Bengalen

Hallo ihr Lieben,

heute wollen wir, Nicole und Katrin, euch mal etwas über Bengalen erzählen.

Warum? Weil diese Katzen nicht wie andere Hauskatzen oder Rassekatzen sind und wir in letzter Zeit immer häufiger von Katzenbesitzern hören, die „Probleme“ mit Ihren Bengalen oder Bengal-Mixen bekommen und diese weggeben müssen. Da Katrin zwei Bengalen hat (Kalypso und Poseidon) und meine Turangalila aka Lütti ein Bengal-Mix ist haben wir einiges an Erfahrung mit dieser Rasse sammeln können.

Kalypso und Poseidon

Kalypso und Poseidon

Die Rasse

Das Aussehen kann man grob als Mini-Leopard beschreiben. Wobei es mittlerweile nicht mehr nur die „Standardfarben“ braun mit schwarzen Rosetten oder Spots gibt, sondern diese bereits in hellem snow-lynx und snow-mink (siehe Bild Kalypso und Poseidon), silber oder gar melanistic (Mini-Panther) vorkommen. Zu den Rosetten oder Spots gibt es hier auch noch die Marbel-Variante, die man an meine Lütten ganz gut sehen kann.

Lütti

Lütti

Zu den Kurzhaarvariante gibt es auch eine Langhaarvariante, welche als Cashmere-Bengalen bekannt sind (die kannte ich nun auch noch nicht).

Bengalen werden größer und kräftiger als EHKs. Ausgewachsen sind sie erst mit 2 Jahren und ein Weibchen kann etwa 4 – 5 kg wiegen. Die Kater können hier jedoch auch schon mal 6 – 8 kg auf die Waage bringen.

Preislich liegen sowohl die Kurzhaar- als auch die Langhaar-Bengalen als Liebhabertier in der Regel zwischen EUR 900 und EUR 1,500 – hier kommt es oft auf die Farbe und die Ausprägung der Rosetten an. Sofern man diese Tiere auch Züchten möchte kann man getrost noch einmal EUR 1,500 – EUR 2,000 aufschlagen.

Wesen

Wer sich eine Bengal zulegen möchte, sollte sich vorab genau über diese Rasse informieren, da Ihr Verhalten eher einem Hund ähnelt als dem einer Katze. Sie benötigen sehr viel Beschäftigung und geistige Förderung, die eine Perserkatze oder Britisch Kurzhaar nicht so verlangt. Lütti, zum Beispiel, liebt es Bällchen zu apportieren. Das wird leider oft unterschätzt. Bengalen sind auch sehr gesellige Tiere, weshalb es ratsam ist, dass diese Rasse nie allein gehalten wird. Sonst kommt es dazu, dass diese die Wohnung auseinandernimmt oder gar aggressiv wird.

Bengalen wollen springen, klettern und rennen – das ist der wilde Anteil in ihnen. Ideal wäre hier natürlich ein Außengehege mit vielen Spiel- und Klettermöglichkeiten. Das kann natürlich nicht jeder Bengalbesitzer bieten. Dann ist es jedoch wichtig, dass man sich viel mit den Katzen beschäftigt und Ihnen z.B. einen Catwalk an den Wänden einrichtet oder zumindest viele Abwechslung mit Spielzeug und Kratzbäumen bietet. Diese Rasse ist auch sehr gut geeignet, um Ihnen Cat-Aggility und Klickertraining beizubringen oder sie als Therapiekatzen einzusetzen. Katrin beschäftigt sich z.B. etwa 3 – 4 Stunden täglich mit ihren Monstern und Lütti kann ebenfalls ewig nach ihrem Bällchen jagen.

Katrins Bengalen können bei größeren Veränderungen sehr sensibel sein. Das geht soweit, dass ihre beiden Katzen bei größeren Veränderungen in der Wohnung (z.B. neue Waschmaschine) aus Protest in ihre Handtasche pieseln oder scheinbar grundlos brüllen.

Unser Appell

Wie bereits beschrieben hören wir in letzter Zeit immer wieder von Leuten, die sich Bengalen oder Bengal-Mixe anschaffen und diese dann wieder abgeben müssen, weil die Katzen zu aktiv oder aggressiv sind. In der Regel liegt das Problem hier am Menschen und nicht an der Katze. Und das macht uns wütend. Bengalen sind zu 15 % Wildkatzen. Diese sind einen echten Tiger also viel näher, als man vermuten könnte. Natürlich sind es wunderschöne Katzen. Doch unserer Meinung nach sollte das nicht das einzige Auswahlkriterium sein, warum man sich für eine Bengal Katze entscheidet.

Wenn man sich eine Katze zulegen möchte, kann man sich die Frage stellen: Warum will ich eine Katze?

Will man eine Katze, die ruhig ist und hübsch aussieht? Dann kann man sich Perser oder Britisch Kurzhaar kaufen.

Möchte man etwas Gutes tun und einer Katze ein schönes Leben geben? Dann kann man sich ruhig in lokalen Tierheimen umsehen.

Möchte man sich mit den Tieren beschäftigen und eine Art „Lebensgefährten“? Dann kann man sich für einen Bengalen oder auch eine Main Coon entscheiden.

Wir befürworten, dass Katzen nicht allein gehalten werden. Doch auch hier sollte man darauf achten, was man für Katzen zusammenbringt, damit es später nicht zu einem „Krieg“ kommt. Ausnahmen gibt es natürlich immer. Wir berichten nur, was wir erlebt haben. Und so ist es schwierig, wenn man z.B. einen aktiven Bengalen mit einer ruhigen Heiligen Birma zusammen führt. Ab irgendeinem Punkt kann es passieren, dass sich beide Katzen nicht mehr verstehen und nur noch miteinander kämpfen. Man kann es sich sicher so vorstellen, wie wenn Menschen mit unterschiedlichen Charakteren auf Dauer auf kleinem Raum mit einander auskommen müssen. Als Mensch können wir uns ja in der Regel aussuchen mit wem wir zusammenwohnen. Als Katze – als Tier – ist das leider nicht immer so. Deshalb, finden wir, ist es unsere Pflicht als Mensch darauf zu achten, dass wir uns Tiere aussuchen, die gut zueinander passen.

Ihr wünscht euch eine Bengalkatze? Dann denkt bitte genau darüber nach. Diese Tiere sind wilder, aktiver und gesprächiger als andere Rassen. Sie sind teuer in der Anschaffung und, aufgrund des Zubehörs, nicht günstig in der Haltung.

Für Fragen stehen wir euch immer gerne zur Verfügung.

Eure Nicole und Katrin

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