Welches Katzenfutter soll ich kaufen? 2.0

Hallo ihr Lieben,

vor 1 Monat haben ich den 1. Teil meiner Ratschläge gepostet und ich hoffe, ihr habt bereits etwas mitnehmen können.

Heute werde ich euch noch ein paar Faktoren nennen, auf die ihr achten solltet.

  1. Weender Analysewerte
  2. Energiegehalt
  3. Futterzusätze

1. Weender Analysewerte

Noch nie gehört? Aber sicher schonmal gesehen. Das ganze sieht z.B. so aus:

Analysewerte: Protein 11,2 %; Fettgehalt 5,6 %; Rohasche 2,2 %; Rohfaser 0,3 %; Feuchtigkeit 80 % (Leonardo Finest Selection “Huhn pur”)

Manchmal steht da auch Rohprotein und Rohfett. Anstatt Rohasche kann da auch “Anorganische Stoffe” stehen.

(Roh)Protein bezeichnet alle Proteine, Aminosäuren und sonstige Verbindungen eiweißartiger Natur, welche Stickstoff enthalten. Ob diese Proteine aber tierischen oder pflanzlichen Ursprunges sind kommt dadurch nicht zum Ausdruck. Dieser Wert ist im Katzenfutter oft höher, als im Hundefutter.

(Roh)Fett inkludiert sämtliche Fette und Öle, die im Futter enthalten sind und können ebenfalls pflanzlich oder tierisch sein. Katzen haben eine höhere Fett-Toleranz als Hunde, weshalb dieser Wert im Katzenfutter auch oft etwas höher ist, als beim Hundefutter.

Rohasche: Stell dir vor du nimmst den Inhalt der Futterdose, steckst sie in einen Muffelofen mit 550°C Hitze und lässt es da so lange drin, bis nur noch ein winziger Haufen Asche übrig ist. Das ist deine Rohasche und wird manchmal auch als anorganische Stoffe bezeichnet. Es handelt sich dabei um die Mineralstoffe und Spurenelemente im Futter (z.B. Calcium, Magnesium, Kalium), welche sowohl tierischen Ursprungs sein können (Knochen, Innereien,…) oder künstlich zugesetzt wurden. Ideal ist im Nassfutter ein Anteil zwischen 1 – 2 %. Liegt der Wert über 3 %, ist das ein Hinweis auf zu viele Mineralstoffe (u.a. durch Federn, Horn, Sand). Ist der Wert zu niedrig könnten Mineralstoffe fehlen.

Rohfaser ist der Wert, welcher anzeigt, wie viel vom Futter für die Katze schwer oder unverdaulich ist. Der Wert sollte im Nassfutter nicht über 1 % liegen. Ein Wert unter 0,2 % ist jedoch auch nicht unbedingt ratsam, da es sonst zu Verstopfungen kommen könnte.

Feuchtigkeit: Dieser Wert muss nur angegeben werden, wenn mehr als 14 % Feuchtigkeit im Futter enthalten sind. Das bedeutet, in den seltensten Fällen werdet ihr diesen Wert auf der Trockenfutterpackung finden. Ein Wert über 80 % sollte euch stutzig machen. Warum? Innereien haben einen Feuchtigkeitsgehalt von ca 77 %, Muskelfleisch und Herz liegen bei etwa 62 – 65 %. Wenn wir nur auf frisches Fleisch schauen, wäre der Feuchtigkeitsgehalt deshalb bei ca 70 %. Alles was drüber ist, ist dann in der Regel Wasser. Für die Katze ist Wasser EXTREM wichtig! Wenn ihr aber ein Katzenfutter kauft, wäre es schön, wenn ihr wirklich hauptsächlich das Futter bekommt und nicht nur Brühe oder Wasser. Das Wasser könnt ihr immer extra dem Futter bei geben.

NfE – dieser Wert steht da nicht auf der Packung. Dafür braucht ihr einen Taschenrechner (oder euren Kopf 😉 ). NfE steht für Stickstofffreie Extraktstoffe. Das sind. u.a. Zucker, Stärke, organische Säuren und Pektine und könnte auch als Wert für “versteckte” Kohlehydrate stehen. Für Diabetiker ist dieser Wert extrem wichtig und sollte so gering wie möglich sein. In den meisten Nassfuttersorten wird dieser Wert unter 5 % liegen. Allerdings sollte man sich das ganze hier auch in der Trockensubstanz ansehen – wenn man also den Feuchtigkeitsanteil komplett eliminiert.

Der NfE-Wert errechnet sich aus 100 abzüglich der Summe aller Weender Analyse Werte. Je geringer der Wert, desto besser. Schauen wir nochmal zum Leonardo: Protein 11,2 %; Fettgehalt 5,6 %; Rohasche 2,2 %; Rohfaser 0,3 %; Feuchtigkeit 80 %

Wir rechnen also: 100 – (11,2 + 5,6 + 2,2 + 0,3 + 80) = 100 – 99,3 = 0,7.

In der Trockensubstanz errechnet sich wie folgt: 100 – Feuchtigkeit. Bei Leonardo wären das 20 %.

Der NfE in der Trockensubstanz ist dann also: (0,7 (NfE) / 20 (Trockensubstanz) x 100 = 3,5.

Das Spiel können wir nun mit Felix Sensations Soße machen: Analytische Bestandteile: Protein 12,5 %, Fettgehalt 2,5 %, Rohasche 2,5 %, Rohfaser 0,05 %, Feuchtegehalt: 80 %

NfE = 100 – (12,5 +2,5 +2,5 +0,05 + 80) = 2,45 – Das klingt an sich ganz gut.

NfE Trockensubstanz = 2,45 / 20 x 100 = 12,25 – Das klingt nicht mehr so gut.

Schauen wir uns einmal ein Trockenfutter an und ich wähle nun bewusst eine getreidefreie Sorte:  MAC’s Cat Adult Ente, Pute & Huhn

Analytische Bestandteile: Protein 32 %, Fettgehalt 13 %, Anorganische Stoffe 7 %, Rohfaser 4,5%, Feuchtigkeit 10% (Dieser Wert ist nicht angegeben; die meisten Trockenfuttersorten liegen bei einem Feuchtigkeitsgehalt von 8 – 12 %, deshalb wähle ich den Mittelwert.

Wir rechnen also: 100 – (32+13+7+4,5+10) = 100 – 66,5 = 33,5 %

Woran liegt das? Dieses Futter hat einen hohen Anteil an Kartoffelflocken, Süßkartoffel, Erbsen, welche alle einen Einfluss auf den NfE-Wert haben. Getreidefrei heißt eben nicht Stärkefrei. Stärke ist in sämtlichen Getreidesorten (Weizen, Reis, Mais, etc) und deren Erzeugnissen, sowie sämtlichen Hülsenfrüchten (Erbsen, Bohnen, …)  enthalten.

Wichtig ist noch anzumerken, dass die Weender Analyse allein kein Indiz für gute oder schlechte Qualität ist. Man sollte immer das ganze Futter anschauen. Wie genau die Analysewerte sind, ist auch nicht nachprüfbar, da diese Analyse nicht für jede Charge neu gemacht wird.


2. Energie

Ähnlich wie beim Menschen wird bei Katzen ein Mindestbedarf an zugeführter Energie empfohlen. Hier geht es um Kalorien (die kleinen Tierchen, die bei uns Nachts die Kleidung enger futtern 😉 ).

Bei einer ausgewachsenen, gesunden, normalgewichtigen Katze kann man folgende Formel für den (Erhaltungs)Energiebedarf nach NRC nutzen: 100 x Körpergewicht0,67 . Wiegt die Katze 5 kg rechnet man 100 x 50,67 = 294 kcal. Eine 4,5 kg Katze braucht nur noch 100 x 4,50,67 = 274 kcal

Ganz Pauschal sollte man diese Formel jedoch auch nicht sehen, da aktivere Katze etwas mehr Energie benötigen, da sie mehr verbrauchen. Ruhige/Ältere Katzen benötigen etwas weniger, da sie mehr schlafen.

Wenige Futtersorten geben die Energieangaben an und auch hier gibt euch die Fütterungsempfehlung oft ein Indiz, wie hoch die Energiedichte ist.

Nehmen wir wieder Leonardo und Felix im Vergleich. Auf beiden ist die Energiedichte nicht vermerkt. Auch hier hilft uns aber die Weender Analyse, denn auch dafür gibt es eine Formel:

Energie in kj = (Rohprotein x 17) + (Rohfett x 39) + (Rohasche x 17) + (Rohfasern x 17)

Energie in kcal pro 100 g Futter = ((Rohprotein x 17) + (Rohfett x 39) + (Rohasche x 17) + (Rohfasern x 17)) x 0,239

Leonardo Finest Selection Huhn: Protein 11,2 %; Fettgehalt 5,6 %; Rohasche 2,2 %; Rohfaser 0,3 %

Wir rechen somit: ((11,2 x 17) + (5,6 x 39) + (2,2 x 17) + (0,3 x 17)) x 0,239 = 108 kcal/100 g Futter

Felix Sensations Soße: Protein 12,5 %, Fettgehalt 2,5 %, Rohasche 2,5 %, Rohfaser 0,05 %

Wir rechnen: ((12,5 x 17) + (2,5 x 39) + (2,5 x 17) + (0,05 x 17)) x 0,239 = 84 kcal/100 g Futter

Da habt ihr ein weiteres Indiz, warum man mehr vom Felix füttern muss, als vom Leonardo.

MAC’s Cat Adult Ente, Pute & Huhn: Protein 32 %, Fettgehalt 13 %, Anorganische Stoffe 7 %, Rohfaser 4,5%

Wir rechnen: ((32 x 17) + (13 x 39) + (7 x 17) + (4,5 x 17)) x 0,239 = 298 kcal/100 g Futter

Deshalb würde man – was die Menge angeht – auch weniger Trockenfutter füttern, als wenn man Nassfutter füttert.

Unser 5 kg Kater braucht einen Energiebedarf von idealerweise 294 kcal am Tag. Vom Leonard müsste er somit 270 g täglich fressen. Vom Felix braucht er schon 350 g und vom Mac’s Trockenfutter nur noch 100 g. Idealerweise passt das mit der Fütterungsempfehlung zusammen. Sollte das nicht der Fall sein, liegt das ggf. mit der Nährstoffversorgung an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen zusammen.

Rechnet das einmal für euer Futter nach und fragt mich gern, wenn ihr unsicher seid.


3. Futtermittelzusätze

Es gibt inzwischen einige Futtersorten, die ganz groß damit werben, dass sie keine Zusatzstoffe, Konservierungsstoffe nutzen. Und schon gar keine synthetischen Zusatzstoffe. Das scheint auch einen guten Effekt zu haben. ABER – diese Zusatzstoffe haben ab und an sogar einen Sinn und ich würde diese jetzt nicht von vornherein verteufeln.

Welche Zusatzstoffe gibt es im Fertigfutter?

  • Konservierungsmittel – diese sollen das Futter haltbar machen und müssen nur deklariert werden, wenn diese vom Futtermittelhersteller zum Futter gefügt werden. Wenn der Hersteller des Futters eine Mischung aus z.B. Fleischmehl und Konservierungsstoffen dem Futter zugibt, muss er die Konservierungsstoffe nicht mehr deklarieren, sondern kann einfach Fleischmehl als Inhaltsstoff nennen. Beispiele sind: Vitamin E, BHA und BHT, Propylgallat (E310 – verboten für Säuglinge und Kinder) und Ethoxiquin (E324 – Verboten in Lebensmitteln)
  • Geliermittel – da das Futter sonst ggf auseinander laufen würde. Einige Katzen haben eine Allergie oder Unverträglichkeit gegen Geliermitten (z.B. Cassia Gum), weshalb Fertigfutter für eine Ausschlussdiät nicht geeignet ist.
  • Geschmacksverstärker- sind zum einen für das Tier, damit es besser riecht und/oder schmeckt und zum anderen auch für den Menschen, damit das Futter nicht so ekelhaft riecht. Diese Stoffe können z.B. Fett, Zucker, Proteine + deren Hydrolysate, Glutamat,Hefe,… sein.
  • Farbstoffe wie Karamell, Melasse, Carotin oder Azo-Farbstoffe (welche auf Lebensmitteln deklariert werden müssen), die an sich für das Tier keinen Nutzen haben und das Futter nur schön aussehen lassen sollen.
  • Vitamine – die im Futter sonst fehlen würden. Meist sieht man Vitamin A, D und E deklariert.
  • Mineralstoffe, Spurenelemente – die im Futter sonst ebenfalls fehlen würden.
  • Taurin – muss dem Futter zugesetzt werden und ich empfehle entweder ein Nassfutter zu kaufen, welches mind. 1500 mg/kg enthält oder das Taurin zu supplementieren. Taurin ist extrem hitzeemfindlich. Da alle Werte auf der Futterverpackung die Deklaration vor der Erhitzung betragen, kann der Wert nach der Erhitzung zum Teil deutlich geringer sein.

Schauen wir uns einmal ein solches Futter an, welches keine Zusatzstoffe enthält.

Eines der bekanntesten Futtermittel, die man oft nur über bestimmte Vertreter kaufen kann, und von denen sicher viele von euch schon einmal gehört haben, ist Petfit. Ich habe mir nun einmal PETfit Cat Putenfleisch in Soße angeschaut:

Zusammensetzung: 18% Putenherzen, 17% Putenfleisch, 13% Putenmagen, 11% Putenhälse, 8% Putenleber, 2% Süßkartoffeln, 1% Preiselbeeren, Mineralstoffe, 0,2% Bierhefe, 0,2% Fischöl | Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Taurin 1000mg/kg

Analytische Bestandteile: Rohprotein: 11,5%, Rohfett: 6,5%, Rohasche: 1,3%, Rohfaser: 0,3%, Feuchte: 79%, Calcium: 0,24%, Phosphor: 0,20%

Häufige Vitaminzusätze sind Vitamin D und E. Katzen können leider nicht, wie wir Menschen, Vitamin D aus Sonnenlicht gewinnen. Deshalb müssen sie dies über die Nahrung aufnehmen. Und es gib kein anderes Nahrungsmittel, welches mehr Vitamin D enthält, als Fisch (und Lebertran). Zum Vergleich: 100 g Forelle enthält 22 μg Vitamin D. Der einzige Nennenswerte Vitamin D Anteil im Fleisch ist in Hühnerleber mit 1,3 μg enthalten. Der tägliche Bedarf an Vitamin D für unseren 5 kg-Kater liegt bei 0,5 μg. Das heißt aber nicht, dass wir nun gut 50 g Hühnerleber füttern sollten, denn diese enthält dann schon wieder viel zu viel Vitamin A. Auch Vitamin E sollte hier supplementiert werden. In der Regel wird das bei Katzen in Form von VItamin E Alpha-Tocopherol gemacht, da es kaum nennenswerte Mengen in tierischen Ursprung gibt.

Kurz um – im Petfit ist nicht genug Vitamin D und E enthalten. Ein Vitamin D Mangel kann von einem erhöhten Gehalt von Calcium abgefedert werden. Hier haben wir in 300 g Futter einen Calcium-Gehalt von 720 mg. Das wäre dann der 3-fache Calciumbedarf für unseren 5-kg-Kater. Dauerhaft kann ein Vitamin D-Mangel zu Knochendeformierungen und neurologischen Problemen führen. Vitamin E-Mangel kann dauerhaft zu Deformierungen des Bewegungsapparates, Herzerkrankungen und Fortpflanzungsproblemen führen.

Mir persönlich gefällt an diesem Futter auch nicht, dass hier Süßkartoffel und Preiselbeeren enthalten sind. Der Muskelfleischanteil ist ebenfalls etwas gering. Ansonsten ist das Futter jedoch – wenn man es mit anderen Marken mischt – in Ordnung.

Fazit ist jedoch – Zusatzstoffe haben ab und an durchaus ihren Sinn.


So, ihr Lieben. Das waren wieder viele Infos für euch.

Wenn ihr Fragen habt, gebt mir gern Bescheid.

Eure Nicole

Welches Katzenfutter soll ich kaufen?

Hallo ihr Lieben,

ich werde immer wieder gefragt, welches Katzenfutter ich empfehlen würde. Diese Frage lässt sich im Endeffekt nicht so einfach beantworten, da ich einen seeeeeeehr hohen Anspruch an das Futter habe. Da ich selbst entscheiden will, was in meine Tiere kommt, stelle ich das Futter auch selbst zusammen und füttere diese mit rohem Fleisch. Wer dies von mir erlernen möchte, kann gern an meinem Vortrag “BARFEN für Katzen” teilnehmen. Anmeldung hier .

Ich verstehe aber auch, dass BARFen nicht für jeden zeitlich möglich ist oder auch der Ekel von rohem Fleisch, rohen Innereien oder gar Blut sehr groß ist. Und wenn ich vergesse Futter aufzutauen, greife ich auch zu einem “Notfutter”.

Ich erkläre euch hier einfach mal, worauf es MIR bei Katzenfutter ankommt

1. Deklaration:

Beim Fertigfutter unterscheidet man zwischen geschlossener, halb-offener und offener Deklaration. Hier ein paar Beispiele

Geschlossene Deklaration: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (38%, davon 94% natürlich*, u.a. 4% Huhn), Getreide, Mineralstoffe (0.5%), Öle und Fette (u.a. 0.1% Sonnenblumenöl), Zucker. Whiskas Geflügelauswahl 1+

  • 38 % Fleischanteil ist für eine Katze viel zu wenig
  • 94 % von diesen 38 % sind natürliches Fleisch…
  • und von diesen 38 % Fleisch und tierischen Nebenerzeugnissen, sind 4 % Huhn – und schon darf sich diese Sorte laut EU-Richtlinien “Geflügel”nennen
  • der Rest an tierischen Anteil kann alles mögliche sein und von allen möglichen zum Verzehr geeigneten Tieren kommen
  • Getreide kann auch alles von Weizen, Hafer, Mais, etc und deren Abfallprodukte sein

Halboffene Deklaration: Hühnerfleisch, -herz, -leber, -muskelmagen (70 %); Fleischbrühe vom Huhn (29,3 %); Mineralstoffe (0,5 %); Lachsöl (0,2 %) Leonardo Finest Selection “Huhn pur” 

  • Hier sieht der Verbraucher, dass 70 % vom Futter aus Hühnerfleisch, -herz, -leber, -muskelmagen bestehen
  • Rechnet man alle Bestandteile mit 70 %, 29,3 %, 0,5 % und 0,2 % zusammen – sieht man 100 % Bestandteile
  • Unklar ist noch der Anteil an Fleisch, Herz, Leber, Magen

Offene Deklaration: Hühnerfleisch 95% in Lebensmittelqualität (davon 60% Hünchenmuskelfleisch, 17,5% Hühnerherz, 17,5% Hühnerleber, 5% Hühnermägen), Karotte 1,6%, Zucchini 1,6%, Gurke 1,6%, Kalzium in Form von gemahlenen Eierschalen, Meersalz, Zusatzstoff Taurin 1.000mg/kg Lucky Kitty Premium Katzenfutter Huhn

  • Offene Deklaration ist äußerst selten
    • Erklärung der Hersteller: Rezeptur soll geheimgehalten werden
  • Hier sieht man als Verbraucher 99,8 % der Inhaltsangaben, weiß wie viel von welchem Teil vom Huhn enthalten ist, wieviel von welchem Gemüse verarbeitet wurde

MEIN FAZIT: Je genauer die Deklaration, desto weniger hat der Hersteller zu Verstecken

2. Inhalt

Abgesehen davon, dass ich darauf achte, dass zum Fleisch genügend angaben gemacht sind, dass nicht zu viel Innereien und am liebsten kein billiges und schwer verdauliches Bindegewebe (wie Lunge, Euter, Pansen) im Katzenfutter sind, ist es mir wichtig, welche anderen Zutaten enthalten sind.

Obst – hat in der Katze nichts zu suchen. Das braucht die Katze nicht, sie kann damit nichts anfangen und klingt im Endeffekt nur für den Menschen appetitlicher (Fleischmenü mit Aprikose).

Hoher Gemüseanteil: Katzen sind Fleischfresser und benötigen aller-allerhöchstens 10 % Gemüse. Persönlich gehe ich niemals über einen Anteil von 5 % Gemüse und auch nur dann, wenn es sich um Karotten, Kürbis oder Zucchini handelt. Diese dienen der Katze als Ballaststoffe für eine bessere Verdauung. Rote Beete, Tomaten, Paprika, etc haben in der Katze nichts zu suchen.

Kohlehydrate: Getreide, Kartoffeln, Erbsen, Bohnen, Soja, Quinoa, Amaranth, Reis, Nudeln, uvm – das sind alles Kohlehydrate, die die Katze nicht so verwertet, wie es ein Mensch oder ein Hund tut. Kohlehydrate werden von Katzen in Glukose umgewandelt, welche zur Energiegewinnung herangezogen werden. Katzen stellen Glukose jedoch vorrangig aus tierischen Bestandteilen her, was bedeutet hier wird mehr Glukose hergestellt als benötigt wird, was schnell zu Übergewicht und den Folgekrankheiten führen kann.

Pflanzliche Öle: Das klingt auch immer sehr gesund: Sonnenblumenöl, Diestelöl, Leinöl. Diese sehe ich sehr oft im Katzenfutter. Problem: Diese Öle sind Omega-3-Öle und sollen dem Menschen und dem Hund dienen diese in die wichtige Arachidonsäure umzuwandeln. Katzen fehlt jedoch das Enzym um pflanzliche Öle zu verwerten und es schwirrt wieder ein – für die Katze – wertloser Bestandteil im Körper, der dann auch noch über die Leber abgebaut werden muss, was diese aber nur ganz langsam hinbekommt und auf Dauer in größeren Mengen schädlich sein kann. Die Menge an pflanzlichen Ölen ist zwar meist gering, aber ich bin – wie bereits gesagt – sehr pingelig. Warum etwas in die Katze reinstopfen, mit dem sie eh nichts anfangen kann?

Fleisch: Für mich ist wichtig, dass der Muskelfleischanteil den größten Teil der tierischen Bestandteile ausmacht, denn so ist es bei der Maus schließlich auch. Herz ist ebenso wichtig, da es einen hohen Taurinanteil hat. Leber, Niere, Milz und Lunge sollten einen kleinen Anteil ausmachen. Die Leber an sich ist sehr wichtig, da sie die Hauptquelle an Vitamin A ist. Denke ich an die Rohfütterung reichen aber oft wenige Gramm täglich, um den Bedarf der Katze zu decken. Fakt ist aber, dass Katzen die lebenswichtigen Aminosäuren ausschließlich aus tierischen Eiweisen synthetisieren können.

UND Machen wir uns nix vor: Es sei denn wir kaufen das Fleisch vom lokalen Bauern – jedes Fertigfutter enthält Fleisch aus der Massentierhalten und die Kühe haben eher selten glücklich auf der Weide gegrast. Ich habe bisher von einem Futtermittelhersteller die Behauptung gehört, es werden nur Weidetiere im Futter verwendet. Da diese Behauptung auf deren Website jedoch nicht niedergeschrieben ist, werde ich auch den Hersteller nicht nennen.

Taurin: Taurin ist eine essentielle Aminosäure, die Katzen dummerweise nicht selbst synthetisieren können. Damit sind sie wohl auch das einzige Säugetier… Der Bedarf an Taurin liegt bei 50 mg pro Kilo. Eine 4 kg Katze benötigt also mindestens 200 mg Taurin täglich. Taurin ist extrem hitzeempfindlich. Und nun schau mal auf dein Katzenfutter. Wenn Taurin enthalte ist, steht dort die Angabe, wieviel Taurin in 1 kg Katzenfutter enthalten ist (vor der Verarbeitung). z.B. 400 mg/kg. Wie ist deine Einschätzung?

3. Fütterungsempfehlung

Ein weiteres Indiz, ob ein Futter hochwertig ist oder nicht, ist die Fütterungsempfehlung. Meine Beispiele beziehen sich nun alle auf eine Katze mit 4 kg Gewicht.

  • Eine 4-kg-Katze, die gebarft wird, bekommt am Tag etwa 100 – 120 g BARF. Davon kann sie das meiste verwerten und dementsprechend klein sind auch die Häufchen.
  • Die Fütterungsempfehlung vom oben genannten Whiskas Gelügelauswahl 1+ liegt bei 3 Portionsbeuteln (je 100 g), also 300 g pro Tag. Von diesen 300 g sind 38 % tierischer Anteil (also 114 g).
  • Leonardo empfiehlt 2 – 3 Portionsbeutel (je 85 g) für die 4-kg-Katze, wobei ich hier zu 2 Beuteln für ruhigere Wohnungskatzen tendiere und zu 3 Beuteln bei aktiven Freigängern. Wir liegen also bei 190 g – 255 g.
  • Lucky Kitty empfiehlt “4 % des Körpergewichtes”, was in unserem Fall 160 g sind.

Schaut doch mal auf euer Futter und die Fütterungsempfehlung. In der Regel hat das Futter mit einer höheren empfohlenen Menge einen größeren Kohlehydrat oder Bindegewebeanteil und ihr kauft im Endeffekt mehr Futter ein. Und wenn wir einmal ganz ehrlich sind, dann spielt der Preis vom Futter doch oft auch eine Rolle.

4. Trocken vs Nass

Diese Diskussion hatte ich neulich wieder in einer Facebook-Gruppe gesehen und mich doch verleiten lassen mitzumischen. Ich sollte das wirklich lassen…

Meine Antwort ist: Füttere, was du für richtig hältst. Füttere was du willst. Aber! Sei dir der möglichen Konsequenzen bewusst.

Trockenfutter hat einen Feuchtigkeitsgehalt von unter 14 %. Dieser muss nicht einmal auf der Packung ausgewiesen werden. Es ist inzwischen den meisten Katzenbesitzern bekannt, dass unsere Hauskatze von der afrikanischen Falbkatze abstammt. Diese lebt in der Wüste und bekommt die meiste Feuchtigkeit über ihre Beutetiere. Unsere Stubentiger haben im Laufe der letzten 70 – 80 Jahre leider nicht gelernt, dass sie ganz viel trinken müssen, wenn sie Trockenfutter fressen. Tun sie dies nicht, entzieht das Futter dem Körper Wasser, denn das Futter wird in der Regel quellen – egal wie. Probiere es doch einfach mal aus. Lege einen Krümel Trockenfutter in ein Glas Wasser und schau es dir an. Wie oft habe ich als Katzensitterin bereits erbrochenes Trockenfutter aufwischen dürfen, weil die Katze zu viel gefressen hat, es aufgequollen ist und nirgendwo sonst hin konnte, als vorn wieder hinaus.

Es gibt so ziemlich kein Trockenfutter, welches keine Kohlehydrate enthält. Warum? Damit die restlichen Zutaten (Tiermehl, Rübenschnitzel, Cellulose, usw) zusammenhalten, sonst würde alles zerfallen. Und… es ist natürlich billig.

Beachtet bitte auch die Fütterungsempfehlung von Trockenfutter, denn die ist bei weitem geringer, als im Feuchtfutter. Nehmen wir wieder Whiskas. Empfehlung für unsere 4-kg-Katze beim Nassfutter: 300 g am Tag. Und das Trockenfutter? Ganze 55 g. Du müsstest also das Futter täglich auf 55 g abwiegen, um zu verhindern, dass deine Katze übergewichtig wird und/oder einen Überschuss an Nährstoffen zu sich nimmt.

Übrigens – Fun Fakt – Trockenfutter wurde erst um die Zeit des 2. Weltkrieges in den USA erfunden. Und Katzenfutter gibt es erst seit den 60er/70er Jahren.

Ich habe vor einer Weile einen Teil der Website www.catinfo.org übersetzt. Dort gibt es noch einige Infos mehr über die Grundlagen der Katzenernährung und Trockenfutterfütterung.

5. Was würde ich denn nun empfehlen?

Viel geschwafelt, nix gesagt. Ich persönlich mache eine Entscheidung aus:

  • Womit fühle ich mich mit meinem Wissen als Tierbesitzer wohl.
  • Womit fühle ich mich mit meinem Wissen als Ernährungsberater wohl.
  • Was wird (gern) gefressen.
  • Was kann ich mir leisten.
  • Und daraus schlussfolgernd, was ist das kleinere Übel?

Das bedeutet für mich, dass ich zur Not ab und an einige Sorten von Leonardo Finest Selection füttere (ausgenommen der Sorten mit Käse, Cranberries, Banane), Mac’s (ohne Obst, Kräuter), MjamMjam und – wenn es in Ausnahmefällen doch mal ein paar Krümel Trockenfutter gibt – die Sorte “Beute Nah” von Markus Mühle.

 

Das bedeutet nun jedoch nicht, dass diese Sorten die Besten da draußen sind und ich alle anderen schlecht finde. Ich sage nur, dass diese für MICH im Moment die akzeptablen Sorten sind. Wenn ihr mich in ein paar Monaten fragt, habe ich vielleicht ein anderes Futter gefunden, welches ich als besser geeignet empfinde. Schickt mir gern eure Empfehlungen 😉

Auch sind das noch lange nicht alle Faktoren, auf die man beim Fertigfutter achten sollte. Aber das wird ein anderer Blog-Beitrag 😉

Wer mehr über Fertigfutter erfahren möchte, darf gern zu meinem Seminar am 9.2.2019 kommen.

Eure Nicole

Ergänzungsfuttermittel für Katzen

Hallo ihr Lieben,

ich beobachte in letzter Zeit, dass viele meiner Kunden Ergänzungsfuttermittel für Katzen kaufen und einige Katzen auch ausschließlich dieses Futter bekommen und an nix anderes mehr ran gehen.

Dieses Futter ist oft nicht günstig und sieht auch sehr lecker aus, weil man die Bestandteile sogar erkennen kann. Oft ist es Hühnchen oder Thunfisch in klarem Gelee mit Shrimps oder Leber oder Krebsfleisch der sonstigem gemischt. Dieses Futter ist oft in kleinen Dosen oder Päckchen und sieht auf dem 1. Blick wie ein Alleinfuttermittel aus. Die Besitzer wollen also schon das Beste für das Tier.

Der Punkt ist jedoch, dass es sich dabei um Ergänzungsfutter handelt. Das bedeutet im Klartext – es ist nicht zur dauerhaften und alleinigen Fütterung der Katze geeignet, weil sehr viele wichtige Nährstoffe fehlen, die nicht oder nur sehr gering im abgekochten und sehr mageren Muskelfleisch vorhanden sind. Allem voran Calcium, was hauptsächlich in Knochen vorhanden ist, und wichtige Vitamine, wie A und E. Allen voran fehlt auf die Zufuhr vom Taurin und Fett. Und das sind nur ein paar wenige Beispiele. Wenn der Katze die wichtigen Nährwerte fehlen, kann es auf Dauer zu Erkrankungen kommen.

Fehlt z.B. auf Dauer Calcium, kann es zu spröden Knochen und Zähnen kommen. Ist dauerhaft zu wenig Eisen in der Fütterung, kann es zu Haut-/Fellproblemen, Herzrythmsstörungen oder Blutmangel kommen. Und bei einer zu geringen Zufuhr von Jod, kann es zu Schilddrüsenerkrankungen kommen. Generell enthalten viele Ergänzungsfuttermittel wenig Fett und selten wichtige Fettsäuren (Omega 3/6), so dass man auf Dauer Haut- und Fellprobleme, Energiemangel, uvm. feststellen kann.

Der Zeitraum “dauerhaft” bedeutet in der Regel über mehrere Monate und Probleme zeichnen sich bei jeder Katze unterschiedlich ab.

Deshalb bitte ich euch, dass ihr beim Futterkauf unbedingt darauf achtet, dass auf dem Futter “Alleinfuttermittel” vermerkt ist. Denn nur wenn es als solches deklariert ist, sollte es im Idealfall auch alle Bedarfswerte eurer Miez abdecken. Ob das am Ende so ist, sei dahin gestellt.

Einige Beispiele für Ergänzungsfuttermittel:

  • Sheba Feine Filets
  • Miamor Feine Filets
  • Premiere Fine Filets
  • Schesir
  • Almo Nature HFC
  • Gourmet Crystal Soup
  • Animonda vom Feinsten

Ihr könnt sehen, dass ein großes Merkmal die “Filets” sind. Ein weiteres Merkmal sind die Schlagwörter “Im Eigenen Saft” oder “Soup”.

Es ist kein Problem der Katze ab und an solches Futter zu geben und sollte so gefüttert werden, wie etwa eine Vitaminpaste, Malzpaste, Katzenmilch oder andere Snacks. Alle sind Ergängungsfuttermittel und sind in Maßen ab und an in Ordnung, aber nicht als Ersatz für die Hauptmahlzeit zu sehen.

Wer mehr wissen möchte oder wer sich nicht sicher ist, ob sein Futter ein Alleinfuttermittel ist kann mich gern kontaktieren.

Eure Nicole