CNI bei Katzen

Hallo ihr Lieben,

Am 8. März war Weltfrauentag. Aber nicht nur das. Der 8. März 2018 war weiterhin der Weltnierentag.

Und die Niere ist gerade bei Katzen ein wichtiges und auch trauriges Thema. Viele von euch haben sicher schon einmal von der Chronischen Nierenerkrankung (CNE), bzw der Chronischen Niereninsuffizienz (CNI) gehört.

Einfach beschrieben bedeutet das, dass die Nieren der Katze (oder des Hundes) nicht mehr voll funktionstüchtig sind. Diese Krankheit ist fortschreitend, das heißt, die Niere verliert immer mehr an Funktionalität und schließlich führt die Krankheit zum Tod.

Traurige Statistiken:

Wusstet ihr, dass 30% aller Katzen über 10 Jahren an CNE bzw. CNI leiden? Bei Katzen über 15 Jahren steigt diese Statistik sogar bis zu über 50%. Sofern ihr also eine ältere Katze habt, besteht die Chance 1:3, dass diese CNI entwickeln kann.

Was macht die Niere?

  • Den Wasserhaushalt in Balance halten
  • Den Salzhaushalt/Elektrolythaushalt zu regeln
  • Entgiften
  • Die Säure im Körper in Balance zu halten
  • Den Blutdruck in Griff zu halten
  • Hormonproduktion

Quelle: https://icatcare.org/advice/cat-health/chronic-kidney-disease-cats

 

Was passiert nun bei der CNI/CNE?

Die Nieren der Katze funktionieren nur zum Teil, was bedeutet, dass Gifte im Körper bleiben, die da nicht hingehören und im Endeffekt die Katze langsam vergiften.

Eine Niere besteht aus tausenden kleiner Nephronen, die mit dem alter langsam absterben. Die anderen Nephronen übernehmen dann die Aufgabe der verstorbenen Nephronen (deshalb kann der Mensch eine Niere abgeben). Diese Leistung kann jedoch nur bis zu einem gewissen Grad erfolgreich übernommen werden, bis der Körper dies nicht mehr schafft.

 

Wie erkenne ich CNI?

Die CNI wird in 4 Stadien eingestuft, wobei es schwierig ist die Krankheit im Stadium 1 festzustellen, da es nur sehr wenige Symptome bei der Katze zu sehen gibt. Es ist jedoch nicht unmöglich – der Tierarzt benötigt nur eine Urinprobe und eine Blutprobe. Um CNI also frühzeitig zu erkennen müsstet ihr vor allem mit eurer älteren Katze einmal (oder zweimal) jährlich zur tierärztlichen Untersuchung.

Ab Stadium 2 hat die Niere weniger als 33 % Funktionalität übrig und die Katze zeigt Anzeichen der Erkrankung: Gewichtsverlust, Häufiges Trinken und Pieschern, Appetitlosigkeit, Fellveränderung (stumpf/fettig).

Im Stadium 3 sind unter 25 % der Nieren funktionsfähig und im Stadium 4 weniger als 10%.

Im letzten Stadium zeigt die Katze dann Symptome wie Erbrechen und Übelkeit, Appetitlosigkeit, Abmagerung. Oft überleben die Katzen nach der Diagnose nur noch ein paar Wochen.

Je früher die Katze diagnostiziert wird, desto besser sind die Chancen ihre Lebensfähigkeit zu verlängern. Katzen können durchaus mehrere Jahre mit CNI leben.

Neben der CNI kann die Katze jedoch aufgrund der Nierenfunktionsstörung auch Krankheiten der Leber, Schilddrüse oder Bluthochdruck entwickeln. Deshalb ist es wichtig regelmäßig zum Tierarzt zu gehen.

 

Ursachen von CNI/CNE

Wie so oft, sind Krankheiten in der Tiermedizin oft nicht genug erforscht, deshalb gibt es hier wenig Informationen. Mögliche Ursachen sind: Tumore, Infektionen, Vergiftungen, Entzündungen im Körper.

Ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass es wichtig ist, dass Flüssigkeit unglaublich wichtig für die Funktion der Nieren ist. Die Flüssigkeit durchspült die Niere sozusagen.

Trinkfaul

Katzen sind leider von Natur aus trinkfaul, da sie von der Falbkatze aus der Wüste stammen. Unsere Hauskatzen waren leider nicht so schlau und haben sich nicht evolviert und müssen somit ihre Flüssigkeit über die Nahrung aufnehmen. Und deshalb ist es – in meinen Augen – nicht richtig eine Katze ausschließlich von Trockenfutter zu ernähren. Warum? Trockenfutter darf erst als solches deklariert werden, wenn es unter 14% Feuchtigkeit enthält – das muss aber auf der Packung nicht deklariert werden. Nassfutter enthält in der Regel über 75 % Feuchtigkeit – das muss deklariert werden.

Die Rechnung:

Schauen wir uns einmal Whiskas an (ohne Kommentar ob es gut ist oder nicht).

Beim Nassfutter Ragout Geflügelauswahl werden bei einer 4kg Katze grob 300g Futter empfohlen (ich merke an, das nur 22% davon Fleisch sind). Mit einem Flüssigkeitsanteil von 83% sind hier 234g Flüssigkeit im Futter enthalten. Das ist gut und ihr werdet eure Katze selten am Trinknapf sehen, es wäre jedoch normal, wenn die Katze noch ein paar ml Wasser am Tag trinkt. Also sagen wir, dass 260g Feuchtigkeit ideal für die 4kg Katze wäre.

Das Trockenfutter mit Huhn enthält vermutlich nicht mehr als 8% Feuchtigkeit (es muss ja laut Gesetz nicht deklariert werden) – ich gehe aber mal positiv von 12% aus. Für eine 4kg Katze werden von Whiskas 55g Trockenfutter täglich empfohlen. 55g!!!!! Der Feuchtigkeitsgehalt liegt somit bei maximal 6,6g. Um also wieder auf den gleichen Anteil an Feuchtigkeit zu kommen, wie im Nassfutter enthalten ist, müsste die Katze mehr als 227,4 ml Wasser am Tag trinken. Das ist eine ganze Kaffeetasse. Trinkt die Katze dies nicht, entzieht das Trockenfutter dem Körper Feuchtigkeit.

Und nun stellt euch die ehrliche Frage, ob das eure Katze wirklich macht. Hinzu kommt auch, dass wenn eure Katze mehr frisst, sie natürlich auch mehr trinken muss.

Ihr sagt eure Katze trinkt auch mit reiner TroFu Ernährung genug?

Dann schaut euch bitte das Pipi an. 3 – 4 x Pipi am Tag sind perfekt. Trinkt die Katze weniger, kommt auch weniger raus, mehr Gifte bleiben im Körper und Krankheiten können entstehen.

Kurzum: Es ist meine Meinung, dass Trockenfutter einen großen Teil zu Erkrankungen wie CNI aber auch Diabetes, Harnsteine, Schilddrüsenkrankheiten, beiträgt.

Meine Tipps:
  • Solltet ihr bei eurer Katze ein vermehrtes Trinkverhalten feststellen – vor allem auch, wenn sie Nassfutter bekommen – geht auf jeden Fall zum Tierarzt und lasst die Miez untersuchen.
  • Gebt der Katze immer etwas Wasser ins Futter (auch bei Nassfutter).
  • Füttert hochwertiges Nassfutter: genaue Deklaration der Inhaltsstoffe, hoher Anteil Muskelfleisch, wenig Bindegewebe, KEIN Getreide oder Zucker (Achtung bei allem mit -ose), keine Pflanzlichen Öle und Zusatzstoffe.
  • Lasst bei eurer älteren Katze (10+) bitte jährlich ein Blutbild sowie einen Urintest machen, um Krankheiten frühzeitig festzustellen.

 

Meine Erfahrung

Ich habe in den vergangenen 2 Jahren mehrere Katzen mit CNI betreut und alle bekamen tierärztliches Spezialfutter. Dieses ist Phosphorarm, ansonsten Qualitativ unter aller Sau (entschuldigt den Ausdruck), da es voller Getreide, Tiermehl und Zusatzstoffe ist, die mit der natürlichen Ernährung der Katze nichts mehr zu tun haben. Zudem gibt es Tierärzte, die dem Halter sagen, sie mögen ausschließlich Trockenfutter füttern – was komplett kontraproduktiv ist, da dem Körper ja schon wieder Flüssigkeit entzogen wird.

Deshalb bitte ich euch um eines. Sollte bei eurer Katze CNI festgestellt werden, kauft hochwertiges Nassfutter und gebt der Katze einen sogenannten Phosphatbinder. Futter mit hohem Phosphatanteil kann die CNE verschlimmern, weshalb es ratsam ist, dass das Futter einen niedrigen Phosphatanteil hat und zudem ein Phosphatbinder untergemischt wird, so dass das Phosphat vom Körper nicht aufgenommen, sondern einfach nur ausgeschieden wird.

 

Tiff

Ich habe im Jahr 2016 die Katzen-Omi Tiff betreut. Innerhalb von 6 Monaten habe ich insgesamt bestimmt 2 Monate mit ihr verbringen dürfen und die süße Maus war eine reine Freude. Ich weiß noch wie heute, wie erschrocken ich war, als ich Tiff am 21.11.2016 sah und nur noch weinen musste. Innerhalb weniger Wochen hatte sich ihr Gesundheitszustand stark verschlechtert. Papa hatte mir schon mitgeteilt, dass sie schlecht frisst. Ich habe Tiff dann zweimal täglich besucht um festzustellen, dass sie kaum noch fraß, sich wenig bewegte und wenig trank. Täglich bin ich mit Tränen in den Augen nach Hause gefahren und wusste nicht, ob ich Tiff am nächsten Tag noch lebend wiedersehen würde. Weder mochte sie das Nierenfutter, noch normales Futter. Ich habe ihr schließlich nach 5 Tagen wenig Nahrung – nach Rücksprache mit Papa – etwas Hühnchen mitgebracht, welches sie verschlang.  Leider hat sie sich jedoch sofort danach übergeben und ich habe Tiff geschnappt und wir sind zum Arzt nach Harburg gefahren. Der meinte jedoch nur, sie leide an Übelkeit, gab ihr eine Infusion und eine Spritze und 65 EUR später waren wir auf dem Weg nach Hause. Tiff hat dann über Nacht noch ein wenig gefressen und schließlich kam Papa am Sonntag wieder. Ich habe ihn gebeten nochmal einen Bluttest machen zu lassen und am Montag darauf stand fest, Tiff hatte komplettes Organversagen, ihre Nierenwerte waren viel zu hoch und sie musste schließlich am 30.11.2016 erlöst werden. Sie hat gewartet, bis Papa wieder zu Hause war und ich bin heilfroh darüber…

Meine Bitte:

Passt auf eure Miezen auf. Wie schon gesagt, denke ich – und viele andere Katzenkenner, die bei weitem mehr Wissen haben, als ich – dass eine Trockenfutterdiät eine Ursache für Nierenkrankheiten (und Diabetes) bei Katzen sind. Ich gebe zu, dass ich genauso schuldig bin und meinen Miezen in seltenen Fällen Trockenfutter mit viel Wasser gebe (wenn ich z.B. vergessen habe BARF aufzutauen). Eure Katzen sind eure Verantwortung und ihr könnt ihnen Füttern was ihr möchtet. Natürlich können Katzen mit minderwertigem Futter alt werden. Es ist jedoch auffällig, dass ich immer mehr Kunden bekomme, die Katzen mit CNI, Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion, Herzprobleme, Harnsteinen, etc habe – und all diese Krankheiten kann man mit einer gesunden Ernährung verbessern, wenn nicht sogar heilen.

Und sollte CNI festgestellt worden sein, füttert bitte kein Spezialfutter. Hier mal eine kurze Aufstellung der Inhaltsstoffe von einem bekannte Nierenspezialfutter:

  • Trockenfutter: Maisfuttermehl, Reis, Tierfett, Weizenklvberfutter*, Sojaproteinisolat*, Lignozellulose, Mais, Maiskleberfutter, tierisches Protein (hydrolysiert), Mineralstoffe, Zichorienfaser, Geflügelprotein (getrocknet), Fischöl, Sojaöl, Fructo-Oligosaccharide, Psyllium (Hüllschichten und Samen), Tagetesblütenmehl (Quelle für Lutein)
    • Kurzum – in diesem Futter ist nicht 1g Fleisch enthalten!!
  • Nassfutter: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (Huhn, Schwein, 4% Rind), Getreide, Öle und Fette, Mineralstoffe, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Zucker
    • keine Angaben, wieviel Fleisch und welche Teile der Tiere, Getreide und Zucker…

Füttert, was ihr möchtet. Doch ist es nur fair, wenn ihr über die Konsequenzen informiert seid.

 

Danke für’s lesen 🙂

Eure Nicole

 

Websitentipps zum Nachforschen:

Der Kurs “Katzen Barfen”

Hallo,

das Thema BARF (Biologisch Artgerechte RohFütterung), speziell Katzen Barfen, beschäftigt mich nun seit über einem Jahr. Hätte man mich früher dazu befragt, hätte ich einen Vogel gezeigt und gesagt “Du spinnst”. Ich habe meiner Katze weiterhin fleißig alles vom Drogerie-Futter bis hin zu den Markenprodukten von Purina  & Co. gegeben.

Das hat sich geändert, als ich ein Praktikum bei einer Bekannten meiner Mutter gemacht habe. Diese besitzt eine große Tierpension in Schleswig-Holstein und hat mehrere Hunde und Katzen, welche alle gebarft werden.

Und wenn man nun einmal genauer darüber nachdenkt, was im Standard-Hundefutter und -Katzenfutter (Nass und Trocken) enthalten ist, sieht man oft drei Bestandteile, die mich stuzig machen:

  1. Fleisch und Fleischnebenerzeugnisse / tierische Nebenerzeugnisse
  2. Getreide (auch manchmal Weizeneiweiß genannt)
  3. Zucker

Gerade bei Zucker frage ich mich – Was um alles in der Welt hat das im Tierfutter zu suchen? Es ist ja nun auch bekannt, dass Diabetes nicht nur zur “Volkskrankheit” unter Menschen geworden ist. Genauso Getreide. Gerade Katzen sind reine Carnivoren, also Fleischfresser, und können Getreide gar nicht verwerten. Fleisch und Fleischnebenerzeugnisse klingt nun noch ganz gut. Tierische Nebenerzeugnisse hingegen… Was außerdem interessant ist: Schaut einmal auf das Katzenfutter, welches ihr euren Fellpopos füttert. Nehmen wir einmal die Sorte Huhn. Ich sehe sehr oft in der Zusammensetzung vom Katzenfutter: Fleisch- und Tierische Nebenerzeugnisse (4 % Huhn). Das bedeutet, 4 % vom Tierischen Anteil in dem Futter stammt vom Huhn. Die restlichen 96 % vom Tierischen Anteil können demnach sonst woher kommen, inklusive Fell, Krallen, Augen und andere (für den Menschen) sehr unappetitliche Teile. Und das kann durchaus auch bedeuten, dass (männliche) Eintagsküken in diesem Katzen- und Hundefutter vermischt sind.

Das sind nun nur 3 der Bestandteile im Tierfutter. Hinzukommen teilweise Farbstoffe, Proteine, etc (Hier findet man eine gute Erklärung zum Katzenfutter).

Jedenfalls hat mich das genauere Betrachten der Inhaltsstoffe zum Nachdenken gebracht und da Murphy bereits von der Pflegestelle gebarft wurde, beschloss ich das ganze weiterzuführen und auch die Katzen – zumindest teilweise – umzustellen. Murphy bekommt zu 95 % Rohfutter (oder sehr hochwertiges Nass-/Trockenfutter), die Katzen sind nun zu 50 % umgestellt (wobei Hermine außschließlich rohes Huhn oder Rinderhack frist).

Was unterscheidet hochwertiges Futter vom minderwertigen Futter? Für mich ist es wichtig, dass das Futter Getreidefrei und Zuckerfrei ist und die Fleischanteile aufgelistet sind (z.B. Hüherherz, Hühnermagen, Kaninchenleber, usw). Auch wenn diese Futtersorten teurer sind, so benötigen die Katzen weniger Futter. Ich habe Kunden, die geben ihrer 5kg Katze 400g Futter am Tag. Eine 400g Dose hochwertiges Futter von z.B. Mac’s reicht bei 2 Katzen jedoch für 1 1/2 Tage (je 3 x Füttern).

Wie ich bereits Anfang des Jahres angekündigt hatte, möchte ich mich mit dem Thema “Katzen Barfen” intensiver beschäftigen und werde ab Mai 2017 einen Online Lehrgang zu diesem Thema bei Katzvard belegen. Mein Wissen gebe ich dann in Zukunft natürlich sehr gern weiter.