Gratisfutter für deinen Hund und deine Katze???

Hallo ihr Lieben,

ihr wisst, ich nehme gern mal Futter aus einander, welches mir so vor die Füße kommt, da ich selbst auch immer auf der Suche nach gutem Fertigfutter bin und euch auch gern Futter empfehlen möchte, welches ich meinen Tieren auch füttern würde.

Versteckte Reico-Werbung

In den letzten Wochen ist mir aufgefallen, dass in verschiedenen Facebook-Gruppen immer wieder Gratisfutter für Hund und Katze angeboten wird. Das an sich macht mich immer schon stutzig, denn solche Aktionen kosten den Hersteller ganz gut Geld.

Wenn ich mir dann die Profile der Leute anschaue, die den Post erstellen, stellt sich in den meisten Fällen heraus, dass es sich um Reico-Vertreter handelt. Kennt ihr Reico? Im Endeffekt ist Reico – so wie Petfit, Paneon und Anifit – ein Futter, welches ihr nur bei bestimmten Vertretern und nicht im “normalen” Zoofachgeschäft kaufen könnt. Oft sind diese Vertreter auf Heimtiermessen vertreten und im Endeffekt läuft das ganze ähnlich ab, wie Tupperware, Thermomix, Partylite oder Dildofee (um nur ein paar zu nennen).

Das Futter wird euch von Ernährungsberatern/-innen verkauft und egal ob ihr bei einer Reico-, Petfit-, Anifit-, Paneonvertreterin ankommt; Alle haben das beste Futter, denn sie wollen es euch schließlich verkaufen. Die 200g Dosen kosten dann oft zwischen 2 und 4 Euro.

Wie dem auch sei. Über die Methoden kann man streiten. Persönlich finde ich diese nicht sehr ehrlich, denn das ist für Reico zum einen eine Masche an neue Kunden zu kommen. Zum anderen kommen diese aber definitiv schon einmal an Daten, vielleicht sogar Adressdaten. Denn wenn ihr das Katzen-/Hundefutter haben möchtet und kommentiert, wird euch der Reico-Mensch kontaktieren und eure Adresse einfordern, damit er/sie euch das Futter zusenden kann. Und ab dem Punkt werdet ihr ggf. regelmäßig Post bekommen. Per DSGVO sind diese Punkte alle nicht so ideal.


Was ist im Futter?
Schauen wir uns zuerst einmal ein Hundefutter an: MaxidogVit® Geflügel

Zusammensetzung: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse: 69% Geflügel, 4% Reis, 4% Karotten, Fleischbrühe, Algen.

Analytische Bestandteile: Rohprotein 11,0% | Fettgehalt 6,0% | Rohasche 2,3% | Rohfaser 0,6% | Feuchtigkeit 78,0%
Calcium 0,35% | Phosphor 0,27%

Unsere tierischen Nebenerzeugnisse sind lebensmitteltauglich und bestehen bei dieser Sorte aus: Magen, Leber, Herz und Hals.

Diese Info stammt von der Reico-Website. Die Deklaration an sich ist nicht sehr genau. Wir haben 69 % Geflügel, wissen aber auf den ersten Augenblick nicht, was genau vom Geflügel verwendet wird. Die Erklärung kommt dann zum Glück: Magen, Leber, Herz und Hals. Also kein Muskelfleisch? Gar keins? Dabei ist Muskelfleisch der wichtigste Bestandteil der Fütterung. Aber auch einer der teureren. Algen sind ebenfalls enthalten. Diese sind meist eine wichtige Quelle für Jod und ggf. auch EPA. ABER – zuviele Algen können zu viel Jod bedeuten und das wiederum kann auf Dauer z.B. zu einer Schilddrüsenerkrankung führen. Damit wir auf 0,35 % Calcium kommen (das sind 140mg Calcium in einer 400 g Dose) müssten in der 400g Dose ca 50 g Hühnerhälse drin sein (100g Hühnerhals enthält ca 1500 mg Calcium). Aus diesem Grund würde ich dieses Futter z.B. nicht besser einschätzen als GranCarnio, welches ihr im Futterhaus bekommen könnt.


Nehmen wir ein weiteres Hundefutter: CuraDog Huhn

Zusammensetzung: 68 % Huhn* (80 % Brustfleisch, 5 % Herzen, 5 % Hälse, 5 % Karkasse, 5 % Leber), 15 % Hirse*, 10 % Apfel*, 2 % Leinöl*, Algen*  *aus ökologischer Erzeugung

Analytische Bestandteile: Rohprotein 8,8 % | Fettgehalt 8,5 % | Rohasche 1,8 % | Rohfaser 0,5% | Feuchtigkeit 68,0%
Calcium 1,2 % | Phosphor 0,62%

Die Deklaration allein zeigt uns schon, dass dieses Futter einiges besser scheint, als die vorherige Variante. Wir haben eine genaue Information, wie viel von welcher Zutat enthalten ist und kommen auch fast auf 100 %. Persönlich finde ich, dass der Kohlehydratanteil (Hirse) zu hoch ist, da ich der Meinung bin, dass die wenigsten Hunde Kohlehydrate benötigen. Aber Hirse ist dennoch eine bessere Wahl an Kohlehydraten, als es z.B. Kartoffeln, Reis oder Nudeln sind.

Der Feuchtigkeitsanteil ist für ein Fertigfutter relativ gering, was bedeutet, dass das Futter nicht mit Wasser aufgefüllt wurde. Für einen gesunden Hund mag dieses Futter in Ordnung sein.

ABER: Für Diabetiker wäre es z.B. ein No-Go. Warum? Der NfE Wert. Erinnert ihr euch, wie wird den errechnen? 100 – Protein – Fett – Asche – Faser – Feuchtigkeit. In diesem Beispiel: 100 – 8,8 – 8,5 – 1,8 – 0.5 – 68 = 12,4 % in der Feuchtmasse. In der Trockensubstanz (Alle Werte ohne Feuchtigkeit) sind es dann (12,4 / 32) * 100 = 38,75 %. Der NfE-Wert ist ein Wert für alle undeklarierten Zuckerbestandteile und Kohlehydrate, die im Analysegerät nicht bedacht sind. Für Diabetiker muss der Wert in der Trockensubstanz unter 10 % sein. Das schafft dieses Futter nicht mal in der Feuchtsubstanz.

Auch Hunde mit Nierenproblemen sollten hier vorsichtig sein, denn der Phosphoranteil im Futter ist ziemlich hoch. Für Hunde mit Pankreatitis oder Magen-/Darm-Problemen würde ich das Futter aufgrund vom hohen Fettgehalt auch nicht empfehlen. Ich frage mich auch, wie der hohe Fettanteil zu Stande kommt, da Hühnerbrustfleisch in der Regel nur zwischen 2%  und 10 % Fettanteil hat. Wenn ca 50 % der Dose aus Hühnerbrust besteht, dann müsste der Fettanteil deutlich geringer sein, was darauf hindeutet, dass nicht nur das Brustfleisch, sondern auch die Haut mit verwendet wird. Da müssten dann Hundehalter mit Hunden aufpassen, welche Probleme mit Purinen haben (z.B. alle Dalmatiner).


Und nun zum Katzenfutter Sorte 1: MaxicatVit® Geflügel

Ihr wisst, ich schreibe oft über Katzenfutter und bin auch da extrem kritisch eine gute Sorte zu finden… Schauen wir uns dieses einmal an:

Zusammensetzung: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse: 39 % Rind, 27 % Geflügel, 2 % Reis, Fleischbrühe, Algen.

Analytische Bestandteile: Rohprotein 10,4 % | Fettgehalt 5,7 % | Rohasche 1,9 % | Rohfaser 0,4 % | Feuchtigkeit 79 % | Calcium 0,4 % | Phosphor 0,25 %

Zusatzstoffe je kg |Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Vitamin D3 – 200 I.E. | Vitamin E (alpha tocopherol) – 25 mg | Taurin – 837 mg | Zink als Zinksulfat, Monohydrat – 15 mg | Mangan als Mangan-(II)-sulfat, Monohydrat… – 3 mg | Jod als Kaliumjodid – 0,5 mg

Was mit zuerst auffällt: Bei der Katze sind Zusatzstoffe drin, beim Hund nicht. Beim Hund wurden die Bestandteile vom Geflügel hingeschrieben. Hier wissen wir nicht welche Teile von Rind und Geflügel genutzt wurden. Der tierische Anteil liegt bei 66 % + 2 % Reis + Fleischbrühe und Algen. Wir können davon ausgehen, dass mit Fleischbrühe eine art Pulver gemeint ist. Warum? Laut Gesetz müssen die Bestandteile nach Gewicht in absteigener Reihenfolge geordnet sein. Wir haben also weniger als 2 % Fleischbrühe im Futter, aber ca 30 % Wasser.

Der Tauringehalt ist viel zu niedrig. 1. Taurin ist extrem hitzeempfindlich, weshalb vielleicht noch die Hälfte vom Taurin übrig bleibt. 2. Eine 4-kg-Katze benötigt mindestens 200 mg Taurin pro Tag. Sie soll 300 g vom Futter am Tag fressen. Wenn das Taurin nicht zerstört werden würde, wäre es in Ordnung und die Katze würde 251 mg Taurin zu sich nehmen. Vermutlich ist es aber gerade noch die Hälfte dessen. Deshalb unbedingt Taurin hinzufügen.

Das Calcium zu Phosphor-Verhältnis ist nicht ideal. Bei gesunden Katzen sollte das bei 1:1 oder 1,1:1 liegen. Wir sind hier bei 1,6:1.

Allein aufgrund der Deklaration ist dieses Futter für mich und meine Katzen keine Option und in dieser Form ebenfalls von anderen Herstellern im Zoofachhandel oder Supermarkt zu bekommen.


Als nächstes haben wir mEATzie Kaninchen & Cranberries

Zusammensetzung: Kaninchenfleisch, -herz, -leber, -lunge, -niere: 30 %; Hühnerfleisch, -leber, -herz: 30 %; Fleischbrühe 26 %; Rinderlunge 6 %; Cranberries 4 %; Lachsöl; Mineralstoffe; Algen

Analytische Bestandteile: Rohprotein 11,50 % Fettgehalt 4,50 % | Rohasche 2,00 % | Rohfaser 0,30 % | Feuchtigkeit 80,00 %
Zusatzstoffe je kg |Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe:
Vitamin D3 200 I.E. | Vitamin E (alpha-Tocopherolacetat) 50 mg | Taurin 1000 mg | Jod als Calciumjodat, wasserfrei 0,2 mg | Mangan als Mangan-(II)-sulfat 2 mg | Zink als Zinksulfat, Monohydrat 20 mg

Es ist schade, dass die Deklaration nicht so offen ist, wie die beim Hund. Hier haben wir, wie beim MaxicatVit® einen Fleischanteil von 66 %.Das ist in Ordnung, denn wenn wir die Fleischbrühe vernachlässigen, liegt der Fleischanteil bei 89 %. Man kann darüber streiten, ob hier zu viele Innereien (v.a.) Lunge enthalten sind, oder nicht. Für mich haben Cranberries aber nix im Katzenfutter zu suchen, da die Katze diese gar nicht verarbeiten kann. Lachsöl ist schön und gut, ist jedoch sehr instabil gegenüber Hitze.

Wir haben in diesem Futter 1000 mg pro 1 kg Futter Taurin enthalten. Da dieses Futter etwas hochwertiger scheint, liegt die Fütterungsempfehlung der 4-kg-Katze bei ca. 2 1/2 Tütchen (85 g je Tütchen machen 212,5 g Futter). Das heißt aber auch, wir haben 212,5 mg Taurin – vor dem erhitzen. Deshalb würde ich auch hier empfehlen Taurin trotzdem extra zu füttern.

Der Fettgehalt ist für ein Katzenfutter fast schon im niedrigen Bereich, was bei Kaninchen und Huhn aber auch nachvollziehbar ist. Der Jodgehalt pro 2 1/2 Tütchen liegt bei 425 yg, was fast das Doppelte des normalen Bedarfs nach NRC ist und auch über der Bedarfsrechnung nach Prof. Wanner. Das ist auf Dauer nicht ideal und kann auch bei Katzen zu Schilddrüsenproblemen führen.

Im Notfall würde ich ggf die Sorten mEATzie Geflügel oder Lachs füttern, da diese kein Obst, Gemüse oder Käse enthalten. Allerdings enthalten alle Sorte einen ziemlich beachtlichen Teil an Lunge. Wenn man an ein Beutetier denkt, ist dies sicher gerechtfertigt. Aber für mich muss das nichts ins Katzenfutter rein, da es oft als günstiges Füllmaterial verwendet wird.


Reico verkauft auch viele Trockenfuttersorten, v.a. für Hunde. Da ich jedoch die reine Fütterung von Trockenfutter nicht empfehle und dieses maximal als Leckerli empfehlen würde, werde ich dazu nichts weiter sagen.


Weiterhin sind viele Ergänzungsfuttermittel verfügbar, wie Kräutermixe, Algenmixe, Pasten, die zum Tiel aus der Tierheilkunde stammen. Allerdings sind Pflanzen und Kräuter oft mit Bedacht zu wählen, da unterschiedliche Pflanzen für unterschiedliche Dinge eingesetzt werden. Gerade bei Algen sollte man schauen, ob es sich um Meeresalgen handelt, die oft beachtliche Mengen an Jod enthalten.

Es gibt auch Nahrungsergänzungsmittel und Pflegeprodukte für Menschen. Dazu gebe ich jedoch keinen Kommentar ab, da ich mich da einfach zu wenig auskenne.


Fazit: Ich sage immer, es soll jeder selbst entscheiden, was er seinem Haustier zu fressen gibt. Ich möchte euch nur dabei helfen, dass ihr lernt das Futter und seine Zusammensetzung zu verstehen.

Falls ihr Fragen habt, gebt mir gern Bescheid. Ich gehe davon aus, dass ich nun auf eine Reico-Black-List komme 😉

Eure Nicole

Veganes Hundefutter

Ist das gut für meinen Hund?

Hallo ihr Lieben,

wenn ihr heute durch den Supermarkt geht, dann ist es nicht mehr zu übersehen, dass veganes und vegetarisches Essen für uns Menschen ein richtiger Trend geworden ist. Auch mein Mann isst zum größten Teil nur noch vegan und ich versuche Fleisch auch zu vermeiden und achte zumindest darauf, woher da Fleisch kommt. Ich finde es auch absolut legitim, wenn wir als Menschen uns selbst entscheiden, dass wir auf Fleisch oder tierische Produkte verzichten. Wenn das ganze richtig angestellt wird und man sich gut informiert, kommt es auch zu keinen Mangelerscheinungen.

Die meisten Veganer/Vegetarier verzichten aus ethischen Gründen auf Fleisch und/oder tierische Produkte. Das kann ich auch nachvollziehen. Wenn ich über wieder die A2 längs fahre und komme an einem Schweintransporter vorbei, aus denen die Schweinschnäuzchen rausstupsen… dann kann ich bei meiner Mutter einfach kein Schnitzel essen.

Diese Ethik hört für mich jedoch beim Hund und vor allem bei der Katze auf. Katzen sind Fleischfresser und was anderes gehört in die Katze nicht rein, weil der Katze die Enzyme fehlen um pflanzliche Produkte zu verarbeiten, wie es z.B. ein Mensch oder ein Schaf kann. Und beim Hund… ja, da streiten sich nun die Geister.


Ich für mich sehe, dass der Hund die Aminosäuren aus tierischen Eiweißen definitiv braucht. Warum? Schauen wir uns doch mal ein vegetarisches Hundefutter an. Ich wähle ein, welches in den letzten Monaten etwas für Schlagzeilen gesorgt hat, weil sie in einer TV-Sendung nach einem Investoren gesucht haben: VegDog.

Nehmen wir uns die Sorte Adult No. 1 raus:

Zusammensetzung: 24% Kartoffeln, 11,5% Linsen, Hirse, Erbsenprotein, 3% Spinat, Lupine, 1,5% Erbsen, Sonnenblumenöl, Mineralstoffe, Sonnenblumenkerne, 0,8% Chiasamen, Algen, Hefe, Kamille, Löwenzahnblätter, Salbei, Thymian

Analytische Bestandteile: Rohprotein 6,1%, Rohfett 3,3%, Rohfaser 1,1%, Rohasche 1,6%, Feuchtigkeit 73,5%, Ca:P 1,46(Kalzium/Phosphor-Verhältnis), Puringehalt 30mg/100g

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe je kg Futter: Vitamin A (3a672a) 4.000 IE; Vitamin D3 (E671) 560 IE; Vitamin E (E3a700 all-rac-alpha-Tocopheryl-acetat) 16 mg; Vitamin B1 (3a821) 1 mg; Vitamin B2 3 mg; Vitamin B6 (3a831) 1,0 mg; Vitamin B12 30 μg; Nicotinsäure 5,0 mg; Calcium-D-Pantothenat (3a841) 10 mg; Folsäure 0,2 mg; L-Carnitin 480 mg; Taurin 500 mg; DL-Methionin (3c301) 3.000 mg; L-Threonin (3.3.1) 740 mg, L-Tryptophan (3.4.1) 260 mg; L-Valin (3c369) 620 mg, Eisen (Eisenglycin) (E1) 3,4 mg; Kupfer (Kupfer(II)-sulfat, Pentahydrat) (E4) 1,4 mg; Zink (Zinkoxid) (E6) 26 mg; Selen (Natriumselenit) (E8) 0,16 mg; Jod (Calciumjodat, wasserfrei) (E2) 0,44 mg

Fütterungsempfehlung für einen 10 kg Hund: 470 – 560 g (1 Dose enthält 400 g und kostet € 3,39 aufwärts)

Mein Eindruck des Futters:

  1. Als erstes fällt mir auf, dass die Liste an Zusatzstoffen enorm ist. Zusatzstoffe werden einem Futter hinzugefügt, wenn sie anderweitig in der Fütterung fehlen würden. Das heißt: Wenn ich den Hund rein vegan mit Gemüse aus dem Garten ernähre, wird er über kurz oder lang Mangelerscheinungen haben, weil ihm wichtige Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente fehlen. Deshalb werden diese hier künstlich hinzugefügt! Vor allem die B-Vitamine sind meist in tierischen Bestandteilen enthalten.
  2. Aminosäuren, Vitamine, etc sind zu einem gewissen Teil im Gemüse enthalten. Effektiv ist davon jedoch bei weitem mehr Aminosäuren, Mineralstoffe, etc in tierischen Produkten – v.a. Fleisch, Fisch und Käse – enthalten. Hier werden nun Erbsen und Lupine mit „optimalem Aminosäurenprofil“ genannt. Und in der Tat enthalten diese einige wichtige Aminosäuren in fast so hohem Maße, wie Fleisch. Dennoch enthalten Hülsenfrüchte extrem viel Stärke, was ich nicht für jeden Hund empfehlen würde.
  3. Methionin: Dem Futter sind nun 3000 mg/kg Methionin zugesetzt. Wenn wir nun von der Fütterungsempfehlung von 470 – 560 g Futter ausgehen, nimmt der Hund 1410 – 1680 mg synthetisches Methionin zu sich. Zum einen ist Methionin wichtig, um Fett in der Leber zu verstoffwechseln. In der künstlichen Form DL-Methionin (wie es hier der Fall ist), wird es jedoch bei Diätfuttermitteln gegen Struvitsteine eingesetzt. Warum? Weil DL-Methionin den Urin ansäuert, damit sich Struvitsteine auflösen.
    1. Wie entstehen Struvitsteine? Wenn der Urin zu alkalisch ist. Das kann daher kommen, dass die Ernährung zu pflanzlich ist (pflanzliche Bestandteile sind alkalisch, tierische Bestandteile sind sauer) oder, dass ein Ungleichgewicht in der Mineralstoffzugabe besteht (Calcium, Magnesium sind z.B. alkalisch, Phosphor und Schwefel sind sauer).
    2. Wir haben hier ein Futter, was rein pflanzlich ist und demnach den Urin alkalisch macht, was die Struvitsteinbildung begünstigen kann. Mit einem Übermaß an synthetischen DL-Methionin würde das wieder aufgehoben werden. Was jedoch passieren kann: bei Dauerhafter Gabe von DL-Methionin kann der Urin zu sauer werden, was die Gabe von Calciumoxalatsteinen begünstigt.
  4. Energie: 100 g vom Futter enthalten nur 66,5 kcal. Ein 10 kg Hund benötigt pro Tag zwischen 590 und 730 kcal (je nach Alter und Aktivität). Demnach müsstet ihr eigentlich zwischen 900 und 1100 g füttern.
    1. Wie könnt ihr selbst die Energie von einem Futter errechnen? ((Rohprotein x 17) + (Rohfett x 39) + (Rohfaser x 17) + (Rohasche x 17)) x 0,239 = kcal/100g
    2. In unserem Fall: ((6,1 x 17) + (3,3 x 39) + (1,1 x 17) + (1,6 x 17)) x 0,239 = 66,5 kcal/100g
  5. Kohlehydrate und Stärke: Würde ich einem Hund einen BARF-Plan schreiben, dann würde ich den pflanzlichen Anteil bei einem gesunden Hund auf maximal 30 % setzen (eher niedriger) und den Kohlehydrat-Anteil bei maximal 10 %, sofern der Hund diese überhaupt benötigt. Kohlehydrate liefern schnelle Energie, so dass man diese z.B. bei Arbeitshunden oder Sporthunden einsetzt. Auch bei einigen Krankheiten kann es sinnvoll sein Kartoffeln einzusetzen. Der Blutzuckerspiegel steigt beim Einsatz von Kartoffeln z.B. sehr stark und schnell an und fällt auch schnell wieder. Kohlehydrate sind jedoch auch schlechter verwertbar. Deshalb kann es zu Blähungen kommen, die Darmflora kann sich verschieben und es ist wahrscheinlich, dass der Hund sehr viel mehr koten wird, als bei einer anderen Ernährungsform. Nicht umsonst heißt es beim Menschen: Erbsen, Bohnen und Linsen, bringen den A***h zum Grinsen. 😉
  6. Diabetiker: Für Diabetiker ist dieses Futter alles andere als geeignet. Der Blutzuckerspiegel sollten bei Diabetiker-Hunden so konstant wie möglich gehalten werden und die Fütterung muss zwingend ohne jeglichen Kohlhydrate sein. Dafür schaut ihr euch den NfE-Wert an, welcher errechnet werden muss. Dafür gibt es in inzwischen eine App, die Website https://nfe-rechner.de/ oder ihr rechnet es selbst aus:
    1. 100 – Rohprotein – Rohfett – Rohfaser – Rohasche – Feuchtigkeit = NfE
    2. (NfE / (100 – Feuchtigkeit)) * 100 = NfE in der Trockensubstanz
    3. In diesem Fall sind das: 100 – 6,1 – 3,3 – 1,1 – 1,6 – 73,5 = 14,4 à (14,4 / (100 – 73,5)) * 100 = (14,4 / 26,5) *100 = 54,34. Für einen Diabetiker absolut ungeeignet!

Das sind nun nur einige Punkte.

 


Der Fairness halber schauen wir kurz auf ein weiteres vegetarisches Hundefutter: VeggieDog.

Zusammensetzung: getrocknete Kartoffel 41,0 %; Erbsenmehl (natürliche Quelle für Aminosäuren) 14,0 %; Kartoffeleiweiß; Sonnenblumenöl; teilweise hydrolisierte Hefe; Mineralstoffe; Rübenfaser; Apfelfaser 3,0 %; hydrolisiertes pflanzliches Eiweiß; gemahlene Chicorée-Wurzel (natürliche Quelle von Inulin); Kräuter, Früchte (Himbeere, Pfefferminz, Petersilie, Kamille, Hagebutten, Süßholzwurzel, Aronia, Bockshornkleesaat, Blaubeere, Ringelblumen, Fenchel) 0,1 %; getrocknete Algen 0,05 %.

Analytische Bestandteile: Rohprotein 20 %, Rohfett 12 %, Rohfaser 2,5 %, Rohasche 6,8 %, Feuchtigkeit 7%

Ihr seht schon, dass es sich hier um ein Trockenfutter handelt, was an sich schon nicht der Renner ist. Ansonsten haben wir hier jedoch einen unglaublich riesigen Stärkeanteil. Auf der Website könnt ihr euch die Produktinformationen herunter laden und werden feststellen, dass auch hier ein riesiger Anteil an Zusätzen vorhanden sind, damit der Hund keinen Nährstoffmangel erleidet.

Die Fütterungsempfehlung für einen 10 kg Hund ist bei 85 g – 145 g, was an sich ebenfalls wieder eine riesige Spanne ist.


Fakt ist: Es gibt keine Langzeitstudien zur Fütterung von veganem Futter. Die meisten Studien schauen auf einen Zeitraum von 6 Monaten, was auch bedeutet, dass keine Langzeitfolgen messbar sind.

Die Diplomarbeit von einer Absolventin der Tiermedizinischen Universität in Wien hat sich 2014 diesem Thema angenommen und eine Studie mit über 200 Hunden und Katzen durchgeführt. Klinisch untersucht wurden am Ende der Studie 35 dieser Tiere (was jedoch eher mit den Tierhaltern zusammenhing). Die Tiere schienen gesund, es wurde jedoch auch gesagt, dass weitere Studien notwendig sind. Ein Ergebnis war jedoch, dass 90 % der teilnehmenden Tierhalter ihre Tiere aus moralischen, ethischen oder Tierschutz-Gründen vegan ernähren.


Mein Fazit zur veganen Ernährung von Hunden

Ich gehe davon aus, dass man den Hund mit einem veganen Fertigfutter ernähren kann, wenn man dies unbedingt möchte. Man muss sich aber Bewusst machen, dass diese Ernährung alles andere als Artgerecht ist und dass die meisten essentiellen Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und zum Teil die Aminosäuren künstlicher Natur sind und das Futter somit einer Astronautennahrung ähnlich ist.

Keine Frage: Vegan ist in. Und ja, wenn wir alle weniger Fleisch essen, tragen wir sicher dazu bei, dass weniger Tiere leiden und es der Umwelt auch ein wenig besser gehen wird. ABER: Viele Vegane Produkte sind extrem prozessiert – sowohl für den Menschen, als auch für unsere Tiere. Wir essen vegane Wurst. Wir essen veganen Käse oder Gemüseaufstriche. Fast alle sind mit irgendwelchen künstlichen Antioxidantien, Farbstoffen, Konservierungsstoffen, etc versehen.

Ist das wirklich, was wir wollen und ist das wirklich das Beste für uns und unsere 4-Beiner?

Veganes Katzenfutter – das geht für mich überhaupt gar nicht! Und dennoch kann man auch das bereits kaufen.

Veganes Hundefutter – wäre für mich niemals eine Option, es sei denn es würde sich herausstellen, dass mein Hund keine einzige Fleischsorte (inkl. Alligator, Strauß und Insekten) verträgt.

Und ich bekommen einen Hals, wenn ich sehe, wie bestimmte Tierschutzorganisationen daherkommen und vegane Ernährung von Hund und Katze für gut heißen, obwohl die Tiere damit in keinster Weise Artgerecht ernährt werden.

Wenn ihr weitere Fragen habt, meldet euch bitte. In diesem Sinne: Passt auf eure Fellkinder auf!

Eure Nicole