, Amaranth, Reis, Nudeln, uvm – das sind alles Kohlehydrate, die die Katze nicht so verwertet, wie es ein Mensch oder ein Hund tut. Kohlehydrate werden von Katzen in Glukose umgewandelt, welche zur Energiegewinnung herangezogen werden. Katzen stellen Glukose jedoch vorrangig aus tierischen Bestandteilen her, was bedeutet hier wird mehr Glukose hergestellt als benötigt wird, was schnell zu Übergewicht und den Folgekrankheiten führen kann.

Pflanzliche Öle: Das klingt auch immer sehr gesund: Sonnenblumenöl, Diestelöl, Leinöl. Diese sehe ich sehr oft im Katzenfutter. Problem: Diese Öle sind Omega-3-Öle und sollen dem Menschen und dem Hund dienen diese in die wichtige Arachidonsäure umzuwandeln. Katzen fehlt jedoch das Enzym um pflanzliche Öle zu verwerten und es schwirrt wieder ein – für die Katze – wertloser Bestandteil im Körper, der dann auch noch über die Leber abgebaut werden muss, was diese aber nur ganz langsam hinbekommt und auf Dauer in größeren Mengen schädlich sein kann. Die Menge an pflanzlichen Ölen ist zwar meist gering, aber ich bin – wie bereits gesagt – sehr pingelig. Warum etwas in die Katze reinstopfen, mit dem sie eh nichts anfangen kann?

Fleisch: Für mich ist wichtig, dass der Muskelfleischanteil den größten Teil der tierischen Bestandteile ausmacht, denn so ist es bei der Maus schließlich auch. Herz ist ebenso wichtig, da es einen hohen Taurinanteil hat. Leber, Niere, Milz und Lunge sollten einen kleinen Anteil ausmachen. Die Leber an sich ist sehr wichtig, da sie die Hauptquelle an Vitamin A ist. Denke ich an die Rohfütterung reichen aber oft wenige Gramm täglich, um den Bedarf der Katze zu decken. Fakt ist aber, dass Katzen die lebenswichtigen Aminosäuren ausschließlich aus tierischen Eiweisen synthetisieren können.

UND Machen wir uns nix vor: Es sei denn wir kaufen das Fleisch vom lokalen Bauern – jedes Fertigfutter enthält Fleisch aus der Massentierhalten und die Kühe haben eher selten glücklich auf der Weide gegrast. Ich habe bisher von einem Futtermittelhersteller die Behauptung gehört, es werden nur Weidetiere im Futter verwendet. Da diese Behauptung auf deren Website jedoch nicht niedergeschrieben ist, werde ich auch den Hersteller nicht nennen.

Taurin: Taurin ist eine essentielle Aminosäure, die Katzen dummerweise nicht selbst synthetisieren können. Damit sind sie wohl auch das einzige Säugetier… Der Bedarf an Taurin liegt bei 50 mg pro Kilo. Eine 4 kg Katze benötigt also mindestens 200 mg Taurin täglich. Taurin ist extrem hitzeempfindlich. Und nun schau mal auf dein Katzenfutter. Wenn Taurin enthalte ist, steht dort die Angabe, wieviel Taurin in 1 kg Katzenfutter enthalten ist (vor der Verarbeitung). z.B. 400 mg/kg. Wie ist deine Einschätzung?

3. Fütterungsempfehlung

Ein weiteres Indiz, ob ein Futter hochwertig ist oder nicht, ist die Fütterungsempfehlung. Meine Beispiele beziehen sich nun alle auf eine Katze mit 4 kg Gewicht.

  • Eine 4-kg-Katze, die gebarft wird, bekommt am Tag etwa 100 – 120 g BARF. Davon kann sie das meiste verwerten und dementsprechend klein sind auch die Häufchen.
  • Die Fütterungsempfehlung vom oben genannten Whiskas Gelügelauswahl 1+ liegt bei 3 Portionsbeuteln (je 100 g), also 300 g pro Tag. Von diesen 300 g sind 38 % tierischer Anteil (also 114 g).
  • Leonardo empfiehlt 2 – 3 Portionsbeutel (je 85 g) für die 4-kg-Katze, wobei ich hier zu 2 Beuteln für ruhigere Wohnungskatzen tendiere und zu 3 Beuteln bei aktiven Freigängern. Wir liegen also bei 190 g – 255 g.
  • Lucky Kitty empfiehlt “4 % des Körpergewichtes”, was in unserem Fall 160 g sind.

Schaut doch mal auf euer Futter und die Fütterungsempfehlung. In der Regel hat das Futter mit einer höheren empfohlenen Menge einen größeren Kohlehydrat oder Bindegewebeanteil und ihr kauft im Endeffekt mehr Futter ein. Und wenn wir einmal ganz ehrlich sind, dann spielt der Preis vom Futter doch oft auch eine Rolle.

4. Trocken vs Nass

Diese Diskussion hatte ich neulich wieder in einer Facebook-Gruppe gesehen und mich doch verleiten lassen mitzumischen. Ich sollte das wirklich lassen…

Meine Antwort ist: Füttere, was du für richtig hältst. Füttere was du willst. Aber! Sei dir der möglichen Konsequenzen bewusst.

Trockenfutter hat einen Feuchtigkeitsgehalt von unter 14 %. Dieser muss nicht einmal auf der Packung ausgewiesen werden. Es ist inzwischen den meisten Katzenbesitzern bekannt, dass unsere Hauskatze von der afrikanischen Falbkatze abstammt. Diese lebt in der Wüste und bekommt die meiste Feuchtigkeit über ihre Beutetiere. Unsere Stubentiger haben im Laufe der letzten 70 – 80 Jahre leider nicht gelernt, dass sie ganz viel trinken müssen, wenn sie Trockenfutter fressen. Tun sie dies nicht, entzieht das Futter dem Körper Wasser, denn das Futter wird in der Regel quellen – egal wie. Probiere es doch einfach mal aus. Lege einen Krümel Trockenfutter in ein Glas Wasser und schau es dir an. Wie oft habe ich als Katzensitterin bereits erbrochenes Trockenfutter aufwischen dürfen, weil die Katze zu viel gefressen hat, es aufgequollen ist und nirgendwo sonst hin konnte, als vorn wieder hinaus.

Es gibt so ziemlich kein Trockenfutter, welches keine Kohlehydrate enthält. Warum? Damit die restlichen Zutaten (Tiermehl, Rübenschnitzel, Cellulose, usw) zusammenhalten, sonst würde alles zerfallen. Und… es ist natürlich billig.

Beachtet bitte auch die Fütterungsempfehlung von Trockenfutter, denn die ist bei weitem geringer, als im Feuchtfutter. Nehmen wir wieder Whiskas. Empfehlung für unsere 4-kg-Katze beim Nassfutter: 300 g am Tag. Und das Trockenfutter? Ganze 55 g. Du müsstest also das Futter täglich auf 55 g abwiegen, um zu verhindern, dass deine Katze übergewichtig wird und/oder einen Überschuss an Nährstoffen zu sich nimmt.

Übrigens – Fun Fakt – Trockenfutter wurde erst um die Zeit des 2. Weltkrieges in den USA erfunden. Und Katzenfutter gibt es erst seit den 60er/70er Jahren.

Ich habe vor einer Weile einen Teil der Website www.catinfo.org übersetzt. Dort gibt es noch einige Infos mehr über die Grundlagen der Katzenernährung und Trockenfutterfütterung.

5. Was würde ich denn nun empfehlen?

Viel geschwafelt, nix gesagt. Ich persönlich mache eine Entscheidung aus:

  • Womit fühle ich mich mit meinem Wissen als Tierbesitzer wohl.
  • Womit fühle ich mich mit meinem Wissen als Ernährungsberater wohl.
  • Was wird (gern) gefressen.
  • Was kann ich mir leisten.
  • Und daraus schlussfolgernd, was ist das kleinere Übel?

Das bedeutet für mich, dass ich zur Not ab und an einige Sorten von Leonardo Finest Selection füttere (ausgenommen der Sorten mit Käse, Cranberries, Banane), Mac’s (ohne Obst, Kräuter), MjamMjam und – wenn es in Ausnahmefällen doch mal ein paar Krümel Trockenfutter gibt – die Sorte “Beute Nah” von Markus Mühle.

 

Das bedeutet nun jedoch nicht, dass diese Sorten die Besten da draußen sind und ich alle anderen schlecht finde. Ich sage nur, dass diese für MICH im Moment die akzeptablen Sorten sind. Wenn ihr mich in ein paar Monaten fragt, habe ich vielleicht ein anderes Futter gefunden, welches ich als besser geeignet empfinde. Schickt mir gern eure Empfehlungen 😉

Auch sind das noch lange nicht alle Faktoren, auf die man beim Fertigfutter achten sollte. Aber das wird ein anderer Blog-Beitrag 😉

Wer mehr über Fertigfutter erfahren möchte, darf gern zu meinem Seminar am 9.2.2019 kommen.

Eure Nicole

Diabetes bei Katzen

Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich über Diabetes bei Katzen informieren. In den letzten Monaten habe ich 5 Neukunden gewinnen können, deren Katzen an Diabetes 2 erkrankt sind.

Diese Krankheit ist mittlerweile in der Humanmedizin in allermunde und ich denke, fast jeder von uns kennt jemanden, der an Diabetes erkrankt ist. Aber Katzen? Ja – jedes Säugetier kann zuckerkrank werden – auch der Wal.

2015 wurde geschätzt, dass 2 % aller in Deutschland lebenden Katzen an Diabetes erkranken. So langsam wird es eine Volkskrankheit, wie beim Menschen. Ein Grund für die steigende Zahl ist natürlich der, dass Haustiere heute beim Menschen einen ganz anderen Stellenwert haben, als noch vor 10 oder 20 Jahren. Ist das Tier krank, wird diagnostiziert und behandelt – nicht einfach eingeschläfert. Allerdings hat sich die Qualität vom Futter auch stark geändert. Ich erinnere mich, dass vor 20 Jahren die Fütterungsempfehlung von einer bekannten Futtermarke genau 200g Nassfutter für eine 4kg-Katze waren. Heute sind es 250 – 400g (je nachdem, welche Sorte man füttert).

Deshalb möchte ich euch heute ein wenig über die Krankheit erzählen, wie ihr erste Anzeichen an eurer Katze erkennen könnt und wie ihr der Miez helfen könnt. Denn… Diabetes 2 ist bei Katzen (und Menschen) HEILBAR!


Was ist Diabetes mellitus?

Bei der Typ-2 Diabetes handelt es sich um eine chronische Stoffwechselkrankheit. Oft wird sie auch die Zuckerkrankheit genannt, da der Zuckerspiegel im Blut erhöht ist. Grund ist, dass der Körper das Insulin kaum oder nicht annimmt aber „denkt“ es wäre kein Insulin da. D.h. es wird mehr Insulin produziert. Der Zucker staut sich in den Blutgefäßen an, da er nicht in die Zellen weitergeleitet werden kann.

Bei Katzen kann der Stoffwechsel durch Diabetes komplett aus den Gleisen geraten, weshalb die Krankheit auch so gefährlich ist.

Typen?

Es gibt 3 Typen von Diabetes:

  1. Diabetes Typ 1 ist eine unheilbare Autoimmunkrankheit. Die Bauchspeicheldrüse produziert kein oder kaum Insulin, die Glukose (Zucker) kann im Blutkreislauf nicht reguliert werden. Diese Form kommt meist bei Hunden vor, bei Katzen eher selten.
  2. Diabetes Typ 2 ist eine chronische Stoffwechselkrankheit, bei der der Körper das eine Insulin schlecht aufnimmt. Es wird mehr Insulin produziert und die insulin-produzierenenden Zellen sterben schließlich ab, wodurch es zu Insulinmangel kommt. Der Prozess ist also sehr schleichend.
  3. Diabetes Typ 3 ist eine Folgekrankheit von z.B. Pankreatitis oder hormonellen Krankheiten. Dieser Typ ist jedoch sehr selten.

Und was passiert dann?

Eine unbehandelte Diabetes schädigt im Körper langfristig die Blutgefäße und somit auch Organe und Nerven. Äußerlich sieht man anfangs keine Anzeichen. Die Krankheit ist schleichend und deshalb auch so gefährlich. Folgen von Diabetes können Herzinfarkte, Schlaganfälle sein, aber auch Nierenerkrankungen.

Es kann zu Erblindung führen, zu Unterzuckerung und somit auch ganz schnell zum Tod der Katze.


Symptome und Diagnose

Häufiges und vieles Trinken und Pieseln ist ein sehr erkennbares Symptom. Das Pippi ist klebrig, aufgrund der Zuckerausscheidung (Bei Klumpstreu bekommt man es dann schlecht vom Plastik ab). Die Katze hat viel Hunger, nimmt jedoch rapide ab, da die Nahrung nicht mehr verwertet werden kann und die Katze Fettreserven nutzt. Zudem sind die Katzen aufgrund des Energieverlustes schlapp und müde. Es kann zu häufigen Blasenentzündungen oder Harnwegsinfekten kommen. Manche Katzen zeigen auch einen komischen Gang.

Wenn ihr mehrere dieser Anzeichen bei eurer Katze feststellt, bringt sie sofort zum Tierarzt eures Vertrauens und lasst ein Blutbild machen. Anhand der Fructosaminwerte und der HbA1c kann man erkennen, ob eine Katze an Diabetes erkrankt ist. Hier sollte man jedoch die Langzeitwerte in Betracht ziehen. Eine Katze, die zum Tierarzt muss, ist meist gestresst und das kann sich auch auf die Blutwerte übertragen. Auch sollten die Ketonwerte überprüft werden, welche den Säuregehalt im Blut angeben. Ist auch dieser erhöht, ist das ein weiteres Anzeichen von Diabetes.

Zudem sollten man die Urinwerte und die Zähne untersuchen. Sind hier Entzündungen kann es zu Problemen bei der Therapie kommen, da die Entzündungswerte gegen das Insulin arbeiten.


Ursachen

Wie beim Menschen auch, sind Übergewicht und Bewegungsmangel ein großer Risikofaktor, dass die Katze an Diabetes 2 erkrankt. Ab wann ist die Katze übergewichtig? Schaut euch die Katze von oben an und fasst an Ihren Brustkorb. Wenn eine stärkere Bauchwölbung zu sehen ist und die Rippen nur schlecht oder gar nicht zu erfühlen sind, ist die Miez zu dick.

Übermäßige Cortisongabe kann ebenfalls zu Diabetes führen, denn Cortison ist ein Gegenspieler von Insulin und wird leider zu häufig gegeben. Allerdings spielen auch die Gene oder das Alter eine Rolle, sowie bestehende Krankheiten, wie hormonelle Erkrankungen, chronische Entzündungen (z.b. der Bauchspeicheldrüse).

Die Ursachen sind also doch denen beim Menschen recht ähnlich.

Fest steht jedoch, dass Katzen mit Übergewicht eher dazu neigen Diabetes 2 zu entwickeln, als normalgewichtige Katzen. Das spielt der Bewegungsmangel eine Rolle. Aber eine ganz gewaltige Rolle spielt die Fütterung.


Therapie

In den meisten Fällen kommt man nicht darum herum Insulin zu spritzen. Blind zu spritzen ist jedoch selten eine gute Idee.

Wie misst man den Blutzucker einer Katze? Es gibt die Möglichkeit am Ohr oder am Pfotenballen zu messen. Diese Werte sollten Anfangs mehrmals täglich zu Hause genommen werden, da der Blutzuckerwert bei Tierarzt auch durch Stress erhöht sein kann.

Der Normale Blutzuckerwert einer Katze sollte zwischen 50 und 120 mg/dl (Milligramm pro Deziliter) liegen.  Liegt der Wert unter 150 mg/dl, so muss man noch nicht unbedingt Insulin spritzen. Eine Ernährungsumstellung kann hier bereits Wunder bewirken. Sofern der Blutzuckerwert höher ist sollte man Insulin zusätzlich geben. Die Dosis muss hier genau abgestimmt werden. Anfangs wird eher weniger verabreicht, um eine versehentliche Unterzuckerung der Katze zu vermeiden. Die Unterzuckerung kann für die Katze ohne schnelles Handeln durch den Menschen fatal sein.

Wie erkenne ich die Unterzuckerung? Torkeln, Verwirrtheit, Epileptische Anfälle oder gar Ohnmacht sind Zeichen der Unterzuckerung und hier solltet ihr sofort eine Traubenzucker oder Honiglösung ins Maul geben.

Welches Insulin? Hier gibt es unterschiedliche Arten und je nach Tierarzt werden unterschiedliche Insuline verschrieben.

Caninsulin ist ein Insulin für Hunde, welches jedoch auch für Katzen genutzt wird aber nicht unbedingt geeignet ist. Viele Tierbesitzer und Tierärzte haben jedoch die Erfahrung gemacht, dass Langzeitinsulin aus der Humanmedizin für Katzen geeigneter ist (z.B. Lantus oder ProZink).

Anders als beim Menschen sollte man das Insulin bei Katzen NACH dem Füttern und etwa alle 2 Stunden spritzen. Warum nach den Essen? Wenn eine Katze frisst, steigt der Blutzucker in die Höhe. Das gleicht das zugefügte Insulin wieder aus. Hat die Katze jedoch einen schlechten Tag und will nichts fressen oder übergibt sich gleich nach dem Futtern wieder, besteht die Gefahr einer (fatalen) Unterzuckerung.

Wunderbare Informationen zur Insulineinstellung findet ihr auf katzendiabetes.info/therapie.php


Ein weiterer, wichtiger Schritt der Therapie, welcher sich nicht verhindern lässt ist eine Ernährungsumstellung. Ganz wichtig ist es hier Futter zu nehmen, welches sehr wenig bis gar keine Kohlehydrate enthält. Davon abgesehen, dass Katzen Kohlehydrate nicht verwerten können, diese nicht brauchen und generell schaden (und u.U. zu Krankheiten, wie Diabetes, führen), lassen Kohlehydrate den Blutzuckerspiegel mächtig in die Höhe steigen, bevor er kurze Zeit später rapide wieder absackt. Das beansprucht die Katze noch mehr und ist höchst gefährlich.

Deshalb sollte hier auf hochwertiges Nassfutter umgestellt werden, welches keine Kohlehydrate enthält. Auch Kochen oder BARFEN sind hier eine sehr gute Option.

Unter keinen Umständen solltet ihr ein Diätfuttermittel von bekannten großen Firmen nutzen, da diese sehr viele Kohlehydrate und ungewollte Zusatzstoffe enthalten. Weiterhin solltet ihr unter keinen Umständen Trockenfutter füttern, da dies der Gesundheit der Katze durch den Feuchtigkeitsverlust noch mehr schadet. Zudem enthält Trockenfutter immer Kohlehydrate, da diese nötig sind um die Bröckchen überhaupt zusammen zu halten.

Diabetische Katzen sollten niemals hungern und im besten Fall mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag bekommen. Verweigert die Katze das Futter oder erbricht es, ist dies in der Regel kein gutes Zeichen und sie sollte sofort zum Tierarzt des Vertrauens.


Kosten

Die Diagnose beläuft sich mit Blutbild, Urinprobe, etc auf etwa 70 – 150 EUR. Beim Insulin müsst ihr mit zwischen 30 und 70 EUR pro Fläschchen rechnen, je nach Insulinart. Die Spritzen liegen bei ca. 20 EUR. Eine Stechhilfe/Lanzette, Blutzuckermessgerät und Teststreifen solltet ihr euch zusätzlich zulegen. Und die Futterumstellung auf hochwertige Fütterung sollte ebenfalls nicht vergessen werden, denn eine Dose hochwertiges Nassfutter liegt bei etwa EUR 1,50 für 400g. Barfen/Kochen ist in der Regel günstiger. So kann die Diabetes einer Katze euch monatlich gut 100 bis 200 EUR kosten. Da sind die Tierarztbesuche nun nicht mit rein gerechnet.

 

Ich hoffe, ich konnte euch einen guten Überblick zu der Krankheit geben. Tipps zur Fütterung von geeignetem Futter und zur Futterumstellung bekommt ihr gern von mir.

 

Eure Nicole

 


Quellen:

http://www.katzendiabetes.info/

https://www.katze-mit-diabetes.de

https://www.diabetes-ratgeber.net/Diabetes-Typ-2

http://www.tillydiabetes.net

Handbuch „Katzenkrankheiten“, Sabine Schroll, 2008

„Katzenkrankheiten“ 4. Auflage, W.Kraft und U.M. Dürr, 1996