Jetzt reichts… ich brauche Hilfe…

… von einem Hundetrainer.2016-03-29 19.10.25

Im März 2016 kam Murphy, unser kleiner Russe, in unser Heim. Man kann nicht genau sagen, was er für eine Vorgeschichte hat. Er kam wohl aus einem Haushalt mit vielen Hunden und Katzen. Das war’s.

Schon bevor er bei uns einzog, wusste ich, dass es nicht einfach wird und dass Murphy sehr viel Geduld und Hilfe benötigt sich an liebevolle Menschen und ein sicheres zu Hause zu gewöhnen. Aber was sollte ich machen… ich hatte mein Herz an den kleinen Wuschel verloren.

Ich begann mich intensiver mit dem Thema Hund zu beschäftigen. Doch mittlerweile weiß ich, dass andere Menschen immer besser wissen, wie man einen Hund zu führen und zu trainieren hat. Und wenn ich 10 Hundetrainer frage, werde ich eh 10 unterschiedliche Meinungen hören.

Vorerst versuchte ich es jedoch ohne Experten. Murphy war sehr schreckhaft, verkroch sich immer gleich unter Tische und folgte mir wohin ich auch ging. Wenn ich zurück blicke, hat er keine Ruhe bekommen und musste immer kontrollieren, was ich gerade tat. Obwohl Murphy mit vielen Hunden aufgewachsen zu sein schien, auch in seiner Pflegestelle mit anderen Hunden gelebt hat und auch mit meinen Gassi-Hunden kein Problem hat… so hat er große Probleme mit anderen Hunden, die wir beim Gassi-Gehen treffen. So niedlich der kleine Mann ausschaut – sobald ein anderen Hund kommt, so kommt der Werwolf in Murphy heraus. Es klingt wirklich nicht nett.

Nun denn. Nach etwa 2 Monaten waren wir soweit, dass er an der Schleppleine lief und zu 90 % der Zeit zu mir kam, wenn ich ihn rief. Auch probierte ich es ab und an ohne Leine. Das 1. Mal lief er mir weg, als wir einen kleinen Mittagsspaziergang machten. Murphy fixierte eine Stelle im Gras, die etwa 30 Meter entfernt war und rannte los. Ich rief ihn, aber er reagierte nicht. Also versuchte ich einfach weiter zu gehen und siehe da – er folgte. Es dauerte 15 Minuten und eine ganze Reihe Snacks um ihn wieder einzusammeln. Ich war natürlich etwas panisch. Klar. Ich weiß. Man soll ruhig bleiben. Das überträgt sich auf den Hund… Ob der Tierarztbesuch einen Tag vor dem Ereignis eine Rolle spielte?

Dann ging 2 Wochen alles gut. Murphy war gut drauf. Er begann sich zu freuen, wenn ich nach ein paar Sitting-Jobs wieder nach Hause kam und freute sich sichtlich – aber immer noch vorsichtig.

2016-06-19 15.30.47Und dann kam der Tag

Murphy und ich waren in Neu Wulmstorf um Futter bei meiner BARF-Lady Belinda zu kaufen. Murphy ging fröhlich im Haus und im Hof umher, nahm auch dankend Snacks von Belinda an und ließ sich streicheln (das 1. Mal von einer fremden Person!). Dann wollten wir los. Ich dachte: Die drei Meter zum Auto wird er ja ohne Leine gehen. Hat er schon zig mal vorher ohne Probleme gemacht. Doch aus irgendeinem Grund klickte es in dem kleinen Hund und er rannte davon. Auf die Straße. Autos mussten anhalten. In eine Straße hinein. Die nächste Straße hinaus. Auf die Straße. Und dann immer weiter richtig der stark befahrenen Wulmstorfer Straße. Leute pöbelten mich schon an, warum ich den Hund nicht an die Leine nehme (Welch große Hilfe das war, ich war schon sichtlich beunruhigt). 10 Minuten waren vergangen. Ich lief Murphy hinterher und sagt mir dann, ich probiere einfach zurück zu gehen. Ich rief ihn und ging zurück. Siehe da – er folgte mir. Er kam so nah, dass ich ihn fast hatte und prompt kam ein Fahrradfahrer aus dem Nichts und Murphy war weg. Er lief durch Gärten und Höfe der Anwohner und schließlich fanden wir uns auf einem verlassenen Grundstrück wieder. Hohes Gras, Sonnenschein. Ich fuhr das Auto dort hin, öffnete alle Türen und hoffte, er würde einfach rein springen. Murphy rannte seine bekannten Achten durch das Gras. Ich dachte: Toll, soll er mal solange machen, bis er müde ist. Und Murphy wurde müde. Aber zu keiner Zeit ließ er mich so nah ran, dass ich ihm die Leine umtun konnte. Snacks nahm er die ganze Zeit jedoch dankend an. In der Zeit war ich weiter in Kontakt mit Belinda. Zusätzlich waren mein Verlobter Alex, unser Kumpel,  Alex‘ Schwester, deren Freund und deren Hund unterwegs.

Murphy lag schließlich völlig erschöpft am Haus und ich entschloss, langsam auf ihn zu zu gehen. Fehler. Er stand sofort auf und bekam auf einmal solche Angst, dass er quieckend davon rannte. Ich versuchte ihm hinterher zu rennen, doch er war nicht in Sicht. Mein nächster Gedanke war: Der ist weg. Das war’s. Zwei Stunden waren schon vergangen. Ich rief ihn, pfiff, klickte mit der Zunge. Er zeigte sich noch ein paar mal. Aber man kam ihm nicht zu nahe.

Nach etwa 2 1/2 Stunden rief Alex an. Er steht vor Murphy etwa 200 Meter entfernt. Da hat der Kleine einen ganzschön großen Radius mitgenommen… Schließlich konnte ich Murphy einen Sonder-Snack geben, der etwas Beruhigungsmittel drauf hatte. Jetzt könnt ihr mich lynchen… ich war verzweifelt und wollte Murphy nur noch in Sicherheit bringen. Schließlich lief Murphy in eine Sackgasse auf dem Anwesen von Belinda’s Nachbarn. Wir konnten ihn einkreisen und die Leine umlegen.

Und daraufhin entschied ich mich, einen Verhaltensspezialisten einzusetzen. Ich erkundigte mich und frug erst bei einer Dame nach, die mir eine Kundin empfohlen hat. Der erste Schritt dieser Hundeexpertin war jedoch gleich andere Hunde einzusetzen… da Murphy auf fremde Hunde unfreundlich reagiert, fühlte ich mich bei diesem Schritt nicht wohl. Und so kontaktierte ich Rocco von Rocco’s Outdoor-Hundeschule. Mir war zwar auch hier etwas mulmig zu mute, da Murphy etwas ängstlicher auf Männer reagierte. Aber ich wollte dem ganzen eine Chance geben.

Und so kam Rocco zu uns nach Hause, ignorierte Murphy und sprach erst einmal mit mir. Nach etwa zwei Stunden hatte er sich ein Bild gemacht und mir ein paar Tipps gegeben und nun mussten wir an uns arbeiten. Murphy hatte noch gar keine Bindung zu mir aufgebaut. Er fühlte sich bei mir noch nicht sicher und von der Leine lassen war keine gute Idee. Und das wird wohl auch noch eine Weile so bleiben.

Nach etwa 3 Wochen einfachen Dingen (von der Hand füttern, Snack-Such-Spiele und freundliches Ansprechen), konnten wir alle eine starke Besserung erkennen. Sogar meine 2016-04-25 08.08.54Tierärztin konnte das sehen. Wo Murphy in der einen Woche mich noch panisch beißen wollte, als ich ihn vom Tisch hob, war er 2 Wochen später viel gelassener. Wenn ich jetzt nach nur eine halben Stunde wieder heim komme, freut sich Murphy wie ein Schneekönig.

Mit Rocco’s Hilfe werden Murphy und ich nun noch viel gemeinsam lernen und uns beide besser kennen lernen. Es ist noch ein langer Weg, aber ich bin voller Zuversicht, dass Murphy ein fröhlicher Hund wird.

Ich kann euch Rocco auf jeden Fall empfehlen!!

Eure Nicole

Urlaubszeit – Wohin mit dem Tier?

Hallo liebe Tierbesitzer,

Nun haben wir fast Ostern und die Ferienzeit beginnt. Haben Sie sich schon Gedanken gemacht, was Sie in dieser Zeit mit Ihrem Haustier machen? Oder möchten Sie gern wegfahren und wissen nicht, wie Sie Ihr Haustier unterbringen können?

Eine Möglichkeit ist natürlich, das Haustier mit in den Urlaub zunehmen – gerade bei Hunden ist das wahrscheinlich die Beste Wahl.

Die zweite Wahl für Sie wäre sicher auch, dass Sie Familie, Freunde oder Nachbarn fragen nach Ihrem Liebling zu schauen. Dies ist sicherlich auch finanziell eine sehr gute Variante.

Alternativ können Sie Ihren Liebling in der Tierpension Ihres Vertrauens unterbringen. Bitte schauen Sie sich die Pension vorab genau an und stellen Sie sicher, dass Ihr Hund nicht den ganzen Tag in einem Zwinger sitzen muss und vielleicht sogar auch mal Gassi geführt wird. Schauen Sie, dass die Katzenzimmer artgerecht hergerichtet sind und fragen Sie sich, ob sich Ihre Katze in dem Zimmer wohl fühlen würde. Je nach Größe der Pension sollten Sie sich auch die Frage stellen, ob Ihr Liebling genug Aufmerksamkeit bekommen wird.

Ist die Pension bereits ausgebucht, Sie finden keine passende Pension oder möchten, dass Ihr Haustier in seiner gewohnten Umgebung bleibt, dann gibt es noch die Möglichkeit der mobilen Tiersitter. Preislich unterscheiden sie sich oft wenig von einer Tierpension (Gründe finden Sie hier). Doch bei einem Tiersitter haben Sie einige Vorteile:

  • Der Sitter kann sich nach den Gewohnheiten Ihres Haustieres richten (Gassi-Geh-Zeiten, Futterzeiten, etc).
  • Der Sitter nimmt sich Zeit und widmet diese allein Ihrem Liebling.
  • Sie haben jemanden der in Ihrem Heim auch einmal nach dem Rechten sieht.
  • Für einige Tiere (vor allem Katzen) ist es stressfreier, wenn sie in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können.

Was mir am Herzen liegt: Bitte, Bitte lassen Sie Ihr Tier nicht einfach zurück oder setzen es aus! Es werden jährlich tausende von Haustieren – vor allem Hunde und Katzen – einfach ausgesetzt. Die Tierschutzvereine in der Region haben schon außerhalb der Saison Probleme Tiere unterzubekommen und suchen händeringend nach Pflegestellen und Spenden.

Liebe Tierbesitzer, machen Sie sich bitte im Voraus Gedanken, wo und wie Ihr Liebling versorgt wird. Er wird es Ihnen danken.