Futtermittelallergie vs. -unverträglichkeit

Futtermittelallergie vs. Futtermittelunverträglichkeit

Hallo ihr Lieben,

Futtermittelallergien sind leider keine Seltenheit bei Hund und Katze mehr. Oder? Na ja. Genau gesehen, leiden mehr Tiere an einer Futtermittelunverträglichkeit, als an einer Allergie.

Was genau ist da er Unterschied?

Futtermittelallergie:

Jedes Mal, wenn wir und unser Tier etwas zu uns nehmen (freiwillig oder unfreiwillig), prüft unser Immunsystem, ob das in Ordnung ist. Ist es okay, dass wir Erdnüsse essen? Ist es schlimm, dass wir von einer Biene gestochen wurden? Stören uns die Hausstaubmilben doll? Und ist es okay für meine Haut, dass ich die Badewanne mit diesem Reinigungsmittel reinige? Das „zu uns nehmen“ bezieht sich also nicht nur auf die orale Einnahme, sondern auch auf die Aufnahme über Haut, Injektion, Nasenschleimhäute, etc. Wenn das Immunsystem entscheidet, dass die aufgenommene Substanz nicht gut für uns ist, reagiert es mit einer Abwehrreaktion. Das kann ein einfaches Niesen sein, aber eben auch starker Juckreiz, Augentränen, Magen-Darm-Probleme (z.B. Erbrechen, Durchfall) und im schlimmsten Fall ein anaphylaktischer Schock, der zum Tod führen kann.

In der Medizin unterscheidet man 4 Typen an Allergien, welche man über das Blut feststellen kann.  90 % der Allergien[i] gehören zum Typ I– dem Sofort-Typ. Dabei bildet das Immunsystem innerhalb kurzer Zeit Antikörper der Klasse Immunglobuline E (IgE). Darauf gehe ich gleich noch ein.

Eine Typ-II-Allergie braucht einige Stunden, bis sie sich zeigt. Man nennt diese Allergien auch „zytotoxisch“, was im Endeffekt bedeutet, dass diese Allergien giftig für körpereigene Zellen sind. Vorkomen kann diese Allergie z.B. wenn man bei einer Transfussion die falsche Blutgruppe gespritzt bekommt und der Körper sich wehrt oder wenn man bestimmte Medikamente gespritzt bekommt.

Beim Typ-III kann es innerhalb von Stunden zu Gefäßentzündungen kommen, da sich Immunkomplexe aus Antikörpern und Allergenen bilden. Diese können sich dann im Gewebe absetzen, was man dann z.B. durch rote Pünktchen in den Beinen erkennen kann.

Und schließlich gibt es den Typ-IV-Allergie. Diese „setzen nach Stunden bis Tagen sensibilisierte T-Lymphozyten Lymphokine frei, welche weitere Leukozyten zum Ort des Allergens locken, woraufhin dort eine Entzündung entsteht.“ https://flexikon.doccheck.com/de/Allergie[ii]

IgG vs. IgE

Immunglobuline G und Immunglobuline E – beides sind Bluttests, bei denen Allergene im Blut gemessen werden. Immunglobuline sind nix anderes wie Antikörper im Blut. Bei Hund und Katze beinhaltet dieser Test dann etliche bekannte Fleischsorten, einige Gemüsesorten.

Einige Allergologen und Experten sehen den Test der Immunglobuline G allerdings kritisch, denn dieser Test zeigt nur die Futtermittel an, mit denen das Tier bereits Kontakt hatte. Die IgG sind wichtig und sollen den Körper vor Viren und Bakterien schützen. Aber, wenn eure Katze gern Huhn frisst und euer Hund viel Rind gefüttert bekommt, dann werden genau diese Fleischsorten beim IgG-Test auffallen. Aufgrund dessen, dass in vielen Fertigfuttersorten Schwein verwendet wird, ist auch hier oft ein hoher Reaktionswert vorhanden.

Immunglobuline E sind jedoch verantwortlich für allergische Reaktionen. Das bedeutet, wenn ihr bei eurem Haustier einen Allergietest machen lasst, dann sind die IgE-Werte Ausschlaggebend, ob euer Liebling eine Futtermittelallergie hat.

ABER – Nur weil beim Allergietest nix aufgefallen ist, heißt das nicht, dass das Tier Huhn, Rind, etc auch verträgt.

Futtermittelunverträglichkeit

… bedeutet genau das. Der Hund oder die Katze vertragen eine oder mehrere Futterbestandteile nicht und der Körper reagiert mit einer Abwehrfunktion, wie Durchfall, Erbrechen, Ohrenentzündungen, Hautausschlag, Juckreiz, etc. Der Unterschied ist hier, dass das Immunsystem nichts mit dieser Reaktion zu tun hat und man auch über keinen Labortest herausfinden kann worauf genau das Tier reagiert.

Bisher habe ich noch keinen Allergietest gesehen, bei der die IgE-Werte stark erhöht waren und es lief immer auf eine Futtermittelunverträglichkeit hinaus.

Im Übrigen passiert es auch immer Häufiger, dass nicht das Fleisch/Gemüse das Problem ist, sondern die Konservierungsstoffe, Antioxidantien, Farbstoffe, Geschmacksverstärker, Dosenbeschichtung oder auch der Futternapf.


Symptome der Futtermittelallergie/-unverträglichkeit:

Wie beschrieben, ist eine Reaktion auf das Futter oft mit starkem Juckreiz, Hautschuppen, Ohrenentzündung, Durchfall, Erbrechen verbunden. Dadurch können Gewichtsverlust, Verhaltensänderungen und Abgeschlagenheit resultieren.

Achtung: Nur weil dein Hund sich stark juckt und eine Ohrenentzündung hat und sich sein Verhalten ändert, heißt es nicht, dass das Futter das Problem ist, denn dies sind auch Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion.


Und nun?

Um wirklich Aufschluss zu geben, was euer Hund oder eure Katze nicht vertragen, ist es Sinnvoll eine Ausschlussdiät mit dem Tier zu machen. Das bedeutet, man füttert eine Fleischsorte (roh oder gekocht), mit dem das Tier noch keine Berührungspunkte hatte. Sobald alle Symptome verschwunden sind, kann man nach und nach anfangen bekannte Fleischsorten hinzuzufügen, um zu schauen, ob da Tier darauf reagiert oder nicht. Erscheint eine Reaktion (meist nach 1 – 14 Tagen), weiß man: Das Tier verträgt diese Fleischart nicht.

Ich empfehle hier auf jeden Fall einen Ernährungsberater oder Tierheilpraktiker (mit Schwerpunkt Ernährung) zu Rate zu ziehen.

Wenn ich weitere Fragen habt, gebt mir gern Bescheid.

Eure Nicole


 

Quellen: Alle am 24.05.2019 besucht:

[i] https://www.apotheken-umschau.de/Allergie

[ii] https://flexikon.doccheck.com/de/Allergie

 

https://www.lifeline.de/diagnose/laborwerte/immunglobuline-id47712.html

https://allergien.de/immunglobulin-g/

https://www.mein-allergie-portal.com/nahrungsmittelallergie-und-unvertraeglichkeiten/318-igg-test-was-misst-der-test.html

https://flexikon.doccheck.com/de/Allergie

https://www.apotheken-umschau.de/Allergie

https://www.apotheken-umschau.de/Laborwerte/IgE–Immunglobuline-E-Gegner-von-Parasiten-164037.html

Ernährungsberatung wird Tierheilpraxis

Hallo ihr Lieben,

Seit nun mehr 3 Jahren bin ich für euch in Buxtehude und Umgebung unterwegs und betreue eure Katzen. In diesen 3 Jahren habe ich extrem viel gelernt, mich weitergebildet und auch ausbilden lassen.

Heute besteht mein Angebot nicht mehr nur aus der Katzenbetreuung, sondern auch aus folgendenen Leistungen für Hund und Katze:

Ab September kommt die Mykotherapie für Tiere hinzu und ab kommenden Jahr auch die Phytotherapie.

Eine Berufsbezeichnung nun auf ein Kärtchen zu schreiben, wird sehr lang: Ernährungsberater, Bachblütenberater, Mykotherapeut, Phytotherapeut, Katzensitterin. Uff. Deshalb mache ich es kurz: Ich bin Tierheilpraktikerin mit folgenden Schwerpunkten:

 

Es gibt immens viele Heilungsverfahren für Tier und Mensch, die auf natürlichen Methoden beruhen. Kräuter/Pflanzen, Pilze, Bioresonanz, Reiki, Vitamine/Spurenelemente, Kristalle, Ernährung, Ruhe/Erhohlung, Akunktur/Akupressur, Chiropraktik, Aromatherapie, Physiotherapie, Blutegel, Schlangen-/Spinnengift, Licht- und Klangtherapie und so unendlich viel mehr. Auch Tierkommunikation und -verhaltenstherapie haben mit natürlicher Heilung zu tun. Aus diesem Grund fokussieren sich viele Tierheilpraktiker auf eine Hand voll Verfahren.

In Buxtehude allein gibt es unendlich viele Heilpraktiker für Menschen – aber die Therapiemethoden sind bei vielen sehr verschieden und das unterscheidet sie von einander. Keiner kann alles.


 

Warum ich das alles schreibe

Seit 2016 setze ich mich mit dem Thema Ernährung von Katzen auseinander, habe an einem mehrmonatigen Katzen-BARF-Kurs teilgenommen. Im Juni 2017 habe ich schließlich meine Ausbildung zur Ernährungsberaterin für Hund und Katze angefangen und im Januar 2019 abgeschlossen. Auch die großen Schulen bieten diesen Kurs an. Und es gibt sicher auch größere “Namen” – wie Heidi Herrmann oder Swanie Simon. Mir war jedoch wichtig, dass die Katze in meiner Ausbildung eine große Rolle spielt – und das hat meine Ausbildung von den anderen Therapeuten und Schulen unterschieden.

Das bedeutet, ich habe mich über 1 1/2 Jahre sehr intensiv mit dem Thema der Ernährung von Hund und Katze auseinander gesetzt. In meinen über 3 Jahren als Katzensitterin habe ich gesehen, welchen Einfluss die Ernährung auf die Gesundheit eines Tieres hat. Es ist ja bekannt, dass es beim Menschen genauso ist.

Eine Ernährungsumstellung ist bei vielen Krankheiten eurer Katze oder eures Hundes ein Teil der Therapie und in manchen Fällen auch die einzige Therapie. Krebs, Diabetes, Niere, Harnwege, Magen-Darm, Leber, Arthrose, Futtermittelallergie und -unverträglichkeit, Herz und andere erfordern meist eine Ernährungsumstellung um die Organe zu entlasten und Symptome zu lindern oder zu eliminieren.  Der Tierarzt gibt euch ein Spezialfutter – ich gebe euch andere Tipps.

Ich bin Ernährungsberaterin für Hund und Katze. Doch viele Tierfutter-Vertreter bezeichnen sich ebenfalls als Ernährungsberater für Hund und Katze. Das ist natürlich ihr gutes Recht, denn Sie beraten euch über das Futter und die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Das ganze verwirrt jedoch, denn ich verkaufe kein Futter, werde aber häufiger nach Futterproben gefragt.

Davon möchte ich mich abgrenzen.


mobile Tierheilpraxis

Seit 2 Jahren bilde ich mich nun weiter und werde dies wohl auch noch sehr lange weiterhin tun. Dümmer wird man dabei nicht 😉 In meinem Werdegang könnt ihr eine Liste sämtlicher Weiterbildungen und geplanten Weiterbildungen finden.

Ich habe keine klassische Ausbildung als Tierheilpraktikerin (THP) im Sinne der großen THP-Schulen gemacht. Ich bilde mich Stück für Stück in unterschiedlichen Bereichen der Tierheilpraxis weiter und denke, dass dies der Weg ist, den ich gehen muss.

Ich diagnostiziere natürlich keine Krankheiten, verkaufe auch keine Medikamente, Pflanzen, Tropfen oder sonstiges. Das überlasse ich den Tierärzten, bzw. Tierheilpraktikern mit einer Erlaubnis laut AGM. Aber ich berate euch über bestimmte Zweige aus der Tierheilpraxis und schreibe Therapiepläne so, dass ihr dem einfach folgen könnt. Die Zutaten sind dann einfach für euch auf verschiedenen Wegen zu bekommen.

Eure Nicole

Gratisfutter für deinen Hund und deine Katze???

Hallo ihr Lieben,

ihr wisst, ich nehme gern mal Futter aus einander, welches mir so vor die Füße kommt, da ich selbst auch immer auf der Suche nach gutem Fertigfutter bin und euch auch gern Futter empfehlen möchte, welches ich meinen Tieren auch füttern würde.

Versteckte Reico-Werbung

In den letzten Wochen ist mir aufgefallen, dass in verschiedenen Facebook-Gruppen immer wieder Gratisfutter für Hund und Katze angeboten wird. Das an sich macht mich immer schon stutzig, denn solche Aktionen kosten den Hersteller ganz gut Geld.

Wenn ich mir dann die Profile der Leute anschaue, die den Post erstellen, stellt sich in den meisten Fällen heraus, dass es sich um Reico-Vertreter handelt. Kennt ihr Reico? Im Endeffekt ist Reico – so wie Petfit, Paneon und Anifit – ein Futter, welches ihr nur bei bestimmten Vertretern und nicht im “normalen” Zoofachgeschäft kaufen könnt. Oft sind diese Vertreter auf Heimtiermessen vertreten und im Endeffekt läuft das ganze ähnlich ab, wie Tupperware, Thermomix, Partylite oder Dildofee (um nur ein paar zu nennen).

Das Futter wird euch von Ernährungsberatern/-innen verkauft und egal ob ihr bei einer Reico-, Petfit-, Anifit-, Paneonvertreterin ankommt; Alle haben das beste Futter, denn sie wollen es euch schließlich verkaufen. Die 200g Dosen kosten dann oft zwischen 2 und 4 Euro.

Heute ist bei mir ein Schreiben eingetrudelt von einer Reico-Vetreterin aus dem Landkreis. “Einladung zur Informations-Veranstaltung”. Das an sich ist kein Verbrechen, meine Adresse steht schließlich im Impressum.

Allerdings stört mich an diesem Schreiben, dass man eingeladen wird etwas für Wohlbefinden, Vitalität, Lebensfreude, etc für Tier und Mensch zu tun und dahinter verbirgt sich eine Verkaufsveranstaltung. Das erinnert schon stark an eine Kaffeefahrt, oder?

Leider kam das Schreiben erst heute, am 18.3.2019 bei mir an. Die Veranstaltung war schon am 17.03.2019… vielleicht hätte ich mir das ganze sogar mal angeschaut. 😉

Wie dem auch sei. Über die Methoden kann man streiten. Persönlich finde ich diese nicht sehr ehrlich, denn das ist für Reico zum einen eine Masche an neue Kunden zu kommen. Zum anderen kommen diese aber definitiv schon einmal an Daten, vielleicht sogar Adressdaten. Denn wenn ihr das Katzen-/Hundefutter haben möchtet und kommentiert, wird euch der Reico-Mensch kontaktieren und eure Adresse einfordern, damit er/sie euch das Futter zusenden kann. Und ab dem Punkt werdet ihr ggf. regelmäßig Post bekommen. Per DS-GVO sind diese Punkte alle nicht so ideal.


Was ist im Futter?
Schauen wir uns zuerst einmal ein Hundefutter an: MaxidogVit® Geflügel

Zusammensetzung: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse: 69% Geflügel, 4% Reis, 4% Karotten, Fleischbrühe, Algen.

Analytische Bestandteile: Rohprotein 11,0% | Fettgehalt 6,0% | Rohasche 2,3% | Rohfaser 0,6% | Feuchtigkeit 78,0%
Calcium 0,35% | Phosphor 0,27%

Unsere tierischen Nebenerzeugnisse sind lebensmitteltauglich und bestehen bei dieser Sorte aus: Magen, Leber, Herz und Hals.

Diese Info stammt von der Reico-Website. Die Deklaration an sich ist nicht sehr genau. Wir haben 69 % Geflügel, wissen aber auf den ersten Augenblick nicht, was genau vom Geflügel verwendet wird. Die Erklärung kommt dann zum Glück: Magen, Leber, Herz und Hals. Also kein Muskelfleisch? Gar keins? Dabei ist Muskelfleisch der wichtigste Bestandteil der Fütterung. Aber auch einer der teureren. Algen sind ebenfalls enthalten. Diese sind meist eine wichtige Quelle für Jod und ggf. auch EPA. ABER – zuviele Algen können zu viel Jod bedeuten und das wiederum kann auf Dauer z.B. zu einer Schilddrüsenerkrankung führen. Damit wir auf 0,35 % Calcium kommen (das sind 140mg Calcium in einer 400 g Dose) müssten in der 400g Dose ca 50 g Hühnerhälse drin sein (100g Hühnerhals enthält ca 1500 mg Calcium). Aus diesem Grund würde ich dieses Futter z.B. nicht besser einschätzen als GranCarnio, welches ihr im Futterhaus bekommen könnt.


Nehmen wir ein weiteres Hundefutter: CuraDog Huhn

Zusammensetzung: 68 % Huhn* (80 % Brustfleisch, 5 % Herzen, 5 % Hälse, 5 % Karkasse, 5 % Leber), 15 % Hirse*, 10 % Apfel*, 2 % Leinöl*, Algen*  *aus ökologischer Erzeugung

Analytische Bestandteile: Rohprotein 8,8 % | Fettgehalt 8,5 % | Rohasche 1,8 % | Rohfaser 0,5% | Feuchtigkeit 68,0%
Calcium 1,2 % | Phosphor 0,62%

Die Deklaration allein zeigt uns schon, dass dieses Futter einiges besser scheint, als die vorherige Variante. Wir haben eine genaue Information, wie viel von welcher Zutat enthalten ist und kommen auch fast auf 100 %. Persönlich finde ich, dass der Kohlehydratanteil (Hirse) zu hoch ist, da ich der Meinung bin, dass die wenigsten Hunde Kohlehydrate benötigen. Aber Hirse ist dennoch eine bessere Wahl an Kohlehydraten, als es z.B. Kartoffeln, Reis oder Nudeln sind.

Der Feuchtigkeitsanteil ist für ein Fertigfutter relativ gering, was bedeutet, dass das Futter nicht mit Wasser aufgefüllt wurde. Für einen gesunden Hund mag dieses Futter in Ordnung sein.

ABER: Für Diabetiker wäre es z.B. ein No-Go. Warum? Der NfE Wert. Erinnert ihr euch, wie wird den errechnen? 100 – Protein – Fett – Asche – Faser – Feuchtigkeit. In diesem Beispiel: 100 – 8,8 – 8,5 – 1,8 – 0.5 – 68 = 12,4 % in der Feuchtmasse. In der Trockensubstanz (Alle Werte ohne Feuchtigkeit) sind es dann (12,4 / 32) * 100 = 38,75 %. Der NfE-Wert ist ein Wert für alle undeklarierten Zuckerbestandteile und Kohlehydrate, die im Analysegerät nicht bedacht sind. Für Diabetiker muss der Wert in der Trockensubstanz unter 10 % sein. Das schafft dieses Futter nicht mal in der Feuchtsubstanz.

Auch Hunde mit Nierenproblemen sollten hier vorsichtig sein, denn der Phosphoranteil im Futter ist ziemlich hoch. Für Hunde mit Pankreatitis oder Magen-/Darm-Problemen würde ich das Futter aufgrund vom hohen Fettgehalt auch nicht empfehlen. Ich frage mich auch, wie der hohe Fettanteil zu Stande kommt, da Hühnerbrustfleisch in der Regel nur zwischen 2%  und 10 % Fettanteil hat. Wenn ca 50 % der Dose aus Hühnerbrust besteht, dann müsste der Fettanteil deutlich geringer sein, was darauf hindeutet, dass nicht nur das Brustfleisch, sondern auch die Haut mit verwendet wird. Da müssten dann Hundehalter mit Hunden aufpassen, welche Probleme mit Purinen haben (z.B. alle Dalmatiner).


Und nun zum Katzenfutter Sorte 1: MaxicatVit® Geflügel

Ihr wisst, ich schreibe oft über Katzenfutter und bin auch da extrem kritisch eine gute Sorte zu finden… Schauen wir uns dieses einmal an:

Zusammensetzung: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse: 39 % Rind, 27 % Geflügel, 2 % Reis, Fleischbrühe, Algen.

Analytische Bestandteile: Rohprotein 10,4 % | Fettgehalt 5,7 % | Rohasche 1,9 % | Rohfaser 0,4 % | Feuchtigkeit 79 % | Calcium 0,4 % | Phosphor 0,25 %

Zusatzstoffe je kg |Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Vitamin D3 – 200 I.E. | Vitamin E (alpha tocopherol) – 25 mg | Taurin – 837 mg | Zink als Zinksulfat, Monohydrat – 15 mg | Mangan als Mangan-(II)-sulfat, Monohydrat… – 3 mg | Jod als Kaliumjodid – 0,5 mg

Was mit zuerst auffällt: Bei der Katze sind Zusatzstoffe drin, beim Hund nicht. Beim Hund wurden die Bestandteile vom Geflügel hingeschrieben. Hier wissen wir nicht welche Teile von Rind und Geflügel genutzt wurden. Der tierische Anteil liegt bei 66 % + 2 % Reis + Fleischbrühe und Algen. Wir können davon ausgehen, dass mit Fleischbrühe eine art Pulver gemeint ist. Warum? Laut Gesetz müssen die Bestandteile nach Gewicht in absteigener Reihenfolge geordnet sein. Wir haben also weniger als 2 % Fleischbrühe im Futter, aber ca 30 % Wasser.

Der Tauringehalt ist viel zu niedrig. 1. Taurin ist extrem hitzeempfindlich, weshalb vielleicht noch die Hälfte vom Taurin übrig bleibt. 2. Eine 4-kg-Katze benötigt mindestens 200 mg Taurin pro Tag. Sie soll 300 g vom Futter am Tag fressen. Wenn das Taurin nicht zerstört werden würde, wäre es in Ordnung und die Katze würde 251 mg Taurin zu sich nehmen. Vermutlich ist es aber gerade noch die Hälfte dessen. Deshalb unbedingt Taurin hinzufügen.

Das Calcium zu Phosphor-Verhältnis ist nicht ideal. Bei gesunden Katzen sollte das bei 1:1 oder 1,1:1 liegen. Wir sind hier bei 1,6:1.

Allein aufgrund der Deklaration ist dieses Futter für mich und meine Katzen keine Option und in dieser Form ebenfalls von anderen Herstellern im Zoofachhandel oder Supermarkt zu bekommen.


Als nächstes haben wir mEATzie Kaninchen & Cranberries

Zusammensetzung: Kaninchenfleisch, -herz, -leber, -lunge, -niere: 30 %; Hühnerfleisch, -leber, -herz: 30 %; Fleischbrühe 26 %; Rinderlunge 6 %; Cranberries 4 %; Lachsöl; Mineralstoffe; Algen

Analytische Bestandteile: Rohprotein 11,50 % Fettgehalt 4,50 % | Rohasche 2,00 % | Rohfaser 0,30 % | Feuchtigkeit 80,00 %
Zusatzstoffe je kg |Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe:
Vitamin D3 200 I.E. | Vitamin E (alpha-Tocopherolacetat) 50 mg | Taurin 1000 mg | Jod als Calciumjodat, wasserfrei 0,2 mg | Mangan als Mangan-(II)-sulfat 2 mg | Zink als Zinksulfat, Monohydrat 20 mg

Es ist schade, dass die Deklaration nicht so offen ist, wie die beim Hund. Hier haben wir, wie beim MaxicatVit® einen Fleischanteil von 66 %.Das ist in Ordnung, denn wenn wir die Fleischbrühe vernachlässigen, liegt der Fleischanteil bei 89 %. Man kann darüber streiten, ob hier zu viele Innereien (v.a.) Lunge enthalten sind, oder nicht. Für mich haben Cranberries aber nix im Katzenfutter zu suchen, da die Katze diese gar nicht verarbeiten kann. Lachsöl ist schön und gut, ist jedoch sehr instabil gegenüber Hitze.

Wir haben in diesem Futter 1000 mg pro 1 kg Futter Taurin enthalten. Da dieses Futter etwas hochwertiger scheint, liegt die Fütterungsempfehlung der 4-kg-Katze bei ca. 2 1/2 Tütchen (85 g je Tütchen machen 212,5 g Futter). Das heißt aber auch, wir haben 212,5 mg Taurin – vor dem erhitzen. Deshalb würde ich auch hier empfehlen Taurin trotzdem extra zu füttern.

Der Fettgehalt ist für ein Katzenfutter fast schon im niedrigen Bereich, was bei Kaninchen und Huhn aber auch nachvollziehbar ist. Der Jodgehalt pro 2 1/2 Tütchen liegt bei 425 yg, was fast das Doppelte des normalen Bedarfs nach NRC ist und auch über der Bedarfsrechnung nach Prof. Wanner. Das ist auf Dauer nicht ideal und kann auch bei Katzen zu Schilddrüsenproblemen führen.

Im Notfall würde ich ggf die Sorten mEATzie Geflügel oder Lachs füttern, da diese kein Obst, Gemüse oder Käse enthalten. Allerdings enthalten alle Sorte einen ziemlich beachtlichen Teil an Lunge. Wenn man an ein Beutetier denkt, ist dies sicher gerechtfertigt. Aber für mich muss das nichts ins Katzenfutter rein, da es oft als günstiges Füllmaterial verwendet wird.


Reico verkauft auch viele Trockenfuttersorten, v.a. für Hunde. Da ich jedoch die reine Fütterung von Trockenfutter nicht empfehle und dieses maximal als Leckerli empfehlen würde, werde ich dazu nichts weiter sagen.


Weiterhin sind viele Ergänzungsfuttermittel verfügbar, wie Kräutermixe, Algenmixe, Pasten, die zum Tiel aus der Tierheilkunde stammen. Allerdings sind Pflanzen und Kräuter oft mit Bedacht zu wählen, da unterschiedliche Pflanzen für unterschiedliche Dinge eingesetzt werden. Gerade bei Algen sollte man schauen, ob es sich um Meeresalgen handelt, die oft beachtliche Mengen an Jod enthalten.

Es gibt auch Nahrungsergänzungsmittel und Pflegeprodukte für Menschen. Dazu gebe ich jedoch keinen Kommentar ab, da ich mich da einfach zu wenig auskenne.


Fazit: Ich sage immer, es soll jeder selbst entscheiden, was er seinem Haustier zu fressen gibt. Ich möchte euch nur dabei helfen, dass ihr lernt das Futter und seine Zusammensetzung zu verstehen.

Falls ihr Fragen habt, gebt mir gern Bescheid. Ich gehe davon aus, dass ich nun auf eine Reico-Black-List komme 😉

Eure Nicole

Natürliche Hilfe gegen Zecken, Flöhe, Würmer und Ohrmilben

Hallo ihr Lieben,

da die Zeckensaison schon wieder begonnen hat und sich einige Tierärzte schön die Hände reiben, um Bravecto, Nexgard und ähnliches zu verkaufen, möchte ich euch heute ein paar natürlichen Mittel verraten.

Ihr wisst, ich bin kein Freund von Chemie und versuche diese soweit es geht zu vermeiden. Vor allem, wenn es um die Gesundheit meiner Katzen und meines Hundes geht.  Deshalb bin ich immer wieder auf der Suche nach Informationen zu natürlichen Lösungen und möchte diese auch gern mit euch teilen.

So auch, wenn es um Parasiten, wie Zecken, Flöhe und Würmer geht. In den letzten Monaten habe ich bei verschiedenen Tierheilpratikern einige Weiterbildungen gemacht, die sich mit diesem Thema beschäftigt haben. Ich gebe euch hier eine kurze Auflistung an Hausmitteln, welche ihr ganz einfach in der Drogerie oder im Bioladen kaufen könnt oder auch im Netz bestellen könnt.


Chemische Parasitenbekämpfung

Es ist ganz einfach. Ihr geht zum Tierarzt, informiert ihn, dass ihr etwas gegen Zecken und Flöhe haben möchtet. Er gibt euch einen kleinen Keks oder ein Spot-On, der dann – je nach Sorte – 1 bis 3 Monate hält. Nochmal: Ihr gebt eurem Hund oder eine Katze eine Keks, der das Tier für mindestens 3 Monate vor Zecken und Flöhen schützt.

Nehmen wir Bravecto ® – das soll für mindestens 3 Monate vor Parasiten schützen. Der Wirkstoff darin nennt sich Fluralaner und ist ein synthetisches Insektizit, was für Hund, Katze und Huhn zugelassen ist.

Der Effekt ist dann, dass die Zecke abstirbt, wenn sie das Blut eures Haustieres trinkt. Sie hat dann aber trotzdem zugebissen und sitzt ggf. noch am Tier dran.

Nexgard ® soll für etwa 1 Monat halten und der Wirkstoff Afoxolaner wirkt genauso wie Fluralaner, indem der Floh oder die Zecke nach dem Blutsaugen absterben. Hier muss man dazu sagen, dass die Zecke erst 12 – 24 Stunden nach dem saugen abstirbt. Mag man von Zecken halten was man will… aber diese wird sich dabei mit Sicherheit quälen.

In den vergangenen Jahren sind jedoch immer wieder Fälle aufgetreten, bei denen Hunde epileptische Anfälle oder neurologische Probleme nach der Gabe von Bravecto, Nexgard oder anderen bekommen haben, so dass die FDA (Medikamenten-Zulassungsstelle der USA) im Vergangenen Jahr eine Regel bekannt gegen hat, dass diese Nebenwirkungen ab jetzt auch im Beipackzettel von eben diesen Medikamenten genannt werden müssen. Der Tierarzt sollte darüber auch aufklären. Weitere Nebenwirkungen dieser Produkte sind Erbrechen, Durchfall, Juckreiz, Lethargie und Appetitlosigkeit.

In den Anfangszeiten habe ich meinem Hund diese Dinge auch verabreicht… weil ich es nicht besser wusste. Aber seit 2 Jahren ist auch das vorbei.

Was gibt es noch? Die üblichen Spot-Ons von Advantage oder Frontline oder die günstigeren Varianten aus dem Zoofachgeschäften. Chemische Halsbänder gibt es ebenfalls, wobei diese bei Katzen ziemlich blöd sind, da eine große Verletzungsgefahr besteht. Und ihr müsste immer eure Hände waschen, nachdem ihr euer Tier gestreichelt habt, weil ihr das Mittel ggf. an den Händen habt (es mufft auch extrem…). Auch gibt es Halstücher, die für 3 Monate getragen werden können UND mehrmals gewaschen werden können, ohne die Wirkung zu verlieren…


Natürliche Parasitenbekämpfung:

Zecken:

Diese lästigen Spinnentiere sind unglaublich widerstandsfähig und können bis zu 10 Jahre hungern, überstehen eisige Kälte und riesige Hitze und können gefährliche Krankheiten übertragen.

HUND

Hunde erkranken seltener an Borreliose, FSME oder andere von Zecken übertragenen Krankheiten. Ihr solltet jedoch immer auf Grippe-ähnliche Symptome achten und dann sofort zum Tierarzt gehen und auf einen Bluttest bestehen.

Was hilft auf natürliche Weise?

  • Knoblauch: 1 Zehe etwa alle 2 – 3 Tage – der Hund (und der Mensch) riecht dann für die Zecke unangenehm, ABER nur den Frischen Knoblauch geben, da das Pulver und Tabletten leicht überdosiert werden kann, was wiederum schädlich ist. Für Katzen absolut ungeeignet.
  • Kokosöl (nativ, Bio-ab etwa 8 EUR) – die Laurinsäure wirkt Zeckenwidrig – täglich / alle 2 Tage ins Fell von Hund und Katze
  • Bierhefe: täglich in Maßen unter das Futter mischen (etwa 1 gestrichener Teelöffel) – warum es hilft ist noch nicht erwiesen, aber durch die B-Vitamine und Hefen verändert sich wohl der Geruch vom Tier; gibt es in jeder Drogerie zu kaufen und ich auch für Katzen geeignet. Sollte aufgrund des Phosphorgehaltes bei Nierenschwäche jedoch nicht verabreicht werden.
  • Schwarzkümmelöl: sollte nur in Maßen dem Futter untergemischt werden und nicht dauerhaft, da dies Leberschädigend sein kann. Für Katzen absolut ungeeignet.
  • Cistrose/Cistus: 1 Kapsel täglich erwies sich in einer kleinen Studie als Zeckenwidrig (2 Zecken im Vergleich zu über 100 Zecken bei unbehandelten Hunden), die Wirkung tritt nach 5 Tagen ein, wird allerdings nicht als Dauermittel empfohlen, da sich der Körper daran gewöhnen kann. Für Katzen ungeeignet.
  • Bernsteinhalsband: hier muss das Halskettchen aus natürlichem Bernstein bestehen, die Kette muss dauerhaft getragen werden und wirkt nach etwa 2 Wochen. Der Hund darf nicht mit Metallkämmen gepflegt werden, da die Wirkung des Kettchens mit hoher Wahrscheinlichkeit damit zu tun hat, dass sich das Fell auflädt. Hilft nicht bei jedem Hund, aber persönliche Erfahrung hat gezeigt, dass sich die Zeckenzahl bei weitem verringert hat (Murphy hatte in dem Jahr 3 oder 4 Zecken, wo er im Jahr davor duzende hatte). Das Halsband ist für Katzen erhältlich, ich würde jedoch bei Katzen generell von Halsbändern abraten, da Katzen oft an Sträuchern, etc hängenbleiben und im besten Fall das teure Halsband verlieren.
  • EM-Halsbänder: EM = Effektive Mikroorganismen inkl. Hefen, Milchsäurebakterien, uvw. Muss alle 2 Wochen gewaschen und in der Sonne getrocknet werden, damit die Wirkung 2018 habe ich mit Murphy dieses Halsband ausprobiert und auch das hat funktioniert!!
KATZE

Katzen sind relativ immun gegen die meisten von Zecken übertragenen Krankheiten. Dennoch solltet ihr die Zecken immer vorsichtig entfernen, denn wenn die Zecke abfällt, kann diese irgendwann auch andere Tiere oder euch beißen. Ich nutze zum Entfernen gern Zeckenhaken (z.B. erhältlich in Zoofachgeschäften, Apotheken oder Drogerien)

Was hilft gegen Zecken bei Katzen.

  • Kokosöl ins Fell: so wie beim Hund auch. Hier jedoch auf die Menge achten, da zu viel von der Katze aufgrund der schlechten Verwertbarkeit nicht aufgeleckt werden sollte.
  • Bierhefe: So wie beim Hund auch, verändert sich der Geruch der Katze und die Zecken finden Katzen weniger appetitlich.

Flöhe

Ein Flohbefall ist für alle Beteiligten eine Plage. Sollte euer Fellkind doch mal Flöhe mit nach Hause bringen hilft folgendes:

  • Kokosöl ins Fell
  • Bierhefe ins Futter
  • Bohnenkrautspray auf das Fell vom Hund (NICHT FÜR KATZEN): 1l Wasser, 10 Zweige Bohnenkraut aufkochen, ziehen lassen bis erkaltet und dann auf das Fell sprühen.

Und wenn die Parasiten im Haus sind:

  • Alle Schlafdecken, Kleidungsstücke (soweit möglich) bei über 60°C waschen, damit Flöhe und Eier getötet werden
  • Ein Schälchen mit Seifenlauge nachts auf den Teppich stellen und eine Schwimmkerze hinein oder das Schälchen mit einer Lampe beleuchten und dies mehrmals wiederholen – die Flöhe werden von der Wärme und Feuchtigkeit angezogen und kommen aus der Lauge nicht mehr hinaus
  • Folgende Mischung auf Bettwäsche und Kleidung sprühen: 1l Essig, 0,5l Wasser, 80 ml frischer Zitronensaft.
  • Meersalz ins Körbchen + schwer erreichbare Ecken, 3 Tage so lassen – die Flöhe sterben ab (Haustiere von diesen Orten fern halten).

Würmer

Wurmkuren sind immer noch ein Mythos. Ich war neulich 1 ½ Stunden bei einem Buxtehuder Tierarzt und JEDER Patient vor mir (6 an der Zahl) haben sowohl für Hund als auch Katze ein Wurmmittel aufgeschwatzt bekommen.

Eine chemische Entwurmung hilft in der Regel nur, wenn der Hund oder die Katze akut von Würmern befallen ist. Am Tag der Wurmkur werden vorhandene Würmer und Eier abgetötet und am nächsten Tag können die schon wieder da sein, wenn Hund oder Katze diese wieder irgendwo aufgeschnappt haben Das ist oft bei Katzen der Fall, die Mäuse fangen oder Hunden, die den Kot anderer Hunde fressen oder wurmbefallenenen Hunden am Hintern riechen/lecken. Prophylaktisch helfen diese Mittel gar nicht, ihr kippt einfach Chemie in das Tier hinein. Durch Wurmmittel kann die Darmflora kaputt gehen und auch hier gibt es bereits Hinweise, dass diese Epilepsie oder andere neurologische Probleme verursachen.

Meine Empfehlung: Gibt dem Hund oder der Katze wurmwidrige Zusätze ins Futter und lasst den Kot ab und an vom Tierarzt untersuchen oder schickt diesen selbst zum Labor Back. In der Regel seht ihr selbst, wenn kleine weiße Fäden im Kot kriechen (aaargh). Googlet gern mal „Wurmkot Hund“ oder „Wurmkot Katze“.

Was könnt ihr tun?

Diese drei Zaubermittel sollen wurmwidrig wirken:

  • Kokosflocken/Kokosöl (Bio und kaltgepresst) ins Futter bei Hund und Katze – die Laurinsäure mögen Würmer gar nicht gern und gerade bei Kokosflocken (gequollen) stören die picksigen Ecken der Flocken.
  • Geraspelte Möhren für Hunde und Katzen – die rohe Möhre enthält ein ätherisches Öl, welches der Wurm nicht mal und ein für den Wurm unschönes Umfeld im Darm schafft. Für euer Haustier ist es nur ein Ballaststoff, da rohes Gemüse in grober Form nicht aufgeschlüsselt werden kann. Es kann also passieren, dass die Möhre so rauskommt, wie sie reinkam.
    • Die Meinungen, ob diese Methode für Katzen geeignet ist, gehen hier stark aus einander. Möhren sind gedünstet generell eine geeignete Ballaststoffquell für Katzen, deshalb würde ich persönlich kein Risiko sehen auch der Katze einen Teelöffel feingeraspelter Möhren pro Woche zu geben – wenn sie es frisst.
  • Kürbiskerne (gemahlen für Hunde) – in Maßen ein paar Mal wöchentlich unter das Futter mischen und ggf mit Wasser etwas flüssiger machen. NICHT FÜR KATZEN GEEIGNET!!!
  • Für Hunde kann man Kokosraspeln, Möhrenraspeln, Kürbiskerne auch mit etwas Olivenöl und frischen Kräutern (Oregano, Petersilie, Thymian, Basilikum) mischen – Kurweise oder alle 2 – 3 Tage zum Futter hinzugeben und im Kühlschrankaufbewahren. NICHT FÜR KATZEN GEEIGNET. Das Rezept habe ich hier gefunden.

Bei vorhandenem Wurmbefall sollte jedoch unbedingt den Tierarzt aufgesucht werden. Hier soll es zwar auch natürliche Wege geben. Ich denke jedoch, bevor das Tier an Durchfall oder Erbrechen leidet, ist eine Wurmkur doch schneller und effektiver.


Ohrmilben

Diese können für Hund und Katze schmerhaft und störend sein. Hilfe gibt es ganz einfach:

  • Die Ohren einmal sanft mit einem feuchten Tuch auswaschen
  • Mit eine Pipette 2 Tropfen Kokosöl oder Olivenöl auf die Milben im Ohr geben (nicht in die Gehörgänge!) und über Nacht einwirken lassen. Dadurch ersticken die Milben und sterben ab. Deshalb sollte der Vorgang noch ein- bis zweimal wiederholt werden.

Wundermittel Kokosöl

Ihr habt mitbekommen – Kokosöl hilft so ziemlich gegen alles. Sofern ihr selbst oft von Mücken oder anderen Blutsaugenden Insekten geärgert werdet, so wie ich, versucht euch auch mit Kokosöl einzureiben. Das ist gut für die Haut, riecht super und soll auch noch gegen die Plagegeister helfen. 😊

Es gibt natürlich keine oder kaum wissenschaftliche Studien zu diesen Mitteln. Im letzten Jahr gab es sogar großes Gerede, wie schädlich Kokosöl in der Ernährung ist. Ich sage nur… die Menge macht es! Denn Studien werden oft von den Pharmakonzernen finanziert – und die haben ja nix davon, wenn es wirklich stimmt, dass man mit Kokosöl oder natürlichen Mitteln einfach gegen Parasiten angehen kann.


Ich hoffe, ihr habt ein paar nützliche Tipps bekommen können. Gebt mir gern Feedback, welche Mittel bei euren Fellnasen geholfen/nicht geholfen haben.

Eure Nicole

 


Haftungsausschluss: Aus rechtlichen Gründen weise ich darauf hin, dass es sich bei den von mir angewandten Beratung um wissenschaftlich umstrittene Methoden handelt und diese von der Schulmedizin teilweise nicht anerkannt oder bewiesen sind. Diese Methoden ersetzen keinen Tierarzt und werden von euch auf eigenes Risiko angewandt.

 

Was macht ein Ernährungsberater für Hund und Katze?

Hallo ihr Lieben,

Wie ihr wisst bin ich Ernährungsberater für Hund und Katze. Ich habe aber immer wieder das Gefühl, dass viele Leute nicht wissen, was das sein soll. Die Bezeichnung “Ernährungsberater für Hund und Katze” klingt an sich schwammig. Was heißt das überhaupt?

Um es mal so zu sagen. Jeder der einen anderen Menschen über die Ernährung von Hund oder Katze berät kann sich Ernährungsberater nennen. Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt, genauso wenig, wie der Beruf des Tierheilpraktikers.

Aber ich würde sagen es gibt drei Kategorien an Ernährungsberatern:

  1. Das ist zum einen der Tierarzt, der die Ernährungsberatung mit als Dienstleistung anbietet. Dass die meisten Tierärzte im Studium nur sehr wenig darüber lernen und sich nur die wenigsten auf diesem Thema weiterbilden sei dahin gestellt. Ein Tierarzt muss so schon genug über alle möglichen Tiere lernen. Die Beratung ist dann oft die, dass dem Tierhalter ein Diätfuttermittel von bekannten Marken verkauft wird.
  2. Zum anderen nennen sich auch die Vertreter von Fertigfutter “Ernährungsberater für Hund und Katze”, denn sie beraten euch darin, dass das Futter, welches sie verkaufen, besser für euer Tier ist. Wie sehr die Berater jedoch über die Bedürfnisse von Hund und/oder Katze Bescheid wissen, ist unklar.
  3. Und dann gibt Ernährungsberater, welche an einer Tierheilpraktikerschule oder bei anderen Tierheilpraktikern eine Ausbildung gemacht haben, sich für längere Zeit nur mit dem Verdauungstrakt, den Bedürfnissen von Hund und Katze, unterschiedlichen Fütterungsmethoden und der Ernährung bei Erkrankungen beschäftigt haben. Oft ist auch BARF ein Thema.

Kurz um – die Ernährungsberatung ist ein Bestandteil vom großen Oberbegriff der Tierheilpraxis. Aber nicht jeder Tierheilpraktiker kennt sich mit der Ernährung von Hund und Katze aus. Genauso wenig kennt sich ein Ernährungsberater mit allen anderen Faktoren in der Tierheilpraxis aus.

Alle 3 Ernährungsberater-Typen haben ihre Berechtigung. Ihr müsst nur für euch entscheiden, welcher Ernährungsberater für euch die beste Wahl ist.


Ich persönlich sehe mich inzwischen als Tierheilpraktiker mit dem Fokus auf Ernährung und Bachblüten. Warum? Weil man einem Tier über die Ernährung allein extrem viel helfen kann. Weil die Bachblüten ein natürliches Mittel sind Gemütsprobleme bei Tier (und Mensch) zu verbessern. Und weil ich mich von Ernährungsberater aka Futterverkäufer distanziere.

Nehmen wir ein Beispiel: Eine meiner Katzensitter-Kundinnen rief mich an und wollte eine Bachblütentherapie bei Ihrem Kater versuchen. Er kotete seit Monaten auf ihre Couch. Sie war beim Tierarzt, der konnte nichts finden und sprach schon von Antidepressiva. Ich besuchte meine Kundin. Nachdem sie mir erzählte, dass der Kot sehr hart und klebrig war und ich wusste, dass der Kater Trockenfutter und ein wenig Nassfutter bekam, vermutete ich hier eine Verstopfung. Ich riet der Kundin dazu das Trockenfutter komplett abzusetzen und dem Kater täglich 1 TL gequollene Flohsamenschalen unter das Futter zu mischen. Siehe da – es gibt seit Monaten kein Problem mehr.

 Was macht ein Ernährungsberater

Ein Ernährungsberater hilft dir zum Einen dabei zu verstehen, was dein Hund oder deine Katze braucht und was gut oder schlecht für deine Fellnase ist. Er hilft dir dabei selbst zu erkennen welches Futter gut oder schlecht ist. Ein Ernährungsberater hilft dir herauszufinden, was genau dein Tier nicht verträgt. Und er hilft dir vor allem dann, wenn dein Tier erkrankt ist und du nicht auf das Futter deines Tierarztes vertrauen willst oder es nicht hilft.

Leider ist es auch in der Humanmedizin noch nicht so stark verbreitet, dass die Ernährung einen riesigen Einfluss auf die Gesundheit hat. Die Großmutter meines Mannes ist im Moment im Krankenhaus und mir sträuben sich die Haare, wenn ich sehe, was den Patienten vorgesetzt wird. Z.B. ist es bei Mensch und Hund bekannt, dass bei Krebserkrankungen und Lebererkrankungen auf Kohlehydrate soweit wir möglich verzichtet werden sollte. Kohlehydrate enthalten Glucose, welche Krebszellen füttern. Und dennoch ist dies oft nicht Teil der Behandlung.

Wie sieht eine Ernährungsberatung aus?

Ich kann jetzt nur von mir sprechen: Bei mir ist es so, dass ich von dir sehr viele Infos über dein Tier benötige – vor allem, wenn es erkrankt ist. Du schickst mir Bilder deines Tieres, Informationen zur jetzigen Fütterung, Erkrankungen, Blutbilder, Kotprofile, Befunde, etc. Und wir sprechen auch ab, wie du dir die zukünftige Ernährung vorstellst. In vielen Erkrankungsfällen empfehle ich gern, dass das Tier roh gefüttert wird. Ich verstehe aber auch, dass diese Fütterung nicht für jeden geeignet ist.

Ich habe Kunden, die von sich aus nach einem BARF-Plan für einen Leberkranken Hund oder eine nierenkranke Katze fragen. In diesen Fällen informiere ich mich vorab noch einmal über die Erkrankung und erstelle dann den BARF-Plan mit mehreren Rezepten.

Ein ganzer Ernährungsplan für ein krankes Tier sieht jedoch anders aus. In erster Linie beschäftige ich mich mit der Diagnose, um zu verstehen welche Faktoren im Körper eine Rolle spielen. Dann möchte ich euch zu verstehen geben, wie die jetzige Ernährung auf das Tier wirkt und nehme das jetzige Futter “auseinander”. Dann helfe ich euch zu verstehen, was bei der bestimmten Erkrankung zu beachten ist und was man therapeutisch über die Ernährung machen kann.

Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, dass es einige Zeit in Anspruch nimmt, um solche einen Plan zu erstellen. Genauer gesagt kann es passieren, dass man über 16 Stunden an einem Ernährungsplan für ein Tier sitzt – je nachdem, wie komplex der Fall ist. Sofern ihr im Umkreis von Buxtehude wohnt, treffen wir uns dann auch um den Ernährungsplan zu besprechen oder telefonieren miteinander. Im Idealfall bleiben wir auch danach noch über Wochen in Kontakt, damit ich ein Feedback zum Therapieverlauf bekomme und falls ihr noch weitere Fragen zum Ernährungsplan habt.


Ich hoffe, ich konnte euch damit einen kleinen Einblick in den Beruf eines Ernährungsberaters für Hund und Katze geben.

Wenn ihr noch Fragen habt, gebt mir gern Bescheid.

Eure Nicole

Veganes Hundefutter

Ist das gut für meinen Hund?

Hallo ihr Lieben,

wenn ihr heute durch den Supermarkt geht, dann ist es nicht mehr zu übersehen, dass veganes und vegetarisches Essen für uns Menschen ein richtiger Trend geworden ist. Auch mein Mann isst zum größten Teil nur noch vegan und ich versuche Fleisch auch zu vermeiden und achte zumindest darauf, woher da Fleisch kommt. Ich finde es auch absolut legitim, wenn wir als Menschen uns selbst entscheiden, dass wir auf Fleisch oder tierische Produkte verzichten. Wenn das ganze richtig angestellt wird und man sich gut informiert, kommt es auch zu keinen Mangelerscheinungen.

Die meisten Veganer/Vegetarier verzichten aus ethischen Gründen auf Fleisch und/oder tierische Produkte. Das kann ich auch nachvollziehen. Wenn ich über wieder die A2 längs fahre und komme an einem Schweintransporter vorbei, aus denen die Schweinschnäuzchen rausstupsen… dann kann ich bei meiner Mutter einfach kein Schnitzel essen.

Diese Ethik hört für mich jedoch beim Hund und vor allem bei der Katze auf. Katzen sind Fleischfresser und was anderes gehört in die Katze nicht rein, weil der Katze die Enzyme fehlen um pflanzliche Produkte zu verarbeiten, wie es z.B. ein Mensch oder ein Schaf kann. Und beim Hund… ja, da streiten sich nun die Geister.


Ich für mich sehe, dass der Hund die Aminosäuren aus tierischen Eiweißen definitiv braucht. Warum? Schauen wir uns doch mal ein vegetarisches Hundefutter an. Ich wähle ein, welches in den letzten Monaten etwas für Schlagzeilen gesorgt hat, weil sie in einer TV-Sendung nach einem Investoren gesucht haben: VegDog.

Nehmen wir uns die Sorte Adult No. 1 raus:

Zusammensetzung: 24% Kartoffeln, 11,5% Linsen, Hirse, Erbsenprotein, 3% Spinat, Lupine, 1,5% Erbsen, Sonnenblumenöl, Mineralstoffe, Sonnenblumenkerne, 0,8% Chiasamen, Algen, Hefe, Kamille, Löwenzahnblätter, Salbei, Thymian

Analytische Bestandteile: Rohprotein 6,1%, Rohfett 3,3%, Rohfaser 1,1%, Rohasche 1,6%, Feuchtigkeit 73,5%, Ca:P 1,46(Kalzium/Phosphor-Verhältnis), Puringehalt 30mg/100g

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe je kg Futter: Vitamin A (3a672a) 4.000 IE; Vitamin D3 (E671) 560 IE; Vitamin E (E3a700 all-rac-alpha-Tocopheryl-acetat) 16 mg; Vitamin B1 (3a821) 1 mg; Vitamin B2 3 mg; Vitamin B6 (3a831) 1,0 mg; Vitamin B12 30 μg; Nicotinsäure 5,0 mg; Calcium-D-Pantothenat (3a841) 10 mg; Folsäure 0,2 mg; L-Carnitin 480 mg; Taurin 500 mg; DL-Methionin (3c301) 3.000 mg; L-Threonin (3.3.1) 740 mg, L-Tryptophan (3.4.1) 260 mg; L-Valin (3c369) 620 mg, Eisen (Eisenglycin) (E1) 3,4 mg; Kupfer (Kupfer(II)-sulfat, Pentahydrat) (E4) 1,4 mg; Zink (Zinkoxid) (E6) 26 mg; Selen (Natriumselenit) (E8) 0,16 mg; Jod (Calciumjodat, wasserfrei) (E2) 0,44 mg

Fütterungsempfehlung für einen 10 kg Hund: 470 – 560 g (1 Dose enthält 400 g und kostet € 3,39 aufwärts)

Mein Eindruck des Futters:

  1. Als erstes fällt mir auf, dass die Liste an Zusatzstoffen enorm ist. Zusatzstoffe werden einem Futter hinzugefügt, wenn sie anderweitig in der Fütterung fehlen würden. Das heißt: Wenn ich den Hund rein vegan mit Gemüse aus dem Garten ernähre, wird er über kurz oder lang Mangelerscheinungen haben, weil ihm wichtige Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente fehlen. Deshalb werden diese hier künstlich hinzugefügt! Vor allem die B-Vitamine sind meist in tierischen Bestandteilen enthalten.
  2. Aminosäuren, Vitamine, etc sind zu einem gewissen Teil im Gemüse enthalten. Effektiv ist davon jedoch bei weitem mehr Aminosäuren, Mineralstoffe, etc in tierischen Produkten – v.a. Fleisch, Fisch und Käse – enthalten. Hier werden nun Erbsen und Lupine mit „optimalem Aminosäurenprofil“ genannt. Und in der Tat enthalten diese einige wichtige Aminosäuren in fast so hohem Maße, wie Fleisch. Dennoch enthalten Hülsenfrüchte extrem viel Stärke, was ich nicht für jeden Hund empfehlen würde.
  3. Methionin: Dem Futter sind nun 3000 mg/kg Methionin zugesetzt. Wenn wir nun von der Fütterungsempfehlung von 470 – 560 g Futter ausgehen, nimmt der Hund 1410 – 1680 mg synthetisches Methionin zu sich. Zum einen ist Methionin wichtig, um Fett in der Leber zu verstoffwechseln. In der künstlichen Form DL-Methionin (wie es hier der Fall ist), wird es jedoch bei Diätfuttermitteln gegen Struvitsteine eingesetzt. Warum? Weil DL-Methionin den Urin ansäuert, damit sich Struvitsteine auflösen.
    1. Wie entstehen Struvitsteine? Wenn der Urin zu alkalisch ist. Das kann daher kommen, dass die Ernährung zu pflanzlich ist (pflanzliche Bestandteile sind alkalisch, tierische Bestandteile sind sauer) oder, dass ein Ungleichgewicht in der Mineralstoffzugabe besteht (Calcium, Magnesium sind z.B. alkalisch, Phosphor und Schwefel sind sauer).
    2. Wir haben hier ein Futter, was rein pflanzlich ist und demnach den Urin alkalisch macht, was die Struvitsteinbildung begünstigen kann. Mit einem Übermaß an synthetischen DL-Methionin würde das wieder aufgehoben werden. Was jedoch passieren kann: bei Dauerhafter Gabe von DL-Methionin kann der Urin zu sauer werden, was die Gabe von Calciumoxalatsteinen begünstigt.
  4. Energie: 100 g vom Futter enthalten nur 66,5 kcal. Ein 10 kg Hund benötigt pro Tag zwischen 590 und 730 kcal (je nach Alter und Aktivität). Demnach müsstet ihr eigentlich zwischen 900 und 1100 g füttern.
    1. Wie könnt ihr selbst die Energie von einem Futter errechnen? ((Rohprotein x 17) + (Rohfett x 39) + (Rohfaser x 17) + (Rohasche x 17)) x 0,239 = kcal/100g
    2. In unserem Fall: ((6,1 x 17) + (3,3 x 39) + (1,1 x 17) + (1,6 x 17)) x 0,239 = 66,5 kcal/100g
  5. Kohlehydrate und Stärke: Würde ich einem Hund einen BARF-Plan schreiben, dann würde ich den pflanzlichen Anteil bei einem gesunden Hund auf maximal 30 % setzen (eher niedriger) und den Kohlehydrat-Anteil bei maximal 10 %, sofern der Hund diese überhaupt benötigt. Kohlehydrate liefern schnelle Energie, so dass man diese z.B. bei Arbeitshunden oder Sporthunden einsetzt. Auch bei einigen Krankheiten kann es sinnvoll sein Kartoffeln einzusetzen. Der Blutzuckerspiegel steigt beim Einsatz von Kartoffeln z.B. sehr stark und schnell an und fällt auch schnell wieder. Kohlehydrate sind jedoch auch schlechter verwertbar. Deshalb kann es zu Blähungen kommen, die Darmflora kann sich verschieben und es ist wahrscheinlich, dass der Hund sehr viel mehr koten wird, als bei einer anderen Ernährungsform. Nicht umsonst heißt es beim Menschen: Erbsen, Bohnen und Linsen, bringen den A***h zum Grinsen. 😉
  6. Diabetiker: Für Diabetiker ist dieses Futter alles andere als geeignet. Der Blutzuckerspiegel sollten bei Diabetiker-Hunden so konstant wie möglich gehalten werden und die Fütterung muss zwingend ohne jeglichen Kohlhydrate sein. Dafür schaut ihr euch den NfE-Wert an, welcher errechnet werden muss. Dafür gibt es in inzwischen eine App, die Website https://nfe-rechner.de/ oder ihr rechnet es selbst aus:
    1. 100 – Rohprotein – Rohfett – Rohfaser – Rohasche – Feuchtigkeit = NfE
    2. (NfE / (100 – Feuchtigkeit)) * 100 = NfE in der Trockensubstanz
    3. In diesem Fall sind das: 100 – 6,1 – 3,3 – 1,1 – 1,6 – 73,5 = 14,4 à (14,4 / (100 – 73,5)) * 100 = (14,4 / 26,5) *100 = 54,34. Für einen Diabetiker absolut ungeeignet!

Das sind nun nur einige Punkte.

 


Der Fairness halber schauen wir kurz auf ein weiteres vegetarisches Hundefutter: VeggieDog.

Zusammensetzung: getrocknete Kartoffel 41,0 %; Erbsenmehl (natürliche Quelle für Aminosäuren) 14,0 %; Kartoffeleiweiß; Sonnenblumenöl; teilweise hydrolisierte Hefe; Mineralstoffe; Rübenfaser; Apfelfaser 3,0 %; hydrolisiertes pflanzliches Eiweiß; gemahlene Chicorée-Wurzel (natürliche Quelle von Inulin); Kräuter, Früchte (Himbeere, Pfefferminz, Petersilie, Kamille, Hagebutten, Süßholzwurzel, Aronia, Bockshornkleesaat, Blaubeere, Ringelblumen, Fenchel) 0,1 %; getrocknete Algen 0,05 %.

Analytische Bestandteile: Rohprotein 20 %, Rohfett 12 %, Rohfaser 2,5 %, Rohasche 6,8 %, Feuchtigkeit 7%

Ihr seht schon, dass es sich hier um ein Trockenfutter handelt, was an sich schon nicht der Renner ist. Ansonsten haben wir hier jedoch einen unglaublich riesigen Stärkeanteil. Auf der Website könnt ihr euch die Produktinformationen herunter laden und werden feststellen, dass auch hier ein riesiger Anteil an Zusätzen vorhanden sind, damit der Hund keinen Nährstoffmangel erleidet.

Die Fütterungsempfehlung für einen 10 kg Hund ist bei 85 g – 145 g, was an sich ebenfalls wieder eine riesige Spanne ist.


Fakt ist: Es gibt keine Langzeitstudien zur Fütterung von veganem Futter. Die meisten Studien schauen auf einen Zeitraum von 6 Monaten, was auch bedeutet, dass keine Langzeitfolgen messbar sind.

Die Diplomarbeit von einer Absolventin der Tiermedizinischen Universität in Wien hat sich 2014 diesem Thema angenommen und eine Studie mit über 200 Hunden und Katzen durchgeführt. Klinisch untersucht wurden am Ende der Studie 35 dieser Tiere (was jedoch eher mit den Tierhaltern zusammenhing). Die Tiere schienen gesund, es wurde jedoch auch gesagt, dass weitere Studien notwendig sind. Ein Ergebnis war jedoch, dass 90 % der teilnehmenden Tierhalter ihre Tiere aus moralischen, ethischen oder Tierschutz-Gründen vegan ernähren.


Mein Fazit zur veganen Ernährung von Hunden

Ich gehe davon aus, dass man den Hund mit einem veganen Fertigfutter ernähren kann, wenn man dies unbedingt möchte. Man muss sich aber Bewusst machen, dass diese Ernährung alles andere als Artgerecht ist und dass die meisten essentiellen Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und zum Teil die Aminosäuren künstlicher Natur sind und das Futter somit einer Astronautennahrung ähnlich ist.

Keine Frage: Vegan ist in. Und ja, wenn wir alle weniger Fleisch essen, tragen wir sicher dazu bei, dass weniger Tiere leiden und es der Umwelt auch ein wenig besser gehen wird. ABER: Viele Vegane Produkte sind extrem prozessiert – sowohl für den Menschen, als auch für unsere Tiere. Wir essen vegane Wurst. Wir essen veganen Käse oder Gemüseaufstriche. Fast alle sind mit irgendwelchen künstlichen Antioxidantien, Farbstoffen, Konservierungsstoffen, etc versehen.

Ist das wirklich, was wir wollen und ist das wirklich das Beste für uns und unsere 4-Beiner?

Veganes Katzenfutter – das geht für mich überhaupt gar nicht! Und dennoch kann man auch das bereits kaufen.

Veganes Hundefutter – wäre für mich niemals eine Option, es sei denn es würde sich herausstellen, dass mein Hund keine einzige Fleischsorte (inkl. Alligator, Strauß und Insekten) verträgt.

Und ich bekommen einen Hals, wenn ich sehe, wie bestimmte Tierschutzorganisationen daherkommen und vegane Ernährung von Hund und Katze für gut heißen, obwohl die Tiere damit in keinster Weise Artgerecht ernährt werden.

Wenn ihr weitere Fragen habt, meldet euch bitte. In diesem Sinne: Passt auf eure Fellkinder auf!

Eure Nicole

Welches Katzenfutter soll ich kaufen? 2.0

Hallo ihr Lieben,

vor 1 Monat haben ich den 1. Teil meiner Ratschläge gepostet und ich hoffe, ihr habt bereits etwas mitnehmen können.

Heute werde ich euch noch ein paar Faktoren nennen, auf die ihr achten solltet.

  1. Weender Analysewerte
  2. Energiegehalt
  3. Futterzusätze

1. Weender Analysewerte

Noch nie gehört? Aber sicher schonmal gesehen. Das ganze sieht z.B. so aus:

Analysewerte: Protein 11,2 %; Fettgehalt 5,6 %; Rohasche 2,2 %; Rohfaser 0,3 %; Feuchtigkeit 80 % (Leonardo Finest Selection “Huhn pur”)

Manchmal steht da auch Rohprotein und Rohfett. Anstatt Rohasche kann da auch “Anorganische Stoffe” stehen.

(Roh)Protein bezeichnet alle Proteine, Aminosäuren und sonstige Verbindungen eiweißartiger Natur, welche Stickstoff enthalten. Ob diese Proteine aber tierischen oder pflanzlichen Ursprunges sind kommt dadurch nicht zum Ausdruck. Dieser Wert ist im Katzenfutter oft höher, als im Hundefutter.

(Roh)Fett inkludiert sämtliche Fette und Öle, die im Futter enthalten sind und können ebenfalls pflanzlich oder tierisch sein. Katzen haben eine höhere Fett-Toleranz als Hunde, weshalb dieser Wert im Katzenfutter auch oft etwas höher ist, als beim Hundefutter.

Rohasche: Stell dir vor du nimmst den Inhalt der Futterdose, steckst sie in einen Muffelofen mit 550°C Hitze und lässt es da so lange drin, bis nur noch ein winziger Haufen Asche übrig ist. Das ist deine Rohasche und wird manchmal auch als anorganische Stoffe bezeichnet. Es handelt sich dabei um die Mineralstoffe und Spurenelemente im Futter (z.B. Calcium, Magnesium, Kalium), welche sowohl tierischen Ursprungs sein können (Knochen, Innereien,…) oder künstlich zugesetzt wurden. Ideal ist im Nassfutter ein Anteil zwischen 1 – 2 %. Liegt der Wert über 3 %, ist das ein Hinweis auf zu viele Mineralstoffe (u.a. durch Federn, Horn, Sand). Ist der Wert zu niedrig könnten Mineralstoffe fehlen.

Rohfaser ist der Wert, welcher anzeigt, wie viel vom Futter für die Katze schwer oder unverdaulich ist. Der Wert sollte im Nassfutter nicht über 1 % liegen. Ein Wert unter 0,2 % ist jedoch auch nicht unbedingt ratsam, da es sonst zu Verstopfungen kommen könnte.

Feuchtigkeit: Dieser Wert muss nur angegeben werden, wenn mehr als 14 % Feuchtigkeit im Futter enthalten sind. Das bedeutet, in den seltensten Fällen werdet ihr diesen Wert auf der Trockenfutterpackung finden. Ein Wert über 80 % sollte euch stutzig machen. Warum? Innereien haben einen Feuchtigkeitsgehalt von ca 77 %, Muskelfleisch und Herz liegen bei etwa 62 – 65 %. Wenn wir nur auf frisches Fleisch schauen, wäre der Feuchtigkeitsgehalt deshalb bei ca 70 %. Alles was drüber ist, ist dann in der Regel Wasser. Für die Katze ist Wasser EXTREM wichtig! Wenn ihr aber ein Katzenfutter kauft, wäre es schön, wenn ihr wirklich hauptsächlich das Futter bekommt und nicht nur Brühe oder Wasser. Das Wasser könnt ihr immer extra dem Futter bei geben.

NfE – dieser Wert steht da nicht auf der Packung. Dafür braucht ihr einen Taschenrechner (oder euren Kopf 😉 ). NfE steht für Stickstofffreie Extraktstoffe. Das sind. u.a. Zucker, Stärke, organische Säuren und Pektine und könnte auch als Wert für “versteckte” Kohlehydrate stehen. Für Diabetiker ist dieser Wert extrem wichtig und sollte so gering wie möglich sein. In den meisten Nassfuttersorten wird dieser Wert unter 5 % liegen. Allerdings sollte man sich das ganze hier auch in der Trockensubstanz ansehen – wenn man also den Feuchtigkeitsanteil komplett eliminiert.

Der NfE-Wert errechnet sich aus 100 abzüglich der Summe aller Weender Analyse Werte. Je geringer der Wert, desto besser. Schauen wir nochmal zum Leonardo: Protein 11,2 %; Fettgehalt 5,6 %; Rohasche 2,2 %; Rohfaser 0,3 %; Feuchtigkeit 80 %

Wir rechnen also: 100 – (11,2 + 5,6 + 2,2 + 0,3 + 80) = 100 – 99,3 = 0,7.

In der Trockensubstanz errechnet sich wie folgt: 100 – Feuchtigkeit. Bei Leonardo wären das 20 %.

Der NfE in der Trockensubstanz ist dann also: (0,7 (NfE) / 20 (Trockensubstanz) x 100 = 3,5.

Das Spiel können wir nun mit Felix Sensations Soße machen: Analytische Bestandteile: Protein 12,5 %, Fettgehalt 2,5 %, Rohasche 2,5 %, Rohfaser 0,05 %, Feuchtegehalt: 80 %

NfE = 100 – (12,5 +2,5 +2,5 +0,05 + 80) = 2,45 – Das klingt an sich ganz gut.

NfE Trockensubstanz = 2,45 / 20 x 100 = 12,25 – Das klingt nicht mehr so gut.

Schauen wir uns einmal ein Trockenfutter an und ich wähle nun bewusst eine getreidefreie Sorte:  MAC’s Cat Adult Ente, Pute & Huhn

Analytische Bestandteile: Protein 32 %, Fettgehalt 13 %, Anorganische Stoffe 7 %, Rohfaser 4,5%, Feuchtigkeit 10% (Dieser Wert ist nicht angegeben; die meisten Trockenfuttersorten liegen bei einem Feuchtigkeitsgehalt von 8 – 12 %, deshalb wähle ich den Mittelwert.

Wir rechnen also: 100 – (32+13+7+4,5+10) = 100 – 66,5 = 33,5 %

Woran liegt das? Dieses Futter hat einen hohen Anteil an Kartoffelflocken, Süßkartoffel, Erbsen, welche alle einen Einfluss auf den NfE-Wert haben. Getreidefrei heißt eben nicht Stärkefrei. Stärke ist in sämtlichen Getreidesorten (Weizen, Reis, Mais, etc) und deren Erzeugnissen, sowie sämtlichen Hülsenfrüchten (Erbsen, Bohnen, …)  enthalten.

Wichtig ist noch anzumerken, dass die Weender Analyse allein kein Indiz für gute oder schlechte Qualität ist. Man sollte immer das ganze Futter anschauen. Wie genau die Analysewerte sind, ist auch nicht nachprüfbar, da diese Analyse nicht für jede Charge neu gemacht wird.


2. Energie

Ähnlich wie beim Menschen wird bei Katzen ein Mindestbedarf an zugeführter Energie empfohlen. Hier geht es um Kalorien (die kleinen Tierchen, die bei uns Nachts die Kleidung enger futtern 😉 ).

Bei einer ausgewachsenen, gesunden, normalgewichtigen Katze kann man folgende Formel für den (Erhaltungs)Energiebedarf nach NRC nutzen: 100 x Körpergewicht0,67 . Wiegt die Katze 5 kg rechnet man 100 x 50,67 = 294 kcal. Eine 4,5 kg Katze braucht nur noch 100 x 4,50,67 = 274 kcal

Ganz Pauschal sollte man diese Formel jedoch auch nicht sehen, da aktivere Katze etwas mehr Energie benötigen, da sie mehr verbrauchen. Ruhige/Ältere Katzen benötigen etwas weniger, da sie mehr schlafen.

Wenige Futtersorten geben die Energieangaben an und auch hier gibt euch die Fütterungsempfehlung oft ein Indiz, wie hoch die Energiedichte ist.

Nehmen wir wieder Leonardo und Felix im Vergleich. Auf beiden ist die Energiedichte nicht vermerkt. Auch hier hilft uns aber die Weender Analyse, denn auch dafür gibt es eine Formel:

Energie in kj = (Rohprotein x 17) + (Rohfett x 39) + (Rohasche x 17) + (Rohfasern x 17)

Energie in kcal pro 100 g Futter = ((Rohprotein x 17) + (Rohfett x 39) + (Rohasche x 17) + (Rohfasern x 17)) x 0,239

Leonardo Finest Selection Huhn: Protein 11,2 %; Fettgehalt 5,6 %; Rohasche 2,2 %; Rohfaser 0,3 %

Wir rechen somit: ((11,2 x 17) + (5,6 x 39) + (2,2 x 17) + (0,3 x 17)) x 0,239 = 108 kcal/100 g Futter

Felix Sensations Soße: Protein 12,5 %, Fettgehalt 2,5 %, Rohasche 2,5 %, Rohfaser 0,05 %

Wir rechnen: ((12,5 x 17) + (2,5 x 39) + (2,5 x 17) + (0,05 x 17)) x 0,239 = 84 kcal/100 g Futter

Da habt ihr ein weiteres Indiz, warum man mehr vom Felix füttern muss, als vom Leonardo.

MAC’s Cat Adult Ente, Pute & Huhn: Protein 32 %, Fettgehalt 13 %, Anorganische Stoffe 7 %, Rohfaser 4,5%

Wir rechnen: ((32 x 17) + (13 x 39) + (7 x 17) + (4,5 x 17)) x 0,239 = 298 kcal/100 g Futter

Deshalb würde man – was die Menge angeht – auch weniger Trockenfutter füttern, als wenn man Nassfutter füttert.

Unser 5 kg Kater braucht einen Energiebedarf von idealerweise 294 kcal am Tag. Vom Leonard müsste er somit 270 g täglich fressen. Vom Felix braucht er schon 350 g und vom Mac’s Trockenfutter nur noch 100 g. Idealerweise passt das mit der Fütterungsempfehlung zusammen. Sollte das nicht der Fall sein, liegt das ggf. mit der Nährstoffversorgung an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen zusammen.

Rechnet das einmal für euer Futter nach und fragt mich gern, wenn ihr unsicher seid.


3. Futtermittelzusätze

Es gibt inzwischen einige Futtersorten, die ganz groß damit werben, dass sie keine Zusatzstoffe, Konservierungsstoffe nutzen. Und schon gar keine synthetischen Zusatzstoffe. Das scheint auch einen guten Effekt zu haben. ABER – diese Zusatzstoffe haben ab und an sogar einen Sinn und ich würde diese jetzt nicht von vornherein verteufeln.

Welche Zusatzstoffe gibt es im Fertigfutter?

  • Konservierungsmittel – diese sollen das Futter haltbar machen und müssen nur deklariert werden, wenn diese vom Futtermittelhersteller zum Futter gefügt werden. Wenn der Hersteller des Futters eine Mischung aus z.B. Fleischmehl und Konservierungsstoffen dem Futter zugibt, muss er die Konservierungsstoffe nicht mehr deklarieren, sondern kann einfach Fleischmehl als Inhaltsstoff nennen. Beispiele sind: Vitamin E, BHA und BHT, Propylgallat (E310 – verboten für Säuglinge und Kinder) und Ethoxiquin (E324 – Verboten in Lebensmitteln)
  • Geliermittel – da das Futter sonst ggf auseinander laufen würde. Einige Katzen haben eine Allergie oder Unverträglichkeit gegen Geliermitten (z.B. Cassia Gum), weshalb Fertigfutter für eine Ausschlussdiät nicht geeignet ist.
  • Geschmacksverstärker- sind zum einen für das Tier, damit es besser riecht und/oder schmeckt und zum anderen auch für den Menschen, damit das Futter nicht so ekelhaft riecht. Diese Stoffe können z.B. Fett, Zucker, Proteine + deren Hydrolysate, Glutamat,Hefe,… sein.
  • Farbstoffe wie Karamell, Melasse, Carotin oder Azo-Farbstoffe (welche auf Lebensmitteln deklariert werden müssen), die an sich für das Tier keinen Nutzen haben und das Futter nur schön aussehen lassen sollen.
  • Vitamine – die im Futter sonst fehlen würden. Meist sieht man Vitamin A, D und E deklariert.
  • Mineralstoffe, Spurenelemente – die im Futter sonst ebenfalls fehlen würden.
  • Taurin – muss dem Futter zugesetzt werden und ich empfehle entweder ein Nassfutter zu kaufen, welches mind. 1500 mg/kg enthält oder das Taurin zu supplementieren. Taurin ist extrem hitzeemfindlich. Da alle Werte auf der Futterverpackung die Deklaration vor der Erhitzung betragen, kann der Wert nach der Erhitzung zum Teil deutlich geringer sein.

Schauen wir uns einmal ein solches Futter an, welches keine Zusatzstoffe enthält.

Eines der bekanntesten Futtermittel, die man oft nur über bestimmte Vertreter kaufen kann, und von denen sicher viele von euch schon einmal gehört haben, ist Petfit. Ich habe mir nun einmal PETfit Cat Putenfleisch in Soße angeschaut:

Zusammensetzung: 18% Putenherzen, 17% Putenfleisch, 13% Putenmagen, 11% Putenhälse, 8% Putenleber, 2% Süßkartoffeln, 1% Preiselbeeren, Mineralstoffe, 0,2% Bierhefe, 0,2% Fischöl | Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Taurin 1000mg/kg

Analytische Bestandteile: Rohprotein: 11,5%, Rohfett: 6,5%, Rohasche: 1,3%, Rohfaser: 0,3%, Feuchte: 79%, Calcium: 0,24%, Phosphor: 0,20%

Häufige Vitaminzusätze sind Vitamin D und E. Katzen können leider nicht, wie wir Menschen, Vitamin D aus Sonnenlicht gewinnen. Deshalb müssen sie dies über die Nahrung aufnehmen. Und es gib kein anderes Nahrungsmittel, welches mehr Vitamin D enthält, als Fisch (und Lebertran). Zum Vergleich: 100 g Forelle enthält 22 μg Vitamin D. Der einzige Nennenswerte Vitamin D Anteil im Fleisch ist in Hühnerleber mit 1,3 μg enthalten. Der tägliche Bedarf an Vitamin D für unseren 5 kg-Kater liegt bei 0,5 μg. Das heißt aber nicht, dass wir nun gut 50 g Hühnerleber füttern sollten, denn diese enthält dann schon wieder viel zu viel Vitamin A. Auch Vitamin E sollte hier supplementiert werden. In der Regel wird das bei Katzen in Form von VItamin E Alpha-Tocopherol gemacht, da es kaum nennenswerte Mengen in tierischen Ursprung gibt.

Kurz um – im Petfit ist nicht genug Vitamin D und E enthalten. Ein Vitamin D Mangel kann von einem erhöhten Gehalt von Calcium abgefedert werden. Hier haben wir in 300 g Futter einen Calcium-Gehalt von 720 mg. Das wäre dann der 3-fache Calciumbedarf für unseren 5-kg-Kater. Dauerhaft kann ein Vitamin D-Mangel zu Knochendeformierungen und neurologischen Problemen führen. Vitamin E-Mangel kann dauerhaft zu Deformierungen des Bewegungsapparates, Herzerkrankungen und Fortpflanzungsproblemen führen.

Mir persönlich gefällt an diesem Futter auch nicht, dass hier Süßkartoffel und Preiselbeeren enthalten sind. Der Muskelfleischanteil ist ebenfalls etwas gering. Ansonsten ist das Futter jedoch – wenn man es mit anderen Marken mischt – in Ordnung.

Fazit ist jedoch – Zusatzstoffe haben ab und an durchaus ihren Sinn.


So, ihr Lieben. Das waren wieder viele Infos für euch.

Wenn ihr Fragen habt, gebt mir gern Bescheid.

Eure Nicole

Welches Katzenfutter soll ich kaufen?

Hallo ihr Lieben,

ich werde immer wieder gefragt, welches Katzenfutter ich empfehlen würde. Diese Frage lässt sich im Endeffekt nicht so einfach beantworten, da ich einen seeeeeeehr hohen Anspruch an das Futter habe. Da ich selbst entscheiden will, was in meine Tiere kommt, stelle ich das Futter auch selbst zusammen und füttere diese mit rohem Fleisch. Wer dies von mir erlernen möchte, kann gern an meinem Vortrag “BARFEN für Katzen” teilnehmen. Anmeldung hier .

Ich verstehe aber auch, dass BARFen nicht für jeden zeitlich möglich ist oder auch der Ekel von rohem Fleisch, rohen Innereien oder gar Blut sehr groß ist. Und wenn ich vergesse Futter aufzutauen, greife ich auch zu einem “Notfutter”.

Ich erkläre euch hier einfach mal, worauf es MIR bei Katzenfutter ankommt

1. Deklaration:

Beim Fertigfutter unterscheidet man zwischen geschlossener, halb-offener und offener Deklaration. Hier ein paar Beispiele

Geschlossene Deklaration: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (38%, davon 94% natürlich*, u.a. 4% Huhn), Getreide, Mineralstoffe (0.5%), Öle und Fette (u.a. 0.1% Sonnenblumenöl), Zucker. Whiskas Geflügelauswahl 1+

  • 38 % Fleischanteil ist für eine Katze viel zu wenig
  • 94 % von diesen 38 % sind natürliches Fleisch…
  • und von diesen 38 % Fleisch und tierischen Nebenerzeugnissen, sind 4 % Huhn – und schon darf sich diese Sorte laut EU-Richtlinien “Geflügel”nennen
  • der Rest an tierischen Anteil kann alles mögliche sein und von allen möglichen zum Verzehr geeigneten Tieren kommen
  • Getreide kann auch alles von Weizen, Hafer, Mais, etc und deren Abfallprodukte sein

Halboffene Deklaration: Hühnerfleisch, -herz, -leber, -muskelmagen (70 %); Fleischbrühe vom Huhn (29,3 %); Mineralstoffe (0,5 %); Lachsöl (0,2 %) Leonardo Finest Selection “Huhn pur” 

  • Hier sieht der Verbraucher, dass 70 % vom Futter aus Hühnerfleisch, -herz, -leber, -muskelmagen bestehen
  • Rechnet man alle Bestandteile mit 70 %, 29,3 %, 0,5 % und 0,2 % zusammen – sieht man 100 % Bestandteile
  • Unklar ist noch der Anteil an Fleisch, Herz, Leber, Magen

Offene Deklaration: Hühnerfleisch 95% in Lebensmittelqualität (davon 60% Hünchenmuskelfleisch, 17,5% Hühnerherz, 17,5% Hühnerleber, 5% Hühnermägen), Karotte 1,6%, Zucchini 1,6%, Gurke 1,6%, Kalzium in Form von gemahlenen Eierschalen, Meersalz, Zusatzstoff Taurin 1.000mg/kg Lucky Kitty Premium Katzenfutter Huhn

  • Offene Deklaration ist äußerst selten
    • Erklärung der Hersteller: Rezeptur soll geheimgehalten werden
  • Hier sieht man als Verbraucher 99,8 % der Inhaltsangaben, weiß wie viel von welchem Teil vom Huhn enthalten ist, wieviel von welchem Gemüse verarbeitet wurde

MEIN FAZIT: Je genauer die Deklaration, desto weniger hat der Hersteller zu Verstecken

2. Inhalt

Abgesehen davon, dass ich darauf achte, dass zum Fleisch genügend angaben gemacht sind, dass nicht zu viel Innereien und am liebsten kein billiges und schwer verdauliches Bindegewebe (wie Lunge, Euter, Pansen) im Katzenfutter sind, ist es mir wichtig, welche anderen Zutaten enthalten sind.

Obst – hat in der Katze nichts zu suchen. Das braucht die Katze nicht, sie kann damit nichts anfangen und klingt im Endeffekt nur für den Menschen appetitlicher (Fleischmenü mit Aprikose).

Hoher Gemüseanteil: Katzen sind Fleischfresser und benötigen aller-allerhöchstens 10 % Gemüse. Persönlich gehe ich niemals über einen Anteil von 5 % Gemüse und auch nur dann, wenn es sich um Karotten, Kürbis oder Zucchini handelt. Diese dienen der Katze als Ballaststoffe für eine bessere Verdauung. Rote Beete, Tomaten, Paprika, etc haben in der Katze nichts zu suchen.

Kohlehydrate: Getreide, Kartoffeln, Erbsen, Bohnen, Soja, Quinoa, Amaranth, Reis, Nudeln, uvm – das sind alles Kohlehydrate, die die Katze nicht so verwertet, wie es ein Mensch oder ein Hund tut. Kohlehydrate werden von Katzen in Glukose umgewandelt, welche zur Energiegewinnung herangezogen werden. Katzen stellen Glukose jedoch vorrangig aus tierischen Bestandteilen her, was bedeutet hier wird mehr Glukose hergestellt als benötigt wird, was schnell zu Übergewicht und den Folgekrankheiten führen kann.

Pflanzliche Öle: Das klingt auch immer sehr gesund: Sonnenblumenöl, Diestelöl, Leinöl. Diese sehe ich sehr oft im Katzenfutter. Problem: Diese Öle sind Omega-3-Öle und sollen dem Menschen und dem Hund dienen diese in die wichtige Arachidonsäure umzuwandeln. Katzen fehlt jedoch das Enzym um pflanzliche Öle zu verwerten und es schwirrt wieder ein – für die Katze – wertloser Bestandteil im Körper, der dann auch noch über die Leber abgebaut werden muss, was diese aber nur ganz langsam hinbekommt und auf Dauer in größeren Mengen schädlich sein kann. Die Menge an pflanzlichen Ölen ist zwar meist gering, aber ich bin – wie bereits gesagt – sehr pingelig. Warum etwas in die Katze reinstopfen, mit dem sie eh nichts anfangen kann?

Fleisch: Für mich ist wichtig, dass der Muskelfleischanteil den größten Teil der tierischen Bestandteile ausmacht, denn so ist es bei der Maus schließlich auch. Herz ist ebenso wichtig, da es einen hohen Taurinanteil hat. Leber, Niere, Milz und Lunge sollten einen kleinen Anteil ausmachen. Die Leber an sich ist sehr wichtig, da sie die Hauptquelle an Vitamin A ist. Denke ich an die Rohfütterung reichen aber oft wenige Gramm täglich, um den Bedarf der Katze zu decken. Fakt ist aber, dass Katzen die lebenswichtigen Aminosäuren ausschließlich aus tierischen Eiweisen synthetisieren können.

UND Machen wir uns nix vor: Es sei denn wir kaufen das Fleisch vom lokalen Bauern – jedes Fertigfutter enthält Fleisch aus der Massentierhalten und die Kühe haben eher selten glücklich auf der Weide gegrast. Ich habe bisher von einem Futtermittelhersteller die Behauptung gehört, es werden nur Weidetiere im Futter verwendet. Da diese Behauptung auf deren Website jedoch nicht niedergeschrieben ist, werde ich auch den Hersteller nicht nennen.

Taurin: Taurin ist eine essentielle Aminosäure, die Katzen dummerweise nicht selbst synthetisieren können. Damit sind sie wohl auch das einzige Säugetier… Der Bedarf an Taurin liegt bei 50 mg pro Kilo. Eine 4 kg Katze benötigt also mindestens 200 mg Taurin täglich. Taurin ist extrem hitzeempfindlich. Und nun schau mal auf dein Katzenfutter. Wenn Taurin enthalte ist, steht dort die Angabe, wieviel Taurin in 1 kg Katzenfutter enthalten ist (vor der Verarbeitung). z.B. 400 mg/kg. Wie ist deine Einschätzung?

3. Fütterungsempfehlung

Ein weiteres Indiz, ob ein Futter hochwertig ist oder nicht, ist die Fütterungsempfehlung. Meine Beispiele beziehen sich nun alle auf eine Katze mit 4 kg Gewicht.

  • Eine 4-kg-Katze, die gebarft wird, bekommt am Tag etwa 100 – 120 g BARF. Davon kann sie das meiste verwerten und dementsprechend klein sind auch die Häufchen.
  • Die Fütterungsempfehlung vom oben genannten Whiskas Gelügelauswahl 1+ liegt bei 3 Portionsbeuteln (je 100 g), also 300 g pro Tag. Von diesen 300 g sind 38 % tierischer Anteil (also 114 g).
  • Leonardo empfiehlt 2 – 3 Portionsbeutel (je 85 g) für die 4-kg-Katze, wobei ich hier zu 2 Beuteln für ruhigere Wohnungskatzen tendiere und zu 3 Beuteln bei aktiven Freigängern. Wir liegen also bei 190 g – 255 g.
  • Lucky Kitty empfiehlt “4 % des Körpergewichtes”, was in unserem Fall 160 g sind.

Schaut doch mal auf euer Futter und die Fütterungsempfehlung. In der Regel hat das Futter mit einer höheren empfohlenen Menge einen größeren Kohlehydrat oder Bindegewebeanteil und ihr kauft im Endeffekt mehr Futter ein. Und wenn wir einmal ganz ehrlich sind, dann spielt der Preis vom Futter doch oft auch eine Rolle.

4. Trocken vs Nass

Diese Diskussion hatte ich neulich wieder in einer Facebook-Gruppe gesehen und mich doch verleiten lassen mitzumischen. Ich sollte das wirklich lassen…

Meine Antwort ist: Füttere, was du für richtig hältst. Füttere was du willst. Aber! Sei dir der möglichen Konsequenzen bewusst.

Trockenfutter hat einen Feuchtigkeitsgehalt von unter 14 %. Dieser muss nicht einmal auf der Packung ausgewiesen werden. Es ist inzwischen den meisten Katzenbesitzern bekannt, dass unsere Hauskatze von der afrikanischen Falbkatze abstammt. Diese lebt in der Wüste und bekommt die meiste Feuchtigkeit über ihre Beutetiere. Unsere Stubentiger haben im Laufe der letzten 70 – 80 Jahre leider nicht gelernt, dass sie ganz viel trinken müssen, wenn sie Trockenfutter fressen. Tun sie dies nicht, entzieht das Futter dem Körper Wasser, denn das Futter wird in der Regel quellen – egal wie. Probiere es doch einfach mal aus. Lege einen Krümel Trockenfutter in ein Glas Wasser und schau es dir an. Wie oft habe ich als Katzensitterin bereits erbrochenes Trockenfutter aufwischen dürfen, weil die Katze zu viel gefressen hat, es aufgequollen ist und nirgendwo sonst hin konnte, als vorn wieder hinaus.

Es gibt so ziemlich kein Trockenfutter, welches keine Kohlehydrate enthält. Warum? Damit die restlichen Zutaten (Tiermehl, Rübenschnitzel, Cellulose, usw) zusammenhalten, sonst würde alles zerfallen. Und… es ist natürlich billig.

Beachtet bitte auch die Fütterungsempfehlung von Trockenfutter, denn die ist bei weitem geringer, als im Feuchtfutter. Nehmen wir wieder Whiskas. Empfehlung für unsere 4-kg-Katze beim Nassfutter: 300 g am Tag. Und das Trockenfutter? Ganze 55 g. Du müsstest also das Futter täglich auf 55 g abwiegen, um zu verhindern, dass deine Katze übergewichtig wird und/oder einen Überschuss an Nährstoffen zu sich nimmt.

Übrigens – Fun Fakt – Trockenfutter wurde erst um die Zeit des 2. Weltkrieges in den USA erfunden. Und Katzenfutter gibt es erst seit den 60er/70er Jahren.

Ich habe vor einer Weile einen Teil der Website www.catinfo.org übersetzt. Dort gibt es noch einige Infos mehr über die Grundlagen der Katzenernährung und Trockenfutterfütterung.

5. Was würde ich denn nun empfehlen?

Viel geschwafelt, nix gesagt. Ich persönlich mache eine Entscheidung aus:

  • Womit fühle ich mich mit meinem Wissen als Tierbesitzer wohl.
  • Womit fühle ich mich mit meinem Wissen als Ernährungsberater wohl.
  • Was wird (gern) gefressen.
  • Was kann ich mir leisten.
  • Und daraus schlussfolgernd, was ist das kleinere Übel?

Das bedeutet für mich, dass ich zur Not ab und an einige Sorten von Leonardo Finest Selection füttere (ausgenommen der Sorten mit Käse, Cranberries, Banane), Mac’s (ohne Obst, Kräuter), MjamMjam und – wenn es in Ausnahmefällen doch mal ein paar Krümel Trockenfutter gibt – die Sorte “Beute Nah” von Markus Mühle.

 

Das bedeutet nun jedoch nicht, dass diese Sorten die Besten da draußen sind und ich alle anderen schlecht finde. Ich sage nur, dass diese für MICH im Moment die akzeptablen Sorten sind. Wenn ihr mich in ein paar Monaten fragt, habe ich vielleicht ein anderes Futter gefunden, welches ich als besser geeignet empfinde. Schickt mir gern eure Empfehlungen 😉

Auch sind das noch lange nicht alle Faktoren, auf die man beim Fertigfutter achten sollte. Aber das wird ein anderer Blog-Beitrag 😉

Wer mehr über Fertigfutter erfahren möchte, darf gern zu meinem Seminar am 9.2.2019 kommen.

Eure Nicole

Diätfuttermittel am Beispiel Royal Canin

Hallo ihr Lieben,

wenn der Hund oder die Katze erkrankt, empfehlen viele Tierärzte sogenannte Diätfuttermittel von Herstellern, wie Royal Canin, Hills, VetConcept, u.a. Diese Hersteller haben sich mit den Jahren auf die Herstellung von Futter für kranke Hunde und Katzen spezialisiert. Dies soll helfen, die Krankheiten zu lindern, heilen oder zumindest nicht zu verschlimmern.

Das klingt doch ganz nett, oder? Die Mehrheit der Tierärzte empfiehlt es ja auch und wenn es einer wissen muss, dann der Tierarzt. Richtig?

Ich sage vorab, dass ich – nicht zuletzt aufgrund meiner Ausbildung – ein Gegner von Diätfuttermitteln bin. In der Regel sind diese wirksam. Ja. Was mich aber stört sind die Qualität des Futters und die Lobby hinter den Konzernen. Dementsprechend ist dieser Beitrag auch verfasst. Wer dem nicht zustimmt, muss nicht weiterlesen. 😉

Aufgrund dessen, dass ich bei einer Vielzahl meiner Kunden Royal Canin sehe, wird es in diesem Beitrag auch um diesen Hersteller gehen.

 

Zum Konzern:

Royal Canin gehört seit 2002 zur Firma Mars Petcare, welche wiederum zum Konzern Mars Incorporated gehört. Ja, das ist der Hersteller der bekannten Schokoriegel. Somit kommt Royal Canin vom gleichen Unternehmen, wie Whiskas, Pedigree, Kitekat, Sheba, Chappi, Frolic, Cesar, Trill, Dreamies, Thomas Katzenstreu, usw.

Kurzer Umschweif dazu: Mars Incorporated haben in den USA den Tierklinikkonzern VCA für $9.1 Milliarden aufgekauft. Dazu gehören über 800 Tierkliniken, über 60 Labore und ein Doggy-Day-Care-Franchise. Bereits 2007 haben Mars große Anteile der Firma Banfield Pet Hospital gekauft und haben so Einnahmen aus über 900 (!!!) Tierkliniken. Und im Juni 2018 hat Mars Petcare nun „endlich“ in Europa zugeschlagen und die Tierklinik-Kette Anicura gekauft. Nun stell dir vor, du gehst mit deiner Katze in eine dieser Tierkliniken. Sie ist krank und eine Ernährungsumstellung ist notwendig. Und jetzt frage dich, welches Futter dir empfohlen wird!

Das lassen wir einfach mal so stehen…

 

Royal Canin:

Das ist wahrscheinlich eine der bekanntesten Marken von Spezialfuttern und Diätfuttermitteln. Ich denke, die meisten von euch haben zumindest von der Marke gehört, beim Tierarzt vielleicht ein Plakat oder einen Flyer gesehen. Vielleicht habt ihr es selbst schon einmal beim Tierarzt oder im Zoofachgeschäft gekauft.

Royal Canin hat sich auch viele tolle Sorten ausgedacht, angefangen bei Spezialfutter für unterschiedliche Katzen- und Hunderassen (z.B. Chihuahua, Bulldoggen, Bengalen, Britisch Kurzhaar,…) und dann noch einmal unterteilt in Kitten und Adult. Gut… das allein ist ja schon quatsch.

Dann geht es aber weiter mit Futter für erwachsene Tiere, Senior, Sterilisiert, Junior, Indoor, Outdoor, Hairball, Beauty, Calm. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Zu dick. Zu dünn. Zu mittel. Aber da ist Royal Canin bekanntlich nicht der einzige Hersteller, der das kann und da hört es auch nicht auf.

 

Lobbyismus

Lobbyismus hört man ab und an, wenn es um die Interessenvertretung von Unternehmen in der Politik geht. Die Politik interessiert MARS/Royal Canin aber nicht so sehr, wie die Tierärzte und Tierzüchter.

Royal Canin hat eigene angestellte Tierärzte, welche dort u.a. als Sales Scientific Support tätig sind. Von diesen kann man dann z.B. Beiträge zur Ernährung in bekannten Fachzeitschriften wie „Partner Hund“ oder „Geliebte Katze“ lesen. Royal Canin bietet und sponsort Weiterbildungen für Tierärzte, Tiermedizinische Fachangestellte und Züchter (hier ein Beispiel). Generell sind viele Weiterbildungen für Tierärzte zum Thema Ernährung in den Händen der Diätfuttermittelhersteller.

Zufällig – warum auch immer – habe ich am 28.9.2018 eine Email von einem PetProfi-Tierarzt bekommen, der mich zu einem Seminar einlädt. Das findet im Oktober in Hedendorf statt und ist eigentlich für Hundezüchter gedacht. Das Thema: „Epigenetik. Wie Umweltfaktoren die Gene beeinflussen.“ An sich klingt das Thema ja spannend. Und die Kosten liegen bei nur EUR 15.00 – was für eine Weiterbildung sehr günstig ist. Im Preis enthalten ist der Vortrag und ein Zertifikat. Und ein Abendessen (WOW – das allein kostet sicher um die EUR 10.00+I). Und ausgesuchte Futterproben für den Hund. Okay… da bekommt man viel für wenig Geld… Bis man sieht: Die Signatur des Tierarztes zeigt, dass er Teil des PetProfi-Teams ist, welches zu Mars GmbH in Verden gehört. Aha.

Eine meiner Kundinnen hat ihre kleine Britisch Kurzhaar Zucht nun in einem Züchterverein angemeldet und hat auch bei Royal Canin ein Formular ausgefüllt. Und schwups, hatte sie am nächsten Tag einen Anruf mit tollen Angeboten für die Kitten.

Selbst Studien, wie eine Studie über übergewichtige Katzen, werden von Royal Canin finanziert. Laut Hans Ulrich Grimm’s Buch „Katzen würden Mäuse kaufen“, finanziert Royal Canin sogar ganze Tierärztekongresse und zum Teil Professuren. Auch Heimtiermessen/Katzen-/Hundeausstellungen werde gesponsort. Und 2013 ist heraus gekommen, dass sogar Bärenkämpfe in der Ukraine gesponsort wurden. Je mehr man sucht, desto mehr findet man.

 

Antioxidanzien BHA / BHT – Krebserregend?

Royal Canin macht kein Geheimnis daraus, dass BHA und BHT im Futter enthalten sind. Denn laut EU dürfen bis zu 150 mg/kg im Futter enthalten sein, bevor es schädlich für Haustiere ist. Der Sinn dieser synthetischen Antioxidanzien ist, dass das Futter – vor allem das Fett – länger haltbar sind. Wenn ihr einen 15 kg Sack Trockenfutter kauft, soll der ja lange halten. BHT ist z.B. auch in einigen Kosmetika enthalten.

In den 80ern und 90ern wurde viel mit BHT und BHA geforscht. Es gab Ergebnisse, dass die Langzeiteinnahme zu Krebs im Verdauungstrakt oder auch zu Problemen mit Leber und Niere bei Ratten führte. Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8493816

Auch gibt es Studien, welche belegen, dass BHT in Kosmetika zu Schäden in der Lunge und den genetischen Zellen verursachen können.

BHT wird auch in der US National Library of Medicin gelistet – dort wurden die Einwirkungen von BHT auf Ratten, Mäuse und Fisch getestet.

Nun ist die Dosis in diesen Studien natürlich oft höher angesetzt, als sie im Futter eingesetzt wird. Wie hoch die Dosis in den Studien war, ist mir leider nicht bekannt. Es ist aber auch nicht bekannt, wie viel davon im Futter ist. Und es ist auch nicht bekannt, ob oder wie BHA/BHT für den Menschen schädlich ist, da in den wenigsten Fällen bekannt ist, wo BHT/BHA enthalten ist.

ABER – Fakt ist, dass in diesem Futter Stoffe enthalten sind, die in größeren Mengen Tumore auslösen können.

 

Veterinary Diet

Royal Canin hat eine Futterreihe, die sich „Veterinary Diet“ nennt. Das ist das Futter, was dir der eine oder andere Tierarzt mit nach Hause gibt, wenn bei der Katze eine Chronische Niereninsuffizienz diagnostiziert wurde oder der Hund Magen-Darm-Probleme hat. Schauen wir uns mal ein paar Futtersorten an:

 

Renal Feline: für Katzen mit Nierenerkrankung.

Im Angebot sind drei Sorten Feuchtfutter und drei Sorten Trockenfutter. Wie es zu einer CNI kommt, habe ich bereits in einem anderen Blog-Beitrag geschrieben. Prinzipiell kann man sagen, die Nieren von Katzen verlieren mit zunehmendem Alter an Funktion. Dieser Vorgang wird beschleunigt, wenn Katzen zu wenig trinken, somit Giftstoffe länger im Körper bleiben und die Niere mehr zu arbeiten hat, um diese aus dem Körper zu spülen. Gibt man der Katze ausschließlich Trockenfutter, wird dieser Vorgang beschleunigt, da Katzen i.d.R. einfach nicht genug trinken. Und wenn du jetzt sagst: „Meine Katze trinkt genug!“, dann vergiss bitte Folgendes nicht: Die Katze benötigt Flüssigkeit im Körper, scheidet jedoch viel mit dem Urin und Kot wieder aus. Soviel Wasser, wie die Katze brauchen würde, kann sie kaum trinken.

Nun sagen manche Tierärzte, man MUSS seiner Katze ausschließlich das Royal Canin (RC) Renal Trockenfutter geben und bloß kein Nassfutter. Andere Tierärzte sagen, man muss das RC Renal Nassfutter geben, bloß kein Trockenfutter. Und das ist wirklich so, denn ich – als Katzensitterin – befolge natürlich die Wünsche meiner Kunden, wenn es um die Fütterung geht. Und bei CNI Katzen habe ich schon beide Varianten zu hören bekommen.

Viele Tierbesitzer hören auf die Aussagen ihres Tierarztes, was absolut verständlich und oft auch lebenswichtig für das Tier ist. Nun habe ich jedoch mehrere Kunden mit Katzen, die an CNI erkrankt sind, und da macht es mich nun doch etwas stutzig, warum es da so unterschiedliche Meinungen gibt. Und meiner Meinung nach ist es eure Aufgabe, euch genau über die Krankheit eurer Tiere zu informieren, so wie ihr es für euch selbst auch machen würdet.

Was macht das Futter also? Es soll die Nieren entlasten und den Stoffwechsel ausgleichen. Oft sagt man auch, es sollen weniger Proteine und weniger Phosphor in die Katze.

Was ist im Futter?

ZUSAMMENSETZUNG:

Maisfuttermehl, Reis, Tierfett, Weizenkleberfutter*, Sojaproteinisolat*, Lignozellulose, Mais, Maiskleberfutter, tierisches Protein (hydrolysiert), Mineralstoffe, Zichorienfaser, Geflügelprotein (getrocknet), Fischöl, Sojaöl, Fructo-Oligosaccharide, Psyllium (Hüllschichten und Samen), Tagetesblütenmehl (Quelle für Lutein)

Kurz vorab. Die Katze ist ein Fleischfresser. Tierische Proteine in diesem Futter haben nicht mehr viel mit Fleisch zu tun, sondern wurden aus tierischen Produkten extrahiert. Das bedeutet, dass die Proteine nicht mal aus Fleisch stammen müssen. Aus welchem Teil vom Geflügel (geschweige denn aus welchem Geflügel) das Protein stammt, ist auch nicht mehr nachvollziehbar. Tierfett ist oft dafür da, um das Futter nach der Verarbeitung schmackhaft zu machen und dem Tier auch die nötige Energie zu geben.  Das Öl und Fett wird nach dem Zusammenfügen und Trocknen der Pellets darüber gesprüht. Deshalb habt ihr auch fettige Hände, wenn ihr Trockenfutter mit der Hand anfasst. Fischöl soll wohl für die Omega-3-Versorgung enthalten sein.

Alles in allem kann man aber sagen: Hier wurde nicht ein Stück Fleisch verwendet und der Rest ist Mais, Reis, Soja und andere pflanzliche Bestandteile – und nichts von alle dem hat etwas in der Katze zu suchen.

Stellt euch vor: Ihr werdet krank. Der Arzt sagt zu euch: „Deine Nieren versagen. Du musst ab jetzt diese Flocken zu dir nehmen, die du nur bei mir kaufen kannst. Alles andere ist verboten.“ Würdet ihr denken, dass das richtig ist? Wieso sollte es dann für die Katze (oder den Hund) richtig sein?

Was sollte man füttern?

Ein Problem bei der CNI ist der anorganische Stoff Phosphat. Der ist für Katzen (und Hunde) im Normalfall wichtig und spielt eine Rolle im Stoffwechsel. Sind die Nierenfunktionen eingeschränkt, kann dieser Stoff nicht mehr so verarbeitet werden, wie er sollte und die Nieren werden noch mehr geschädigt.

Dass die Proteine reduziert werden müssen, ist jedoch mittlerweile ein Mythos, da es Studien gibt, die zeigen, dass die reine Proteinreduktion keine Auswirkung hatte. Vielmehr sollte man auf die Qualität der Proteine achten und genau schauen, was man der Katze oder dem Hund füttert.

Sofern im Blut zu viel Phosphat nachgewiesen wurde, kann man dem Futter auch einen Phosphatbinder beimischen, so dass das Tier einen großen Teil des Stoffes einfach ausscheidet, ohne diesen zu verarbeiten. Auch enthält das Muskelfleisch einiger Tiere viel Phosphor, weshalb man hier ein wenig zurückfahren muss. Ein Ernährungsberater oder Tierheilpraktiker sollte aufgesucht werden.

 

Urinary Care: Habt ihr schon einmal von Struvitsteinen gehört? Das sind kleine Phosphatkristalle, die sich im Urin bilden, oft bei kastrierten Katern vorkommen und zu einer Harnwegsverstopfung führen können. Hunde sind jedoch auch immer öfter betroffen. Kann die Katze oder der Hund nicht pieschern, kann es zu Blasenentzündungen, Harnwegsverstopfungen und zum schmerzhaften Tod führen. Auch sind Oxalatsteine sehr häufig bei Katzen zu finden.

Struvitsteine entstehen durch einen zu hohen PH-Wert im Urin – der Urin ist zu basisch und muss angesäuert werden. Oxalatsteine sind genau das Gegenteil und entstehen, wenn der Urin zu sauer ist. Während sich die Struvitsteine bzw. -kristalle wieder auflösen, müssen Oxalatsteine meist operativ entfernt werden. (Quelle: https://www.katzen-fieber.de/harnsteine-struvit-oxalat-urolithiasis.php)

Was macht das Futter Urinary Care?

Es enthält den synthetischen Stoff DL-Methionin. Dieser soll den Urin ansäuern und somit die Kristalle auflösen. Methionin ist jedoch als Medikament zu sehen und sollte nur therapeutisch für maximal 4 Wochen angewandt werden. Denn wenn man den Urin konstant ansäuert, kann es auch zu einer Übersäuerung kommen, wobei dann die Oxalatsteine entstehen können.

ABER: Ein Grund, warum Urin zu basisch ist, ist eine Fütterung von zu vielen pflanzlichen Bestandteilen (v.a. Getreide).

Was ist drin?

ZUSAMMENSETZUNG:

Geflügelprotein (getrocknet), Mais, Pflanzenproteinisolat*, Reis, Weizen, Tierfett, Lignozellulose, Maiskleberfutter, tierisches Protein (hydrolysiert), Maisfuttermehl, Mineralstoffe, Rübentrockenschnitzel, Hefe, Sojaöl, Fischöl, Tagetesblütenmehl (Quelle für Lutein).

Die Zusammensetzung ist also ähnlich, wie beim Renal Feline… Der Fakt, dass hier aber ein hoher Anteil an pflanzlichen Bestandteilen enthalten ist, bedeutet auch, dass eine sehr hohe Menge an DL-Methionin enthalten sein muss.

Was sollte man füttern?

Es geht darum, dass der Urin angesäuert werden soll. Dafür braucht man kein Spezialfutter! Man kann zum einen auch Methionin auch zu normalem, hochwertigem Nassfutter hinzugeben und das hat den gleichen Effekt wie beim Spezialfutter.

Wenn man das ganze auf natürliche Weise ohne synthetische Zusatzstoffe regeln möchte, kann man dem Hund oder der Katze auch regelmäßig frisches Fleisch anbieten, denn Frischfleisch ist von Natur aus sauer und säuert somit auch den Urin an. ACHTUNG: Der Urin von gebarften Tieren ist in der Regel saurer als der von Tieren, die Fertigfutter bekommen.

Aufgrund dessen, dass Hagebutten einen hohen Anteil an Vitamin C enthalten, ist Hagebuttenmehl zur Behandlung von Struvitsteinen ebenfalls ein gutes Hausmittel. Bei Katzen sollte das allerdings nur therapeutisch – also kurzzeitig – eingesetzt werden, da es sich hier wieder um Pflanzen handelt, die die Katze nur schwer verwerten kann. Eine zu lange Gabe kann hier ebenfalls zu Oxalatkristallen oder -steinen führen.

 

Gastro Intestinal Low Fat Wet Canine:

Sehr viele Hunde leiden an Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt. Beispiele für sehr häufige Erkrankungen sind Durchfall (chronisch oder akut), Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI – hier werden nicht genug Verdauungsenzyme in der Bauchspeicheldrüse gebildet) und Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung).  Bei diesen Erkrankungen ist es wichtig, dass das Futter – egal ob bei Hund oder Katze – leicht verdaulich ist.

Was ist im Futter:

Ich habe nun bewusst ein Nassfutter gewählt. Diese Sorte gibt es natürlich auch als Trockenfutter.

ZUSAMMENSETZUNG:

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Getreide, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Mineralstoffe, Öle und Fette, Hefen.

Interessant. Was will uns der Künstler damit sagen? Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse kann nun wirklich alles oder nichts heißen. Diese Deklaration ist ein fantastisches Beispiel, dass der Verbraucher wirklich nichts über den Inhalt dieser Dose weiß.

Noch hinzu kommt: Wenn der Magen-Darm-Trakt entzündet ist, ist Getreide und ggf. auch Hefe genau das Falsche, denn Getreide begünstigt Entzündungen aufgrund der enthaltenen Phytinsäure und Hefe kann den Zuwachs von Bakterien und Pilzen im Darm begünstigen, wenn da eh schon einiges im Argen ist. Das Resultat soll doch aber genau das Gegenteil sein!

Zu den pflanzlichen Nebenerzeugnissen zählen hier auch 2,9 % diätetische Fasern. Ein Beispiel für diätische Fasern sind z.B. Apfeltrester – das wiederum sind die Rückstände aus der Herstellung von Apfelsaft – oder weitere Rückstände, welche aus dem Apfeltrester extrahiert werden.

Also, was macht das Futter? Als „Technologischer Zusatzstoff“ ist hier Pentanatriumtriphosphat enthalten. Diesen Stoff findet man z.B. im Waschmittel oder Geschirrspülermitteln zum Binden von Kalk. Auch ist der Stoff als E451 zum Teil in Lebensmitteln enthalten, damit z.B. Brot und Kuchen besser aufgehen. Er steht ihm Verdacht Osteoporose, Bluthochdruck und Herzkrankheiten, sowie ADHS zu begünstigen, weshalb die EU für den Lebensmittelsektor eine Grenze von 70 mg/Kg eingeführt hat. Hier wird er als Bindemittel eingesetzt, damit das Tier keinen Durchfall mehr hat. Die Ursache ist jedoch nicht bekämpft.

Was sollte man füttern?

Akuter Durchfall bei Hund: Hier empfehle ich nach maximal 24 Stunden Fasten zu aller erst die Moro’sche Möhrensuppe welche für ein bis zwei Tage in vier oder fünf kleinen Portionen gefüttert werden sollte und welche jeder auf Vorrat im Gefrierfach haben sollte. Ist danach keine Besserung zu sehen, ist ein Gang zum Tierarzt unumgänglich. Die Suppe kann auch therapiebegleitend mit verschriebenen Medikamenten gegeben werden.

Akuter Durchfall bei Katzen: Katzen bitte niemals fasten lassen, da dies im schlimmsten Fall zum Tod führen kann!! 30 Minuten nach Gabe der Moro’schen Möhrensuppe empfehle ich für zwei bis drei Tage gekochte Hühnerbrust mit gekochten Möhren als Schonkost und auf vier oder fünf Portionen verteilt. Ist danach keine Besserung zu sehen, ist auch bei Katzen ein Gang zum Tierarzt unumgänglich.

Manchmal wird noch Reis als Zugabe empfohlen. Ich empfehle das Weglassen von Reis, denn beim Durchfall will man die Bakterien schnell wieder aus dem Körper bekommen, Reis quillt jedoch im Darm weiter und entzieht dem Körper Wasser. Die Bakterien bleiben dennoch weiter da.

Die Moro’sche Möhrensuppe: Bevor es Antibiotika gab, wurde diese auch bei Kindern eingesetzt, um Durchfall und andere Darmerkrankungen zu heilen. Diese Suppe soll im Übrigen auch bei Giardienbefall helfen.

Rezept:

  • 1 kg Möhren, klein schneiden und in einem großen Topf mit 1,5 – 2 l Wasser für mindestens 90 Minuten kochen (dadurch wird das benötigte Zuckermolekül Oligosaccharide erzeugt)
  • Regelmäßig Wasser nachgießen
  • Nach 90 Minuten das Wasser abgießen, aber unbedingt auffangen und aufbewahren
  • Möhren fein pürieren – je feiner, desto besser wirken die Oligosaccharide an der Darmwand
  • 1 g Salz hinzugeben (bei Nierenerkrankung verzichten!!)
  • Konsistenz sollte wie Grießbrei sein.

Als Variante kann man mageres Hühnchen hinzugeben, was vor allem bei Katzen zu einer größeren Akzeptanz führt und auch zur Stärkung führt.

Für Hunde ist auch eine Variante mit Honig möglich, da Honig eine antibakterielle Wirkung hat und dem Hund mehr Energie liefert.

Weitere Möglichkeiten findet ihr hier.

Bei sonstigen akuten oder chronischen Magen-Darm-Erkrankungen, wie Pankreatitis oder EPI, ist die schonendste Fütterung in der Tat, wenn ihr für den Hund oder die Katze kocht und dem Tier mehrmals täglich kleine Portionen füttert.  Wer dazu fragen hat, darf sich gern bei mir melden. 😊

 

Obesity Management für Hunde (auch für Katzen)

Laut Studien sind zwischen 20 und 50 % aller Hunde und Katzen in Deutschland übergewichtig. Das liegt wohl zum einen – so wie beim Menschen – an viele Leckerlies und zum Zweiten an der Ernährung selbst. Es ist im Endeffekt eine „Volkskrankheit“ wie beim Menschen auch. Das Resultat kann dann – wie beim Menschen auch – Diabetes, Arthrose, Krebs, Magen-Darm-Probleme, etc. mit sich führen.

Da hat sich die Futtermittelindustrie dann einfach mal gedacht: Wir erfinden ein Futter, um das Übergewicht zu bekämpfen. Das ist dann sozusagen das Slimfast für Hunde und Katzen.

Was ist im Futter:

ZUSAMMENSETZUNG:

Geflügelprotein (getrocknet), Weizen, Lignozellulose, Maiskleberfutter, Rübentrockenschnitzel, Weizenkleberfutter*, tierisches Protein (hydrolysiert), Tierfett, Mineralstoffe, Psyllium (Hüllschichten und Samen), Fischöl, Hydrolysat aus Krustentieren (Quelle für Glukosamin), Tagetesblütenmehl (Quelle für Lutein), Hydrolysat aus Knorpel (Quelle für Chondroitin).

Man erkennt gleich, dass es wieder ein Trockenfutter ist. Sieht auch auf den 1. Blick nicht so anders aus, wie die anderen Trockenfutter.

Hier gibt es aber etwas, worauf ich hinweisen möchte, und zwar die Lignozellulose. Klingt spannend, oder? Ich zitiere den Eintrag von Wikipedia: „Die Lignocellulose (von lat. lignum = „Holz“ oder „Baum“) bildet die Zellwand verholzter Pflanzen und dient ihnen als Strukturgerüst. […] Als kostengünstiger Füllstoff wird Lignocellulose in einigen industriell hergestellten Fertigfuttermitteln für Hunde verwendet.“ Im Endeffekt haben wir hier ein Abfallprodukt aus der Holzindustrie, was dem Sättigungsgefühl von Hund (und Katze) beitragen soll.

Zum Zweiten ist dieses Futter stark kalorienreduziert. Klar – ist ja nicht viel drin und das Fett steht weiter hinten in der Reihenfolge. Nehmen wir mal das Beispiel eines 10-kg-Hundes.  Ein gesunder Hund mit diesem Gewicht benötigt etwa zwischen 544 und 788 kcal pro Tag (je nach Rasse, Aktivität und Bedarf).

Das Futter enthält 3116 kcal pro 1000 g. Sagen wir einfach mal unser 10-kg-Hund wiegt eigentlich 12 kg und muss auf 10 kg runterkommen. Dann bekommt er, laut Futterempfehlung, 126 g Trockenfutter am Anfang der Diät. 126 g Trockenfutter enthalten nun 392 kcal. Das sind mindestens 150 kcal weniger, als eigentlich benötigt. Sofern es nach 4 Wochen keine Gewichtsreduktion gibt, soll man auf 108 g runter – also auf 336,5 kcal. Das bedeutet aber auch, dass das Futter genug Nährstoffe (Vitamine, Mineralien, etc.) enthalten muss, um …. sowohl bei 108 g als auch 126 g alles abzudecken. Damit der Hund das Gewicht von 10 kg hält, sollen dann (dauerhaft?) 119 g gefüttert werden. Das bedeutet aber auch, dass der Hund dauerhaft zu wenig Energie bekommt und ihr vielleicht eine Trägheit und Lustlosigkeit am Hund beobachten könnt.

Der Hund wird abnehmen. Keine Frage.

Was sollte man füttern?

Man sollte 1. dafür sorgen, dass das Tier mehr Bewegung bekommt. Auch Kopfarbeit für den Hund (Schnüffelspiele, Intelligenzspiele, tägliches Training von Kommandos) verbraucht Energie.

Zum Zweiten sollte man hochwertiges Nassfutter füttern und in kleinen Schritten die Futtermenge reduzieren. Sofern Leckerlies gefüttert werden, müssen diese in die Tagesration eingerechnet werden, da diese sonst zusätzliche Kalorien bedeuten.

WICHTIG: FDH (Friss-die-Hälfte) ist weder bei Hunden noch bei Katzen ratsam und kann mehr Schaden als Nutzen sein.

Gern gebe ich euch hier mehr Hilfestellung bei Hund und Katze.

 

FAZIT

Royal Canin ist bekannt. Royal Canin ist überall zu finden, wo man Tierisches kaufen kann. Und Royal Canin hat eine unheimliche Lobby-Macht.

Das Diätfuttermittel hilft in den meisten Fällen die Symptome zu verbessern oder zu verschleiern. Die Qualität des Futters ist jedoch alles andere als gut und die Ursache muss in den meisten Fällen immernoch bekämpft werden.

Ich bin weiterhin der Meinung, dass jeder Mensch seinem Tier füttern soll, was er für richtig hält. Aber: Der Mensch sollte sich genau informieren, was im Futter ist und was das Futter mit seinem Tier machen kann.

Passt auf eure Fellpopos auf.

 

Eure Nicole

 

Haftungsausschluss: Aus rechtlichen Gründen weise ich darauf hin, dass es sich bei den von mir angewandten Beratung um wissenschaftlich umstrittene Methoden handelt und diese von der Schulmedizin teilweise nicht anerkannt oder bewiesen sind.

 

Quellen:

22.04.2018: https://de.wikipedia.org/wiki/Royal_Canin

23.09.2018: https://www.businesswire.com/news/home/20180611005895/de/

23.09.2018:  https://www.vetstage.de/magazin/tierarzte-im-beruf-sales-scientific-support-bei-royal-canin/

23.09.2018: https://www2.vetline-akademie.de/goto.php?target=crs_600

30.09.2018: http://www.stoneyards.de/fortbildung.htm

23.09.2018: https://www.deine-tierwelt.de/magazin/spezial-sprechstunde-fuer-uebergewichtige-hunde-und-katzen/

30.09.2018: http://www.dvg-vet-congress.de/fileadmin/www_dvg_vet_congress_de/PDF/pdfs-2018/Dateien-Hauptprogramm-2018/05-Sponsoren.pdf

30.09.2018: https://www.messe-hund-und-katz.de/leipzig/besucherinfos/sponsoren-partner/

23.09.2018: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/royal-canin-sponserte-baerenkaempfe-lieblose-entschuldigung/8541148-2.html?ticket=ST-799893-kHOgTQt2EfZ4AqZgzXzc-ap2

23.09.2018: https://www.royal-canin.de/produkt-faq/sind-zusatzstoffe-die-in-heimtierfutter-verwendet-werden-gesundheitsgefaehrdend-zb-die-synthetischen-antioxidanzien.html

23.09.2018: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8493816

23.09.2018: http://www.feingold.org/Research/bht.php

22.04.2018:  https://www.royal-canin.de/katzennahrung/produktuebersicht/produkt/renal-feline.html

22.04.2018: https://www.royal-canin.de/katzennahrung/produktuebersicht/produkt/urinary-care.html

21.05.2018: https://www.royal-canin.de/hundenahrung/produktuebersicht/produkt/gastro-intestinal-low-fat-canine-wet.html

09.10.2018: https://www.lebensmittellexikon.de/p0002960.php

23.09.2018: http://www.erste-hilfe-beim-hund.de/cgi-php/rel00a.prod/joomla/Joomla_1.6/index.php/morosche-karottensuppe

23.9.2018: https://www.royal-canin.de/hundenahrung/produktuebersicht/produkt/obesity-management-canine.html

23.9.2018: https://de.wikipedia.org/wiki/Lignocellulose

Diätfuttermittel für Hunde von Aldi

Hallo ihr Lieben

Vor einigen Wochen habe ich im Aldi-Nord Werbeprospekt gesehen, dass Aldi neues Katzen- und Hundefutter im Angebot hat. Unter anderen gab es da Diätfuttermittel, wie es sie sonst meist von den großen Marken, wie Royal Canin oder Science Hills, gab. Das bedeutet, das Futter wurde so angepasst, dass es die Linderung einer Krankheit unterstützt oder das Fortschreiten verlangsamt.


Bedarfswerte

Kurz eine Info vorab: Ich werde hier von Bedarfswerten reden. Bedarfswerte sind Anhaltspunkte, wie viel von welchem Vitamin, Spurenelement, Fett, etc der Hund oder die Katze zu sich nehmen sollte, um so gesund wie möglich zu bleiben. Diese wurden von Wissenschaftlern in den vergangenen Jahren für Hunde, bzw Katzen festgelegt und auch hier gibt es unterschiedliche Werte, je nach Studie. Meine Rechnungen belaufen sich auf einen 10-kg-Hund und ich nutze die Bedarfswerte von Meyer/Zentek, welche zwei der wenigen Tierärzte sind, die sich mit dem Thema Hundeernährung intensiv auseinander gesetzt haben. Zudem hat sich das National Research Council (NRC) in den USA dem Thema angenommen, wobei ich gelernt habe, dass die Erfahrungswerte mit den Rechnungen vom NRC eher für kleinere Hunde bis 8 / 9kg geeignet sind. Meine Rechnungen einer 4-kg-Katze nutze ich die Bedarfswerte des NRC, bzw kann man auch die von Prof. Dr. Wanner nutzen (obwohl diese teils bei weitem höher sind). Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte.

Generell sind diese Bedarfswerte oft für gesunde Tiere anzuwenden. Sofern das Tier erkrankt ist, muss hier und da eventuell ein Abstrich gemacht werden, um dem Tier nicht noch weiter zu schädigen.


Aber nun zum Aldi-Futter

Ich habe die vier Hundefuttersorten gekauft und drei der vier Katzenfuttersorten (die vierte war natürlich ausverkauft).

Die Hundefuttersorten:

  • Struvit – Blasensteine
  • Adipositas – Übergewicht
  • Skin – Haut-/Fellprobleme
  • Renal – Nierenprobleme

Katzenfuttersorten:

  • Diabetes – bei Diabetes Typ 2
  • Schonkost – bei Magen-Darm-Problemen
  • Hypoallergen – Allergikerfutter
  • Renal – Nierenprobleme
Hersteller

Das Hundefutter und Katzenfutter wird von der Firma Ospelt hergestellt. Diese haben ihren Hauptsitz zwar in Liechtenstein, allerdings haben sie einen Zweigbetrieb in der kleinen Thüringer Stadt Apolda… rein zufällig ist das meine Heimatstadt. Ospelt ist ein ziemlich großer Futtermittelhersteller. Im Endeffekt kann sich dort so ziemlich jeder mit einem Rezept für Tierfutter melden und dieses von dieser Firma herstellen lassen und unter dem gewünschten Namen verkaufen. So wie Aldi dort das Futter herstellen lässt, tun es auch Fressnapf mit der Marke MultiFit und andere Marken und Winston von Rossmann. Woran ihr die Herkunft erkennen könnt? Manche schreiben die Herstelleradresse auf die Packung, andere vermerken nur die Herstellernummer. Im Fall von Alnutra Balance und Topic Balance ist die Herstellernummer jeweils CH 22679.

Hundefutter

Renal

Renal Futter bedeutet, dass die Nierenfunktion bei chronischer Niereninsuffizienz von Hunden unterstützt, bzw die Nieren entlastet werden sollen. Laut Statistiken sind zwischen 15 % und 20 % der älteren Hunde an Nierenproblemen erkrankt.

Der Ansatz, dass der Proteingehalt verringert wird und das Futter weniger Phosphor enthält ist richtig, da genau diese beiden Faktoren von viel Protein und viel Phosphor die Nieren belasten können. Statistisch sind hier Katzen jedoch häufiger betroffen, da auch das Trinkverhalten, bzw die Wasseraufnahme, eine große Rolle spielt.

Das Alnutra Balance Renal Futter besteht aus: Fleisch und tierische Nebenerzeugnissen (4 % Huhn), Getreide, Öle und Fette, pflanzliche Nebenerzeugnisse.

Ich habe Aldi am 15.08.2018 kontaktiert, um mehr Informationen zu den Inhaltsstoffen zu bekommen. Wir werden sehen, ob eine Antwort kommt.

Der Rohproteingehalt liegt bei 6,7 % der Fettgehalt bei 7,2 %. Die meisten Hundefuttersorten liegen beim Protein zwischen 8 und 12 %, der Fettgehalt ist jedoch nicht sonderlich. Für mich bedeutet das, dass der Proteingehalt somit ausgeglichen wurde, indem mehr Bindegewebe, minderwertiges Fleisch, Getreide und Füllstoffe hinzugefügt wurden.

Der Rohaschegehalt liegt mit 1,3 % im Rahmen. Allerdings sind 1,5 % Rohfaser – also alles was schwer-/unverdaulich ist – doch etwas hoch, denn in der Regel liegt dieser Anteil bei maximal 1 %.

Der NfE-Anteil (Stickstoffanteil, der auf weitere Kohlehydrate, Zucker,… hinweist) vom Futter liegt bei 9,73 %. Dieser Wert wird nicht ausgewiesen, sondern lässt sich errechnen, indem man 100% Analytische Bestandteile nimmt und davon die einzelnen Komponenten, wie Rohprotein (6,7 %), Feuchtigkeit (71%), Rohfett (7,2 %), Rohfaser (1,5 %), Rohasche (1,3 %) abzieht.

Bei diesem Futter werden ein Calcium und ein Phosphorgehalt angegeben, was bei den meisten Futtermitteln nicht gemacht wird. Der Phosphorgehalt wird mit 0,1 % angegeben – also 0,15 g vom Schälchen. Calcium wird mit 0,17 % angegeben, also sind 0,26 g  Calcium im Schälchen. Für einen 10 kg Hund liegt der normale Bedarf an Calcium nach Meyer/Zentek bei 0,8 g am Tag, der Phosphorbedarf liegt bei 0,6 g am Tag. Nimmt man nun die Fütterungsempfehlung von 510 g Futter (drei 1/2 Schälchen) für den 10 kg Hund, dann komme ich auf folgende Calciumwerte: 510 g x 0,17 % = 0,86 g (Bedarf sind 0,45 g). Die Phosphorwerte in 510 g Futter sind bei: 510 g x 0,1% = 0,51 g (Bedarf sind 0,6 g). Sowohl Calcium als auch Phosphor sind also zu viel im Futter. Das normale Verhältnis von Calcium zu Phosphor für Hunde sollte bei 1 : 1 bis 1,3 : 1 liegen. Manche Quellen sagen auch 2 : 1 ist tragbar. Hier liegen wir nun irgendwo dazwischen.

Nun ist hier auch ein höherer Gehalt an Vitamin D3 und Vitamin E enthalten, als in den anderen Hundefuttersorten.  Die erhöhte Zufuhr an Vitamin D3 kann in diesem Fall unterstützend wirken, da es in den Nieren aktiviert wird, ein Teil des Regelkreislaufes ist Phosphat über die Niere auszuscheiden und auch Calcium/Phosphor über den Darm zu transportieren. Auch beim Menschen wird Vitamin D als Therapie von Nierenkrankheiten eingesetzt. Der Vitamin D3 Anteil in 510 g Futter liegt bei 76,5 IE, der Bedarf liegt beim gesunden Hund bei 100 IE. Der Vitamin E Anteil liegt bei knapp 64 IE (Bedarf 10 IE). Da Vitamin E jedoch wenig hitzestabil ist, geht hier viel Nährwert verloren, so dass der Überschuss an Vitamin E relativ gering sein wird. Vitamin E in Form von Tocopherol wird auch oft als Konservierungsmittel genutzt und kann auch eine Erklärung für den erhöhten Einsatz sein.

Das Problem am Phosphor ist allerdings, dass dieses über die Nieren ausgeschieden wird. Für dieses Futter wurde nun etwa 1/6 weniger an Phosphor berechnet, als der Bedarf ist. Der Vitamin D-Anteil wird hier wahrscheinlich keinen Unterschied machen das Phosphor auszuscheiden, da es eh unter Bedarf hinzugefügt ist. Deshalb halte ich dieses Futter nicht geeignet für einen Hund mit einer Nierenerkrankung. 


Adipositas

Laut Studien sind etwa 50 % aller Hunde und Katzen in Deutschland übergewichtig – darüber haben selbst die Medien Anfang des Jahres berichtet. Das haben sich natürlich auch die Futtermittelhersteller zu Nutze gemacht und bringen nun Spezialfutter zum Abnehmen auf den Markt.

Woran liegt es, dass so viele Hunde und Katzen zu dick sind? 1. wenig Bewegung. 2. ungesunde Ernährung. Die gleichen Gründe wie beim Menschen.

Schauen wir uns also Alnutra Balance Adipositas an:

Zusammensetzung: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Öle, und Fette, Weich- und Krebstiere, Mineralstoffe

Das ist wieder ein wunderschönes Beispiel, wo man eigentlich gar nicht weiß, was hier überhaupt drin ist. Das kann alles und nichts heißen…

Rohprotein 8%, Rohfett: 2 %, Rohasche 1 %, Rohfaser 1 %, Feuchtigkeit 85 % – NfE 3 %

Energiegehalt liegt bei 2,4 MJ pro Kilo Futter.

Fütterungsempfehlung für einen 10 kg Hund: 580 g (knapp vier Schalen täglich). Für den 10 kg Hund beim Renal Futter waren es noch 510 g – also bekommt der Hund hier mehr Futter.

Warum würde der Hund hier nun abnehmen?

Das kann zum einen daran liegen, dass hier bei weitem mehr Feuchtigkeit enthalten ist, also mehr Wasser. Wasser muss laut Gesetz nicht deklariert werden. Und es hat natürlich keine Kalorien. Der Fettgehalt ist ebenfalls sehr gering, weshalb wohl mehr gefüttert werden muss, um den Bedarf wieder zu decken.

Ein normaler junger 10 kg Hund hat einen täglichen kcal Bedarf an etwa 787 kcal. Umgerechnet in MJ sind das 3,29. Bei einer Fütterungsempfehlung von 580 g nimmt der Hund am Tag nur 1,39 MJ zu sich, knapp 2MJ unter dem eigentlichen Bedarfes sind.

Nun gibt man dieses Futter aber Hunden, die abnehmen sollen. Da haben die Tierärzte Meyer/Zentek eine andere Rechnung genommen und den Kalorienbedarf auf 320,53 kcal (also 1,33 MJ) herunter geschraubt. Warnung: Ich würde niemals von heute auf morgen empfehlen die gegebene Energie so drastisch zu ändern. Wenn 580 g vom Futter also 1,39 MJ Energie enthalten, ist das im Rahmen.

Da es keine Beschreibung zu den Inhaltsstoffen gibt, könnte hier mit viel Bindegewebe, Reis, Pflanzenfasern und Apfelpektinen gearbeitet werden, die alle als Füllstoffe genutzt werden.

Das Resultat wird sein, dass der Hund abnimmt. Hier könnte es aber auch passieren, dass der Hund ständig Hunger hat, schlapper wird und sich die Kotmenge vergrößert. Für den Hund wird das keine schöne Zeit sein.

Restliche Bedarfswerte pro 580 g Futter:

  • Vitamin D3 72,5 IE (Bedarf 100 IE) – zu wenig enthalten
  • Vitamin E: 5,8 IE (Bedarf 10 IE) – zu wenig enthalten
  • Zink: 11,6 mg (Bedarf 10 mg) –  zu viel enthalten

Fazit: Der Hund wird abnehmen, sollte das Futter jedoch nicht dauerhaft fressen, da es zu einer Mangelernährung kommen kann. Ich würde das Futter auch aufgrund der Qualität nicht empfehlen.


Skin

Hunde mit Fell oder Hautproblemen gibt es viele. Gründe dafür können sein: Dehydrierung, Futtermittelallergie oder -unverträglichkeit, Mangelerscheinung durch falsche Ernährung, Neurodermitis oder andere Hautkrankheiten oder auch psychische Ursachen, uvm.

Der Fokus dieses Futters liegt nun auf dem Omega-6 zu Omega-3 Verhältnis in der Ernährung und es kann sein, dass das Futter hilf die Beschwerde zu lindern. Entweder, weil hier nun mehr Öle hinzu gegeben wurden oder weil sich die Ernährung von Trocken- auf Nassfutter ändert? Das lässt sich nun schlecht pauschalisieren.

Aber was hat es mit Omega-6 und Omega-3 auf sich? Das war ja vor ein paar Jahren im Trend und wir sollten alle mehr Fisch essen. Die Schlüssel heißen Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA). Diese beiden Säuren sind für Hund und Katze essentiell für die Stoffwechselfunktion im Hirn, Zentralennervensystem, uvm.

Fakt ist: Egal ob Hund Katze oder Mensch – wir sollten auf ein ausgewogenes Verhältnis von gesättigten Fettsäuren (welche meist ausreichend mit der Nahrung aufgenommen werden) und ungesättigten Fettsäuren (Omega 3 und 6) achten.

  • Gesättigte Fettsäuren sind enthalten in Kokosöl, Milchprodukten, Tierischen Fetten, Palmöl, uvm.
  • Omega 3 und 6 findet man sowohl in tierischen als auch pflanzlichen Fetten. Der Hund kann die pflanzlichen Öle allerdings über mehrere chemische Umwandlungen in EPA und DHA umwandeln. Die Katze kann das nicht. Das ist ein Grund, warum es unnütz (wenn nicht schädlich) für Katzen ist, wenn pflanzliche Öle im Fertigfutter enthalten sind.
  • Omega 6 Fette sind essentiell, allerdings immer im Verhältnis zum Omega 3. Viele Omega 6 Fette sind vor allem in pflanzlichen Ölen enthalten. Bestimmte Omega 6 Fette – die Arachidonsäure – sind allerdings ausschließlich in tierischen Fetten enthalten. Und die Arachidonsäure ist für Katzen eine sehr wichtige Quelle der Omega 6 Fette.
  • Omega 3 ist in pflanzlichen Ölen wie Leinöl, Chiasamenöl, Echiumöl und etwas im Hanföl und Walnussöl zu finden und auch in so gut wie allen tierischen Fetten, aber hauptsächlich in fetten Seefisch und Microalgen.

Und nun? Ein Übermaß an Omega 6 Fettsäuren steht im Verdacht Entzündungen zu fördern. Das Gleichgewicht zwischen Omega 3 und 6 fördert die Wundheilung, aber eben auch den funktionierenden Stoffwechsel in Hirn, Nervensystem, etc. Beim Menschen gibt es nun sogar die Theorie, dass eine ausreichende Aufnahme an EPA bei Depressionen oder Herzproblemen helfen kann.

Und was hat das mit dem Fell zu tun? Ein Anzeichen für einen Mangel an essentiellen Fettsäuren ist ein schlechtes Fell. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein gutes Fell ein Anzeichen für gutes Futter ist, denn die Frage ist immer welches Fett wird dem Futter zugefügt?

Im Skin-Futter werden nun Omega-6 und Omega-3 als Inhaltsstoffe heraus kristallisiert. Fakt ist – diese sollten in jedem Fertigfutter in der hinreichenden Menge enthalten sein.

Also, wir sind wieder bei unserem 10 kg Hund:

  • Empfohlene Futtermenge: 650 g bei moderater Bewegung – das sind  vier 1/3 Schälchen am Tag!
  • Omega 6 Gehalt täglich: 19,5 mg / Omega 3 Gehalt täglich: 1,95 mg
  • Nimmt man das angenommene optimale Omega 6 zu Omega 3 Verhältnis von 4:1 oder 5:1 sind wir hier bei weitem drüber, bei einem Verhältnis von 10:1. Es gibt keine Informationen zu EPA und DHA, das scheint bei dem Futter aber auch egal zu sein.
  • Generell sind die Aussagen vom Omega 6 und 3 Gehalt nicht sehr aussagekräftig, da kaum Informationen gegeben sind aus welche Quelle die jeweiligen Fette kommen.

Futterbestandteile: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (24 % Huhn), Fisch und Fischnebenerzeugnisse (4 % Lachs), Getreide, Öle und Fette, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Mineralstoffe.

Wird das Futter der Haut helfen? Ich denke, es kommt auf die Ursache der Hautprobleme an. Wenn der Hund vor der Futterumstellung nur Trockenfutter bekommen hat und jetzt ein Futter mit 78,5 % Feuchtigkeitsgehalt bekommt, dann kann es gut sein, dass sich die Haut verbessert und der Grund der Probleme Dehydrierung war. Zum Vergleich: Das Renal-Futter hatte einen Feuchtigkeitsgehalt von Die Fettsäuren können ebenfalls das Problem beheben, wenn der Mangel ein Grund war. Da ist nur die Frage, ob das Futter auf Dauer schadet, da das Verhältnis der Fettsäuren nicht optimal ist. Qualitativ halte ich das Futter aber für ungenügend, da auch hier die Vitamine unter oder über dem Bedarf liegen und anscheinend sehr viel Wasser zum Futter gegeben wurde. Ohne die Ursachen der Hautprobleme herauszufinden, würde ich diese Futter ebenfalls nicht empfehlen.


Struvit

Von Struvitsteinen haben viele Tierbesitzer schon einmal gehört. Das sind kleine Steinchen, die sich in der Blasebilden und den Harnweg verstopfen. Das kann nicht nur schmerzhaft sonder auch tödlich sein.

Wie kommt es zu Struvitsteinen, bzw Struvitkristallen? Der Grund ist meistens ein zu hoher (basischer) pH-Wert im Urin. Der Grund ist oft eine unzureichende Wasserzufuhr und die falsche Ernährung. Aber auch Hunde (und Katzen), die den Urin lange einhalten (müssen) sind häufiger Betroffen.

Die Lösung? Den Urin ansäuern und die Wasserzufuhr erhöhen. Dafür braucht es jedoch kein teures Spezialfutter.

Was macht das Struvit-Futter nun? Es säuert den Urin an und enthält weniger Magnesium, da ein Übermaß an Magnesium und Phosphor Struvitsteine begünstigen kann, da beide über die Nieren ausgeschieden werden. Dieses Futter scheint mehr tierische Proteine zu enthalten und spricht von “weniger Proteingehalt”, aber “hochwertigen Protein”. In der Tat werden pflanzlichen Bestandteile nur einmal – aber an 2. Stelle -genannt, was für das Futter sprechen mag.

Gehen wir auf den Magnesium-Gehalt ein: 0,02 % vom Futter. Unser 10-kg-Freund soll vom Futter 595 g bekommen (knapp vier Schälchen). Das bedeutet etwa 120 mg Magnesium am Tag. Der Standard 10-kg-Hund hat einen Bedarf an etwa 110 mg Magnesium. Auch der Phosphorgehalt ist mit 0,16 % (950 mg) angegeben. Der Phosphorbedarf unseres Hundes liegt hier bei 600 mg täglich. Wenn der Hund nun aber an Struvitsteinen leidet kann man diese Mengen vorerst so hinnehmen, bis das Problem gelöst ist. Dauerhaft würde ich das Futter schon aufgrund dieser beiden Inhaltsstoffe nicht empfehlen. Und da Phosphor meist in Zusammenhang mit Calcium betrachtet wird: Der Calciumgehalt liegt bei 0,24 % (1,4 g oder 1400 mg) und der eigentliche Bedarf liegt bei etwa 800 mg. Also – alle Bestandteile werden über den Bedarf zum Futter hinzugefügt und mit den Struvitsteinen wird es wenig helfen.

Wie werden die Kristalle mit diesem Futter zerstört? Durch die Zugabe von DL-Methionin. Methionin ist eigentlich eine essentielle Aminosäure, welche in Fleisch und Fisch zum Beispiel enthalten ist. DL-Methionin ist synthetisch hergestellt und wird als Ergänzungsfuttermittel verwendet da es den Urin ansäuert. Im Struvit-Futter sind 4000 mg pro kg Futter enthalten. Unser 10-kg-Hund bekommt nun also 2,4 g synthetisches Methionin am Tag. Das Resultat wird sein, dass sich die Struvitsteine höchstwahrscheinlich nach ein paar Wochen auflösen.

Kann ich das Futter (oder anderes Spezialfutter für Struvitsteine) auf Dauer geben? Ganz klar: NEIN! Zum einen ist die Zufuhr von Calcium, Phosphor und Magnesium auf Dauer zu hoch. Zum Anderen sollte man den Urin nicht auf Dauer ansäuern, da es passieren kann, dass dieser zu sauer wird. Und in einem zu sauren Urin können sich Calcium-Oxalatsteine bilden, welche oft nur operativ entfernt werden können.


Fazit zum Alnutra Balance Hundefutter: Meiner Meinung nach mögen einige der Hundefuttersorten als Diätfuttermittel funktionieren. Gut finde ich auch, dass es das Futter nur als Feuchtfutter gibt. Als Halter sollte man aber unbedingt beachten, dass dieses Futter als Medizin zu sehen ist und niemals für die Dauergabe gedacht ist. Aufgrund der Menge, die der Hund fressen muss, ist es nicht so billig, wie es den Anschein macht. Man zahlt bei 4 Schälchen immer noch 2,00 EUR täglich.  Qualitativ überzeugt mich keins der Futterbestandteile. Nach dem Öffnen einer der Futtersorten (Adipositas) kam mir ein unschöner Geruch entgegen und es scheint als wurden die meisten Zutaten zusammen gequirlt und ein paar Fleischstücke als “Fleischbeweis” hinzugefügt. Die genaueren Infos zur Deklaration hat mir Aldo bis heute (7.9.) nicht mitgeteilt.

Wenn mir ein Hund mit einen der genannten Probleme vorgestellt wird, würde ich jedoch niemals ein Diätfuttermittel empfehlen, da es einfach andere Wege gibt Struvitsteine zu lösen, die Nieren zu entlasten, den Hund zum Abnehmen zu bekommen und die Haut zu verbessern.

 


Haftungsausschluss: Aus rechtlichen Gründen weise ich darauf hin, dass es sich bei den von mir angewandten Beratung um wissenschaftlich umstrittene Methoden handelt und diese von der Schulmedizin teilweise nicht anerkannt oder bewiesen sind.

 

Katzenfutter folgt