Was macht ein Ernährungsberater für Hund und Katze?

Hallo ihr Lieben,

Wie ihr wisst bin ich Ernährungsberater für Hund und Katze. Ich habe aber immer wieder das Gefühl, dass viele Leute nicht wissen, was das sein soll. Die Bezeichnung “Ernährungsberater für Hund und Katze” klingt an sich schwammig. Was heißt das überhaupt?

Um es mal so zu sagen. Jeder der einen anderen Menschen über die Ernährung von Hund oder Katze berät kann sich Ernährungsberater nennen. Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt, genauso wenig, wie der Beruf des Tierheilpraktikers.

Aber ich würde sagen es gibt drei Kategorien an Ernährungsberatern:

  1. Das ist zum einen der Tierarzt, der die Ernährungsberatung mit als Dienstleistung anbietet. Dass die meisten Tierärzte im Studium nur sehr wenig darüber lernen und sich nur die wenigsten auf diesem Thema weiterbilden sei dahin gestellt. Ein Tierarzt muss so schon genug über alle möglichen Tiere lernen. Die Beratung ist dann oft die, dass dem Tierhalter ein Diätfuttermittel von bekannten Marken verkauft wird.
  2. Zum anderen nennen sich auch die Vertreter von Fertigfutter “Ernährungsberater für Hund und Katze”, denn sie beraten euch darin, dass das Futter, welches sie verkaufen, besser für euer Tier ist. Wie sehr die Berater jedoch über die Bedürfnisse von Hund und/oder Katze Bescheid wissen, ist unklar.
  3. Und dann gibt Ernährungsberater, welche an einer Tierheilpraktikerschule oder bei anderen Tierheilpraktikern eine Ausbildung gemacht haben, sich für längere Zeit nur mit dem Verdauungstrakt, den Bedürfnissen von Hund und Katze, unterschiedlichen Fütterungsmethoden und der Ernährung bei Erkrankungen beschäftigt haben. Oft ist auch BARF ein Thema.

Kurz um – die Ernährungsberatung ist ein Bestandteil vom großen Oberbegriff der Tierheilpraxis. Aber nicht jeder Tierheilpraktiker kennt sich mit der Ernährung von Hund und Katze aus. Genauso wenig kennt sich ein Ernährungsberater mit allen anderen Faktoren in der Tierheilpraxis aus.

Alle 3 Ernährungsberater-Typen haben ihre Berechtigung. Ihr müsst nur für euch entscheiden, welcher Ernährungsberater für euch die beste Wahl ist.


Ich persönlich sehe mich inzwischen als Tierheilpraktiker mit dem Fokus auf Ernährung und Bachblüten. Warum? Weil man einem Tier über die Ernährung allein extrem viel helfen kann. Weil die Bachblüten ein natürliches Mittel sind Gemütsprobleme bei Tier (und Mensch) zu verbessern. Und weil ich mich von Ernährungsberater aka Futterverkäufer distanziere.

Nehmen wir ein Beispiel: Eine meiner Katzensitter-Kundinnen rief mich an und wollte eine Bachblütentherapie bei Ihrem Kater versuchen. Er kotete seit Monaten auf ihre Couch. Sie war beim Tierarzt, der konnte nichts finden und sprach schon von Antidepressiva. Ich besuchte meine Kundin. Nachdem sie mir erzählte, dass der Kot sehr hart und klebrig war und ich wusste, dass der Kater Trockenfutter und ein wenig Nassfutter bekam, vermutete ich hier eine Verstopfung. Ich riet der Kundin dazu das Trockenfutter komplett abzusetzen und dem Kater täglich 1 TL gequollene Flohsamenschalen unter das Futter zu mischen. Siehe da – es gibt seit Monaten kein Problem mehr.

 Was macht ein Ernährungsberater

Ein Ernährungsberater hilft dir zum Einen dabei zu verstehen, was dein Hund oder deine Katze braucht und was gut oder schlecht für deine Fellnase ist. Er hilft dir dabei selbst zu erkennen welches Futter gut oder schlecht ist. Ein Ernährungsberater hilft dir herauszufinden, was genau dein Tier nicht verträgt. Und er hilft dir vor allem dann, wenn dein Tier erkrankt ist und du nicht auf das Futter deines Tierarztes vertrauen willst oder es nicht hilft.

Leider ist es auch in der Humanmedizin noch nicht so stark verbreitet, dass die Ernährung einen riesigen Einfluss auf die Gesundheit hat. Die Großmutter meines Mannes ist im Moment im Krankenhaus und mir sträuben sich die Haare, wenn ich sehe, was den Patienten vorgesetzt wird. Z.B. ist es bei Mensch und Hund bekannt, dass bei Krebserkrankungen und Lebererkrankungen auf Kohlehydrate soweit wir möglich verzichtet werden sollte. Kohlehydrate enthalten Glucose, welche Krebszellen füttern. Und dennoch ist dies oft nicht Teil der Behandlung.

Wie sieht eine Ernährungsberatung aus?

Ich kann jetzt nur von mir sprechen: Bei mir ist es so, dass ich von dir sehr viele Infos über dein Tier benötige – vor allem, wenn es erkrankt ist. Du schickst mir Bilder deines Tieres, Informationen zur jetzigen Fütterung, Erkrankungen, Blutbilder, Kotprofile, Befunde, etc. Und wir sprechen auch ab, wie du dir die zukünftige Ernährung vorstellst. In vielen Erkrankungsfällen empfehle ich gern, dass das Tier roh gefüttert wird. Ich verstehe aber auch, dass diese Fütterung nicht für jeden geeignet ist.

Ich habe Kunden, die von sich aus nach einem BARF-Plan für einen Leberkranken Hund oder eine nierenkranke Katze fragen. In diesen Fällen informiere ich mich vorab noch einmal über die Erkrankung und erstelle dann den BARF-Plan mit mehreren Rezepten.

Ein ganzer Ernährungsplan für ein krankes Tier sieht jedoch anders aus. In erster Linie beschäftige ich mich mit der Diagnose, um zu verstehen welche Faktoren im Körper eine Rolle spielen. Dann möchte ich euch zu verstehen geben, wie die jetzige Ernährung auf das Tier wirkt und nehme das jetzige Futter “auseinander”. Dann helfe ich euch zu verstehen, was bei der bestimmten Erkrankung zu beachten ist und was man therapeutisch über die Ernährung machen kann.

Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, dass es einige Zeit in Anspruch nimmt, um solche einen Plan zu erstellen. Genauer gesagt kann es passieren, dass man über 16 Stunden an einem Ernährungsplan für ein Tier sitzt – je nachdem, wie komplex der Fall ist. Sofern ihr im Umkreis von Buxtehude wohnt, treffen wir uns dann auch um den Ernährungsplan zu besprechen oder telefonieren miteinander. Im Idealfall bleiben wir auch danach noch über Wochen in Kontakt, damit ich ein Feedback zum Therapieverlauf bekomme und falls ihr noch weitere Fragen zum Ernährungsplan habt.


Ich hoffe, ich konnte euch damit einen kleinen Einblick in den Beruf eines Ernährungsberaters für Hund und Katze geben.

Wenn ihr noch Fragen habt, gebt mir gern Bescheid.

Eure Nicole

Der Kurs “Katzen Barfen”

Hallo,

das Thema BARF (Biologisch Artgerechte RohFütterung), speziell Katzen Barfen, beschäftigt mich nun seit über einem Jahr. Hätte man mich früher dazu befragt, hätte ich einen Vogel gezeigt und gesagt “Du spinnst”. Ich habe meiner Katze weiterhin fleißig alles vom Drogerie-Futter bis hin zu den Markenprodukten von Purina  & Co. gegeben.

Das hat sich geändert, als ich ein Praktikum bei einer Bekannten meiner Mutter gemacht habe. Diese besitzt eine große Tierpension in Schleswig-Holstein und hat mehrere Hunde und Katzen, welche alle gebarft werden.

Und wenn man nun einmal genauer darüber nachdenkt, was im Standard-Hundefutter und -Katzenfutter (Nass und Trocken) enthalten ist, sieht man oft drei Bestandteile, die mich stuzig machen:

  1. Fleisch und Fleischnebenerzeugnisse / tierische Nebenerzeugnisse
  2. Getreide (auch manchmal Weizeneiweiß genannt)
  3. Zucker

Gerade bei Zucker frage ich mich – Was um alles in der Welt hat das im Tierfutter zu suchen? Es ist ja nun auch bekannt, dass Diabetes nicht nur zur “Volkskrankheit” unter Menschen geworden ist. Genauso Getreide. Gerade Katzen sind reine Carnivoren, also Fleischfresser, und können Getreide gar nicht verwerten. Fleisch und Fleischnebenerzeugnisse klingt nun noch ganz gut. Tierische Nebenerzeugnisse hingegen… Was außerdem interessant ist: Schaut einmal auf das Katzenfutter, welches ihr euren Fellpopos füttert. Nehmen wir einmal die Sorte Huhn. Ich sehe sehr oft in der Zusammensetzung vom Katzenfutter: Fleisch- und Tierische Nebenerzeugnisse (4 % Huhn). Das bedeutet, 4 % vom Tierischen Anteil in dem Futter stammt vom Huhn. Die restlichen 96 % vom Tierischen Anteil können demnach sonst woher kommen, inklusive Fell, Krallen, Augen und andere (für den Menschen) sehr unappetitliche Teile. Und das kann durchaus auch bedeuten, dass (männliche) Eintagsküken in diesem Katzen- und Hundefutter vermischt sind.

Das sind nun nur 3 der Bestandteile im Tierfutter. Hinzukommen teilweise Farbstoffe, Proteine, etc (Hier findet man eine gute Erklärung zum Katzenfutter).

Jedenfalls hat mich das genauere Betrachten der Inhaltsstoffe zum Nachdenken gebracht und da Murphy bereits von der Pflegestelle gebarft wurde, beschloss ich das ganze weiterzuführen und auch die Katzen – zumindest teilweise – umzustellen. Murphy bekommt zu 95 % Rohfutter (oder sehr hochwertiges Nass-/Trockenfutter), die Katzen sind nun zu 50 % umgestellt (wobei Hermine außschließlich rohes Huhn oder Rinderhack frist).

Was unterscheidet hochwertiges Futter vom minderwertigen Futter? Für mich ist es wichtig, dass das Futter Getreidefrei und Zuckerfrei ist und die Fleischanteile aufgelistet sind (z.B. Hüherherz, Hühnermagen, Kaninchenleber, usw). Auch wenn diese Futtersorten teurer sind, so benötigen die Katzen weniger Futter. Ich habe Kunden, die geben ihrer 5kg Katze 400g Futter am Tag. Eine 400g Dose hochwertiges Futter von z.B. Mac’s reicht bei 2 Katzen jedoch für 1 1/2 Tage (je 3 x Füttern).

Wie ich bereits Anfang des Jahres angekündigt hatte, möchte ich mich mit dem Thema “Katzen Barfen” intensiver beschäftigen und werde ab Mai 2017 einen Online Lehrgang zu diesem Thema bei Katzvard belegen. Mein Wissen gebe ich dann in Zukunft natürlich sehr gern weiter.