Natürliche Hilfe gegen Zecken, Flöhe, Würmer und Ohrmilben

Hallo ihr Lieben,

da die Zeckensaison schon wieder begonnen hat und sich einige Tierärzte schön die Hände reiben, um Bravecto, Nexgard und ähnliches zu verkaufen, möchte ich euch heute ein paar natürlichen Mittel verraten.

Ihr wisst, ich bin kein Freund von Chemie und versuche diese soweit es geht zu vermeiden. Vor allem, wenn es um die Gesundheit meiner Katzen und meines Hundes geht.  Deshalb bin ich immer wieder auf der Suche nach Informationen zu natürlichen Lösungen und möchte diese auch gern mit euch teilen.

So auch, wenn es um Parasiten, wie Zecken, Flöhe und Würmer geht. In den letzten Monaten habe ich bei verschiedenen Tierheilpratikern einige Weiterbildungen gemacht, die sich mit diesem Thema beschäftigt haben. Ich gebe euch hier eine kurze Auflistung an Hausmitteln, welche ihr ganz einfach in der Drogerie oder im Bioladen kaufen könnt oder auch im Netz bestellen könnt.


Chemische Parasitenbekämpfung

Es ist ganz einfach. Ihr geht zum Tierarzt, informiert ihn, dass ihr etwas gegen Zecken und Flöhe haben möchtet. Er gibt euch einen kleinen Keks oder ein Spot-On, der dann – je nach Sorte – 1 bis 3 Monate hält. Nochmal: Ihr gebt eurem Hund oder eine Katze eine Keks, der das Tier für mindestens 3 Monate vor Zecken und Flöhen schützt.

Nehmen wir Bravecto ® – das soll für mindestens 3 Monate vor Parasiten schützen. Der Wirkstoff darin nennt sich Fluralaner und ist ein synthetisches Insektizit, was für Hund, Katze und Huhn zugelassen ist.

Der Effekt ist dann, dass die Zecke abstirbt, wenn sie das Blut eures Haustieres trinkt. Sie hat dann aber trotzdem zugebissen und sitzt ggf. noch am Tier dran.

Nexgard ® soll für etwa 1 Monat halten und der Wirkstoff Afoxolaner wirkt genauso wie Fluralaner, indem der Floh oder die Zecke nach dem Blutsaugen absterben. Hier muss man dazu sagen, dass die Zecke erst 12 – 24 Stunden nach dem saugen abstirbt. Mag man von Zecken halten was man will… aber diese wird sich dabei mit Sicherheit quälen.

In den vergangenen Jahren sind jedoch immer wieder Fälle aufgetreten, bei denen Hunde epileptische Anfälle oder neurologische Probleme nach der Gabe von Bravecto, Nexgard oder anderen bekommen haben, so dass die FDA (Medikamenten-Zulassungsstelle der USA) im Vergangenen Jahr eine Regel bekannt gegen hat, dass diese Nebenwirkungen ab jetzt auch im Beipackzettel von eben diesen Medikamenten genannt werden müssen. Der Tierarzt sollte darüber auch aufklären. Weitere Nebenwirkungen dieser Produkte sind Erbrechen, Durchfall, Juckreiz, Lethargie und Appetitlosigkeit.

In den Anfangszeiten habe ich meinem Hund diese Dinge auch verabreicht… weil ich es nicht besser wusste. Aber seit 2 Jahren ist auch das vorbei.

Was gibt es noch? Die üblichen Spot-Ons von Advantage oder Frontline oder die günstigeren Varianten aus dem Zoofachgeschäften. Chemische Halsbänder gibt es ebenfalls, wobei diese bei Katzen ziemlich blöd sind, da eine große Verletzungsgefahr besteht. Und ihr müsste immer eure Hände waschen, nachdem ihr euer Tier gestreichelt habt, weil ihr das Mittel ggf. an den Händen habt (es mufft auch extrem…). Auch gibt es Halstücher, die für 3 Monate getragen werden können UND mehrmals gewaschen werden können, ohne die Wirkung zu verlieren…


Natürliche Parasitenbekämpfung:

Zecken:

Diese lästigen Spinnentiere sind unglaublich widerstandsfähig und können bis zu 10 Jahre hungern, überstehen eisige Kälte und riesige Hitze und können gefährliche Krankheiten übertragen.

HUND

Hunde erkranken seltener an Borreliose, FSME oder andere von Zecken übertragenen Krankheiten. Ihr solltet jedoch immer auf Grippe-ähnliche Symptome achten und dann sofort zum Tierarzt gehen und auf einen Bluttest bestehen.

Was hilft auf natürliche Weise?

  • Knoblauch: 1 Zehe etwa alle 2 – 3 Tage – der Hund (und der Mensch) riecht dann für die Zecke unangenehm, ABER nur den Frischen Knoblauch geben, da das Pulver und Tabletten leicht überdosiert werden kann, was wiederum schädlich ist. Für Katzen absolut ungeeignet.
  • Kokosöl (nativ, Bio-ab etwa 8 EUR) – die Laurinsäure wirkt Zeckenwidrig – täglich / alle 2 Tage ins Fell von Hund und Katze
  • Bierhefe: täglich in Maßen unter das Futter mischen (etwa 1 gestrichener Teelöffel) – warum es hilft ist noch nicht erwiesen, aber durch die B-Vitamine und Hefen verändert sich wohl der Geruch vom Tier; gibt es in jeder Drogerie zu kaufen und ich auch für Katzen geeignet. Sollte aufgrund des Phosphorgehaltes bei Nierenschwäche jedoch nicht verabreicht werden.
  • Schwarzkümmelöl: sollte nur in Maßen dem Futter untergemischt werden und nicht dauerhaft, da dies Leberschädigend sein kann. Für Katzen absolut ungeeignet.
  • Cistrose/Cistus: 1 Kapsel täglich erwies sich in einer kleinen Studie als Zeckenwidrig (2 Zecken im Vergleich zu über 100 Zecken bei unbehandelten Hunden), die Wirkung tritt nach 5 Tagen ein, wird allerdings nicht als Dauermittel empfohlen, da sich der Körper daran gewöhnen kann. Für Katzen ungeeignet.
  • Bernsteinhalsband: hier muss das Halskettchen aus natürlichem Bernstein bestehen, die Kette muss dauerhaft getragen werden und wirkt nach etwa 2 Wochen. Der Hund darf nicht mit Metallkämmen gepflegt werden, da die Wirkung des Kettchens mit hoher Wahrscheinlichkeit damit zu tun hat, dass sich das Fell auflädt. Hilft nicht bei jedem Hund, aber persönliche Erfahrung hat gezeigt, dass sich die Zeckenzahl bei weitem verringert hat (Murphy hatte in dem Jahr 3 oder 4 Zecken, wo er im Jahr davor duzende hatte). Das Halsband ist für Katzen erhältlich, ich würde jedoch bei Katzen generell von Halsbändern abraten, da Katzen oft an Sträuchern, etc hängenbleiben und im besten Fall das teure Halsband verlieren.
  • EM-Halsbänder: EM = Effektive Mikroorganismen inkl. Hefen, Milchsäurebakterien, uvw. Muss alle 2 Wochen gewaschen und in der Sonne getrocknet werden, damit die Wirkung 2018 habe ich mit Murphy dieses Halsband ausprobiert und auch das hat funktioniert!!
KATZE

Katzen sind relativ immun gegen die meisten von Zecken übertragenen Krankheiten. Dennoch solltet ihr die Zecken immer vorsichtig entfernen, denn wenn die Zecke abfällt, kann diese irgendwann auch andere Tiere oder euch beißen. Ich nutze zum Entfernen gern Zeckenhaken (z.B. erhältlich in Zoofachgeschäften, Apotheken oder Drogerien)

Was hilft gegen Zecken bei Katzen.

  • Kokosöl ins Fell: so wie beim Hund auch. Hier jedoch auf die Menge achten, da zu viel von der Katze aufgrund der schlechten Verwertbarkeit nicht aufgeleckt werden sollte.
  • Bierhefe: So wie beim Hund auch, verändert sich der Geruch der Katze und die Zecken finden Katzen weniger appetitlich.

Flöhe

Ein Flohbefall ist für alle Beteiligten eine Plage. Sollte euer Fellkind doch mal Flöhe mit nach Hause bringen hilft folgendes:

  • Kokosöl ins Fell
  • Bierhefe ins Futter
  • Bohnenkrautspray auf das Fell vom Hund (NICHT FÜR KATZEN): 1l Wasser, 10 Zweige Bohnenkraut aufkochen, ziehen lassen bis erkaltet und dann auf das Fell sprühen.

Und wenn die Parasiten im Haus sind:

  • Alle Schlafdecken, Kleidungsstücke (soweit möglich) bei über 60°C waschen, damit Flöhe und Eier getötet werden
  • Ein Schälchen mit Seifenlauge nachts auf den Teppich stellen und eine Schwimmkerze hinein oder das Schälchen mit einer Lampe beleuchten und dies mehrmals wiederholen – die Flöhe werden von der Wärme und Feuchtigkeit angezogen und kommen aus der Lauge nicht mehr hinaus
  • Folgende Mischung auf Bettwäsche und Kleidung sprühen: 1l Essig, 0,5l Wasser, 80 ml frischer Zitronensaft.
  • Meersalz ins Körbchen + schwer erreichbare Ecken, 3 Tage so lassen – die Flöhe sterben ab (Haustiere von diesen Orten fern halten).

Würmer

Wurmkuren sind immer noch ein Mythos. Ich war neulich 1 ½ Stunden bei einem Buxtehuder Tierarzt und JEDER Patient vor mir (6 an der Zahl) haben sowohl für Hund als auch Katze ein Wurmmittel aufgeschwatzt bekommen.

Eine chemische Entwurmung hilft in der Regel nur, wenn der Hund oder die Katze akut von Würmern befallen ist. Am Tag der Wurmkur werden vorhandene Würmer und Eier abgetötet und am nächsten Tag können die schon wieder da sein, wenn Hund oder Katze diese wieder irgendwo aufgeschnappt haben Das ist oft bei Katzen der Fall, die Mäuse fangen oder Hunden, die den Kot anderer Hunde fressen oder wurmbefallenenen Hunden am Hintern riechen/lecken. Prophylaktisch helfen diese Mittel gar nicht, ihr kippt einfach Chemie in das Tier hinein. Durch Wurmmittel kann die Darmflora kaputt gehen und auch hier gibt es bereits Hinweise, dass diese Epilepsie oder andere neurologische Probleme verursachen.

Meine Empfehlung: Gibt dem Hund oder der Katze wurmwidrige Zusätze ins Futter und lasst den Kot ab und an vom Tierarzt untersuchen oder schickt diesen selbst zum Labor Back. In der Regel seht ihr selbst, wenn kleine weiße Fäden im Kot kriechen (aaargh). Googlet gern mal „Wurmkot Hund“ oder „Wurmkot Katze“.

Was könnt ihr tun?

Diese drei Zaubermittel sollen wurmwidrig wirken:

  • Kokosflocken/Kokosöl (Bio und kaltgepresst) ins Futter bei Hund und Katze – die Laurinsäure mögen Würmer gar nicht gern und gerade bei Kokosflocken (gequollen) stören die picksigen Ecken der Flocken.
  • Geraspelte Möhren für Hunde und Katzen – die rohe Möhre enthält ein ätherisches Öl, welches der Wurm nicht mal und ein für den Wurm unschönes Umfeld im Darm schafft. Für euer Haustier ist es nur ein Ballaststoff, da rohes Gemüse in grober Form nicht aufgeschlüsselt werden kann. Es kann also passieren, dass die Möhre so rauskommt, wie sie reinkam.
    • Die Meinungen, ob diese Methode für Katzen geeignet ist, gehen hier stark aus einander. Möhren sind gedünstet generell eine geeignete Ballaststoffquell für Katzen, deshalb würde ich persönlich kein Risiko sehen auch der Katze einen Teelöffel feingeraspelter Möhren pro Woche zu geben – wenn sie es frisst.
  • Kürbiskerne (gemahlen für Hunde) – in Maßen ein paar Mal wöchentlich unter das Futter mischen und ggf mit Wasser etwas flüssiger machen. NICHT FÜR KATZEN GEEIGNET!!!
  • Für Hunde kann man Kokosraspeln, Möhrenraspeln, Kürbiskerne auch mit etwas Olivenöl und frischen Kräutern (Oregano, Petersilie, Thymian, Basilikum) mischen – Kurweise oder alle 2 – 3 Tage zum Futter hinzugeben und im Kühlschrankaufbewahren. NICHT FÜR KATZEN GEEIGNET. Das Rezept habe ich hier gefunden.

Bei vorhandenem Wurmbefall sollte jedoch unbedingt den Tierarzt aufgesucht werden. Hier soll es zwar auch natürliche Wege geben. Ich denke jedoch, bevor das Tier an Durchfall oder Erbrechen leidet, ist eine Wurmkur doch schneller und effektiver.


Ohrmilben

Diese können für Hund und Katze schmerhaft und störend sein. Hilfe gibt es ganz einfach:

  • Die Ohren einmal sanft mit einem feuchten Tuch auswaschen
  • Mit eine Pipette 2 Tropfen Kokosöl oder Olivenöl auf die Milben im Ohr geben (nicht in die Gehörgänge!) und über Nacht einwirken lassen. Dadurch ersticken die Milben und sterben ab. Deshalb sollte der Vorgang noch ein- bis zweimal wiederholt werden.

Wundermittel Kokosöl

Ihr habt mitbekommen – Kokosöl hilft so ziemlich gegen alles. Sofern ihr selbst oft von Mücken oder anderen Blutsaugenden Insekten geärgert werdet, so wie ich, versucht euch auch mit Kokosöl einzureiben. Das ist gut für die Haut, riecht super und soll auch noch gegen die Plagegeister helfen. 😊

Es gibt natürlich keine oder kaum wissenschaftliche Studien zu diesen Mitteln. Im letzten Jahr gab es sogar großes Gerede, wie schädlich Kokosöl in der Ernährung ist. Ich sage nur… die Menge macht es! Denn Studien werden oft von den Pharmakonzernen finanziert – und die haben ja nix davon, wenn es wirklich stimmt, dass man mit Kokosöl oder natürlichen Mitteln einfach gegen Parasiten angehen kann.


Ich hoffe, ihr habt ein paar nützliche Tipps bekommen können. Gebt mir gern Feedback, welche Mittel bei euren Fellnasen geholfen/nicht geholfen haben.

Eure Nicole

 


Haftungsausschluss: Aus rechtlichen Gründen weise ich darauf hin, dass es sich bei den von mir angewandten Beratung um wissenschaftlich umstrittene Methoden handelt und diese von der Schulmedizin teilweise nicht anerkannt oder bewiesen sind. Diese Methoden ersetzen keinen Tierarzt und werden von euch auf eigenes Risiko angewandt.

 

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